VR-Erstellung

Im Sinne meiner Vorüberlegungen möchte ich bei Virtueller Realität nicht nur die Schüler konsumieren lassen, sondern sie ebenfalls zum Produzieren anhalten.

VR eignet sich allerdings nicht für alles sondern in Bezug auf die Erkundung von Gotteshäusern zur Vermittlung eines ungefähren Raumerlebnisses. Deshalb ist es interessant, welche VR Realität hierfür am besten geeignet ist.

Die optischen Effekte von Höhe und der Erhabenheit sakraler Bauten in VR sind nicht nur für Schüler sehr beeinduckend und die Faszination für VR und außerschulische Lernorte ist hoch. Somit habe ich auch die hohe Motivation der Schüler in meiner Lerngruppe wahrgenommen. Allerdings ist die Frage zu klären, wie komplex die Anforderungen sind, wenn VR von Sakralbauten erstellt werden soll und was dem Raumerlebnis dient.

In Bezug auf die Erstellung sei vorweg geschickt, dass es zwei Arten von virtueller Realität gibt, die man gemäß seiner schulischen und unterrichtlichen Möglichkeiten gegeneinander abwägen sollte: Die wirkliche VR und die 360°-Panoramas und Videos. In diesem Sinne werde ich folgende vier Punkte klären.

  1. Die Definition von VR;
  2. Abrufmöglichkeiten;
  3. Bilder und Formate;
  4. Erstellung von VR.

Im abschließenden Fazit, werde ich die Tauglichkeit für den Unterricht in Bezug auf Komplexität und Intention feststellen.


zu 1. ) Die Definition von VR

Oftmals wägen Kritiker und Kenner zwei Arten der “Virtuellen Realität“ gegeneinander ab. 360°-Fotos & 360°-Videos werden der “wirklichen VR” gegenüber gestellt.

Ein besonderes Merkmal der “echten Virtuellen Realität” ist die Echtzeit-Darstellung.  Die Betrachter begeben sich ohne einen lokalen Wechsel durch das Aufsetzen der Brille in eine Welt und werden interaktive & bewegliche Betrachter. In der betretenen Umgebung ist ihnen eine freie Erkundung der Welt möglich,  durch die sie sich via Steuerung per Hand navigieren.

Im Kontrast dazu stehen die 360°-Fotos. In diesen ist eine statische und starre Zeit, die abhängig davon ist, wann das Bild aufgenommen wurde. Wie in der “echten” VR betritt der Betrachter “die andere Welt”- allerdings ist er in dieser nicht flexibel und beweglich. Der Betrachter kann sich lediglich umschauen. Bedacht werden muss dabei, dass die Perspektive von der Kameraposition bestimmt wird: Der Betrachter hat eine fixe Kopfposition in Kamerahöhe. Dem Macher der virtuellen Realität wird somit ein gewisser Spielraum für das Erzwingen interessanter Perspektiven gegeben. Von Vorteil ist es, dass der Nutzer abgesehen von der Brille und seinem Smartphone  kein Spezialequipment benötigt. Anstatt der Handsteuerung erfolgt die Navigation der Blickrichtung durch die Kopfbewegung und Drehung.

Aufgrund dessen ist nicht jedes Handy VR-geeignet: Nur die Smartphones mit Gyroskop Sensor & Magnetometer kann man nutzen.

zu 2.) Bilder und Formate

Ob Gamer-PC  & Equipment oder Smartphone: Echte Virtuelle Realität benötigt ein Kugelpanorama mit dem Blickwinkel 360° x 180°. Dies ist notwendig, damit die Betrachter auch nach unten schauen können, um den Boden zu entdecken oder nach oben um die Raumdecke zu betrachten. Bei der “unechten VR” wird hingegen lediglich ein zylindrisches 360°-Panorama erstellt, welches an den Enden lediglich verschwommen wahrgenommen wird und bei dem Decke & Boden abgeschnitten werden. Dadurch ist leider keine vollständige Erfassung des Raumes möglich. Von Vorteil bei den 360°-Panoramas aus dem Hause Google (vgl. IV Erstellung von VR!) ist jedoch, dass die Geräusch-Kulisse der Umgebung mit erfasst wird, was besonders bei akustischen Darbietungen (Orgelspiel, Gesang, Gebet) einen sehr lebendigen und opulenten Eindruck vermittelt.

