Devices im Projekt – Die Qual der Wahl!?

Im Zuge der Vorüberlegungen wie ich einfach und effizient VR erschaffen könnte, bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass sich besonders im Zuge des BYOD-Projektes die Google-Produkte Cardboard für 360°-Panoramas oder Street-View eignen.

Im schulischen Kontext sind meine Wünsche – aus dargelegten Gründen!- allerdings datenschutzrechtlich als auch technisch nahezu unerfüllbar. In Bezug auf die Devices suchte ich nach Geräten, mit folgender Mindest-Ausstattung:

  • mindestens einen Prozessor Snapdragon 650 aufwärts haben
  • Full HD, 2k, quad HD oder Ultra HD bzw. 4k
  •  Gyroskop
  •  Kompass-Sensor
  • 4 bis 6 Zoll großes Display (passend zur Cardboard VR-Brille)
  • Android Version ab 4.1 bzw. IOS 8.0

Methodisch werde ich folglich erst einmal einen Abriss über die mir zu Verfügung stehenden Devices der Schule geben (I). Daraufhin werde ich einen Reflektion der Devices der Schüler und externer Partner (II) anstreben.


zu I) Technische Ausstattung der Schule: a) PCs, b) Tablets und c) Netbooks

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a) PCs: An unserer Schule haben wir zwei PC-Räume mit circa 50 Geräten, die häufig defekte PCs aufweisen: die Tastaturen sind kaputt, Teile aus den PCs sind ausgebaut, Mäuse sind verschwunden. Trotzdem sind die Räume häufig ausgebucht und – selbst wenn sie nicht von den eingetragenen Lehrern benutzt werden! – sind die Räumlichkeiten durch Tausch weiter belegt, so dass Lehrkräfte mit außerplanmäßigen Bedarf häufig gar keine Chance haben, den Raum zu nutzen.

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b) Tablets: Die Schule hat allerdings weitere Devices: eine gute Hand voll ungewarteter und noch nicht nutzbarer Tablets, da deren Passwörter unbekannt sind.

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c) Netbooks: Zudem sind circa 10 für meine Zwecke ineffiziente Netbooks vorhanden, die  a) noch mit Windows 7 arbeiteten, b) nicht in der Lage waren, auf das WLan-Netz zuzugreifen und c) derart schlechte Akkus hatten, dass eine Verkettung mit der Steckdose nicht aufgehoben werden konnte.

Fazit zu den Devices:
Wie oben beschrieben ist es allerdings nicht mein Anliegen, echte VR zu programmieren, sondern unechte VR fotografisch produzieren zu lassen. Die PCs, Tablets und Netbooks an der Schule entsprechen folglich bereits in puncto Flexibilität nicht meinen dargelegten Anforderungen. In Bezug auf Sensoren oder Leistung ist es daher unerheblich, ob die alten Geräte überhaupt die angesprochene Ausstattung aufweisen.


zu II) Technische Ausstattung mit Smartphones: a) Schüler, b) Externe

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a) Schüler-Smartphones: Die Smartphones der Schüler haben lediglich punktuell die gewünschten Sensoren oder die gewünschte Ausstattung. Dies liegt daran, dass oftmals Eltern eher dazu tendieren, ihren Kindern ein ausrangiertes Smartphone ihres eigenen Sortimentes zur Verfügung stellen. Dies ist auch sinnvoll und richtig, allerdings für unsere Arbeit an VR nicht immer von Vorteil.

Mein Plädoyer: Zumindest für Gruppenarbeiten, in denen VR produziert werden soll, sollten Einzelgeräte zur Verfügung stehen. Zudem ist es sinnvoll an einer Hand voll schulischer Geräte den Arbeitsgruppen aufzuzeigen, was die Schul-Smartphones alles an Daten abrufen, wenn wir ihnen die Berechtigungen erteilen.

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b) Smartphones externer Institutionen: Wer einmal versucht hat von externen Partnern Smartphones zu leihen, wird meine anfängliche Hilflosigkeit nachvollziehen, denn es ist nahezu unmöglich geeignete Geräte leihen zu können. Beim “LI-Hamburg”, wo die MedienScoutAusbildung und vielfältige andere Fortbildungsangebote gemacht werden, rechnete ich mir die größten Chancen aus. Leider wurde ich dort enttäuscht. Das PTI-Nordkirche, welches hervorragende Angebote für Religionspädagogen macht, wurde von uns auf Smartphone-Entleihung angefragt – leider ohne Erfolg!

