Aufbruch – vernetzt geht es besser!!

“Warum mache ich das alles eigentlich? Warum habe ich mich vom Arzt gesund schreiben lassen?“. Das hatte ich mich gefragt, als ich die Tasche mit den drei privaten Laptops, den drei Smartphones der Uni, zwei Stativen, sechs Cardboard-VR-Brillen, einem Ikea-Tisch und zwei recht teuren VR-Kameras in die Schule aufbrach! “Ich werde wieder keine Pause haben, eine Menge Rennerei und im Endeffekt wieder die ganze Zeit Sorge, ob denn das WLan ĂŒberhaupt funktionieren wird…!“ Mit den Öffentlichen und dem sperrigen GepĂ€ck zu reisen, ist dabei nun wahrlich auch nicht zwingend ein Geschenk….

Naja, diese Gedanken waren schnell verflogen, als ich erst einmal unterwegs war und Spaß hat es die letzten Wochen ja dann doch auch immer gemacht. Nach zwei Stunden bei den 10ern, war mir dann auch bewusst, wie wichtig es war, dass ich da war. Denn ab nun war alles Maßarbeit.

CODING IM RELIGIONSUNTERRICHT

Bei den 7ern wartete Boris bereits auf mich, um mit dem Kurs die noch offenen Arbeiten fĂŒr die PrĂ€sentation am 28.2 zu erledigen. Ich war sehr dankbar, einen so zuverlĂ€ssigen und engagierten Partner fĂŒr die Arbeit zu haben, auch wenn sich vieles erst immer kurzfristig mit Sicherheit klĂ€ren ließ – Boris opferte schließlich seine Freizeit und hatte auch andere berufliche Verpflichtungen. Aber wir hatten in Bezug auf unserer jetziges Unterrichtsprojekt noch Sorgen und so stand Boris natĂŒrlich auch dieses Mal vor der Klasse: Die Motoren liefen noch nicht ganz rund und so vertieften sich Boris, die Oberstufen-SchĂŒler und unser Technik-Ass aus dem Kurs in diese Aufgaben, wĂ€hrend die anderen den PrĂ€sentationsablauf klĂ€rten, Fragen erarbeiteten, und klĂ€rten, ab wann Coding problematisch werden wĂŒrde und die Fotos fĂŒr die PrĂ€sentation sichteten. Wir verabredeten uns noch fĂŒr die nĂ€chste Woche so, dass wir hoffentlich die Orga im Vorfeld noch bewĂ€ltigen konnten und schon waren die beiden Stunden vorbei. Gespannt auf die anstehende PrĂ€sentation ging der Kurs auseinander. Insgesamt hatte ich allerdings ein recht gutes GefĂŒhl und hoffte, dass alles rund laufen wĂŒrde.

GOTTESHÄUSER: INTERAKTIV UND IN VR

Swantje Luthe stand schon vor unserer Schule. Wir wollten unsere Idee, die KirchenrĂ€ume Hamburgs mit meinen SchĂŒlern zu erkunden und in VR interaktiv erlebbar zu machen, Oliver Quelmalz, Lena Modrow und Doreen Gliemann aus der Nordkirche vorstellen. HierfĂŒr hatten wir eine halbe Stunde, um dorthin zu fahren, was uns auch knapp gelang. Dort angekommen wurden wir allerdings auch fĂŒr all den Stress entschĂ€digt. Wir wurden unglaublich herzlich und mit offenen Armen empfangen, so dass unsere Zweifel, ob wir mit unserer Idee ĂŒberhaupt auf positive Resonanz stoßen wĂŒrden, schnell zerstreut wurden. Aber wieder war es so gut, nicht alleine vor dem Berg an Arbeit zu stehen. In Swantje hatte ich eine hervorragende ErgĂ€nzung, die meine immer wieder aufkeimende Erschöpfung, die sich immer wieder bemerkbar machte und sich in punktueller Unkonzentriertheit nieder schlug wunderbar auffangen konnte, so dass ich wieder und wieder in das GesprĂ€ch zurĂŒck fand. Schlussendlich erreichen wir auch ein sehr erfreuliches Ergebnis, da uns Doreen und Oliver zusicherten, dass unser VR-Projekt sehr gut zu den Interessen der Nordkirche passen wĂŒrde und wir mit weiterer UnterstĂŒtzung durch die rechnen könnten.

NatĂŒrlich  freute ich  mich auch Lena, Doreen und Oliver zudem eine Woche spĂ€ter bei der PrĂ€sentation des programierten Tisches im Religionsunterricht begrĂŒĂŸen zu dĂŒrfen.

#oerBausteineHH

Mit dieser Gewissheit im GepĂ€ck machte ich mich auf den Heimweg. Am nĂ€chsten Tag sollte das Projekt zur OER-Erstellung unter dem #oerBausteineHH beginnen und ich musste noch Sachen packen. GlĂŒcklicherweise hatte eine Kollegin mir angeboten, mich mitzunehmen, so dass ich nicht allein die Fahrt zu dem Workshop in LĂŒneburg antreten musste.

Dort angekommen sah ich viele alte Bekannte nach langer Zeit wieder. Schließlich hatte ich vor meiner Elternzeit an einer anderen Pilotschule gearbeitet, von der mir Dietmar KĂŒck und eine weitere Liebe Kollegin bei der Ankunft entgegenstrahlten. Vom ersten Moment an fĂŒhlte ich mich Ă€ußerst wohl und wurde von einer ungebremsten und hoffnungsvollen Aufbruchstimmung erfasst, die mich mitriss. Zudem sah ich viele mir von Twitter bekannte Gesichter wie Arne Sorgenfrei, Sarah Borde und Regina Schulz ( um nur einige zu benennen), deren Arbeit ich bereits seit lĂ€ngerer Zeit Ă€ußerst interessiert verfolge.

