MedienScouts Hamburg: Module

Medienscouts – peer-to-peer education für Schüler und Fortbildung für Lehrkräfte im LI Hamburg

MedienScouts sind ausgebildete Experten für digitale Medien.

Diese Experten sind Schüler ab der 8. Klasse, die sich in einem mehrtägigen Training Wissen aneignen und mit den Bezugslehrkräften Workshops vorbereiten, die sie in den Jahrgängen 5 und 6 an ihrer Schule durchführen.
MedienScouts decken dabei die folgenden Module ab:

Sicherheit und Fairness in Netz & SocialNetworks

 

Dieser Artikel soll lediglich aufklären und Ansprechpartner aufzeigen. Die MedienScouts machen keinen konkreten Unterricht sondern zeigen Möglichkeiten der Hilfe auf und haben ein offenes Ohr für konkrete Fälle. Sie fungieren als Kontakt- und Ansprechpersonen. Es ist nicht ihre Aufgabe schwere Cyber-Mobbing-Fälle zu bearbeiten.
Dementsprechend gibt es auch keinen Stundenentwurf-Vorschlag!

DEFINITION
Mobbing gilt als Gewalt und ist die verbreiteste Form von Übergriffen zwischen Schülern und auch Lehrern an deutschen Schulen. Cybermobbing ist eine Erweiterung des klassischen Mobbing-Begriffes und bezeichnet das Schikanieren anderer, meist über einen längeren Zeitraum, unter zur Hilfenahme elektronischer Kommunikationsmittel. Wichtig bei der Definition ist die Abgrenzung der Begrifflichkeiten Mobbing und Konflikt.
Rechtlich wichtig ist die Unterscheidung von privatem Mobbing und öffentlichen Mobbing. Während das private Mobbing eher über private Messenger und E-Mail erfolgt, wird das öffentliche Mobbing betrieben, indem sich der Agressor an die Öffentlichkeit wendet und diese über öffentliche Postings mit einbezieht.
BETROFFENE
Zu einem Ziel solcher Attacken kann jeder, unabhängig von Alter oder Bildungsgrad sein. Wichtig ist es allerdings als Eltern, Lehrer oder Klassenkameraden auf mögliche Warnhinweise zu achten, die häufig bei den Angegriffenen sichtbar werden:
1. Isolation in Pausen oder Arbeitsprozessen von Gruppen;
2. Verhalten welches selbstisolierend wirkt durch Rückzug und/oder Agressivität;
3. Verschlechterung der Leistungen  sowie die Verweigerung in Bezug auf schulische Aufgaben;
4. Probleme in Bezug auf Konzentration, Schlaf, Kopfschmerz, Antriebslosigkeit oder Selbstbewusstsein
Hinweis:
Sollten solche Warnhinweise sichtbar werden, sollte dringend das Gespräch gesucht werden.

UMGANG MIT CYBERMOBBING (Zwei Säulen)

 Säule 1: PRÄVENTION

Unterricht:

Klasse 5 (Klassenrat)

Klasse 7 (Religion/Philosophie)

–  DU SELBST (!):

Überlege dir immer

WENN DU ETWAS ÜBER ANDERE SCHREIBST: Würdest du wollen, dass das über dich gesagt wird?

WENN DU BILDER VON ANDREN POSTEST: Würdest du das Bild von dir auch zeigen?

Säule 2: INTERVENTION & HILFE

REGELN bei der Intervention:

#1: Mach SCREENSHOTS VON BEWEISEN im Beisein eines weiteren Zeugen;

#2: VORFALLMELDUNG beim Seitenbetreiber und fordere ihn auf Inhalte zu löschen (Musterbrief);

#3: KEINE (aggressive) ANTWORT: Reaktion nur im Beisein Dritter;

#4: Lösche, blockiere oder ignoriere VIRTUELLE PRÄSENZ IM NETZ ;

#5: GESPRÄCHSPARTNER-SUCHE und überlegt zusammen weitere Schritte:

Ansprechpartner

1. aus der Lehrerschaft: Klassen-, Beratungs- oder Vertrauenslehrer;

2. aus der Schülerschaft: MedienScouts

3. anonym und kostenlos

Erste-Hilfe-APP

E-MAIL: Beratung

SORGENTELEFON:

Kinder und Jugendliche: 0800/1110333 und -116111.

Elternberatung: 0800/1110550.

