Permalink

0

Hans Blumenberg

Rüdiger Zill:
Der absolute Leser. Hans Blumenberg – eine intellektuelle Biographie.

Berlin: Suhrkamp, 2020.
ISBN 978-3-518-58752-2.
816 Seiten. Illustrationen, 38 €

Wie Weltbilder umstürzen. Und die Gottesbilder mit ihnen

Kurz: Philosophie mit Bodenhaftung: Hans Blumenberg (1920-1996) entwickelte in der Bonner Republik neue Fragen, sich mit der Moderne, Naturwissenschaft und Technik zu beschäftigen, aber ohne Fortschrittspathos, aber erst recht nicht mit der Verachtung des Geisteswissenschaftler für die Technik. Und wie Weltbilder sich in Metaphern wider­spiegeln und wie sie umstürzen.

Ausführlich:

Jugend: Erfahrung der Zurückweisung

Der Bruch zwischen der NS-Zeit und der Bonner Bundesrepublik im politi­schen System­bruch und andererseits der biographischen Kontinuität der vor 1930 Gebore­nen[1] stellte eine Generation vor fundamentale Fragen: Ich lebe, meine Kameraden, Schul­freunde sind gefallen – für was? War das, was unter Hitler alle gaben, geben mussten, falsch? Ist die deutsche Geistesgeschichte der „Dichter und Denker“ untergegangen in den Tätern der Euthanasie, des Genozids an Juden, Roma, des Mordes an Homosexuellen, an den Kom­munisten und Sozialis­ten; mehr noch die deutsche Philosophie insgesamt: Kant, Hegel, Heidegger. Heidegger, der sich zum Steigbügelhalter der Wissenschaften im NS anbot?

Hans Blumenberg ist eine Biographie eines Philosophen, der als Jugendlicher den NS erlebte, aber nicht als Gewinner für seine Karriere, im Gegenteil, der mit neuen Themen zu Natur­wissenschaft und Technik der Philosophie neue Wege wies und dennoch etwas zur „be­schwiegenen“ Aufarbeitung des Nationalsozialismus beitrug.[2] 1920, also vor hundert Jahren geboren in der Hansestadt Lübeck, in einem ein Milieu, das der ebenfalls dort geborene Thomas Mann (1875-1955) beschrieb in den Buddenbrooks (1901). Der Vater ein Katholik im fast ausschließlich lutheranischen Lübeck, die Mutter evangelisch getauft aus jüdischem Hause, der Sohn in beider Hinsicht Außenseiter. Als der herausragende Abiturient die Abitursrede halten sollte, intervenierten die intellektuell unterlegenen Nazis der Nachbar­klasse beim NS-Rektor: ein „Halbjude“ dürfe nicht die repräsentative Rede als Primus halten! Blumenbergs Rede trägt sein Freund vor. Wie kann man 1939, auch wenn man ‚nicht dazu gehört‘, Hitler umgehen? Indem man ihn umdeutet: Hitler als Humanist. Beides interpretiert RZ[3] als Lebensthemen Blumenbergs: Kampf gegen das Zurückgesetzt Sein und umdeuten statt zurückweisen. Den Krieg überstand Blumenberg in einer kriegswichtigen Industrie, dennoch wurde er noch zu einem Arbeitslager eingezogen und tauchte anschließend unter. Die Dissertation zum Seinsbegriff in der Scholastik, eigentlich aber eine Auseinandersetzung mit Heidegger, blieb ungedruckt,[4] ebenso die Habilitation, mit der er seinen eigenen Lehrer unter Druck setzte.

