VR-Erkundungsräume: 1. Themenwahl & Recherche

Nach den vorausgegangenen Vorüberlegungen stand ich nun vor den Kursen und war etwas nervös.

  1. Hatte ich mich gut genug vorbereitet?
  2. Hatte ich wichtige Planungsschritte vergessen?
  3. Würden meine Schüler die Idee mögen?
  4. Würden genug Aspekte zusammen kommen? Wenigstens so viele, dass wir den Erkundungsraum angemessen erstellen und ausfüllen können?

Bereits zu Stundenbeginn im Jahrgang 10 schlug mir die nicht funktionierende Technik dazwischen: Das Smartboard streikte mal wieder! In dem Trakt der Jahrgangsstufe 9 streikte das WLan!

Zu 1.) Ob ich gut vorbereitet war? Die Darstellung und Darlegung des Projektes für die Schüler in 10 konnte nur mündlich erfolgen. Glücklicherweise hatte ich die Projektbeschreibung als Link in der Lernplattform hinterlegt. Der Arbeitsauftrag war dort ebenfalls hinterlegt! In Jahrgang 9 – wo das WLan nicht funktionierte!- skizzierte ich das Projekt frontal – beides glich die Präsentationsdefizite etwas aus. Die Schüler monierten anfangs, dass ich zu schnell sei  und das Ziel schwer zu erfassen wäre, weil es auf den ersten Blick anders sei als in konventionellem Unterricht. Dieser Eindruck relativierte sich jedoch zügig und die Schüler stellten sich schnell auf die Anforderungen ein. Es gab nur wenige Rückfragen und nachdem ich die Teilgebiete kurz umrissen hatte, kristallisierten sich die unterschiedlichen Interessen der Kurse heraus. (Vgl. 4)

Bei den Beratungsgesprächen wurde mir bewusst, wie tief ich in die Projektplanung und die Materie eingetaucht war: Ich überprüfte inhaltliche Fragen  immer in Bezug auf das Projektziel und Methodik, die  Darstellbarkeit, Umsetzbarkeit und Funktionalität verlangen.

Zwischenfazit: Ist das Ziel klar genug definiert und die Handhabung der Methodik eingeübt, ist man nie zu schlecht für dieses Projekt vorbereitet

zu 2.) Planungsschritte vergessen? Nein, ich konnte beruhigt sein. Die Tatsache, dass ich den Begriff “Virtual Reality“ als Eintreten in einen Raum in Virtueller Umgebung kennzeichnen ließ, den Raum schemenhaft skizzierte und die Themenschwerpunkte der Wände pointiert darstellte, half den Schülern in Lasse 9 bei der Vorstellung vom Ziel. Dem 10ern Die Schüler aus Jahrgangsstufe 9/10 sind erstaunlich routiniert in der Erarbeitung von Themen. Die Vorarbeit meiner Kollegen und die Leistungsorientierung der Kinder kommen in meinen Kursen sehr gut zum tragen. Das einzige, was ich nun ergänzt habe, um Effizienz in der Erarbeitung der Themenaspekte zu gewährleisten, waren die wöchentlichen Dokumentationen: Den Schülern wird jede Woche eine Aufgabe in der Lernplattform freigeschaltet. Diese Aufgabe nutzen sie dafür, ihre Ergebnisse aus der Erarbeitung und dem Austausch als Fotografie für die Gruppe in der Lernplattform hochzuladen. Die Lernplattform ermöglicht nicht nur den Gruppen Ergebnisse allen zugänglich zu machen sondern mir gleichzeitig Einblick in die Zwischenstände zu nehmen und die Gruppen individuell zu beraten. Da ich weiß, dass ich auch sehr leistungsorientierte Schüler habe, die gerne viel schaffen, habe ich mich allerdings bewusst dafür entschieden, Aufgaben jeweils wöchentlich freizuschalten. So wird kein unnötiger Druck aufgebaut und der Stressfaktor geringer gehalten.

Zwischenfazit: Diese Form der Projektarbeit bietet nicht die Möglichkeit sich wöchentlich in der Großgruppe zu beweisen. Die Dokumentation der Ergebnisse in der Lernplattform ermöglicht allerdings individuelles Feedback und somit die Wahrnehmung der kontinuierlichen Gruppenleistung – beides kommt der Arbeit zugute und hilft beim Entwickeln eines gemeinsamen Wegs zum Ziel.

zu 3.) Werden denn die Themen wirklich gewählt? Meine Erwartung, dass einige Themen nicht abgewählt werden würden, erfüllte sich punktuell. Allerdings war das Interesse weiter gestreut als erwartet.

Themenkomplex `Sterben´:

  • Selbstmord (1 Gruppe);
  • Todesstrafe (1 Gruppe);
  • Rituale zur Vorbereitung auf den Tod (1 Gruppe);
  • Nahtoderfahrungen(2 Gruppen);
  • Hospiz-Bewegung /Sterbehilfe (1 Gruppe);
  • Sterbe- und Begleitkonzepte (2 Gruppen).

Themenkomplex `Tod´:

  • Rituale, Organisation und Bestattungsformen (1 Gruppe);
  • Am Grab (2 Gruppen);
  • Trauer: “Erinnerungs- & Bewältigungsarbeit” (1 Gruppe).

Themenkomplex `Jenseitsvorstellungen´:

  • Symbole/ Bilder/ Texte (3 Gruppen);
  • Rituale/Gedenktage (1 Gruppe).

Fazit: Aus den Anwahlen der Einzelthemen innerhalb der drei großen Themenkomplexe waren vier Themen von besonderer Attraktivität für die Schüler:

  1. Dilemmata (Selbstmord/Todesstrafe) und
  2. Nahtod-Erfahrungen,
  3. am Grab sowie
  4. die Jenseitsvorstellungen.

Während die Schüler der Klasse 10 jedoch keine Scheu hatten, sich auch dem Themenkomplex “Der Tod” zu nähern, waren die Schüler der Klassenstufe 9 eher interessiert am Themenkomplex “Das Sterben”.

 zu 4.) Kommen denn überhaupt genug Bilder zusammen? Die Ideen der Kurse sind vielversprechend und die Aspekte fast komplett angewählt. Die Schüler arbeiten so unterschiedlich, dass ich mir inzwischen weniger Sorgen mache, ob die produzierte Menge ausreichen wird. Viele denken über Bilderfolgen oder Inszenierung von Einzelaspekten nach. Sollte es dennoch nicht ganz ausgefüllt werden können: Kein Problem! Wir können nicht nur auf Smartphones, Bilder und Plakate zurückgreifen… Eine Idee zielte darauf ab, einen Projektor zur Projektion an einer Wand zu nutzen. Kluge Idee und in der Größe anpassbar…


Fazit: Voraussichtlich sind die Schüler schneller als erwartet. Sie arbeiten sehr motiviert an ihren Schwerpunkten. In ihrer Arbeit zeigen sie ein gutes Gespür für das Thema und Interesse am Erkunden aller Religionen. Derzeit habe ich das Gefühl, dass es ihnen gefällt und das ist die Hauptsache.

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