Wie Buddhisten andere Religionen sehen

150Der mit dem Sommersemester 2009 an der Universität Münster lehrende Religionswissenschaftler und Theologe Perry Schmidt-Leukel hat die Referate und Ergebnisse einer Tagung des Europäischen Netzwerks für Buddhistische Studien unter dem Titel: "Buddhist Attitudes to Other Religions" / Buddhistische Haltungen zu anderen Religionen herausgebracht. In einer ausführlichen Besprechung werden die dortigen verschiedenen Ansätze (hauptsächlich im Mahayana-Buddhismus) vorgestellt und die Chancen für den interreligiösen Dialog ausgelotet.

Wer oder was ist Gott? John Hick und der religiöse Pluralismus

Der englische Theologe und Religionsphilosoph John Hick (geb 1922) hat wie kaum ein anderer die Debatte um eine religionspluralistische Theologie der Religionen weltweit angestoßen. Als Vordenker eines religiösen Pluralismus, der nicht die Vermischung der Religionen will, sondern sie gerade als unterschiedliche, aber dennoch gleichwertige Heilswege akzeptiert, hat der interreligiöse Dialog durch ihn eine neue Qualität bekommen (Texte von Hick und Rezensionen hier bei rpi-virtuell).

In seinem November 2008 erschienen Buch "Who or What is God?"  (hier die Rezension) lässt er verschiedenen Gesichtspunkte so Revue passieren, dass er die Frage nach Gott im Blick auf die Suche nach der Wahrheit und im Blick auf Gerechtigkeit und Frieden in den vorgelegten Aufsätzen differenziert und konkretisiert.

 

Das Wissen der Schamanen und die Moderne

Der Ethnologe und Journalist Geseko von Lüpke legt mit diesem
„Gesprächswerk“ ein ungewöhnliches Buch vor, weil hier in einer Dichte und globalen Unterschiedlichkeit Gespräche aufgezeichnet wurden, die der Autor mit 17 Schamanen auf allen Kontinenten und in einem überschaubaren
Zeitraum von heute geführt hat. Das wirft ein neues nachdenklich machendes Licht auf das vielfältige Phänomen des
Schamanismus, so die Tendenz der  Buchbesprechung.

Die interviewten Schamanen und Schamaninnen bezeugen mit ihren Ritualen, (bis hin zu Ekstase un dTrance) Hinwendung zu den alten Traditiuonen und ihrer Heil-Praxis die Verbindung von Mikrokosmos und Makrokosmus und damit
eine tief gegründete Einheit des Kosmos, auf die sie im Sinne heilsamer
Veränderung hinarbeiten. Menschen dieser Kraft und Sensibilität – und
sicher manchmal auch befremdenden Art – sollten wahrhaftig mehr gehört werden, weil dadurch das verhältnis von altem Wissen und traditioneller Weisheit sowie moderner Wissenschaft neue Konturen gewinnt.

Orthodoxe Spiritualität – Der Geist des Ostens im Westen

Die östliche Theologie findet gerade im Blick auf den Islam
im deutschsprachigen Raum oft nicht die genügende Würdigung. Deshalb ist es dem
„Ostkirchengeschichtler“ Martin Tamcke von der Universität Göttingen zu danken, dass er zum einen  geschrieben hat

Im Geist des Ostens leben.
Orthodoxe Spiritualität und ihre Aufnahme im Westen 

und zum andern im Rahmen eines Symposiums mit jungen
ForscherInnen eine ausgesprochen  aufschlussreiche Palette orthodoxer und orientalischer
Theologie herausgegeben hat, und zwar unter dem Titel:

Christliche Gotteslehre im Orient seit dem Aufkommen des Islams bis zur Gegenwart.

Gerade in einer Zusammenschau der beiden Bücher (vorgestellt durch eine ausführliche Besprechung) erweitert sich das Spektrum interkonfessionellen und interreligiösen Denkens
durch die hier geleistete sachlich-empathische und zukunftsweisender Forschungsarbeit.

So machen beide Titel deutlich: Die aufeinander Gewiesenheit des orthodoxen
Ostens und des (lateinischen) Westens, diese unbedingte Komplementarität
erinnert uns: Wir brauchen auch weiterhin den Geist des Ostens im Westen. Das gilt für uns Christen im Wsten, aber auch für die geschichte und Gegenwart des christlcih-islamsicehn Dialogs.

Buch des Monats Februar 2009 – Theologie interkulturell

Seit über 20 Jahren wird am Fachbereich Katholische Theologie der Universität Frankfurt/M.  »Theologie
interkulturell«  betrieben. Die katholische Kirche als Weltkirche zeigt sich durch die aus Asien, Ozeanien, Afrika und Lateinamerika kommenden Gastdozenten in einer für manchen unerwarteten Vielfalt sowie theologischer und interreligiöser Offenheit.