Hilfe bekam ich glücklicherweise durch Jens Palkowitsch-Kühl , der u.a. mit seiner Mitarbeiterin Swantje Luthe, derzeit an einem Religionsprojekt unterstützt durch rpi-virtuell arbeitet: Diese hatten zugesagt, mir mindestens drei Smartphones zur Verfügung zu stellen, die über die benötigten Voraussetzungen verfügen.

Meinen Ansprüchen der Produktion und Aufklärung kann ich durch die benannte Unterstützung wahrnehmen. Da ich mit den Leih-Smartphones die Programme von Google und anderen Freemium-Anbietern nutzen kann und deren Zugriff auf die Daten transparent mache, ohne Schülerdaten preiszugeben. Zudem kann ich im Zuge der Aufklärung ganz praktisch zeigen, wie Berechtigungen erteilt, eingeschränkt und entzogen werden.

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Da mit der Herrn Kühl und Frau Luthe ebenfalls ein Projekt zum Thema “Tod und Sterben” in meinem Unterricht anstrebe, bin ich in der glücklichen Position – zusätzlich zu den 3 Smartphones!- 04 Cardboard-Brillen leihweise zur Verfügung gestellt zu bekommen, die ich im Zuge meines Unterrichts ebenfalls werde nutzen dürfen.


Fazit:

Elegant und effizient wäre es, wenn unsere Schule oder das PTI-Nordkirche eine Hand voll Smartphones besäßen, die den eingangs aufgeführten Devices entsprächen. Allerdings stand man bisher der Anschaffung von Smartphones eher skeptisch gegenüber.

M.E. ist dieses Verhalten jedoch in zweierlei Hinsicht schwierig:

  1. Die Relevanz des Smartphones für den Einzelnen wird weiter zunehmen: Es fungiert jetzt bereits als Organisations-, Kommunikations- und Arbeitszentrum und wird durch die Flexibilität, Größe und vielfältigen Anwendungen immer mehr die großen und unflexibelen Varianten nicht gänzlich, aber in großen Teilen verdrängen.
  2. Die Notwendigkeit der Aufklärung im Umgang mit dem Smartphone in Zeiten von Big Data und schwindender Privatssphäre bedarf gewisser Schutzräume: Erst wenn den Kindern exemplarisch an Geräten vorgeführt wird, welche Daten z.B. Google erhebt und welche Konsequenzen dies für ihre Privatssphäre und ihre Zukunft haben kann, wird die Notwendigkeit des Selbstschutzes evident. Diesen Selbstschutz sind wir verpflichtet, verantwortungsbewusst in der Schule anzuleiten.

Es ist daher ein nicht zu unterschätzender Glücksfall, dass ich in Jens Palkowitsch-Kühl und Swantje Luthe Kooperationspartner finden konnte, die mir die Möglichkeit geben, die Arbeit mit geeigneten Smartphones auszuprobieren und die Relevanz einer solchen Arbeit aufzuzeigen.

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Voraussetzung dafür allerdings ist das Vorhandensein von WLAN!

Exkurs: Im Haupthaus hat unsere Schule die WLan-Ports, die das Gymnasium Altona im Zuge des BYOD-Projektes erhalten hat und die unsere Schüler ab der siebten Klasse für unterrichtliche Zwecke nutzen dürfen.

Leider ist das Netz durch die anscheinend nachlässige Wartung durch Dataport nicht überall abrufbar. Ich, als Nutzerin des WLAN in meinen Klassen stehe – seit den Sommerferien! – immer wieder vor dem Problem, die Schüler auf die Flure schicken zu müssen, damit sie WLAN haben und mir ihre Ergebnisse auf die Lernplattform zur Präsentation schicken können. Das dieses Vorgehen auf Dauer unzumutbar ist, steht außer Frage. Die siebte Klasse stand vor dem gleichen Problem wie meine eigene Klasse. Der WLAN-Funktionstest steht für morgen an: Wir hoffen – zum Wohle des Projektes! – auf die volle Funktion des Angebotes in Klasse 7, da es aufgrund der Raumnot nicht möglich ist, in einen anderen Raum der Schule zu wechseln.

 

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