zu 3.) Abrufmöglichkeiten

Ob 360°-Fotos & 360°-Videos oder “wirklichen VR” – die Abrufmöglichkeiten sind die gleichen: Zum einen ist es möglich VR mit einem Gamer-PC-Head-Set wie dem Oculus Rift oder dem HTC-Vive abzurufen. Zum anderen ist es allerdings auch möglich eine zwar beeindruckende aber weniger realistische Darstellung mit mobiler VR-Brille zu erzeugen Beispiele hierfür sind die Gear VR, Google Daydream oder die bei weitem günstigste Google Cardboard-Brille und ihre “Klone”.

Besonders für den schulischen Gebrauch sind eher die günstigen Cardboard-Modelle zu empfehlen, für die man bereits Bauanleitungen im Netz erhellt oder die man günstig für 7 bis 20 Euro (je nach Modell erstehen kann).

zu 4.) Erstellung von VR

Wenn man VR erstellen will, eignen sich für die “wirkliche VR” drei Wege, die unterschiedliche Komplexität und Qualität aufweisen:

  1. Einfach und für Schüler gut umsetzbar ist die Google-Street-View-App, diese ist nutzbar für die Devices von IOS und Android und kann nach der Installation wie folgt aktiviert werden:
    1. Tippen auf das “+”-Symbol

      Kamera als gewünschte Option wählen!

    2. Nach der Aktivierung nutzt man die App, so dass

      • Bilder hintereinander aufgenommen werden

      • die Aufnahmen an der Einblendung der gelben Punkte erfolgen

        Tipps:

        1. dicht am Gesicht abknipsen
        2. Bilder in horizontalen Bahnen machen.
  1. Komplexer und nur mit dem Rechner möglich sind die Varianten 2. und 3.:
    1.  Unreal-Software: großartige, visuelle Effekte; nur kostenlose Version mit eingeschränkter Gewinnoption
    2. Unity-Software: leichte Bedienung, kostenlose “Personal”-Variante mit eingeschränkter Gewinnoption & mietbare “Professional”-Variante

Wenn man VR erstellen will, eignen sich für die “unechte VR” der 360°-Videos und Fotos zwei Wege:

  1. Die Nutzung einer konventionellen Kamera, die bei weitem in der Lage ist, die qualitativsten Bilder zu machen und in Kombination mit der sogenannten Stiching-Software: Ptgui ganz ordentliche Ergebnisse erzielt.
  2. Ein weiterer Weg besteht in der Nutzung von Smartphone-Apps. Eine effektive und schnelle App ist (wie bereits oben schon erwähnt!) für IOS und Android-Devices im Hause Google erschienen und heißt “Google-Cardboard“. Sofern das  Smartphone die Sensoren Gyroskop Sensor & Magnetometer hat, ist die Produktionsapp Google-Cardboard-Camera sowie die Anzeige-App “Google-Cardboard” nutzbar. Bei der Google-Camera-App ist es innerhalb von Sekunden möglich ein 360°-Panorama mit Ton zu erstellen, indem man das Smartphone bei der Aufnahme des Bildes -ruhig!- einmal um seine eigene Achse führt. Hilfreich ist dabei ein ferngesteuertes Kugelstativ mit Bluetooth, welches die Bahn besonders ruhig zieht, zu nutzen.

 


Fazit:

Als Schule mit wenigen Rechnern und dem BYOD-Prinzip halte ich die Tauglichkeit für den Unterricht am besten durch die Nutzung der Unechten Realität mit der sehr leicht bedienbaren Google-Cardboard-App für realistisch und einfach für alle Schüler zu handhaben. Dies wird dadurch unterstützt, dass das BYOD-Prinzip das Vorhandensein einer Hand voll High-End-Produkte meist garantiert. Versierte Schüler können sich auch gut an der Echten VR durch die Nutzung der Google-Street-View-App versuchen und ein Kugelpanorama aus mehreren Bildern zusammen stellen.

Bei beiden langt als Wiedergabe-Geräte übrigens eine einfache Pappbrille aus dem Hause Google-Cardboard oder ein Klon derselben, der selbst zu basteln ist.

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