Buch des Monats November 2014: Kirchenreform und Kirchenkritik – Zur “Biografie” von Paul Zulehner

Rz-Zulehner-MitgiftPaul M. Zulehner: Mitgift. Autobigrafisches anderer Art.
Ostfildern: Patmos (Schwabenverlag 2014), 296 S., Abb., Lebenslauf
— ISBN 978-3-8436-0542-7

Schon der Titel dieses Buches ist ungew√∂hnlich ‚Äď Mitgift. Es kommen sofort zwei sehr unterschiedliche Wortbedeutungen in den Sinn: die Mitgift als Brautgabe, ein besonderes Geschenk f√ľr ein gemeinsames Leben. Aber es kommt auch schnell die Assoziation bei der Worttrennung auf: Mit-Gift. Wer die theologische Laufbahn des katholischen Theologen Paul Zulehner etwas verfolgt hat, wird entdecken, dass er beides erlebt hat Gnadengeschenke, aber auch b√∂sartige (vatikanische) Anfeindungen. Das wirft auch Schatten auf eine Kirche, die sich doch der g√∂ttlichen Wahrheit und der Frohen Botschaft des Heils verschrieben hat. Kein Wunder also, dass dieses sehr pers√∂nliche Buch des Autors keine Biografie im √ľblichen Sinn ist, sondern eine Art Zwischenbilanz, die zugleich erlebte Kirchengeschichte widerspiegelt.

√úberblickt man dieses autobiografische Mosaik, so sp√ľren die Lesenden, dass der als liberal und links immer wieder diskreditierte Zulehner zu den herausragenden Theologen in der Weiterentwicklung des 2. Vatikanums geh√∂rt. Er forderte ernsthaft grundlegende Ver√§nderungen des Priesterberufs mit dem Pflichtz√∂libat, das er an sich selbst problematisch genug erfuhr. Gerade darum bedachte er Alternativen f√ľr eine zukunftsorientierte Kirche. Zulehner geh√∂rt damit in die Reihe derer, die mehr f√ľr die Glaubw√ľrdigkeit der Kirche (nicht nur der katholischen) getan haben als jene sog. Bewahrer und vatikanischen Bremser, die nicht an √ľberkommenen Strukturen r√ľtteln wollten. Bescheiden stellt er seine vorl√§ufige Lebensbilanz als Fragment darAber es tr√∂stet ihn, ‚Äědass gerade gro√üe Komponisten Unvollendetes hinterlassen haben‚Äú (S. 290f). Als einer, der gelernt hat, mit dem Mangel zu leben, geht er hoffnungsvoll dem finalen Empfang bei Gott entgegen ‚Ķ Ein faszinierendes Buch!

Ausf√ľhrliche Besprechung: hier

Reinhard Kirste

relpäd-Zulehner-Mitgift, 31.10.14    Creative Commons-Lizenz

Erbarmen – ein Wort der Lebensorientierung

Rz-Praetorius-ErbarmenIna Praetorius: Erbarmen.
Unterwegs mit einem biblischen Wort
G√ľtersloh: G√ľtersloher Verlagshaus 2014, 128 S.
— ISBN: 978-3-579-08183-0

Dies ist ein meditatives Buch, das sich in großer interreligiöser Offenheit auf Erbarmen, Barmherzigkeit und Gnade einlässt. Es sind alte Worte, wie man sie in verschiedenen Variationen in der Hebräischen Bibel, im Neuen Testament und im Koran findet und die geradezu eine gemeinsame spirituelle Basis der drei monotheistischen Religionen bilden. Es ist diese Barmherzigkeit Gottes, die das eigene Handeln steuert.

Die Autorin, die Schweizer Theologin Ina Praetorius (geb. 1956) liebt diese altmodischen Wörter, weil sie einen achtungsvollen Bezug zu den Menschen vor uns herstellen. Zugleich bringen Worte etwas von dem Grund zum Klingen, auf dem menschliches Vertrauen und Hoffnung wächst.

