Von Bienen lernen

Von Bienen lernen : Das Bonum universale de apibus
des Thomas von Cantimpré als Gemeinschaftsentwurf.
Analyse, Edition, Übersetzung, Kommentar.

Herausgegeben und übersetzt von Julia Burkhardt.
(Klöster als Innovationslabore 7) 2 Bände.

Regensburg: Schnell + Steiner, 2020. 1613 Seiten.

ISBN 978-3-7954-3505-9

 

Das Vorbild für eine ideale Gemeinschaft: der Bienenstaat

 

Kurz: Das Handbuch des Thomas von Cantimpré enthält eine Sammlung von Beispielen für gutes und schlechtes Verhalten aus der Sicht eines Dominikaner-Mönchs und wie Gott dies bestraft oder belohnt. Die Leitallegorie ist der Bienenstaat, der als durchorganisierte Hier­archie beschrieben wird, genau wie der gerade erst gegründete Dominikaner-Orden.

Ausführlich: Bienen und andere in geordneten Gesellschaften lebende Insekten faszinierten Menschen schon immer.[1] Bienen ganz besonders, geben sie doch den süßen Honig (bevor man in Europa des Zucker aus dem Orient importierte, war Honig das Süßungsmittel schlechthin) und Wachs, was in den Kirchen in großen Mengen für Kerzen gebraucht wurde. Heute wird der Stoff für Arznei geschätzt, den die Bienen am Eingang des Bienenkorbs als eine Art Antibiotikum auflegen, Propolis. Ob die Ordnung und die arbeitsteilige Zusammen­arbeit der verschiedenen Aufgaben eher als Monarchie der Königin oder als Demokratie zu bewerten sei, war und blieb umstritten. Für den Dominikaner-Mönch Thomas von Cantim­pré (1201-1272) war der Bienenstaat eine Monarchie, mit einem König an der Spitze und die Pflichten klar zugeteilt (Erst im 17. Jh. erkannte man, dass es eine Königin ist). Die Widmung an den obersten Leiter, den Generalmagister Humbert von Romans (gestorben 1263) würdigt die Hierarchie im Orden.

Mit etwa 17 Jahren trat Thomas in den Bettelorden der Augustiner Chorherren ein, in einen Konvent, der gerade eine Generation zuvor 1180 in Cantimpré, südlich von Brüssel, gegründet worden war. Er gibt für seinen Entschluss, Mönch zu werden, zwei Gründe an: Zum einen habe ihn eine Predigt begeistert, mit der der im Heiligen Land wirkende Bischof und Dominikaner Jakob von Vitry zum Kreuzzug gegen die Muslime und gegen die südfranzösischen Albigenser aufrüttelte. Jakob blieb lebenslang ein Vorbild. Aber auch Thomas‘ Vater hatte den Sohn dazu bestimmt, weil auf einer Reise nach Jerusalem[2] von einem Einsiedler bei der Beichte den Rat bekommen hatte, der Sohn solle studieren und ein „Christus angemessener Priester“ werden; das mindere des Vaters Sünden. Auch später noch erschien sein Vater dem Thomas in Visionen.[3] Etwas später trat Thomas dann in den gerade erst gegründeten, strengeren Dominikaner-Orden in Löwen ein, studierte in Paris und Köln und wurde ein angesehenes Führungsmitglied der ersten Generation der Dominikaner.