Die Dissertation jetzt gedruckt

Siebzig Jahre nach der Fertigstellung ist die Dissertation von 1947 jetzt erstmals gedruckt. Das war durchaus üblich, dass Dissertationen nach dem Zweiten Weltkrieg nicht gedruckt wurden, sondern nur auf der Schreibmaschine mit je einem Kohlepapier dazwischen in drei, maximal vier Exemplaren geschrieben wurden. Mehr Exemplare waren nicht möglich, das Kopieren auf Xerox noch nicht erfunden. Das Titelblatt ist abgebildet S. 9: Es enthält die üblichen um­ständlichen Angaben, nicht zuletzt den akademisch-sperrigen Titel „Beiträge zum Problem der Ursprünglichkeit der mittelalterlich-scholastischen Ontologie.“ Auf die 107 eng beschrie­benen Seiten (im Druck 192 Seiten) folgt der obligatorische Lebenslauf. Eigent­lich hätte Blumenberg noch länger studieren müssen, deshalb erwähnt er seine Semester an den katho­li­schen Hochschulen in Paderborn und v.a. an der Jesuiten-Hochschule in St. Geor­gen, bei Frankfurt mit seinem Lehrer Caspar Nink. Für das Thema Ontologie und Scholastik die harte Schule, mittelalterliche Philosophen und ihre lateinischen Begriffe lesen zu müssen (auf Latein natürlich), in der Bibliothek, weil es kaum ältere Bücher zu kaufen gab. Schlägt man aber das Inhaltverzeichnis auf, dann wird einem deutlich: Das ist keine historische Untersu­chung zur Scholastik, sondern eine Auseinandersetzung mit dem Begriff des Seins und der das Sein verfehlenden Seienden Dinge, wie das Martin Heidegger (1889-1976), Star der Philosophen und Befürworter des Nationalsozialismus, in seiner berühmten Studie Sein und Zeit 1927 getan hatte.[5] Da kann Blumenberg all seine Kenntnis brillieren lassen von Aristoteles über die Scholastiker bis zu den großen Philosophen der vorigen Generation, v.a. Husserl. Da kommen starke Sätze vor wie S. 40 „Hier ist der kritische Punkt erreicht: Soll auch jetzt die Geltung von Offenbarung und natürlichem Wissen je unangetastet bleiben, dann kommt als Konsequenz nur die absolute Trennung von Theologie und Philosophie infrage, die Annahme einer doppelten Wahrheit und damit auch der Wirklichkeit. Das ‚Jenseits‘ verliert damit seine ontologische Valenz, es wird eine ‚Sphäre‘ eigenen ontologisch nicht mehr aufklärbaren Wirklichkeitsranges; wobei die modernen Folgerungen gar nicht mehr fernliegen.“ Und beruft sich dafür auf Thomas von Aquin. Das klingt schon nach der Legitimität der Neuzeit.

Die Legitimität der Neuzeit

Als mit 45 Jahren sein erstes Buch erschien, war Blumenberg schon gefragter Professor. Dann sein erstes dickes Buch 1966, Die Legitimität der Neuzeit. Das Buch will beweisen, dass die Vorwürfe nicht zutreffen, die Neuzeit habe illegitimer Weise die auf Gott bezogenen Werte und das mittelalterliche theonome Weltbild einfach für die immanente Welt der Neuzeit gekapert und den Menschen zum autonomen Gestalter der Geschichte erhoben.[6] Promi­nenter Vertreter waren der katholische Rechtswissenschaftler Carl Schmitt, der in seiner (ersten) Politische(n) Theologie 1922 den Satz aufgestellt hatte: „Alle prägnanten Begriffe der modernen Staatstheorie sind säkularisierte theologische Begriffe.“[7] Brisanter noch war aber das Büchlein Meaning in History, das aus dem Perspektivenwechsel seines Exils in Japan und Chicago, in das die Nazis ihn, den protestantisch getauften „Juden“, aus seinem Amt ver­trieben hatten, Karl Löwith, schrieb. Seine Einordnung des Nationalsozialismus nicht gegen die Geistesgeschichte der Neuzeit, sondern als deren Höhepunkt, war maximale Provokation. In der Neuzeit hätten Philosophen das trinitarische Geschichtsbild einfach gestohlen, indem sie Gott entfernten.[8] Aber schon die christliche Anmaßung, der Geschichte eine Bedeutung und ein Ziel zuzuschreiben (meaning in history),[9] sei der Anfang des Übels, an dessen Ende der Nationalsozialismus. Mit Nietzsche plädierte er dafür, dass Geschichte die ewige Wieder­kehr des Gleichen sei.[10] Das Buch war 1953 auf Deutsch erschienen,[11] 1962 nahm es der Philosophenkongress auf unter dem (ver­harmlosenden) Thema „Säkularisierung“ zur Diskussion. Blumenberg machte aus seiner Entgegnung ein Buch, das er dreimal verbesserte. Er setzt nicht beim Nationalsozialismus ein, sondern bei den, sagen wir, Geburtswehen der Neuzeit, bei Nicolaus Cusanus und Giordano Bruno (der Nolaner), bei Copernicus und Galilei. Curiositas „Neugierde“ ist zwar aus hierarchischer Sicht gesehen, eine Sünde, hindert aber Wissbegierige, auch Kleriker, nicht daran, den Dingen auf den Grund zu gehen. Wahrheit ist bezogen auf ein Weltbild. Wenn das Weltbild sich in einem Paradigmenwechsel ändert, dann gibt es neue Wahrheiten, natürlich nicht ohne massive Konflikte. Das Thema hätte man im Blick auf den NS unter Lebenden diskutie­ren könne; es wird aber ersatzweise an anderen Materien besprochen. Die Gegenwart des NS in den Biographien der wissen­schaft­lichen Größen war zu aktuell (und in der Öffentlichkeit noch unbekannt), als dass man Mitte der 1960er Jahre, vor den Auschwitz-Prozessen, so konkret über Täter und Ursachen hätte diskutieren können. Aus dem Buch wurden die drei Überarbeitungen von Blumen­bergs Legitimität daraus,[12] besonders Carl Schmitt hatte reagiert und Blumenberg nahm ihn als Antipoden ernst. – In der heutigen Diskussion geht man nicht mehr von einer Evolution vom Religiösen zum Säkularen aus, sondern mit Talal Assad[13] von einer Selbstän­digkeit des Säkularen von Anfang an neben dem Religiösen (s.o. zur Dissertation).