Auf ihrer Homepage (http://www.inapraetorius.ch/d/ina-praetorius.php) beschreibt sie, dass ihr diese ‚Äěalten‚Äú W√∂rter zu einer Lebensbasis geworden sind:

Ich habe W√∂rter wie “Gott”, “Liebe” oder “Jesus Christus” geschenkt bekommen, um mich in der Welt orientieren und meinem Leben einen Sinn geben zu k√∂nnen.

Ina Praetorius hat bereits eine Reihe von B√ľchern eher essayistischen Charakters ver√∂ffentlicht ‚Äď zum Geb√§ren und Geborenwerden, zum Glaubensbekenntnis und zum Gottesverst√§ndnis. Mit anderen zusammen fragte sie nach dem ABC des guten Lebens. Die Frauenbewegung und die Genderproblematik liegen ihr besonders am Herzen, um daraus ethisch notwendige Ver√§nderungen (auch politisch) einzufordern. Ihre Dissertation (2003) betraf: Anthropologie und Frauenbild in der deutschsprachigen protestantischen Ethik seit 1949.

Bei den 11 Kapiteln ihres neuesten B√ľchleins handelt es sich um kleine Erlebnisse, Geschichten, kleine Schl√ľsselerfahrungen aus dem eigenen Leben. Sie werden unter dem Licht des g√∂ttlichen Erbarmens angesprochen und stehen jeweils unter einer biblische Leitlinie. Das sind kurze Texte, die dem Alten und Neuen Testament entnommen sind. So werden Erinnerungen aus dem unmittelbaren Lebensumfeld, aber auch nachdenklich machende (gro√üe) Reisen aufgearbeitet. Die Theologin stellt exegetische Einseitigkeiten in Frage und findet dadurch auch Durchbr√ľche, um biblische Verse f√ľr den Alltag pers√∂nlich und auch politisch relevant zu aktualisieren. So finden Abschiede von herk√∂mmlichen, besonders patriarchalisch gepr√§gten Gottesbildern statt, und gesellschaftliche Missst√§nde werden deutlich angesprochen. Ina Praetorius bietet keine fertigen Antworten, es sind vielmehr Suchbewegungen. Sie sind keineswegs ziellos, denn sie geschehen im Vertrauen auf die unbedingte g√∂ttliche Zuwendung.

Die Reflexionen von Fremdheit und N√§he im Hier und im ‚ÄěAnderswo‚Äú k√∂nnen zu Hoffnungsformulierungen auf eine(Geschlechter) gerechte und friedvolle Zukunft werden. Die Autorin ist der Wirkkraft des Erbarmens auf der Spur. Und offensichtlich gibt es immer wieder Zeichen, die diese ver√§ndernde Kraft des Erbarmens best√§tigen und eine neue Sicht auf das eigene ‚ÄěGef√ľhrtwerden‚Äú erm√∂glichen. Hier geht es aber nicht nur um die eigene seelische Stabilisierung, sondern auch um die Zuwendung zum N√§chsten. Diese ‚ÄěHerzensangelegenheit‚Äú der Autorin kann den Lesenden f√ľr die eigene Sinnorientierung als Hilfestellung dienen.

Reinhard Kirste

Rz-Praetorius-Erbarmen, 28.10.14    Creative Commons-Lizenz

√Ėkumenisch gelebtes Christsein – Friedrich W.J. Hasselhoff

Rz-HasselhoffFriedrich W.J.Hasselhoff: ¬ĽMitb√ľrger der Heiligen und Gottes Hausgenossen¬ę
Gesammelte Aufsätze, Vorträge und Predigten. Hg.: Görge K. Hasselhoff.

