Cybermobbing: Prävention & Intervention (Beratung)

Dieser Artikel soll lediglich aufklären und Ansprechpartner aufzeigen. Die MedienScouts machen keinen konkreten Unterricht sondern zeigen Möglichkeiten der Hilfe auf und haben ein offenes Ohr für konkrete Fälle. Sie fungieren als Kontakt- und Ansprechpersonen. Es ist nicht ihre Aufgabe schwere Cyber-Mobbing-Fälle zu bearbeiten.
Dementsprechend gibt es auch keinen Stundenentwurf-Vorschlag!

DEFINITION
Mobbing gilt als Gewalt und ist die verbreiteste Form von Übergriffen zwischen Schülern und auch Lehrern an deutschen Schulen. Cybermobbing ist eine Erweiterung des klassischen Mobbing-Begriffes und bezeichnet das Schikanieren anderer, meist über einen längeren Zeitraum, unter zur Hilfenahme elektronischer Kommunikationsmittel. Wichtig bei der Definition ist die Abgrenzung der Begrifflichkeiten Mobbing und Konflikt.
Rechtlich wichtig ist die Unterscheidung von privatem Mobbing und öffentlichen Mobbing. Während das private Mobbing eher über private Messenger und E-Mail erfolgt, wird das öffentliche Mobbing betrieben, indem sich der Agressor an die Öffentlichkeit wendet und diese über öffentliche Postings mit einbezieht.
BETROFFENE
Zu einem Ziel solcher Attacken kann jeder, unabhängig von Alter oder Bildungsgrad sein. Wichtig ist es allerdings als Eltern, Lehrer oder Klassenkameraden auf mögliche Warnhinweise zu achten, die häufig bei den Angegriffenen sichtbar werden:
1. Isolation in Pausen oder Arbeitsprozessen von Gruppen;
2. Verhalten welches selbstisolierend wirkt durch Rückzug und/oder Agressivität;
3. Verschlechterung der Leistungen  sowie die Verweigerung in Bezug auf schulische Aufgaben;
4. Probleme in Bezug auf Konzentration, Schlaf, Kopfschmerz, Antriebslosigkeit oder Selbstbewusstsein
Hinweis:
Sollten solche Warnhinweise sichtbar werden, sollte dringend das Gespräch gesucht werden.

UMGANG MIT CYBERMOBBING (Zwei Säulen)

 Säule 1: PRÄVENTION

Unterricht:

Klasse 5 (Klassenrat)

Klasse 7 (Religion/Philosophie)

–  DU SELBST (!): 

Überlege dir immer

WENN DU ETWAS ÜBER ANDERE SCHREIBST: Würdest du wollen, dass das über dich gesagt wird?

WENN DU BILDER VON ANDREN POSTEST: Würdest du das Bild von dir auch zeigen?

Säule 2: INTERVENTION & HILFE

REGELN bei der Intervention:

#1: Mach SCREENSHOTS VON BEWEISEN im Beisein eines weiteren Zeugen;

#2: VORFALLMELDUNG beim Seitenbetreiber und fordere ihn auf Inhalte zu löschen (Musterbrief);

#3: KEINE (aggressive) ANTWORT: Reaktion nur im Beisein Dritter;

#4: Lösche, blockiere oder ignoriere VIRTUELLE PRÄSENZ IM NETZ ;

#5: GESPRÄCHSPARTNER-SUCHE und überlegt zusammen weitere Schritte:

Ansprechpartner

1. aus der Lehrerschaft: Klassen-, Beratungs- oder Vertrauenslehrer;

2. aus der Schülerschaft: MedienScouts

3. anonym und kostenlos

Erste-Hilfe-APP

E-MAIL: Beratung

SORGENTELEFON:

Kinder und Jugendliche: 0800/1110333 und -116111.

Elternberatung: 0800/1110550.

#6: AUFARBEITUNG (NIEMALS ALLEIN mit dem Ansprechpartner !):

SCHRITT 1: Einbindung der aller Beteiligter,

SCHRITT 2: Klärung der Situation,

SCHRITT 3: Treffen von Absprachen (mit/ohne die Eltern möglich!)

#7: EXTREMFALL Anwalt oder die Polizei: erstatte Anzeige.


DER ERNSTFALL #7
Der Agressor entwickelt manchmal mit Fortschreiten der Attacken ein alternatives Wertesystem und versucht auch andere von der Legitimität seiner Attacken zu überzeugen. Die scheinbare Anonymität des Internets, die Bestätigung durch ein zuschauendes Publikum und die Inaktivität des Opfers verstärken dabei das Verhalten.
Allerdings ist das Internet kein straffreier Raum, indem alles erlaubt ist. Dementsprechend kann ein Opfer auch den juristischen Weg einschlagen, wenn es sich wehrt und andere Mittel (Gespräch, Vermittlung) nicht zum gewünschten Ziel führen. Dementsprechend bestehen die Möglichkeiten a) straf- oder b) zivilrechtlich gegen Cybermobbing vorzugehen.

Die Schüler sollten in Bezug auf einen konkreten Fall dafür sorgen, dass 
  • sich alle Beteiligten wahrgenommen fühlen & gehört werden;
  • sich Konfliktparteien in ihrem Beisein aussprechen können;
  • einfache Handlungsvereinbarungen ( z.B. direkte und keine digitale Kommunikation mehr) & konkrete Zeitvereinbarungen (z.B. 1-3 Monate)  getroffen werden;
  • die Einhaltung regelmäßig (nach ein/zwei Monaten!) überprüfen;
  • Strafen und Belohnungen ( für Einhaltung und Bring der Einheiten) abstecken .

 

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