Unter dem Titel "Theologie interkulturell. Glaubenskommunikation in einer gewandelten Welt" wird im vorliegden Band  eine  Bilanz des Austauschs und der Begegnung zwischen Ost und West, Nord und Süd zu gezogen – eine spannende Lektüre des von Thomas Schreijäck herausgegebenen Bandes, den die INTR°A-Bibliothek mit einer Rezension zum Buch des Monats Februar 2009 ausgewählt hat.  Die LeserInnen werden bei er Lektüre erstaunt
sein, welche Vielfalt sich in den 20 Jahren seit Beginn von „Theologie interkulturell“
hier entwickelt hat.

Dorothee Sölle – Widerstand und Spiritualität

100Zwei Bücher mit Texten von Dorothee Sölle (1929-2003) und eine Biografie über sie geben den jenigen einen packenden Einblick, die einen Zugang zu dieser Theologin, Dichterin und politischen Kämpferein suchen. Schließlich gehört Dorothee Solle, die das theologische Denken im Sinne politischer Verantwortung und Engagement aufgebrochen hat, aber zugleich von tierfer Spiritualität und ästhetischer Sprachkraft geprägt ist.

Hier werden darum gemeinsam vorgestellt (PDF-Datei): Mut. Kämpfe und Liebe das Leben und Dorothee Sölle. Rebellin und Mystikerin (von Renate Wind, Theologieprofessorin an der Ev. FH Nürnberg).

 

 
 

 
 

Die weibliche Seite des Buddha

Hinter diesem Titel, der aufhorchen lässt, verbirgt sich ein Buch, das die lange vernachlässigte Seite buddhistischer Traditionswege ins Licht holt, nämlich dass Frauen in der spirituellen Wirkungsgeschichte aller buddhistischen Richtungen (Theravada, Mahayana, Vajrayana)  eine nicht zu unterschschätzende Rolle spielen. Der Blick in die Geschichte mit vielen Erzählungen über buddhistische Frauen auf dem Weg zum "Erwachen" macht das Buch zu einer spannenden und  Kenntnis erweiterenden Lektüre. Weitere Erläuterungen bietet eine ausführliche Rezension.

Buch des Monats Januar 2009 – Religion. Segen oder Fluch der Menschheit?

Der Münchener evangelische Theologe Michael von Brück hat unter dieser provokanten Frage 24 Autorinen und Autoren unterschiedlicher Herkunft und Religion versammelt. Diese gehen von ihrer jeweiligen eigenen Tradition aus, um diese in ihren Korruptionsgefährdungen, Veränderungsmechanismen und Möglichkeiten im Blick auf gesellschaftliche Herausforderungen und Aufgaben kritisch zu befragen.

Gefährdungen und Chancen kommen offen zur Sprache, besonders, was Religionen zur Befreiungsgeschichte des Menschen geleistet haben oder in Zukunft zu leisten in der Lage sind. Dies wird nur gemeinsam und interreligiös möglich sein.

Die INTR°A-Bibliothek hat diesen Titel zum Buch des Monats Januar 2009 gewählt und ausführlich rezensiert.

Weihnachten und der Koran

Unter diesem Titel hat der Tübinger katholische Theologe Karl-Josef Kuschel ein hoch interessant zu lesendes Buch verfasst, das hier ausführlich rezensiert ist. Dialogisch inspiriert, geht er den Urkunden des Glaubens in den  Geburtsgeschichten Jesu im Neuen Testament und im Koran nach. Er berücksichtigt dabei die traditionsgeschichtlichen Zusammenhänge beider Traditionen, besonders im Blick auf Johannes den Täufer und Maria. Die Heilsansage von damals wird ihm zum Ansporn, die Aktualität dieser Aussagen zu betonen, und zwar gerade vor dem Hintergrund aktueller Versuche, den Frieden zwischen den Religionen zu fördern. Das wäre auch ein Weihnachtsgeschenk der besonderen Art.

Buch des Monats Dezember 2008 – Jahresbuch der Heiligen

Dies ist ein Heiligenkalender der besonderen Art: Die Autoren und Gestalter stellen die Heiligen der (katholischen) Kirche und mögliche Vorbilder für alle nachdenklichen Menschen in die Reihenfolge des Kalenderjahres:
— Gedenktage der Heiligen in Geschichte und Gegenwart
— Geschichten und Legenden aus der Tradition
— vorzüglich reproduzierte Bilder aus der Kunst
machen das Buch zu einer anregenden und meditativen Orientierungsreise durch das Jahr. Dies beschreibt die ausführliche Rezension. Gleichzeitig liegt ein Fundus christlicher Spiritualität vor, die dem einzelnen wie auch dem Unterrichtenden viele Möglichkeiten zur Nutzung bietet.