Islamischer Religionsunterricht – Miteinander 1/2 f√ľr die Grundschule

Rz-Miteinander 1-2Mouhanad Khorchide (Hg.): Miteinander auf dem Weg.
Islamischer Religionsunterricht 1/2.

Stuttgart: Klett 2012, 97 S., Abb. — ISBN 978-3-12-006030-7 —

In gewisser Parallelit√§t zur Ev. und Kath. Religionslehre in NRW ist der Islamische Religionsunterricht an das religi√∂se Bekenntnis gebunden. Das wirkt sich nat√ľrlich auf didaktische Vorgaben, die Intentionen und die Darstellung aus. Hier ist hervorzuheben, dass die Verfasser wirklich Sch√ľlerInnen der beiden ersten Grundschuljahre vor Augen gehabt haben und dies auch in den 11 Kapiteln des Buches bis hin in methodische Feinheiten zum Ausdruck bringen.

Der Weg durch das Buch beginnt mit Identit√§tsorientierung: Ich, du und wir alle. Dann geht es um Verantwortung f√ľr die Sch√∂pfung, Hinf√ľhrung zu Gott (Allah), das Gebet und ausf√ľhrlich im Kapitel 7 √ľber den Koran als Lebenshilfe. Der Prophet Mohammed wird nat√ľrlich besonders herausgehoben, aber auch der aus der Bibel bekannte Josef (islamisch-arabisch: Yusuf) mit seinen Br√ľdern und seinem Vater Jakob (Yakub) wird den Kindern nahegebracht. Im Blick auf islamische Lebensstile kommen auch √Ąu√üerlichkeiten und Rituale zur Sprache (‚ÄěAllah liebt die Sauberkeit‚Äú, Verhaltensregeln beim Essen usw.). Zum Koran wird nat√ľrlich Wichtiges in kindgerechter Sprache gesagt. Auch die anderen monotheistischen Religionen werden werden quasi als Glauebsnverwandte behandelt.Man merkt dem Buch also die Offenheit gegen√ľber anderen Religionen an.

Allerdings verwundert, dass nur der arabische Gottesname Allah im Buch gebraucht wird. Denn Grundschulkinder sind durchaus in der Lage zu erkennen, dass es derselbe Gott ist, wenn ihre Eltern und Gro√üeltern (noch) Allah sagen und selbstverst√§ndlich beim Gebet die Anrufungen arabisch sind. So liegt angesichts eines modern sich gebenden Schulbuchs doch die Vermutung nahe, dass die Autoren bei aller Pragmatik, die im Buch durchscheint, auf die vorhandene konservative Klientel zu sehr R√ľcksicht genommen haben. Schlie√ülich m√∂chte man es ja allen Muslimen recht machen. Eigentlich schade!

Dennoch ‚Äď bei aller Kritik ist der bekenntnisgebundene Islamische Religionsunterricht ein St√ľck vorangekommen. Und vielleicht haben die Herausgeber und Autoren den Mut, den Sch√ľlern mehr offenes Glaubensverst√§ndnis zuzutrauen und Folgeb√§nde hier didaktisch konsequenter zu gestalten.

Weiter Hinweise zum Islamischen RU und zu den Schulb√ľchern:
http://buchvorstellungen.blogspot.de/2012/04/islamische-schulbucher-und.html

Reinhard Kirste

                                                                                                                      Rz-Miteinander 1-2, 28.01.13

Kinderb√ľcher zum Verstehen des Islam und anderer Religionen

Der √úbersetzer und Schriftsteller Milad Ahmad Karimi ist durch seine poetische √úbersetzung des Korans bekannt geworden. Die Vermittlung eines auf Frieden ausgerichteten Islam liegt ihm am Herzen. So hat er ein besonderes Verlagsprojekt initiiert, das diese Intentionen in den Kinder- und Jugenbuchbereich umsetzen soll. Dies tut er als Leiter des
Salam Kinder- und Jugendbuchverlages in Freiburg/Br.


Hier sind bereits eine Reihe kindgem√§√üer B√ľcher entstanden, inzwischen auch zum Propheten Mohammed und zu Yusuf (dem alttestamentlichen Josef):

Auf der Ebene kindgem√§√üer Hinf√ľhrung zu den Religionen im Sinne einer Erz√§hlgemeinschaft innerhalb einer Religion oder in der Begegnung der Religionen gibt es inzwischen zwar einiges auf dem Markt. Vieles m√ľsste jedoch noch bekannter werden.