#6: AUFARBEITUNG (NIEMALS ALLEIN mit dem Ansprechpartner !):

SCHRITT 1: Einbindung der aller Beteiligter,

SCHRITT 2: Klärung der Situation,

SCHRITT 3: Treffen von Absprachen (mit/ohne die Eltern möglich!)

#7: EXTREMFALL Anwalt oder die Polizei: erstatte Anzeige.


DER ERNSTFALL #7
Der Agressor entwickelt manchmal mit Fortschreiten der Attacken ein alternatives Wertesystem und versucht auch andere von der Legitimität seiner Attacken zu überzeugen. Die scheinbare Anonymität des Internets, die Bestätigung durch ein zuschauendes Publikum und die Inaktivität des Opfers verstärken dabei das Verhalten.
Allerdings ist das Internet kein straffreier Raum, indem alles erlaubt ist. Dementsprechend kann ein Opfer auch den juristischen Weg einschlagen, wenn es sich wehrt und andere Mittel (Gespräch, Vermittlung) nicht zum gewünschten Ziel führen. Dementsprechend bestehen die Möglichkeiten a) straf- oder b) zivilrechtlich gegen Cybermobbing vorzugehen.

Die Schüler sollten in Bezug auf einen konkreten Fall dafür sorgen, dass
  • sich alle Beteiligten wahrgenommen fühlen & gehört werden;
  • sich Konfliktparteien in ihrem Beisein aussprechen können;
  • einfache Handlungsvereinbarungen ( z.B. direkte und keine digitale Kommunikation mehr) & konkrete Zeitvereinbarungen (z.B. 1-3 Monate)  getroffen werden;
  • die Einhaltung regelmäßig (nach ein/zwei Monaten!) überprüfen;
  • Strafen und Belohnungen ( für Einhaltung und Bring der Einheiten) abstecken .

 

Reflektierter Umgang mit dem Smartphone

Dieses Modul der Medienscout-Fortbildung zum Thema “Smartphones” hatte ich am 29.06.2017 absolviert. Die Fortbildungsstruktur war methodisch sauber geplant und durchgeführt. Allerdings vermisste ich die Beschäftigung mit der Problematik im Umgang mit AppStores& WebApps sowie der rechtlichen Grundlagen bei der Produktion. Dementsprechend werde ich meinen Beitrag in drei Teile gliedern:

  1. DARLEGUNG von Durchführung und Planung der Fortbildung ;
  2. REFLEXION zur Durchführung durch die MedienScouts;
  3. MODIFIKATIONSMÖGLICHKEITEN für die SchülerMedienScouts.

Ergebnis-Übersicht und Handreichungen im Anhang.


zu 1.) DARLEGUNG von Durchführung und Planung der Fortbildung:

  1. Phase 1: Bildaufbau
    1. Input: Eingangs bekamen wir einen Theorie-Input, der darauf abzielte Gliederungs- und Strukturierungselemente im Aufbau von Bildern zu verdeutlichen und bewusst zu machen.
  2. Phase 2: Thematische Anbindung an Prävention
    1. Input: Der Theorie-Input zum Themenbereich “Prävention” erfolgte dieses Mal über einen Fragenkatalog, welcher Fragen beinhaltete, die uns darüber nachdenken lassen sollten, was uns an dem Umgang mit Devices störe und was uns helfe. Auch Gefahren und Vorteile wurden aufgegriffen.

zu 2.) REFLEXION: Die Durchführung und Planung der Fortbildung war kurzweilig und schlüssig. Wünschenswert wäre es in der Medien-Scout-Arbeit über die Produktion von Bildern hinaus vertiefenden Input und Handlungsrichtlinien an die Hand zu geben, um sicher

  1. handlungsleitende GESETZESGRUNDSÄTZE wahrzunehmen und umzusetzen.
  2. andere Produkte (Audio oder Video!) herstellen zu lassen ( Möglichkeiten hier).

 

zu 3.) MODIFIKATIONSMÖGLICHKEITEN für die SchülerMedienScouts:

  1. In der Reflektionsphase zum Ende sollten anhand der Produkte rechtliche Schwierigkeiten und der sichere Umgang thematisiert werden. Besonders Persönlichkeits- und Urheberrechte sind dabei nicht unerheblich;
  2. Die Gruppenphase könnte so strukturiert sein, dass unterschiedliche Produkte (Bild, Audio und Video) erstellt werden, damit sich in der Klasse Expertengruppen bilden, die bei Bedarf ihr Wissen weitergeben. (Ausblick zur Modifikation auf lange Sicht!)