W√ľrzburg: K√∂nigshausen & Neumann 2012, 362 S., Register — ISBN 978-3-8260-4995-8 —

Der vorliegende Band gibt einen anregenden Einblick in das jahrzehntelange theologisch-p√§dagogisch-dialogische Wirken des ehemaligen Hochschul-dozenten, Pfarrers und Schulreferenten Friedrich Hasselhoff (1928 ‚Äď 2012). Es handelt sich um ver√∂ffentlichte und unver√∂ffentlichte Aufs√§tze, Vortr√§ge, Predigten und religionsp√§dagogische Entw√ľrfe, die sein Sohn G√∂rge, Theologe und Hochschuldozent an der Ruhruniversit√§t Bochum und an der TU Dortmund, systematisierend zusammengestellt hat. Es erstaunt die Vielf√§ltigkeit der angesprochenen Themen, die sich im Band konkret auf folgende Bereiche beziehen: Biblische Exegese, Predigten und Ansprachen. Schwerpunkte sind Geschichtliches zum Judentum und √úberlegungen zum christlich-j√ľdischen Dialog, und zwar aus historischer und theologisch-systematischer Sicht, erg√§nzt durch das Beispiel der christlichen Siedlung Nes Ammim in Israel.

Es versteht sich von selbst, dass die in einem langen Zeitraum entstandenen Aufs√§tze und Vortr√§ge eine gewisse Zeitbedingtheit widerspiegeln. Zugleich aber ist hier eine Sammlung eines theologischen und religionsp√§dagogischen Weiter-Denkers entstanden. Er hat durch sein Engagement im christlich-j√ľdischen Dialog √ľber die √Ėkumene der Konfessionen hinausgedacht und damit auch der √Ėkumene der Religionen wichtige Impulse gegeben.

Ausf√ľhrliche Beschreibung: hier

 

Reinhard Kirste

Rz-Hasselhoff, 17.10.14   Creative Commons-Lizenz

 

Begegnungen mit der hebräischen Bibel, dem Alten Testament

Rz-Marböck-BibelJohannes Marböck: Faszination Bibel.
Hg.: Franz Kogler / Irmtraud Fischer / Franz Hubmann

Theologie im kulturellen Dialog, Bd.27.
Innsbruck-Wien: Tyrolia 2014, 288 S., Register, Lebenslauf, Literaturangaben
—ISBN 978-3-7022-3323-5 —

Die Herausgeber, alle mit der Bibel theologisch(-praktisch) befasst, pr√§sentieren Beitr√§ge zum Verst√§ndnis der Hebr√§ischen Bibel, des Alten Testaments. Der Autor, Johannes Marb√∂ck, katholischer Priester und inzwischen emeritierter Professor, lehrte Altes Testament in Linz und Graz. Bei ihm verbindet sich die spirituelle Freude an der biblischen Botschaft mit exegetischer Sorgfalt. Wichtig ist ihm neben der verst√§ndlichen Weitervermittlung der biblischen Sch√§tze, diese gerade f√ľr heutige Menschen zum Leuchten zu bringen. In diesem aktuellen Zusammenhang ist ihm auch der christlich-j√ľdische Dialog ein besonderes Anliegen.

Bei allen Unterschieden im Blick auf die Psalmen, die Weisheit, die Prophetie und die Apokalyptik scheinen in der Hebräischen Bibel immer wieder Visionen der Hoffnung auf, die das göttliche Heil auf alle Völker ausweiten. Die Erfahrungen Israels unter den verschiedenen politischen, historischen und gesellschaftlichen Bedingungen können die Heutigen ermutigen, den Spannungen der Gegenwart die Vision vom Gottesfrieden entgegenzusetzen.

