Eine andere Theologie ist möglich РJuan José Tamayo

Der  Theologe J.J. Tamayo (geb. 1946) ist eine der bekanntesten katholischen Intellektuellen, die sich im Rahmen gesellschaftlicher Ver√§nderungsforderungen f√ľr die Vers√∂hnung der Religionen stark machen und f√ľr eine grundlegende Reform der katholischen Kirche eintreten.
Er hat den Lehrstuhl f√ľr Theologie und Religionswissenschaft an der (staatlichen) Universit√§t Carlos III in Madrid inne und lehrt ebenfalls am Lehrstuhl der Drei Religionen (C√°tedra de Tres Religiones) an der Universit√§t Valencia.

Tamayos Vortrag “Abenteuer eines Gewissens” im Rahmen einer Gedenkveranstaltung zum 100. Geburtstag des kirchenkritischen Theologen Jos√© Mar√≠a D√≠ez-Alegr√≠a SJ (22.10.1911 – 25.06.2010)  wirft ein bezeichnendes Licht auf das j√ľngste Buch von Tamayo: Otra teolog√≠a es posible – eine andere Theologie ist m√∂glich (Barcelona: Herder 2011):
Das gilt f√ľr die Religionen insgesamt sowie ihre Lehren, ihre Spiritualit√§t, Ethik und Politik. Die christliche Theologie muss angesichts der neuen Entwicklungen, eines neuen Paradigmas,  ihre dogmatischen Engstirnigkeiten beseitigen, indem die Theologie der Befreiung, die feministische Theologie und die Theologie des religi√∂sen Pluralismus f√ľr das 21. Jahrhundert fortgeschrieben werden.
Eine k√ľnftige Theologie kann sich nicht mehr nur auf eine Religion und eine Kultur beziehen. das hat Folgen f√ľr die eigene religi√∂se Identit√§t, aber auch f√ľr die religi√∂sen Institutionen. Die Vielfalt der einen Welt n√∂tigt zur Erneuerung, zu der folgende “Schl√ľssel” geh√∂ren:  “Interidentit√§t, Interspiritualit√§t, Inter-Befreiung und feministische Spiritualit√§t.” Diese sind antiimperial,  die Marginalisierten werden in solches Denken udn Handeln bewusst mit einbezoge, und es gibt eine unmittelbare Verbindung mit den Nicht-Glaubenden
Vgl. die Rezension in WebIslam.com (15.10.11, in spanischer Sprache)

Wie dezidiert und pr√§zise J.J. Tamayo seine Religionskritik ansetzt, macht bereits das kleine B√ľchlein deutlich:
Desde la heterodoxía. Reflexiones sobre laicismo, política y religión
(Ediciones del Laberinto 2006). Die Verbindung von Gesellshaftskritik und Kirchenkritik zeigt sich in einer Reihe von Beiträgen, die Tamayo u.a. in der liberalen Tageszeitung
El País
veröffentlicht. Sie sind mit anderen Artikeln nachzulesen unter:
 J.J. Tamayo im Portal ATRIO (in spanischer Sprache)

 

Frauen im Judentum – faszinierende Begegnungen

Die j√ľdische Professorin Pnina Nav√® Levinson hat f√ľr die Bewahrung und Aufarbeitung der j√ľdischen Geschichte (besonders der in Europa) Entscheidendes geleistet. Manche wichtigen Beitr√§ge stehen einige Jahre nach dem Erscheinen eher am¬† Rande. Das ist schade. Darum sei hier auf einen wichtigen Titel verwiesen, der die Bedeutung der Frauen im Judentum quer durch die Geschichte in b√ľndiger und zugleich ansprechender Weise heraushebt.

Pnina Navè Levinson:
Saras Töchter
Frauen im Judentum
G√ľtersloher Verlagshaus (1989), 3. Aufl. 2002
— Rezension hier —