Unfassbar! Es wurde mir ermöglicht mit den innovativsten Lehrern HHs zusammenzuarbeiten, die ihr Handwerk großartig beherrschten und in puncto Digitalisierung die unterschiedlichsten AnsĂ€tze erprobt hatten. Gute GesprĂ€che, effiziente Arbeit und der Besuch von Thies Rabe auf dem OER-Kick-off ließen die Zeit nur so verrinnen. GefĂŒhlt waren die nĂ€chsten 1,5 Tage in einem Wimpernschlag vorbei. Wer sich vernetzen möchte, findet in folgendem Tweet die Twitter-Handle:

Mit etwas Wehmut ließ ich diese fabelhafte Zusammenkunft hinter mir und machte mich auf den Weg nach Hannover.

MIKROFOBI, #bildungssteak & #twitterlehrerzimmer

Bereits im Zug flutete mich ein Schwall von EindrĂŒcken, die ich aus meiner Twitter-Timeline aufnahm. Aber im Vordergrund stand erst einmal die Vorfreude auf den Quartierbezug in Linden und das Kennenlernen von Elena sowie die von ihr angebotene Mikro-Fortbildung.  Meine Vorfreude war absolut begrĂŒndet. Trotzdem ich ĂŒbervoll mit EindrĂŒcken von #oerBausteineHH und noch voll im Arbeitsprozess an den Materialien war, schaffte es Elena, mir die Grundbegriffe, Formate und Arbeitstechniken beizubringen, die im Hinblick auf Adobe und seine drei Basisprogramme von Relevanz sind. Herzlichen Dank noch einmal fĂŒr die nette Gesellschaft, die MĂŒhe und die geballte Kompetenz-Vermittlung dabei.

Von der erfreulichen Mikrofobi ging es direkt ĂŒber zum #bildungssteak bei dem ich viele “virtuelle“ KollegInnen des #twitterlehrerzimmers  endlich live kennen lernen durfte. Beeindruckend empfand ich die Schilderungen, dass sie oftmals mit Problemen kĂ€mpfen mĂŒssen, die wir an den Pilotschulen Hamburgs glĂŒcklicherweise bereits seit langer Zeit ĂŒberwunden haben: Handy-Verbot im Unterricht, erste Experimente mit BYOD und LMS…

Gerade weil viele der anwesenden Kollegen allerdings mit diesen Problemen und seltsamen Vorgaben durch Schulleitung zu berichten hatten, war ich umso beeindruckter von ihrer umfassenden Kompetenz und Expertise, die mir wichtige  Impulse und DenkanstĂ¶ĂŸe fĂŒr meine eigene Arbeit gegeben haben. Besonderen Dank dafĂŒr an meine Kollegen: Ines Bieler , Ines MĂŒller-Vogt – die unermĂŒdlichen Bildungspunks – unbedingt ins Twitter-Profil! – , Peter Jochum , Elena , Julia Thurner , Jörg Lohrer, Thomas Maxara, Christian Schlöndorf und besonders Herr Vedder fĂŒr die Organisation im Vorfeld und den anregenden und fachlichen Austausch – ich wĂŒrde einfach zu gern bei euch mal hospitieren.

#didacta18

Der nĂ€chste Tag auf der #didacta18 stand schließlich ganz im Zeichen von rpi-virtuell und der Vernetzung mit und Beratung von anderen Religionslehrern. Dies durfte ich mit Jörg und Jens (von der Uni WĂŒrzburg & Projektleiter, der mir aus seinem Team Swantje Luthe vermittelte!) bestreiten, worĂŒber ich heilfroh war. Allerdings gab es schon im Vorfeld Aufregung, da ich natĂŒrlich das Ticket fĂŒr die Messe daheim vergessen hatte. Jörg Lohrer konnte glĂŒcklicherweise – wie immer!- scheinbar prompt helfen. Ich bin immer noch beeindruckt, wie schnell und effizient er zu arbeiten im Stande ist. Danke noch einmal an dieser Stelle fĂŒr die blitzschnelle Reorganisation eines Tickets.

Eine schöne Überrschung bereiteten uns wieder gleich zu Beginn die Kollegen des #twitterlehrerzimmers, die am Stand von rpi-virtuell auf einen Kaffee vorbei schauten, so dass wir uns noch einmal auf einen netten Schnack zusammen setzen konnten.

Besonders erfreulich war auch das Wiedersehen mit @helmutsdottir , die spĂ€ter am Tag auch direkt in die Arbeit einstieg und Ă€ußerst souverĂ€n Werbung fĂŒr den #relichat machte, fĂŒr den sie bereits im Vorfeld einen Flyer erstellt hatte und den wir nun an Interessierten verteilen konnten.

Die Heimreise trat ich an in dem Bewusstsein nicht allein fĂŒr besseren Unterricht zu arbeiten und “im eigenen Saft” zu schmoren. Ich war sicher, großartige Mitstreiter und Gleichgesinnte aus allen Bereichen kennen gelernt zu haben. Der Aufbruch war gemacht – gemeinsam mit Kollegen und Projektpartnern sind wir auf einem sehr, sehr gutem Weg, wenngleich jeder dabei sein (schweres) PĂ€ckchen zu tragen hat… Und wofĂŒr machen wir das? FĂŒr guten Unterricht am Puls der Zeit in einem vernetzten System!

 

 

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