VR in der Synagoge: Absprachen

Bildnachweis für Titelbild: Catrin, Synagoge Hohe Weide Hamburg, CC BY-SA 3.0

 

Nun sitze ich hier und warte auf den Chef des Sicherheitsdienstes, mit dem ich die Synagogenführung durchsprechen werde.

Ich wusste erst gar nicht, an wen ich mich wenden sollte und sprach den nächstbesten Sicherheitsbeamten an. Die Synagoge ist schließlich bewacht und die Sicherheitsleute wirken freundlich und aufmerksam. „In was für einer Welt leben wir, dass das wieder notwendig wird!? Der aufkeimende Antisemitismus in Deutschland fordert auch hier mehr und mehr seinen Tribut“, dachte ich mir angesichts ihrer Anwesenheit.

Auf die Klingel verwiesen läutete ich und ein Mann kam aus der Synagoge freundlich aber bestimmt wies er mich darauf hin, dass heute nichts zu machen sei. Nachdem ich mein Anliegen vorgetragen hatte und ausführte, dass ich einen Termin ausgemacht hatte, wies mich der Sicherheitsmann an, zu warten. Nach ein paar Minuten kam er wieder…. . In 20 Minuten würde ich empfangen werden. Etwas erleichtert war ich. Gott-sei-Dank hatte ich den 40 Minuten Weg von unserer Schule hierher nicht umsonst gemacht. Ich wartete an einem sonnigen Platz vor der Synagoge und sah dem ruhigen Treiben zu. Es gab keinen Verkehr. Nur Passanten und Sicherheitsleute, die Dienst taten. Gelegentlich öffneten sich die Türen der Synagoge. Nur für die, die offensichtlich eine Berechtigung hatten.

Schon von Weitem sah ich einen mittelgroßen Mann mit Kippa. Scheinbar war ich mit meinem roten Mantel recht auffällig und schließlich kannte er mich ja von meinem Personalausweis, den ich vorab eingereicht hatte, so dass er trotz der Entfernung die Hand zum Gruß erhob.  Die Begrüßung war wohlwollend-freundlich, die Vorstellung kurz und so konnten wir direkt und ohne Umschweife in medias res gehen und die Absprachen treffen.

Entgegen der Vorankündigung lediglich den Gebetssaal fotografieren zu dürfen, wurde mir die erfreuliche Nachricht mitgeteilt, dass ich folgende Räume aufnehmen dürfte:

  1. den Eingangsbereich von Außen mit der Inschrift über der Tür;
  2. den Vorraum zum Gebetsraum
  3. den Gebetsraum selbst
  4. den kleinen Gebetsraum mit der Rabbiner-Galerie der letzten Jahrhunderte und
  5. die Frauenempore.

Mein Anliegen, so wurde mir mitgeteilt, wurde kritisch diskutiert.

Im kurzen Gespräch zum Abschluss wurde ich noch nach dem Erstkontakt befragt, mit wem ich käme und ob ich die Bilder denn allein machen wolle. Wie immer ernte ich einen überraschten Blick, als ich dies bejahte…. Aber ehrlicherweise muss ich im Nachhinein gestehen, dass ich ja gar nicht allein bin. Ich habe die Unterstützung von fünfzehn Schülern.

Wie auch Frau Geray von der Kreuzkirche bat allerdings auch mein Gesprächspartner darum, ihm die Bilder vorab zugänglich zu machen, damit wir schwierige Stellen aus den Fotos nehmen könnten und wir die Richtlinien und Rechte der Sicherheitsleute und der Einrichtung somit wahren könnten. Dieser Bitte werden wir gerne entsprechen. Wobei mir bei dieser Bitte, die ja absolut legitim ist und ich als sehr nachvollziehbar empfinde, im besonderen Maße klar wird, wie dankbar ich dem Vertrauen von Herrn Pirildar bin, der mir netterweise erlaubte, auch die unperfekten Bilder zu veröffentlichen, um effizient zu üben und Feedback einzuholen.

 

 

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