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Reinhard Kirste,

Rz-Marböck-Bibel, 13.05.14    Creative Commons-Lizenz

Die Frage nach Gott im Kinderbuch

Rz-Brenifier-GottOscar Brenifier und Jacques Després: Was, wenn Gott einer, keiner oder viele ist?
Stuttgart: Gabriel-Verlag (Thienemann) 2013, 32 S., Abb., Jugendsachbuch, geeignet f√ľr Kinder ab 12 Jahren
— ISBN 978-3-522-30345-3 —
Das mit kurzen Texten untermalte Bilderbuch reflektiert bzw. erörtert auf kinderfreundliche Art und Weise die Frage nach Gottes Existenz. Es geht hierbei nicht darum, einen Gottesbeweis oder eine Gotteskritik zu formulieren, sondern vielmehr die sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen präsenten Fragen, wie beispielsweise ‚Ist Gott mächtig oder machtlos? Sind Gott und Allah identisch?’, offen zu legen und generell zum Diskutieren und Nachdenken anzuregen.
In zw√∂lf gegens√§tzlichen Illustrationen und Aussagen versucht Brenifier eine Aussage dar√ľber zu treffen, was wir glauben bzw. nicht glauben und besonders wozu wir glauben.

Das Buch ist weder katholisch, noch evangelisch, weder schiitisch, noch sunnitisch, auch nicht humanistisch oder buddhistisch, sondern pr√§sentiert sich als konfessions√ľbergreifendes religionsphilosophisches Kinderbuch.
Obwohl der Titel erst 2013 veröffentlicht wurde, hat Brenifiers “Bilderbuch“ bereits eine Vielzahl an Preisen gewonnen, so u.a. den Deutschen Jugendliteraturpreis und den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis.
Die Illustrationen √ľbertragen die sprachlich treffend formulierten Gegens√§tze in eine gleichsam treffende Bildsprache, indem die Bilder √§hnlich simpel und konkret wirken wie die Texte.
Die Aussagen dar√ľber, welche kontr√§ren Vorstellungen von Gott existieren, bestechen durch ihren einfachen und pr√§zisen Charakter. Die 12 formulierten Gegens√§tze begegnen sich mit einer Offenheit, die sich in allen Perspektiven gemeinsam finden: Sie wollen Antworten auf Fragen des menschlichen Lebens geben. Es ist die Suche nach diesen Antworten, die jeder Sichtweise bzw. Vorstellung ihre Berechtigung erteilt und die Sehnsucht des Menschen nach Erkl√§rungen seines Selbst in der Welt in den Mittelpunkt stellt.
Damit regen die Worte zum Nachdenken, Zweifeln und zu einer Auseinandersetzung mit religi√∂ser Vielfalt an. Richtig und falsch werden nicht gegeneinander gesetzt, sondern ein Diskurs, ein Nachdenken und ‚ÄěSich-Austauschen‚Äú wird angeregt. Gleichzeitig wird aber auch die Entfernung der einzelnen Positionen zum Ausdruck gebracht, die mitunter zu weit auseinander liegen, um sich in einer Art ‚ÄěKompromiss‚Äú treffen zu k√∂nnen.
Sowohl Text und Bild schaffen in ihrer Komposition einen sehr gelungenen, ansprechenden Zugang zu der Frage nach Gott, die eine Pluralität an Antworten eröffnet und diese gleichberechtigt nebeneinander stellt.

Ausf√ľhrliche Besprechung: hier

 Rezension von Anna Cristina Paldino und Jost Benedikt Rudloff
im Rahmen des Seminars ‚ÄěInterreligi√∂se Horizonte‚Äú
TU Dortmund, Sommersemester 2014

 