Begriffe oder Metaphern

Der gefragte Philosoph war auch bei den Planungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft ein wichtiger Teilnehmer, besonders den Plänen zu Begriffslexika.[14] Nur hatte Blumenberg eine kontroverse Ansicht: Begriffe, wie sie die großen Begriffslexika vorhatten, behinderten eher die Forschung. Statt im Vorhinein einen Begriff zu definieren, seine Bedeutungs-Verän­derung wis­senschaftsgeschichtlich festzulegen, sollte man besser von Metaphern ausgehen. Das, was keine Realität in der objektiven Welt hat, lässt sich nur in einer Metapher ausdrüc­ken: einem Bild der objektiven Welt, das in einem Bild, einem Gleichnis, das ausdrückt, was man damit meint. Das Jenseitige an der „Religion“ etwa lässt sich nur in Metaphern um­schreiben; wenn man sie definiert, ist der Gegenstand schon so begrenzt und mit Vorgaben gefüllt, dass das Ergebnis weitgehend feststeht.[15] Religionswissenschaft hat meist eine Defi­nition von Religion abgelehnt, weil man damit die eigenen Erfahrungen und Sozialisation zum Maßstab macht, den Monotheismus, dass Gott immer gut sei, dass er transzendent der Welt gegen­übersteht usf. Das trifft für viele Religionen nicht zu.

Metaphern, das hatte Blumenberg gezeigt, würden das Untersuchungsfeld öffnen und die Rolle der Rhetorik hervorheben. Das zeigte er in seiner Metaphorologie:[16]Schiffbruch mit Zuschauer 1979, Das Lachen der Thrakerin 1987,[17] Die Lesbarkeit der Welt 1989, Die Vollzähligkeit der Sterne 1997, Die nackte Wahrheit 2019[18] sind Beispiele für diese Methode der Wissenschaft.

RZ macht drei Durchgänge: Erst durch die Biographie, die sehr gut recherchiert ist: neben den Materialien, die im Nachlass Blumenbergs im Literaturarchiv in Marbach zugänglich sind, Gespräche mit der Tochter und früheren Mitarbeitern. Blumenberg selbst hat keine Selbstdarstellung gegeben. Dann stellt er die Arbeitsweise vor: die Leselisten, die Mappen mit Materialien, die Diktate zu Büchern, die er nur teilweise fertigstellte; es können noch einige Bücher ausgearbeitet und veröffentlicht werden. Darunter die wichtige Anthropologie Beschreibung des Menschen.[19] Der dritte Teil stellt vor, wie sich Blumenbergs Denken und Problemstellungen veränderten 1949 – 1961 – 1970 – 1980.

Bis auf den Druckfehler auf der Titelseite ist das Buch so gut wie fehlerfrei. Misslich ist, dass die vorzüglich informierten Anmerkungen hinter dem Text kapitelweise durchgezählt sind, aber nicht im Kolumnentitel die Seiten genannt sind, denen sie zuzuordnen sind. Man braucht also ein weiteres Lesezeichen. Die Klebebindung, Pappumschlag und Schutzum­schlag sind guter Qualität.

Wie Weltbilder umstürzen. Und die Gottesbilder mit ihnen.

