Wochenaufgabe 2 + 3 bei Openreli

Wochenaufgabe 2 und 3:

Ich versuche einmal die Wochenaufgaben 2 „Woran kann man deiner Meinung nach guten (kompetenzorientierten) Religionsunterricht erkennen?“ und 3  Erinnere Dich an eine Unterrichtsstunde, aus der du mit einem guten Gefühl gekommen bist und beschreibe in deinem Blog oder in einer eMail an Openreli zwei Merkmale, an denen Du guten Unterricht festmachst“ miteinander zu verknüpfen.

 

Woran kann man deiner Meinung nach guten (kompetenzorientierten) Religionsunterricht erkennen?“

Hier beziehe ich mich exemplarisch auf einige Kriterien, die Michael Veeser-Dombrowski auf seiner Seite näher erläutert (http://www.veeser-dombrowski.de/index.php/2013/10/14/schule-und-unterricht/guter-unterricht-profession-lehrkraft-13/). An diesen Kriterien möchte ich später auch die Erfahrung guten Unterrichts festmachen. :

  1. „Die Lehrkraft hat eine gute Arbeitsbeziehung mit der Lerngruppe angebahnt: Die Schülerinnen und Schüler kennen den Rahmen, die Regeln und haben ein Grundvertrauen in die Situation.
  2. Sie hat Lern-Inhalte (abstimmt mit dem Bildungsplan) ausgewählt und kann diese Auswahl begründen.
  3. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln Interessen und Ziele für den Unterricht.
  4. Schülerinnen und Schüler und die Lehrkraft kommen am Schluss des Unterrichts zur gemeinsamen Bewertung, dass der Unterricht erfolgreich war.
  5.   Die Lehrkraft hat aus dem Unterricht auch selbst wieder etwas dazu gelernt und nimmt diesen Ertrag als Anstoß für die Weiterentwicklung von Unterrichtskonzept und Unterrichtsgestaltung.“ (siehe Michael Veeser-Dombrowski: http://www.veeser-dombrowski.de/index.php/2013/10/14/schule-und-unterricht/guter-unterricht-profession-lehrkraft-13/)

Erinnere Dich an eine Unterrichtsstunde, aus der du mit einem guten Gefühl gekommen bist und beschreibe in deinem Blog oder in einer eMail an Openreli zwei Merkmale, an denen Du guten Unterricht festmachst“

Im letzten Schulhalbjahr hatte ich im Fach Kath. Religion eine E-Phase (Klasse 11). Der Hessische Lehrplan schreibt für das Sommerhalbjahr das Thema „Biblische Erfahrungen“ vor. In diesem Rahmen habe ich die Unterrichtseinheit  „Das Motiv Wasser in der Bibel“: Die Erschließung und Deutung biblischer Texte durch die Entschlüsselung des Symbols und Leitmotivs „Wasser“  entwickelt. Hierbei durfte die Taufe Jesu nicht fehlen. Als wir im Unterrichtsgespräch über Sinn und Zweck der Taufe für Christen diskutierten, fiel auch der Begriff „Erbsünde“. Zu meiner großen Überraschung entwickelte sich hierzu eine intensive Diskussion im Kurs und die Schülerinnen und Schüler zeigten sehr interessiert an diesem Begriff und wollten mehr darüber erfahren (was auch daran liegt, dass dieser Begriff heute vielen nicht mehr geläufig ist und eine große Unsicherheit darüber herrscht bzw. höchstens „Halbwissen“ bekannt ist). Sie baten mich sogar darum, einen kleinen Exkurs zu diesem Thema in diese Unterrichtseinheit einzubauen. Letztendlich übernahmen sie sogar motiviert die Planung dieses Exkurses, indem sie ihre Interessen am Thema „Erbsünde“ benannten und bündelten. Sie besorgten für die nächste Woche genügend Materialien (natürlich habe ich auch einige Materialien beigesteuert) und Informationen, sodass auch produktiv gearbeitet werden konnte. Zwei Schüler ließen etwas später ihre Kontakte in ihrer Heimatgemeinde spielen, sodass schließlich in einer Abschlussdiskussion ein Kath. Priester zu diesem Thema Rede und Antwort stand. Solche Situationen entsprechen natürlich nicht dem Alltag (es gibt genügend unbefriedigende Stunden), lassen solche Erinnerungen aber umso mehr als etwas Besonderes erscheinen.

 

Nun der Bezug zu Aufgabe 2: Erklärung dieser ungewöhnlichen Erfahrung?

  1.   Das geht nur, wenn ein Vertrauensverhältnis zwischen RL und SuS besteht. SuS müssen wissen, dass so etwas im Religionsunterricht möglich sein kann (siehe oben Punkt 1).
  2.   Alles war im Sinne des Lehrplans und nicht willkürlich ausgewählt (Bezug zu Punkt 2).
  3. Die SuS haben Interesse für den Unterricht entwickelt. Dies gelingt nur durch Motivation. In diesem Fall waren die Lernenden von sich aus motiviert und auch anschließend bereit dazu, die weitere Planung und Ziele zu formulieren. Dies gelingt nur, wenn die Lehrkraft  bereit dazu ist, den Unterricht in dieser Hinsicht  für die SuS zu öffnen (Bezug zu Punkt 3).
  4.  Der Exkurs wurde von den SuS in der Reflexion positiv bewertet. Ihrer und auch meiner Meinung nach haben sie sich zum Thema „Erbsünde“ reichlich Wissen angeeignet, was sich auch in der Abschlussdiskussion mit dem Kath. Priester in der Qualität der Fragen und Aussagen bemerkbar machte. Bezeichnend für die Gestaltung dieses Unterrichtsexkurses war  für mich eine Schüleraussage während der Reflexion: „Eigentlich haben wir das doch alles selbst geplant“. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. (Bezug zu Punkt 4)
  5. Ich selbst habe hierbei auch sehr viel gelernt. In meiner Unterrichtsplanung hatte ich das Thema „Erbsünde“ nahezu ausgeklammert, da ich der Meinung war, dass dieses Thema für die SuS langweilig und heute nicht mehr wirklich aktuell wäre. Als Anstoß für die Weiterentwicklung von Unterrichtskonzept und Unterrichtsgestaltung nehme ich mit, die SuS regelmäßiger an der Planung des Unterrichts zu beteiligen. (Bezug zu Punkt 5)

 

 

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