Rz-Brenifier-Gott, 24.04.14    Creative Commons-Lizenz

Weisheitslehren Chinas: Taoismus, Konfuzianismus, Buddhismus

Rz-Javary-China-RelDurch die Globalisierung und die schnelle Erreichbarkeit auch weit entfernter Ziele ist auch China inzwischen stark in den Fokus der √Ėffentlichkeit ger√ľckt. In der Begegnung zwischen dem Westen und dem Fernen Osten werden auch unterschiedliche Lebensstile und andere religi√∂se Denkweisen und Glaubensformen sichtbar. Darum ist es wichtig, die geistigen und spirituellen Hintergr√ľnde chinesischer Lebensart in Vergangenheit und Gegenwart genauer zu betrachten. Neben den religi√∂sen Entwicklungen von den archaischen Zeiten bis in die Gegenwart werden auch die wichtigen Pers√∂nlichkeiten (wie der legend√§re Laotse) und der politisch wirksame Konfuzius (Kungfutse) mit zentralen Werken der religi√∂sen Kultur vorgestellt, etwa das
Tao Te King (Dao De Dsching), das I Ging oder die Analekten (Gespräche) des Konfuzius.

Eine ausgezeichnete und gut lesbare Orientierung (leider bisher nur auf Franz√∂sisch) bietet darum das Buch des Sinologen und exzellenten China-Kenners Cyrille J.-D. Javary √ľber
die drei chinesischen Weisheiten: Taoismus, Konfuzianismus, Buddhismus.

Cyrille J.-D. Javary: Les trois sagesses chinoises –
tao√Įsme – confucianisme – bouddhisme
Spiritualités vivantes 269. Paris: Albin Michel 2012
Rezension: hier

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Buch des Monats Februar 2014: Abbé Pierre РWirkungen eines Glaubenden

Rz-Abbé Pierre-MemoirenAbbé Pierre: Memoiren eines unbeugsamen Christen.
Aus dem Französischen von Luigi Clerici.
Innsbruck-Wien: Tyrolia 2013, 176 S., Abb. — ISBN 978-3-7022-3283-2 —
Franz√∂sischer Originaltitel: “M√©moire d’un croyant”. Paris: Fayard 1997

Der aus einer reichen Lyoner Familie stammende katholische Priester Abbé Pierre (eigentlich Henri Antoine Grouès (1912-2007) ist auch in Deutschland durch die Emmaus-Bewegung (http://de.wikipedia.org/wiki/Emmaus_%28Organisation%29) bekannt geworden.
Er gr√ľndete sie 1949.

Die Spannbreite der Arbeit reicht darum von der Bek√§mpfung der Obdachlosigkeit, √ľber die Einrichtung von Schulen in Afrika, die Durchsetzung der Rechte f√ľr Stra√üenkinder in Lateinamerika, Engagement f√ľr die Pal√§stinenser ‚Äď bis hin zum Kampf gegen den weltweiten Frauenhandel. Als politisch Engagierter geh√∂rte er von 1945 bis 1951 als Mitglied der Franz√∂sischen Nationalversammlung an. Er mahnte immer wieder die Verbesserung der sozialen Bedingungen an und setzte sich intensiv um eine Ausweitung des sozialen Wohnungsbaues ein.

Es ist ein Gl√ľcksfall, dass Abb√© Pierre auf Anraten seines Freundes Fr√©d√©ric Lenoir (geb. 1962), einem bekannten Religionswissenschaftler, seine Memoiren niederschrieb. Schon im Vorwort blickt er zum einen in Dankbarkeit zur√ľck, zum andern aber bittet er um Vergebung, weil er trotz seines ehrlichen Bem√ľhens, in Liebe und Wahrheit gleicherma√üen konsequent zu leben, doch Menschen verletzte. Dass er selbst oft auf das √úbelste angegriffen wurde, solle am ‚ÄěJ√ľngsten Tag‚Äú in die gegenseitige Vergebung einflie√üen. Als rastloser K√§mpfer f√ľr Gerechtigkeit und Liebe f√ľr die Ausgegrenzten bleibter weiterhin ein leuchtendes Beispiel daf√ľr, g√∂ttliche Liebe konsequent in menschlich-solidarische Tat umzusetzen.

