Körper und Geist in Achtsamkeit – Bücher des buddhistischen Mönchs Thich Nhat Hanh

Gibt es so etwas wie eine buddhistische Psychologie? Gibt es darüber hinaus ein Erfahrungsfeld, das Heilung in umfassenden Sinne signalisiert?
Der über 80jährige aus Vietnam stammende buddhistische Mönch und Zen-Meister Thich Nhah Hanh weist immer wieder auf dei Konditionierungen unsere Seins und auf die Möglichkeit, vertraute und oft gefährdende Handlungsmuster zu durchbrechen. Lebenspraktisch und alltagsbezogen hat er in seinen vielen Reden und Anleitungen Orientierungshilfe gegeben, ohne dass sich die Zuhörenden nun auf die Religion des Buddhismus festlegen müssen. Heilende Veränderung des Selbst – davon berichten seine Bücher immer wieder.

Eine Übersicht über einen Teil seiner älteren und neuesten Bücher kann 
hier als Sammelrezension
abgerufen werden.

Buch des Monats November 2009 РMultireligi̦s lernen Рein Beispiel aus der Schweiz

Im Umkreis von Universität und Schulen im Schweizer Luzern haben Religionswissenschaftler, Theologen und Lehrer ein Buch zusammengestellt, das für einen konfessionsübgreifenden Religionsunterricht als Leitfaden gedacht ist:

Willi Bühler / Benno Bühlmann / Andreas Kessler (Hg.):
Sachbuch Religionen.

Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Christentum, Islam. Luzern 2009
– Rezension hier –

Die "Sachlichkeit" der Autoren, die bewusst auf eine Bevorzugung der einen oder anderen Religion oder gar des Christentums verzichten, ist ein schönes Beispiel dafür, wie eine sympathische Darstellung der großen religiösen Traditionen sich mit authentischen Einblicken, besonders in die Schweizer religiös-plurale Situation verbindet. Dies wird durch Rituale und Porträts von Jugendlichen und einer ansprechenden Bebilderung erreicht. Sie stellt überwiegend Einblicke in aktuelle unterschiedliche Religiosität dar.

Man möchte angesichts der Schwierigkeiten für einen interreligiösen Unterricht in Deutschland sagen: Was in der Schweiz möglich ist, müsste doch im Blick auf den deutschen Religionsunterricht auch möglich sein!

Übrigens: In der Schweiz hat man die Auswahl zum Buch des Monats November 2009 sehr positiv aufgenommen (Die Neue Luzerner Zeitung berichtet).

Zen-Buddhismus und Christentum – was trennt, was eint?

Die Religionswissenschaftlerin, Zen-Praktizierende und Asien Erfahrene Ursula Baatz hat mit dem Buch

"Erleuchtung trifft Auferstehung. Zen-Buddhismus und Christentum. Eine Orientierung" (Rezension hier)

den Versuch unternommen, das spannungsreiche und zugleich intensive Verhältnis von Zen und christlicher Spiritualität zu durchleuchten.

Als Schülerin des berühmten Jesuiten und Zen-Meisters Hugo Enomiya-Lassalle nimmt sie Erfahrungen und Beurteilungen von unterschiedlich Zen Praktizierenden hauptsächlich in Japan und im deutschsprachigen Raum auf, zeigt Zen-Wirkungen auf den Philippinen, weist auf europäische Engführungen bestimmter Zen-Verständnisse hin und plädiert für eine Zweisprachigkeit im Blick auf Zen und Christentum. Damit können jedoch offen bleibende Fragen nicht ausgeräumt werden, so dass vielleicht eine erneute Prüfung unter religionspluralistischen Vorzeichen weitere Orientierung bringen könnte.

Aung San Suu Kyi – Der Weg zur Freiheit

Anlässlich des 63. Geburtstages im Juni 2009 der seit fast 20 Jahren unter Hausarrest stehenden Friedensnobelpreisträgerin hat der Verlag Vandenhoeck & Ruprecht die Gespräche Aung San Suu Kyi´s mit Alan Clements neu aufgelegt und in den Begleittexten aktualisiert. Der Amerikaner Alan Clements lebte selbst eine Zeit lang als buddhistischer Mönch und tritt publizistisch für die Freilassung Aung San Suu Kyi´s ein.
Diese ist inzwischen glücklicherweise im November 2010 erfolgt.

Es ist ein beeindruckendes Dokument für einen engagierten Buddhismus, der von der Gewaltlosigkeit geprägt ist. Vgl. dazu die Rezension des Buches: Der Weg zur Freiheit (Aus dem Englischen  von Udo Rennert)

Mehr zu Aung San Suu Kyi: hier

Buch des Monats Juni 2009 – Begegnung mit der Weisheit Chinas

Taoismus (Daoismus), Konfuzianismus und Buddhismus sind wesentliche religiös-kulturelle Strömungen in China. Das von Richard Wilhelm übersetzte Buch des Liä Dsi (um 450 v. Chr.): Das wahre Buch vom quellenden Urgrund gehört zu den wichtigsten Texten des Daoismus. Es ist von daher ein Glücksfall, dass diese philosophischen Gedanken, poetische Überlegungen, Geschichten und Umsetzungen von Lebenserfahrung nun leicht zugänglich sind und durch den Sinologen Hans van Ess gut informierend eingeleitet wurden. Als Buch des Monats Juni 2009 der INTR°A-Bibliothek stellt die Rezension die geschichtlichen Zusammenhänge und die Themenschwerpunkte dieses Buches vor.

Diese alten  Texte sind nich nur für die persönliche Lektüre im Blick auf die Sinnfragen des Lebens geeignet, sondern können durchaus auch SchülerInnen vorgestellt werden.