Anhang:

Die Aufzeichnungen zur Fortbildung greifen den Ausführungen dreierlei auf:

I. Den gut gelungenen Einstieg I und den theoretischen Input zum Produkt-Layout:

Kompisitionslelemente

II. Die Ergänzung einer Kurzfassung zur Auswahl und zum Umgang mit Apps, die zur Bild- (oder Videobearbeitung!) benutzt werden können (oben rechts);

Was muss man bei (Web-/Store-) Apps beachten?

III. Im unteren Teil der Darstellung erfolgt ein kurzer Überblick über die wichtigsten rechtlichen Regeln zur Erstellung und Verbreitung von Produkten.

a) Das Erstellen von Produkten:

Welche Bilder darf man ungefragt machen?

b) Das Verbreiten von Produkten:

Was darf ich wie verbreiten?

c) Der Inhalt von Produkten:

Datenschutz und Datensicherheit

Dieses Modul der Medienscout-Fortbildung zum Thema “Soziale Netzwerke, Datenschutz und Big Data” hatte ich am 05.10.2017 absolviert. Das vermittelte Wissen war umfangreich und die Kompetenz des Seminarleiters sehr gut. Allerdings wirkte die Fülle der Informationen und war für konkrete Unterrichtspraxis nicht immer greifbar. Hervorragend für den Unterricht geeignet war jedoch das Einstiegsspiel zum Datenklau.


Aus der Präsentation leitete ich nach genauerer, zusätzlicher Recherche der Klicksafe-Materialien und einschlägiger Seiten vier Teilbereiche ab, die behandelt werden sollten. Die Folien Helge Tiedemanns und den durch ihnerhaltenen, inhaltlich umfangreichen Input verwende ich dabei als “Steinbruch”:

  1. Die Rolle der APP-BERECHTIGUNGEN (1/3)
  2. DATENSAMMLUNG: Was ist eigentlich das Problem? (2/3)
  3. Handlungsoptionen (3/3)

Im Folgenden werde ich die benannten vier Punkte kurz umreißen und Schwerpunkte verdeutlichen, die die Medienscouts setzen sollten, wenn sie den jüngeren Jahrgängen die Thematik vermitteln.


zu 1.) Die Rolle der APP-BERECHTIGUNGEN

“Grundsätzlich gilt, dass alle Informationen, über die irgendwie ein Personenbezug hergestellt werden kann, auch unter den Begriff der personenbezogenen Daten fallen.” (Datenschutzbeauftragter Info, abgerufen am 04.11.2017 um 20:29). Wichtig hierbei ist, das Wort “alle”: Denn tatsächlich werden alle verfügbaren Daten (von der Augenfarbe bis hin zu konkreten Daten!) massenhaft gesammelt und gespeichert.

Bei der Sammlung werden die Daten jedoch sauber in drei Kategorien eingeordnet und gewertet. Diese Kategorien sind

  1. Kontaktdaten, die bei einem durch Berechtigungen autorisierten Zugriff von Diensten auf die gespeicherten Kontakte im Smartphone, ungewollt Dritten zugänglich gemacht werden können;
  2. Verbindungsdaten, die bei einem durch Berechtigungen autorisierten Zugriff Aufschluss über Aufenthaltsorte und Surfverhalten sowie Ansteuern bevorzugter Seiten geben und
  3. Inhaltsdaten, die Interessen, Gedanken oder Themen, die den Nutzer bewegen, dem Dienstanbieter durch die Berechtigungen und ihren autorisierten Zugriff auf entsprechende Daten offenlegen.

Durch die Verwendung des Smartphones als zentrales Kommunikations-, Organisatons-, Arbeits- und Unterhaltungsmedium bündeln sich hier alle benannten Kategorien und der ihnen zugeordneten Daten.