Ausf√ľhrliche Beschreibung: hier

Reinhard Kirste,

Rz-Abbé-Pierre-Memoiren, 31.01.14     Creative Commons-Lizenz


[1]¬† Vgl sein Buch aus dem Jahr 1999 (deutsch 2012): ‚ÄěWas ist das der Tod?‚Äú: http://buchvorstellungen.blogspot.de/2012/07/buch-des-monats-august-2012-wahres.html

Perspektiven religiöser Bildung im zusammenwachsenden Europa

Rz-Schreiner-Religion-EuropaPeter Schreiner: Religion im Kontext einer Europäisierung von Bildung.
Eine Rekonstruktion europäischer Diskurse und Entwicklungen aus protestantischer Perspektive. Religious Diversity and Education in Europe.

Vol. 22. M√ľnster u.a.: Waxmann 2012, 402 S.¬†¬†¬†¬†¬†¬†
(zugleich Dissertation Universit√§ten Erlangen-N√ľrnberg¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†
und Vrije Universiteit Amsterdam 2012)
— ISBN 978-3-8309-2801-0 —
Rezension von Prof. Dr. Martin Schreiner (Universität Hildesheim),
zuerst erschienen in:
Theo-Web. Zeitschrift f√ľr Religionsp√§dagogik 12 (2013), H.1, 187-279

im Rahmen einer umfassenden Sammelrezension:
Von ‚ÄěGlobalisierte Religion‚Äú √ľber ‚ÄěEmpathische Bibeldidaktik‚Äú bis zum
‚ÄěKompendium der fr√ľhchristlichen Wundererz√§hlungen‚Äú‚Äď Beachtenswerte
Neuerscheinungen f√ľr die religionsp√§dagogische Handbibliothek.

Die jeweiligen Schwerpunkte der hier ausgewählten Besprechung sind redaktionell durch Fettschreibung hervorgehoben!

Die Gesamtbesprechung kann eingesehen werden unter:
http://www.theo-web.de/zeitschrift/ausgabe-2013-01/15.pdf

Der Rezensent betont insgesamt die Wichtigkeit dieser vorgelegten Situationsanalyse und beginnt mit der klar konturierten Zielrichtung, die Peter Schreiner in seiner Einleitung formuliert und damit zugleich den europäischen Bildungshorizont unter religiöser Fokussierung anspricht:

‚Äě>In der Studie wird die Bedeutung von Religion im Kontext einer Europ√§isierung von Bildung untersucht. Ein Ausgangspunkt ist dabei, dass europ√§ische Prozesse in vielf√§ltiger Weise auf nationale Bildungs- und Ausbildungssysteme einwirken (Europ√§isierung von Bildung) und dass die europ√§ischen Institutionen, der Europarat und die Europ√§ische Union, zentrale Akteure in der Veranlassung und der Entwicklung dieser Prozesse sind. Ihre Positionen und ihre inhaltlichen Konzepte materialisieren sich dabei in zahlreichen politischen Dokumenten, die bislang im Rahmen der Forschung noch nicht hinreichend beachtet und untersucht wurden … Ergebnisse der Analyse werden, orientiert an den zentralen Kategorien ‚ÄöReligion‚Äė und ‚ÄöBildung‚Äė, zusammenfassend dargestellt und von einer protestantischen Perspektive aus diskutiert. Die Studie wird mit einem Res√ľmee und mit Anregungen zur Weiterentwicklung der Forschung sowie f√ľr Bildungspolitik und eine weitergehende Europ√§isierung evangelischer Bildungsverantwortung abgeschlossen< (11).