Blumenberg hatte mit seiner großen Kenntnis gerade des Mittelalters schon den Mythos von der mittelalterlichen Philosophie differenziert, dass es ihr nur um den Gottesbeweis gegan­gen sei, dass die Philosophie die Magd der Theologie war. Andererseits entlarvte er den Mythos von der Neuzeit in doppelter Weise: Zum einen zeigte er, dass Wissenschaft an die jeweilige Wahrheit eines Weltbildes gebunden ist und erst wenn die Wirklichkeit die sozial geteilte Wahrheit überholt etwa durch gesellschaftliche Veränderungen, durch immer mehr Zweifel an der Richtigkeit, dann kann auch das Weltbild stürzen. Das erarbeitete er am ‚Kopernika­nischen Weltbild‘. Zum andern aber bestritt er die Gegenthese, dass die Neuzeit sich die mittelalterlichen Gottesprädikate angeeignet habe und sie illegitimer Weise auf den Menschen übertragen habe. Man kann da noch einem Schritt weiter gehen. Dass damit nicht das Gottesbild mit aufgegeben werden muss, sondern neben der Konfessionsreligion, auch in doppelter Wahrheit, in der Konfessionsreligion eine Rationalreligion transformiert.[20] 

Rüdiger Zill ist eine hervorragende Biographie gelungen zu einem der wichtigsten Denker der Bonner Republik. Äußerst lesenswert! Und dazu die Bücher von Blumenberg, die mich vom Beginn meines Studiums an begleiteten und begleiten.

 

Bremen/Much, November 2020                                               Christoph Auffarth

Religionswissenschaft,
Universität Bremen

…………………………………………………………………………………………………………………………….

[1] Der Bundeskanzler Helmut Kohl konnte für die gleich ihm 1930 und später Geborenen von der „Gnade der späten Geburt“ sprechen. Bei Kriegsende war er 15 Jahre und wurde nicht, wie die ein Jahr Älteren zum Volkssturm, dem letzten Aufgebot im Untergang befohlen.

[2] Zum älteren Kollegen Erich Rothacker, der mit Rassentheorie seine Karriere im NS machte, und Blu­menberg das im Nachruf nicht erwähnte, erklärte dieser: „Ich muss nicht das Weltgericht ausüben.“ (249) Grundsätzlich zur „Zweiten Geschichte des NS“, der misslungen und der gelungenen Aufarbei­tung der Zeit des NS und der gerichtlichen Sühnung, s. Auffarth, Drittes Reich. In: Handbuch Religions­geschichte des 20. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum, hrsg. von Lucian Hölscher, Volkhard Krech. (Handbuch der Religionsgeschichte im deutschsprachigen Raum, hrsg. von Peter Dinzelbacher, Band 6/1) Paderborn: Schöningh 2015, 113-134; 435-449; Farbtafel I nach S. 320; Literaturverzeichnis 542-553.

[3] Rüdiger Zill, geboren 1958, ist Referent am Einstein Forum in Berlin seit 1997. Er arbeitet u.a. am Nachlass von Blumenberg und gab Die nackte Wahrheit heraus.

[4] Jetzt hat Suhrkamp sie zum hundertsten Geburtstag doch gedruckt. Kurt Flasch hat in seinem Buch Hans Blumenberg: Philosoph in Deutschland: die Jahre 1945 bis 1966. Frankfurt am Main: Vittorio Kloster­mann 2017, ²2019 eindrücklich die Situation geschildert, die auch ihn als Katholiken betraf, der an einer philosophischen Fakultät arbeiten wollte (und nicht Philosophie an einer katholischen Fakultät lehren und forschen wollte). Für die dogmatischen Gebundenheit der katholischen Philosophie des Neu-Thomismus/Neu-Scholastik findet er nur Verachtung. – Die Anekdote, die Blumenberg Flasch über seine Zeit während des Krieges erzählte, ist zu schön, um wahr zu sein. RZ 30 und 90-113 hat die Zeit als Verfolgung und Angst rekonstruiert.

[5] Frühere Titelformulierungen benannten das explizit (219), etwa: Die ontologische Leistung der mittel­alter­lichen Scholastik, im Hinblick auf Heideggers Destruktion der traditionellen Ontologie.

[6] In der Neubearbeitung Säkularisierung und Selbstbehauptung des ersten und zweiten Teils der Legitimität wertet Blumenberg 1974 „Säkularisierung – Kritik einer Kategorie des geschichtlichen Unrechts.

[7] Politische Theologie. Vier Kapitel zur Lehre von der Souveränität. München: Dunker und Humblot [1922] ²1934, 43-55. [Auszug in: Christian Frey (Hrsg.): Säkularisierung. Grundlagentexte zur Theoriegeschichte. Berlin: Suhrkamp 2020, 434-446] Zur Auseinandersetzung Schmitts mit seinem Freund, dem gerade zum Katholizismus konvertierten Erik Peterson, s. Reinhart Koselleck, Carl Schmitt: Der Briefwechsel. Berlin: Suhrkamp 2019, 235-241.