Diese Daten können durch Berechtigungen, die sich Anbieter bei der Benutzung von Apps oder Webdiensten erteilen lassen, abgerufen werden. Wichtige Schlagworte dabei sind Tracking und Scoring.

zu 2.) Datensammlung & Datenschutz: Risken & Chancen unbegrenzter Datensammlung

Die größten Datensammler sind Apple, Google, Facebook und Amazon (kurz: AGfA). Diese sammeln durch die Nutzung ihrer vielfältigen Angebote massenhaft Daten, aller drei Kategorien, verknüpfen diese miteinander, erstellen User-Profile, gleichen diese mit der Masse ab und beeinflussen Nutzungs- und Konsumverhalten durch gezielte Werbung sowohl beim Einzelnen als auch bei der Masse. Da diese Daten zu Werbezwecken genutzt werden, erschließt sich die Faustregel:

“Kostenlose Dienste bezahlen wir mit unseren Daten”- und somit unserer Privatsphäre!

Die meisten betonen, das sie nichts gegen Werbung hätten. Allerdings ist die Frage, wann die Nutzerdaten an Dritte verkauft werden? Und wer die “Dritten“ sind! Hier muss angesetzt werden, wenn es um die Frage nach Kosten und Nutzen für uns als Verbraucher geht und wir müssen uns die Frage nach Gefahren und dem Wert unserer Privatsphäre stellen.

  • Gefahren von BigData:
    • Gefährliche Analysen von Big Data
    • Wie kann man medial Menschen am besten manipulieren und lenken?
    • Welche Menschen haben keine Zukunft und sind daher abzuschreiben?
    • Wer wird ein Verbrechen begehen?
    • Wer ist in der Schule zu fördern und wer nicht? Bei wem lohnt sich keinerlei medizinische Versorgung mehr?
    • Wer ist kreditunwürdig?
    • Wer sollte von jetzt auf gleich aus dem Unternehmen fliegen?
  • Chancen von Big-Data
    • “Gegenwärtig erleben wir einen explosionsartigen Hype um genau dieses “Big Data”. Glaubt man den auf allen Kanälen aktiven Protagonisten, so sorgt Big Data für Diversität in der Arbeitswelt (Wirtschaftswoche), macht unser Leben einfacher, schöner und gesünder (Stepstone), bindet wichtige Mitarbeiter (Telekom), produziert bessere Spielfilme (Netflix), macht Personalarbeit smarter (Personalwirtschaft) und optimiert nebenbei Energiebilanzen, private Partnerschaften, Bildungsniveaus, innere Sicherheit, Qualität von Zeitungsartikeln sowie Füllstände von Kühlschrankfächern und Bargeldreserven von Big-Data-Programmierern.”Quelle: ManagerMagazin

Eine Frage aus dem Risiken-Katalog kann heraus gegriffen und exemplarisch thematisiert werden.

zu 3.) Handlungsoptionen

Es ist nur folgerichtig, wenn man den Schülern Alternativen zur Umgehung von Tracking- und Scoring-Fallen an die Hand gibt. Abstinenz ist dabei sicherlich keine Lösung. Es gilt eher Alternativen zu haben, wenn man seine Privatssphäre sichern möchte. Dementsprechend würde ich mir wünschen, dass die Schüler wissen,

  1. welche Alternativen es gibt und
  2. worauf sie achten können.

Cybermobbing

Diese Differenzierung ist nicht Teil der Medienscout-Ausbildung. Dennoch habe ich mich dafür entschieden, die Rubrik aufzunehmen, um Eltern und ihren Kindern Handlungsspielrume und Denkanstöße aufzuzeigen.
Natürlich versucht man immer erst einmal, das Gespräch zu suchen und Vorfälle zu klären. Dazu hat man auch eine Reihe von Möglichkeiten und Hilfestellung an der Schule. Allerdings sind manchmal die Atacken zu heftig und das Vertrauensverhältnis (aus welchen Gründen auch immer!) zwischen der Schule mit seinen Lehrkräften einerseits und dem Schüler mit seinen Eltern andererseits nicht optimal oder aber es soll schnell gehandelt werden.
In dem Fall ist es wichtig, zu wissen, dass das Internet keinen straffreier Raum darstellt, indem alles erlaubt ist.
Dementsprechend kann ein Opfer auch den juristischen Weg einschlagen, wenn es sich wehrt und andere Mittel (Gespräch, Vermittlung) nicht zum gewünschten Ziel führen. Dementsprechend bestehen die Möglichkeiten a) straf- oder b) zivilrechtlich gegen Cybermobbing vorzugehen.
Hier sollte man sich bezüglich der Vorgehensweise und Unterschiede der Möglichkeiten bewusst sein.
RECHTLICHES VORGEHEN
Strafrechtlich bedeutet, dass das Verhältnis zwischen Staat und Bürger geregelt wird, während das Zivilrecht das Verhältnis zwischen Bürgern regelt.