Wie das 1219-1223 entstandene Werk des Caesarius von Heisterbach für den Zisterzienser-Orden eine Sammlung von Exempla darstellte,[4] so schuf Thomas mit dem Bonum universale de apibus in den 1260er Jahren „ein faszinierendes Kompendium der Alltags- und Vorstellungs­welt des 13. Jahrhunderts“ (39, vgl. 106) für die Dominikaner, auch Predigerorden genannt.[5] Exempla sind Erzählungen, die ein moralisches Verhalten an einem Beispiel vorstellen, das positive oder negative Folgen hat. Dafür gibt es schon in der Antike Sammlungen, etwa die Tierfabeln des Aisopos/Aesop oder der Physiologus. Im Mittelalter wurden sie besonders im 13. Jh. populär. Die Frage allerdings, warum die so augenscheinlich für den moralischen Effekt konstruierten und oft nicht plausiblen Erzählungen nicht Widerspruch provozierten, diskutiert JB nicht. Gehörte es zur Ausbildung, dass die Novizen in den Orden das wider­spruchslos hinnehmen sollten? Oder ist es gerade das Unglaubwürdige, Gottes Straf- und Heilswunder, die die Gläubigen bewundern? Unter der Leitmetapher des Bienenstaates bietet Thomas exemplarisches Erzählen für einen Gemeinschaftsentwurf sowohl innerhalb des neuen Ordens wie auch sonst. In den zwei Büchern stellt Thomas erst die prelati[6] vor (103 Seiten lateinischer Text), wie sich die Vorgesetzten verhalten sollten, dann im zweiten Buch die subiditi (390 Seiten), die Untergebenen. Anders als Aristoteles (4. Jh. v.Chr.), dessen historia animalium [Geschichte des Tierreichs] gerade erst 1210 aus dem Arabischen, 1260 aus dem Griechischen übersetzt wurde, folgte Thomas bei seinem Bild des Bienenstaates als monarchischer Hierarchie vor allem Seneca, der in de clementia 54 n.Chr. Kaiser Nero empfohlen hatte, dass der Bienenkönig seinen Stachel nicht einsetzen solle bzw. keinen Stachel habe. (Nero tat das Gegenteil). Allerdings hat der Bienenkönig Leibwächter und eine Art Polizei (die römische Bezeichnung der Lictores 1,17,1), die Vergehen ahnden. Anders empfahl 200 Jahre später Johannes Nider – in Kenntnis des BUA – besser die Demokratie der Ameisen zum Vorbild: Das Papsttum besitze keine Übermacht über die (im Konzil von Basel 1439) versammelten Bischöfe. Alle seien gleichberechtigt, wenn sie sich für das gemeinsame Wohl der Kirche einsetzten.[7] Ameisen sind freilich weniger attraktiv als Vorbild, produ­zieren sie doch weder Honig noch Wachs. Mit dem Bienenvolk, den ‚Untergebenen‘ sind nur die Mitglieder des Ordens beiderlei Geschlechts gemeint und die stachellosen Drohnen, das sind bei ihm die sog. Konversen, also Laien, die im Dienst des Ordens manuelle Arbeit leisten. Für andere, also die Kirche aus Priestern und Laien, gilt die ideale Gemeinschaft des Ordens nicht. In den Exempla allerdings kommen Menschen aus allen sozialen Schichten, regionaler Herkunft, beiderlei Geschlechts vor. Das sehr lange Schlusskapitel BUA 2,57 (bald hundert Seiten lang) bringt allerdings das moralische Gebäude gefährlich in Unordnung, wo es um die bedrohenden Wespen und Dämonen geht. Was als gute Fähigkeit erscheint, das kann von Dämonen herstammen. Ja, Gott bedient sich der Dämonen, um die Menschen zu prüfen.