[8] Blumenberg 1974 (wie Anm. 6), A. 268. Löwith habe in der Diskussion geäußert: „die oft mißverstan­dene Absicht [seines Buches] sei gewesen, die Unmöglichkeit einer autonomen Geschichtsphilosophie zu zeigen.“

[9] „Daß wir aber überhaupt die Geschichte im ganzen auf Sinn und Unsinn hin befragen, ist selbst schon geschichtlich bedingt: jüdisches und christliches Denken haben diese maßlose Frage ins Leben gerufen. Nach dem letzten Sinn der Geschichte ernstlich zu fragen, überschreitet alles Wissenkönnen und verschlägt uns den Atem; es versetzt uns in ein Vakuum, das nur Hoffnung und Glaube auszu­füllen vermögen. – Die Griechen waren bescheidener. Sie maßten sich nicht an, den letzten Sinn der Weltgeschichte zu ergründen. Sie waren von der sichtbaren Ordnung und Schönheit des natürlichen Kosmos ergriffen.“ (Löwith, Weltgeschichte und Heilsgeschehen. = Sämtliche Schriften 2, 14).

[10] Etwa gleichzeitig hat der Religionswissenschaftler Mircea Eliade diese Geschichtsauffassung zum Grundprinzip der Religionen gemacht (Le mythe de l’éternel retour: archétypes et répétition. Paris: Galli­mard 1949. Deutsch: Kosmos und Geschichte. Der Mythos der ewigen Wiederkehr: Düsseldorf: Diederichs 1953. Als Taschenbuch Rowohlts deutsche Enzyklopädie 1966): Regelmäßig und im Neujahrsfest erinnert werde das Alte zerstört und im Chaos entstehe der Zauber des Neuanfangs.

[11] Die deutsche Übersetzung trug den Titel Weltgeschichte und Heilsgeschehen. Stuttgart: Kohlhammer 1953. Zu benutzen im Band 2 der Gesammelten Schriften von Karl Löwith. Stuttgart; Weimar 1983, 7-239. Löwiths Autobiographie Mein Leben in Deutschland vor und nach 1933. Ein Bericht. Stuttgart: Metzler 1986. Fiala. Geschichte einer Versuchung. Berlin VTA 2019. Die Rezension zu Blumenbergs Legitimität in: Philosophische Rundschau 15 (1968), 195-209 (= GS 2[1983], 452-459). Dazu RZ 477: Blumenberg meinte, er sei dort fahrlässig missverstanden (vgl. Blumenberg 1974 (wie Anm. 5), 35-38).

[12] Erste Fassung 1966, Überarbeitung in den drei Taschenbuchbänden Der Prozeß der theoretischen Neu­gierde 1973, Säkularisierung und Selbstbehauptung 1974, Aspekte der Epochenschwelle: Cusaner und Nolaner 1976; erneute Ausgabe 1988.

[13] Talal Assad: Formations of the secular: Christianity, Islam, modernity. Stanford, CA: Stanford UP 2003.

[14] RZ 244-251. Auffarth, Allowed and forbidden words: Canon and Censorship in ‚Grundbegriffe’, ‚Critical Terms’, Encyclopaedias. Confessions of a person involved, in: Ernst van den Hemel; Asja Szafraniec (eds.): Words. Religious Language Matters. New York: Fordham UP 2016, 211-222; 546-550. – Zum Briefwechsel Blumenberg – Taubes s. meine Rezension http://buchempfehlungen.blogs.rpi-virtuell.net/2014/01/09/briefwechsel-blumenberg-taubes/ (9.1.2014).

[15] So erzählt Jesus die „Herrschaft Gottes“ βασιλεία θεοῦ in Gleichnissen aus der Alltagserfahrung. In dem von Auffarth und Hubert Mohr entwickelten Modell von Ebenen der Beschreibung kommt das Jenseitige vor als menschliche Rede von Eschatologie, Tod, Jenseits, Gott.

[16] Der lange Aufsatz „Paradigmen zu einer Metaphorologie“ im Archiv für Begriffsgeschichte 6 (1960), 7-142, als Buch bei Suhrkamp 1989 ist jetzt zu verwenden mit dem Kommentar von Anselm Haver­kamp, Dirk Mende und Mariele Nientied. (Suhrkamp Studienbibliothek 10) Frankfurt am Main 2013.

[17] Ausführlich zu der Genese, Zurückweisung durch die Literaturwissenschaftler in der Gruppe Poetik und Hermeneutik 1976 und das Buch RZ 310-315.

[18] Hrsg. aus dem Nachlass von Rüdiger Zill.

[19] 2014 hrsg. von Manfred Sommer. Umfasst 918 Seiten.

[20] Wolfgang Eßbach: Religionssoziologie. Band 1. Paderborn: Fink 2014.

 

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.