Guter Unterricht Vol. II: Kriterien für die Unterrichtspraxis

Um guten Unterricht zu beschreiben oder sogar um Unterricht einschätzen, beurteilen oder weiterentwickeln zu können, braucht man Kriterien. Am Pädagogisch-Theologischen Institut der EKM (Drübeck) wurde dafür ein Katalog mit Kriterien für guten Unterrichts entwickelt.Der Drübecker Katalog setzt bei den Vorschlägen Hilbert Meyers an. Alle diese Kriterien sind direkt beobachtbar, aber nicht alle sind vermutlich zu händeln. Ein klar strukturierter Unterricht ist für Schülerinnen und Schüler gut zu verstehen und liegt ganz in der Verantwortung der Lehrkraft. Ein lernförderliches Klima ist ebenfalls gut zu beobachten, entsteht aber auch außerhalb des eigenen Unterrichts.

Hier setzt der Drübecker Katalog an. So wird es unserer Meinung nach möglich, einen Unterricht zu gestalten, der Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzt, sich in der sozialen Welt von Religion und Religionen zurechtzufinden. Religion kann so zu einem Orientierungswissen für die eigene Existenz werden.

Die folgenden Prezis erläutern die unterschiedlichen Kriterien des Drübecker Katalogs, der eine Wahrnehmungs- und Einordnungshilfe für guten Religionsunterricht sein möchte.
Die Prezi kann über die Pfeile am unteren Rand gesteuert oder durch direktes Anklicken der Kriterien erreicht werden.

Dabei wurden die Kriterien guten Unterrichts aufgenommen, die direkt wahrnehmbar sind und die durch die Lehrkraft in der Planungsphase, während der Durchführung und mit Hilfe von kollegialen Reflexionen zu beeinflussen sind.

Um die fachdidaktische Perspektive des Evangelischen Religionsunterrichts einzutragen, wurde dieser durch eine Auswahl von Kriterien zur Kompetenzorientierung ergänzt, wie sie u.a. von Gabriele Obst in Kompetenzorientiertes Lehren und Lernen im Religionsunterricht, Göttingen 2009 fomuliert wurden.

Dabei wird schnell klar, dass die Merkmale eines guten Unterrichts und Kriteren für Kompetenzorientierung zusammengehören, konvergieren und sich gegenseitig stützen.

In diesem Zusammenhang ist auf den Beitrag der “Elementarisierung” zu verweisen, wie ihn Friedrich Schweitzer in Elementarisierung und Kompetenz, Neukirchen 2008, S. 20f.  beschreibt. Demnach ist Elementarisierung

“… eine notwendige, aber nicht hinreichende Vorausetzung für Unterrichtsqualität…”

Schweitzer zielt damit auf den Umgang mit den Unterrichtsinhalten, ein verstehendes Lernen und die Schülerorientierung. Wichtig sind ihm dabei vor allem die Wege zur Erschließung der Inhalte als auch deren Auswahl.

Moment mal

[avatar user=”andreas ziemer” size=”90″ align=”right”]

Beurteile die Leistungsfähigkeit des Drübecker Kriterienkatalogs mit Hilfe deines Blogs oder mit einer eMail.

Zum Nachlesen

Die Beschreibung der Kriterien im Wortlaut

Expertenaufgabe

[avatar user=”andreas ziemer” size=”90″ align=”right”]

Setze ein eigenes Blog auf und führe darin für eine begrenzte Zeit ein Tagebuch, indem du deine Beobachtungen zum Unterricht beschreibst. Hier erfährst du, wie man das anstellt.
Wichtig: Die Artikel müssen nicht veröffentlicht werden.

5 Gedanken zu „Guter Unterricht Vol. II: Kriterien für die Unterrichtspraxis

  1. Erst mal großes Lob: Dieser Dreiteiler ist toll gemacht! web.competent für Lehrkräfte passgenau umgesetzt.
    Kritische Nebenbemerkung: Erstes Prezi, “Individuelle Lernförderung”: Da steht nach meinem Eindruck ein Anspruch an Vorbereitungsaufwand dahinter, der allenfalls von LAAs bei Prüfungslehrproben erbracht wird… und nur dort. Ich sehe an diesem Punkt, der von der Theorie her voll angebracht ist, ein erhebliches strukturelles Problem des k.o. Unterrichts.
    Die einzige Lösung, die mir realistisch erscheint verweist m.E. auf Institutsleute wie du und ich (und natürlich die Schulbuchverlage), die (wir) in Zukunft stark ausdifferenziertes Unterrichtsmaterial erstellen (müssen), das normalsterbliche Lehrkräfte dann übernehmen und instantmäßig einsetzen können. Was jedoch auch nicht gerade das Gelbe vom Ei des k.o. Unterrichts ist.

  2. Lieber Christian,
    du beschreibst ein echtes Problem. Allerdings ist das ja nicht neu. Bei uns gibt es schon ewig jahrgangsübergreifenden RU (z.B. 1+2 zusammen oder 5+6+7). Da haben Lehrerinnen und Lehrer schon immer sich was überlegen müssen.
    Mir fällt ein:
    Man kann versuchen, die Differenzierung über die Aufgabenkultur einzuziehen. Die einen arbeiten mehr im AFB I, die anderen mehr bei II und dann noch die Experten.
    Im Klett-Verlag haben sie ein neues Buch für Haupt- und Realschulen, das versucht es ganz stark darüber zu gehen (die sogenannte Plus-Seite):
    http://www.klett.de/produkt/isbn/978-3-12-006625-5
    Eine andere Möglichkeit besteht im Vorhalten verschiedener Medienarten, also Texte, Bilder, Präsentationen und Video. Und die Kids können wählen.
    Man könnte es über die Sozialformen angehen, indem man die Arbeitsgruppen bewusst nach bestimmten Kriterien zusammensetzt.
    Sind jetzt nur die ersten Ideen.

    Natürlich braucht man auch gute Materialien, die den Stoff clever aufschließen. Das ist aber ziemlich aufwendig. Da gebe ich dir recht.

    Lernen kann man da aber sehr von ehemaligen “Förderschulen”, die ja gar nicht anders können, als sich allen indiviuell zuzuwenden.

  3. Pingback: Tag 14.12. Kompetenzorientierte Bewegungsmittel | ChGünthers Kursblog

  4. Pingback: Woche 3: 16. bis 22. Oktober 2013 | openreli

  5. Pingback: #Openreli 3.Woche: Hausaufgaben | Gott geht zur Schule

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.