Interessante Beispiele: Juden werden immer mit Verachtung genannt. Die Verbrennung aller Exem­plare des Talmud in Paris untersagt der Bischof zunächst, stirbt aber Tags darauf (also wird von Gott mit dem Tode bestraft), sein Nachfolger führt 1242 die Verbrennung durch: 1,3,6f. Thomas fügt hinzu, dass ja die Juden selbst, nämlich die östlichen Juden (Karäer) den Talmud verbieten würden und ihn für lügnerische Abweichung von der Tora und den Propheten bewerteten.[8] – Ein jüdisches Mädchen will konvertieren BUA 2,20; die Eltern wollen es verhindern, der Judenrat zieht vor Landesherrn, Bischof und Papst, weil sie als Minderjährige nicht in ein Kloster aufgenommen werden dürfe. Alle geben ihnen recht, aber das Mädchen bleibt standhaft. Ein junger Mann, angeblich konvertiert, soll sie zur Heirat bewegen – vergeblich. Der junge Jude ‚kehrt zum Erbrochenen zurück‘.[9] Ein Ritualmord in Pforzheim, der gerade erst 1261 (oder 1271) berichtet wurde: 2,29,22. – Oder: Ein berühmter und selbstbewusster Professor der Universität Paris hält einen Vortrag über die Demut als Tugend Jesu. Er hält sie für falsch. Und so schließt er mit der Behauptung, dass drei Betrüger die Menschen zu ihrer falschen Sekte verführten: Moses, Jesus und Mohammed: BUA 2,48,5f. Für diese Gotteslästerung ver­liert der Professor erst seine Stimme, dann seine Fähigkeit zu lesen und schließlich sein Leben. Diese Bewertung, dass alle Religionen gleich schlecht sind (von Lessing dann in der Ringparabel umgekehrt: alle drei Religionen sind gleich gut) war lange immer wieder erwähnt worden.[10] – Seltsam ist die Geschichte von einem jungen Erben, der das große Vermögen bald durchbringt und dann auf der Straße lebt. Als er seinem Onkel begegnet, rät der ihm täglich fünfzig Mal Maria anzurufen. Nachdem er so zwei Jahre in großer Frömmigkeit gelebt hatte, arrangiert der Onkel eine Hochzeit. Noch in der Nacht stirbt der Bräutigam, aber diesmal nicht zur Strafe, sondern weil Maria ihn zu sich geholt hatte. Das Hauptthema, dem der Mönchs-Autor alles unterordnet ist, dass er jungfräulich bleibt, die Ehe nicht vollzieht, und seine Braut auch nicht mehr heiratet: 2,29,6. Das mönchische Ideal wird also von einem Laien erfüllt und er wird dafür von Maria in den Himmel aufgenommen. Der Tod nicht als Strafe, wie sonst fast immer in den Exempla, sondern als Belohnung. –

Zur Übersetzung: Erfreulicherweise vermeidet JB veraltete Übersetzungssprache. Ein frisches Deutsch, hohe Kompetenz im Mittellatein, v.a. auch in der Wiedergabe von Fachbegriffen! Den Abschnitt 2,53,6 habe ich mir genauer angeschaut. Da geht es um die ‚Heiligkeit‘ der Städte Rom, Jerusalem, Trier und Köln. Die interessante Deutung, dass die Heiligkeit „nicht in der Sache“ begrün­det ist, sondern nur äußere Färbung, allerdings durch Märtyrer-Blut, hat JB in der Übersetzung nicht getroffen: non ab re venerabiliter nuncupantur – „vernünftigerweise ehrwürdig genannt werden“. Non ab re ist mit „vernünftigerweise“ falsch wiedergegeben. Es geht um das Problem, das bei Aristo­teles als Unterschied von essentia und accidentia; hier noch schärfer gefasst wird. Die Differenz von nuncupantur vs. dicitur sollte mit „für sich in Anspruch nehmen“ vs. „nur als Bezeichnung“ verstanden werden und deutet schon in die Richtung des Nominalismus, dass es nur um Bezeichnungen gehe. Der Tempuswechsel zwischen Vergangenheit bei Rom fuit, Trier extitit „erweist sich“ als coronata, martyri­zata, occisa und Köln triumphata, aber Gegenwart bei Jerusalem dedicatur soll deutlich machen, dass das Blut Christi auch heute die Stadt „weiht“. Bei den 11 000 Jungfrauen um die heilige Ursula hört man die Ortskenntnis des Thomas heraus, der bei Albertus Magnus Mitarbeiter war, und Skepsis gegen­über der gewaltigen Zahl. Ob da das Wort levata mit „emporgehoben“ richtig verstanden ist? levata bezieht sich auf die nomina, die auf den Grabsteinen geschrieben sind (cum corporibus verstehe ich nicht). „Emporgehoben, schweben“ ist eine Deutung, aber levare könnte auch die Steine „hochheben“ bedeuten, also eine Ausgrabung. Jedenfalls sah Thomas auf den Grabsteinen auch männliche Namen, die ihn skeptisch werden lassen über die Zahl der Pilgerinnen um Ursula.[11] Die leichte Zugänglichkeit von Text und Übersetzung direkt nebeneinander regt an zu intensiven Interpretationen einzelner Stellen.

