Kompetenzorientierung

Beim Rumsuchen  und Querlesen bin ich auf das Lehrerfortbildungsportal von BW gestoßen:

http://lehrerfortbildung-bw.de/faecher/religion/gym/

Da wird sehr viel erzählt über ko Unterricht und Umsetzung im Gymnasium. Das gibt mir zwar Impulse, aber leider gibt es nichts direkt für die Hauptschule.

Allerdings finde ich die Arbeitsfassung der neuen Bildungspläne ganz gelungen.

http://www.bildung-staerkt-menschen.de/service/downloads/arb

Ich denke, damit kann ich was anfangen!

 

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich habe mit Michael Beisel / rpi Baden mehrfach über diese Pläne gesprochen, und irgendwie haben wir beide das Gefühl, dass die Beteiligten, vor allem die SchülerInnen, durch diese Rahmenbedingungen so sehr genasführt werden, dass man nur noch bedingt von Kompetenzorientierung sprechen kann.

    Darum würde ich gerne erfahren, was genau du mit diesen Bildungsplänen anfangen kannst, und wo sie sich im Unterricht ggf vorteilhaft niederschlagen.

    • Hallo,
      also ich habe mir ja nur den Entwurf für Evang. Religion Sek 1 angeschaut, weil mich im Moment nichts anderes betrifft.
      Ich bin dankbar, dass die Themen mehr oder weniger geblieben sind. Auch dass ich nun keine unterschiedlichen Kompetenzen nach Klasse 7 und Klasse 9/10 direkt vorgegeben habe, erleichtert mir das jahrgangsübergreifende Arbeiten.
      Ich finde es auch ehrlich gesagt nett, wieder mal etwas konkretere Hinweise auf die Umsetzung zu bekommen. Ich finde den derzeitigen Bildungsplan extrem schwammig und nur lesbar mit einem passenden Schulbuch (gilt für alle Fächer).
      Da ich aber weder ein Bildungsplanexperte geschweige denn besonders vertieft in die Theorie des Kompetenzerwerbs bin, habe ich hier nur aus dem “praktizierenden Bauch” heraus bei ersten Durchschauen gedacht : “Ja, das passt!” Das gibt mir einen Rahmen vor und Sicherheit, da ich mit meinen Schülern (bis auf Ausnahmen) überwiegend im Grundniveau stecke und ich oft schon ein schlechtes Gewissen hatte, wenn ich die bisherigen zu erreichenden Kompetenzen angeschaut habe.
      Aber ich bin offen für jeden Hinweis, was ihr mit genasführt genau meint. Ich vermute dazu wäre ein persönliches Treffen mal hilfreicher (Dienstags ist mein Tag am LMZ in Stuttgart, da bin ich im Referat 12).

  2. Ich spreche jetzt nur mal für mich selber. Mit “genasführt” meine ich, dass sich die Kompetenzen, die eine Lerngruppe erwerben soll, nur in einem großen, allgemeinen Rahmen von außen her festlegen lassen. Denn je enger der Rahmen bei einer Lerngruppe gefasst wird, desto mehr hängen die zu erwerbenden Komptenzen von der konkreten Situation der Lerngruppe ab.
    Ich will das an einem Beispiel verdeutlichen. Ich besuchte mal eine Unterrichtsstunde einer armen LAA in einer vierten Klasse, die herzlich wenig Unterstützung bekommen hatte (ihre Mentorin hatte Reli nicht mal als Unterrichtsfach). Im Arbeitsplan stand, dass die SchülerInnen mit den Evangelien-Erzählungen über die Wunder Jesu vertraut gemacht werden sollten. In diese Richtung war auch die Stunde der LAA angelegt. Aber es wurde ein ziemliches Desaster. Große Unruhe im Unterricht, vor allem bei den Jungens; Kompetenzzuwachs kaum meßbar.
    Was war los?
    Die Lerngruppe bestand zu 80% aus Kindern von pfingstlerischen Rußlanddeutschen. Die kannten die behandelte Wundererzählung besser als die LAA. Außerdem hatten die deutschrussischen Jungs offenkundig ein Problem damit, eine so junge Lehrerin als Autorität zu respektieren.
    Die Kompetenz, die die LAA anzubahnen versuchte, war – zumindest auf dem Niveau, auf dem sie vorging – längst vorhanden. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Frage nach Wundern wäre dagegen extrem wichtig gewesen, denn da bestanden in dieser Lerngruppe große Defizite.
    Das Problem war, dass die LAA “nach Plan” vorgegangen war, statt zunächst eine Analyse der bereits vorhandenen Grundkompetenzen der Lerngruppe durchzuführen, danach die anzubahnenden Kompetenzen festzulegen und danach das dafür geeignete Unterrichtsthema.

    • Okay, langsam verstehe ich es besser. Aber machen die LAAs heute keine Analyse mehr zur Situation der Klasse? Und wer hat diese arme LAA so ins Messer laufen lassen???? Nach den alten Bedingungen hat man erst mal geschaut, was die Schüler wissen und dann darauf aufgebaut, also das Thema erweitert und eine innere Differenzierung entwickelt. Und mit den neuen Plänen soll das dann nicht mehr möglich sein? Ich werde da noch ein bissle nachgrübeln…

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