  1. JURISTISCHE VORGEHENSWEISE: Beim Vorgehen gegen Cybermobbing gibt es sowohl im Straf- als auch im Zivilrecht vier Schritte, wobei die ersten beiden in beiden Verfahren gleich sind.
    • Schritt 1: Beweise sollten gesichert und dokumentiert werden;
    • Schritt 2: Ein Rechtsanwalt sollte aufgesucht werden, um mögliche weitere Vorgehensweisen zu besprechen, rechtliche Möglichkeiten zu erörtern.Je nach Verfahren werden allerdings nun weitere Maßnahmen eingeleitet:
    • Schritt 3: Während im im Zuge des Strafrechts nun allerdings die Polizei eingeschaltet wird, strebt die zivilrechtliche Klärung an, über eine Abmahnung eine Verhaltensänderung zu erzeugen.
    • Schritt 4: Schlussendlich ist das Ziel der strafrechtlichen Verfolgung  eine Strafanzeige bzw. Strafantrag, während eine zivilrechtlichen Klärung das Ziel einer einstweiligen Verfügung bzw. Klage verfolgt.

  2. ALTERSBEGRENZUNG
    • Im Falle des Strafrechts spricht man von Strafmündigkeit, während im Falle des Zivilrechts von Deliktsfähigkeit gesprochen wird. Diese feine Unterscheidung ist wohl am Wichtigsten bei der Entscheidung darüber, inwiefern ein Cyber-Mobbing-Fall verfolgt werden sollte.
    • Strafmündigkeit wird durch die Altersstufen 14, 18 und 21 markiert. Unter 14 ist ein Jugendlicher noch als strafunmündigt anzusehen, während im Alter zwischen 14 und 18 bereits das Jugendstrafrecht angewendet wird. Ab 18 kann das Erwachsenenstrafrecht angewendet werden. Sollte der unter Anklage Stehende jedoch noch nicht de geistige Reife für einen Erwachsenen aufweisen wird spätestens ab 21 das Erwachsenenstrafrecht angewendet.
    • In Bezug auf die Deliktsfeähigkeit sieht es jedoch anders aus: Ab Vollendung des 7. Lebensjahres gilt ein Kind als deliktsfähig und kann die rechtlichen Konsequenzen tragen.

  3. RECHTLICHE FOLGE: Sollte ein Cyber-Mobbing-Fall im Sinne
    • des Strafrechts verfolgt werden, unterscheiden sich die Konsequenzen je nachdem, ob Jugendstrafrecht oder Erwachsenenstrafrecht angewendet wird. Im Falle der Schule können drei Maßnahmen aus dem Jugendstrafrecht Anwendung finden:  Erstens Erziehungsmaßregeln, zweitens Zuchtmittel und drittens Jugendstrafen.
    • des Zivilrechts verfolgt werden, sind ebenfalls drei Maßnahmen denkbar: Einerseits der Anspruch auf Unterlassung, andererseits die Zahlung von Schadensersatz oder als letzte Möglichkeit Zahlung eines Schmerzensgeldes.

  4. ANSTOSS ZUM VERFAHREN
    • Während das strafrechtliche Verfahren von Amts wegen eingeleitet werden kann und nicht der Zustimmung von dem Angegriffenen und seiner Familie sowie dem Angreifenden und seinen Angehörigen erfordert, zeichnet sich die zivilrechtliche Vorgehensweise dadurch aus, dass hier meist die Betroffenen die treibende Kraft sind. Während allerdings bei der strafrechtlichen Ermittlung die Tatsachenbeweise von einer dritten Partei erhoben werden können, werden die Beweise im Zivilprozess von den Parteien selbst vorgelegt.

Fazit:

Wie deutlich wurde, hat die Entscheidung für das eine oder andere Verfahren konkrete Gründe. Wichtig ist, dass Minderjährige nicht vor Starfen geschützt sind (Zivilrecht) und deshalb frühzeitig aufgeklärt werden sollten, was wirklich passieren kann und wann sie sich strafbar machen!

 

Quelle: Cybermobbing – Suxeedo

 

Medienkonsum & Mediensucht

  1. Basisinfo
  2. Stundenvorschlag.

 

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