Ausf√ľhrliche Beschreibung: hier

Martin Schreiner

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Ausf√ľhrliche Beschreibung: hier

Handbuch der Religionen (HdR): Kontinuierlich wachsende Printausgabe und Online-Zugänge

Trotz starker Digitalisierung in der Kultur des Buches ziehen es immer noch viele vor, sich Material auf der ‚ÄúPapierbasis‚ÄĚ zu besorgen.
Dazu geh√∂rt seit 1997 das von dem Religionswissenschaftler  Udo Tworuschka und dem Historiker Michael Kl√∂cker im Olzog-Verlag M√ľnchen herausgegebene
HANDBUCH DER RELIGIONEN (HdR)
Zugang zur Printausgabe: hier

Viele Spezialisten und f√ľr die einzelnen Themenfelder zust√§ndige Fachgebietsleiter haben dieses Handbuch im Ringformat mit j√§hrlichen Erg√§nzungslieferungen zu einem vierb√§ndigen Werk anwachsen lassen. Inzwischen finden sich in den Ordnern mit inzwischen 37 Erg√§nzungsliefeungen √ľber 4500 Seiten Text (!).
Hier wurde also ein umfassendes Lexikon der Religionen entwickelt.  Es erm√∂glicht einen umfangreichen √úberblick √ľber die Geschichte und Gegenwart der verschiedenen religi√∂sen Traditionen und Str√∂mungen in Deutschland.  Das macht allerdings die √úbersicht und schnelle Auffindbarkeit bestimmter einzelner Themen nicht immer leicht.

Das Gesamtinhaltsverzeichnis bietet darum eine erste √úbersicht.
Download Inhaltsverzeichnis: hier

Weiterhin k√∂nnen √ľber eine Suchmaske nun alle Artikel als Volltextsuche
(einige kostenlos, die meisten gegen geringe Geb√ľhr) online abgerufen und heruntergeladen werden:
Online-Zugang zum HdR

Dieses umfassende Werk zu den Konfessionen und Religionen  im deutschsprachigen Raum hat mit seinen Grundsatzbeitr√§gen eine religionswissenschaftliche Basis gelegt. Mit den Aktualisierungen zu religi√∂sen Entwicklungen und Ver√§nderungen d√ľrfte es f√ľr die Recherche von Fachleuten und Interessierten aus allen gesellschaftlichen Bereichen ausgezeichnet recherchierte Zug√§nge f√ľr eine sachkompetente Orientierung bieten.

 

 

Offenbarungsanspr√ľche der Religionen

Rz-Zager-OffenbarungWerner Zager (Hg.): Universale Offenbarung?
Der eine Gott und die vielen Religionen.
Leipzig: EVA 2013, 193 S., Personenregister — ISBN 978-3-374-03298-3 —

Die Texte in diesem Band gehen auf eine Tagung des Bundes f√ľr Freies Christentum vom Herbst 2012 in Hofgeismar zur√ľck. Die Referenten spielten unter verschiedenen Gesichtspunkten den mehr oder minder starken Wahrheitsanspruch verschiedener Religionen durch, zugespitzt in der Frage, ob und ggf. wie sich Gott au√üer in Jesus Christus auch in anderen Religionen offenbarend mitteilt. Das ist nicht nur eine speziell theologische oder religionswissenschaftliche Frage, sondern in heutigen multikulturellen und multireligi√∂sen Kontexten entscheidend f√ľr das Zusammenleben. Wenn n√§mlich durch sog. g√∂ttliche Absolutheitsanspr√ľche ‚Äď in welch verklausulierter Form auch immer ‚Äď die Begegnung der Religionen erschwert oder gar blockiert wird, muss das jeweilige Offenbarungsverst√§ndnis dringend hinterfragt werden.

Die Referenten beziehen sich in ihren gut zu lesenden Beitr√§gen auf philosophie- und theologiegeschichtlich Zusammenh√§nge, insbesondere auf Kant, Nietzsche, Schopenhauer, Goethe, Schweitzer, Troeltsch, und Tillich. Offensichtlich eignen sich die Genannten nicht nur f√ľr einen kritischen Umgang mit problematischen Offenbarungsanspr√ľchen, sondern er√∂ffnen auch Wege f√ľr einen Religionen √ľbergreifenden Dialog.

Reinhard Kirste

 Rz-Zager-Offenbarung, 20.08.13        Creative Commons-Lizenz