Spannend und innovativ ist, wie JB[12] die Fülle der 120 Abschriften und die 100 Auswahl-Handschriften und die 16 volkssprachlichen Versionen als Rezeptionsgeschichte auswertet (107-166) und dafür Einblick in die Werkstatt einer Edition gibt (167-221). Für die Edition kann man nicht alle 123 Handschriften kollationieren,[13] sondern muss an einigen Textbei­spielen versuchen herauszufinden, welche Handschrift von welcher abgeschrieben wurde. Das gelingt am besten über abgeschriebene Fehler. (Beispiel eines Vergleichs S. 183; mit Hilfe eines in Zürich entwickelten Computerprogramms konnten insgesamt 91 Handschriften der lateinischen Überlieferung zu Gruppen zugeordnet werden: Liste 223-323 und ihre Gruppen­stemmata 324-332). Daraus ergeben sich fünf Handschriften, die für je eine Gruppe stehen (196-221, je mit einer Beispielseite abgebildet). Diese wurden dann vollständig kollationiert. Eine Besonderheit ist die Prachthandschrift in Bruxelles, Bibliothèque Royale, cod. 9507, die mit Miniaturen ausgemalt ist (Abbildungen S. 79 und 85, Abb. 4-7). Eine Aufschlüsselung der Themen der Kapitel (358-416. Leider ersetzt das nicht ein Sachregister), eine Bibliogra­phie der Quellen und Forschungsliteratur, ein Namens- und Ortsregister erschließen die Edition.

Die Edition, als Habilitationsschrift an der Universität Heidelberg approbiert, umfasst im Druck zwei Bände. Der zweite Band enthält die Edition des lateinischen Textes und die Übersetzung auf [iv] 1097 Seiten. Zum lateinischen Text sind im doppelten Apparat be­merkenswerte Abweichungen in der Überlieferung (variae lectiones) notiert, also das Ergebnis monatelanger Kollationierung der Handschriften; darunter werden die im Text verwendeten Zitate nachgewiesen. Kleingedruckt enthält der knappe Kommentar unter dem deutschen Text erhellende Erklärungen. Der erste Band enthält die Analyse und die Anhänge (512 Sei­ten). Dem Verlag ist wieder eine sehr übersichtliche Druckanordnung gelungen, die Grafiken sind auch farbig dargestellt, fadengeheftet für das Aufschlagen und Nachschlagen, in festem haltbarem Einband. Der Preis ist sehr moderat für eine wissenschaftliche Edition und die Kommentierung.

So hat Julia Burkhardt eine herausragende Edition erstellt, die die Kenntnis der Art erwei­tert, wie im Mittelalter Glauben vermittelt wurde: als Moral, die Gott durch Strafen und Lohn auf dem Fuß bestätigt. Sie hat sowohl den wissenschaftlichen kritischen Text erstellt als auch durch die Übersetzung und Kommentierung leicht zugänglich macht. Die Erschließung des Autors, seines Ordens und seiner Zeit, seines Werkes mit den Quellen und, was er daraus gemacht hat, die Aufnahme und Verwendung seines Bienenbuches und schließlich der Einblick in die Werkstatt der Edition sind sehr gut gelungen.

 

Bremen/Wellerscheid, 29. Mai 2021                                                            Christoph Auffarth

Religionswissenschaft,
Universität Bremen

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[1] Bert Hölldobler; Edward O. Wilson: The Superorganism. The Beauty, Elegance, and Strangeness of Insect societies. New York: W.W. Norton 2009. Dt. Der Superorganismus. Der Erfolg von Ameisen, Bienen, Wespen und Termiten. Berlin: Springer 2015. Edward O. Wilson: Die soziale Eroberung der Erde. Eine biologische Geschichte des Menschen. München: Beck 2013.

[2] Das wird nicht der Vierte Kreuzzug gewesen sein, der 1204 zur Eroberung von Konstantinopel führte, sondern eine der vielen kleineren, nicht eigens gezählten Expeditionen und Pilgerfahrten. Die Beziehungen des Thomas zum Adel dürften auf seine Herkunft aus einer adeligen Familie beruhen.

[3] Bonum universale de apibus 2,53,32. Im Folgenden kürze ich ab mit BUA. Die Herausgeberin Julia Burkhardt kürze ich mit den Initialen ab JB. Zu ihr unten Anm. 12.

