Zum Werk von Max Weber: Der Geist des Kapitalismus und die Protestantische Ethik

Rz-Weber-HandbuchHans-Peter M√ľller/Steffen Sigmund (Hg.):
Max Weber-Handbuch. Leben ‚Äď Werk ‚Äď Wirkung
Stuttgart: Metzler 2014, XI, 425 S.
Im Anhang: Zeittafel zur Max-Weber-Gesamtausgabe, Siglen, Auswahlbibliographie, Personenregister
— ISBN: 978-3-476-02432-9 —

Dieses umfassende Handbuch bietet eine Hinf√ľhrung und einen weit reichenden √úberblick √ľber Leben, Werk und Rezeption des Weberschen Denkens sowie eine Herausarbeitung zentraler Denkkategorien seines einzigartigen und f√ľr die Entwicklung in der Soziologie bahnbrechenden Werks.

Durch die systematisierende B√ľndelung umfassender soziologischer und religionswissenschaftlicher Forschungsarbeit ist es gelungen, einen √ľbersichtlichen Zugang zu Max Webers Denken zu er√∂ffnen.

Angesichts der religionssoziologischen Bedeutung Max Webers f√ľr die Einsch√§tzung gesellschaftlicher Projektionen und Ver√§nderungen konnten hier nur wenige Orientierungsmarken im religi√∂sen Kontext gesetzt werden.

Ausf√ľhrliche Beschreibung: hier

Reinhard Kirste

Rz-Weber-Handbuch, 29.07.14   Creative Commons-Lizenz

 

Christliche √Ėkumene und j√ľdische Perspektiven

Rz-Fornet-PonseFornet-Ponse, Thomas: √Ėkumene in drei Dimensionen.
J√ľdische Anst√∂√üe f√ľr die innerchristliche √Ėkumene.
Jerusalemer Theologisches Forum, Bd. 19. M√ľnster: Aschendorff 2011. 516 S., Register
(zugleich Diss. 2010, Kath. Theol. Fakultät der Paris Lodron-Universität Salzburg)
— ISBN 978-3-402-11023-2 —¬†

Forschungsaufenthalte in Jerusalem k√∂nnen das christlich-j√ľdische Gespr√§ch in zuweilen etwas vernachl√§ssigte Denkrichtungen bringen. Daf√ľr steht beeindruckend die leicht √ľberarbeitete Dissertation des katholischen Theologen Thomas Fornet-Ponse, der das vom 2. Vatikanischen Konzil initiierte dialogisch-theologische Umdenken im Blick auf das Judentum einfordert. Denn Kirche hat wesentliche Strukturen ihrer Identit√§t vom Judentum erhalten. Schlimm genug jedoch ist, dass es weiterhin Reserven gegen eine konsequente √Ėffnung zum Judentum innerhalb sich √∂kumenisch gebender Theologie gibt.

Das Verh√§ltnis von Identit√§t und Differenz in der Okumene von Katholiken, Protestanten und Orthodoxen zeigt sich mehr und mehr als hermeneutische Chance, auch innerchristlich aus einer vielf√§ltigen Einheit heraus zu denken. Die j√ľdische Seite macht dazu Mut, sich der Wahrheit in pluralen Ausdrucksformen anzun√§hern. So m√ľssen auch Differenzen nicht vorrangig miteinander vers√∂hnt werden, weil die Einheit selbst Vielfalt erlaubt. Das hei√üt praktisch, dass Kirche viel st√§rker von der Ortskirche her gedacht werden sollte. Orthodoxie und Protestantismus k√∂nnten so positiv auch auf das katholische Amtsverst√§ndnis einwirken, wenn dieses durchg√§ngig als Dienst an der (zu erwartenden, aber vielf√§ltig bleibenden) Einheit gesehen werden k√∂nnte. Die j√ľdischen Verstehensebenen von Autorit√§t, Einheit und Pluralit√§t in der Auslegung der hebr√§ischen Bibel und im Talmud sind darum in die Debatten innerchristlicher √Ėkumene-Differenzen einzubringen.

Vom lutherischen Kirchenverst√§ndnis her hat es √ľbrigens immer wieder ‚Äď auch innerprotestantisch strittige ‚Äď Signale gegeben, √ľber die gesamtkirchliche Stellung des Papstes als Ehrenprimat ins Gespr√§ch zu kommen. Im Hoffnungsrahmen von Pluralit√§t in der Einheit scheinen hier allerdings noch viele Stolpersteine zu liegen. Und trotz einiger vom Autor herangezogenen ermutigender Formulierungen Ratzingers muss man unter seiner √Ągide als Benedikt XVI. doch eine Tendenz wahrnehmen, in der sich die Gewichte zuungunsten einer Einheit in vers√∂hnter Verschiedenheit verschieben. So bleibt auch Fornet-Ponses Res√ľmee der Einheit in vers√∂hnter Verschiedenheit eine innerchristliche Vision, deren Realisierung man sich jedoch endlich w√ľnscht.

Reinhard Kirste

Rz-Fornet-Ponse, 22.12.12