[4] Zu der ebenfalls viel verbreiteten Sammlung von exempla gibt es nur die alte kritische Ausgabe von Joseph Strange, Köln 1851. Zweisprachige Ausgabe von Horst Schneider, Fontes Christiani 86. 5 Bände Turnhout: Brepols 2009.

[5] Angehörige des Ordens setzen hinter ihren Namen OP Ordo praedicatorum. Weitere Exempelsamm­lungen für den Orden stellten Stephan von Bourbon, Jakob von Vitry und Vincent von Beauvais zusammen.

[6] Wie üblich im mittelalterlichen Latein wird statt praelati das ae mit e (oder e caudata) geschrieben. Das Wort ist das Partizip Perfekt Passiv zu praeferre vorziehen, vorsetzen.

[7] Johannes Nider, formicarius. Ameisen-[Staat]. Die Ausgabe Köln 1480 ist über die Universitätsbiblio­thek Darmstadt digital zugänglich. Nider war ebenfalls Dominikaner, dazu JB 157-161.

[8] Thomas Werner: Den Irrtum liquidieren. Bücherverbrennungen im Mittalalter. (VMPIG 225) Göttingen: Vandenhoeck&Ruprecht 2007, 204-225, Abb 33-46 zeigt, wie in der Propaganda der Dominikaner das Verbrennen von Büchern (und ihrer Autoren, ja Besitzer) eine wichtige Rolle spielt.

[9] Das ist die Formel, die einen Ketzer kennzeichnet, der rückfällig wird: 2.Petrus 2,22.

[10] Friedrich Niewöhner: Veritas sive varietas. Lessings Toleranzparabel und das Buch von den drei Betrügern. Heidelberg: Schneider 1988.

[11] Gernot Nürnberger: Die Ausgrabungen in St. Ursula zu Köln. Diss. Bonn 2002. Mittelalterliche Ausgra­bungen bei der Kirche in einem großen spätantiken römischen Friedhof 1108; 1121 fand Norbert von Xanten aufgrund einer Vision auf der Suche nach Reliquien für seine Prämonstratenser die Jung­frauen. Und „Im 13. Jh. scheint man die Ausgrabungen fast gewerbsmäßig betrieben zu haben.“ (Nürnberger 11-13 nach Wilhelm Levinson 1927). Caesarius von Heisterbach berichtet dialogus 8,35 [richtig 8,85, FC86/4 ed. Schneider S. 1702-1718, hier vom Ausgraben von Reliquien 1702,19ff; für die Deutung von JB könnte sprechen, dass der Chor der Jungfrauen beim Singen schwebt (sublevari 1716,26); das erklärt aber nicht die nomina levata. Zur Entstehung der Ursula-Legende Nürnberger 132-148.

[12] Julia Burkhardt erstellt die Edition im Rahmen des Graduiertenkollegs Klöster als Innovationlabore der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und ihrer sächsischen Schwester in Leipzig. Seit 2020 ist sie Professorin für mittelalterliche Geschichte an der LMU München. Prof. Dr. Julia Burkhardt – Mittelalterliche Geschichte – LMU München (uni-muenchen.de) (28.5.2021). Dort auch das Publikationsverzeichnis.

[13] Kollationieren heißt nebeneinanderlegen und den Text Wort für Wort vergleichen, dabei die Unter­schiede variae lectiones verschiedene Lesarten notieren. Eine besonders aufwändige Arbeit, die auch noch die späteren Zusätze, Randbemerkungen, Korrekturen unterscheidet, hat Alexander Kleinlogel für die Thukydides-Scholien (auch Handschriften aus dem späteren Mittelalter) über Jahre hinweg erarbeitet, s. meine Rezension Frankfurter elektronische Rundschau zur Altertumskunde 41 (2020). Vor­züglich die Edition des Gesandtenberichts Burchard von Straßburgs von Christine Thomsen, s. meine Rezension:https://blogs.rpi-virtuell.de/buchempfehlungen/2018/08/03/burchard-ueber-den-orient/ (3.8.2018), die einen fluiden Text bearbeitet.

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