In Krisen begleiten (3): Kinder in Krisen

Besonderheiten des kindlichen Krisenerlebens

Für Kinder ist jede Krise „neu“. Kinder können noch nicht auf Erfahrungen zurückgreifen, die ihnen ermöglichen Krisen und die dazugehörigen Gefühle einzuordnen. Sie hatten noch keine Gelegenheit, sich selbst als kompetent im Umgang mit Krisen zu erleben. Deshalb kann die ausgelöste Erschütterung uns unter Umständen übermäßig heftig vorkommen. Solche Wertungen helfen jedoch nicht weiter. Jedes Kind hat das Recht auf seine Reaktion.

Die Bezugsperson ist von besonderer Bedeutung. Kinder sind zur Bewältigung der Gefühle auf die Nähe einer Person angewiesen, an die sie “gebunden” sind. Wenn z. B. in der Kita eine Situation entsteht, die als Krise eingeschätzt werden kann, ist oft die günstigste Reaktion, Eltern hinzuzurufen, damit diese das Kind unterstützen.  Die Rolle der ErzieherInnen besteht darin, bis zum Eintreffen der Eltern für Sicherheit zu sorgen.

Stand der Sprachentwicklung beachten: Krisenhafte Erlebnisse sind für Kinder umso bedrohlicher, je weniger sie in der Lage sind, das Erlebte in Worte zu fassen. Außerdem gilt: Je jünger das Kind, desto mehr muss die Unterstützung nonverbal (z. B. durch Berührung) erfolgen.

Stand der kognitiven Entwicklung beachten : 3 – 6jährige Kinder in der Phase des magischenDenkens führen Unglücke evtl. auf eigene Phantasien zurück. Daraus können Schuldgefühle und Bestrafungsphantasien folgen. Diese Deutungen können bei 3 – 6 jährigen nicht rational im Gespräch bearbeitet – „ausgeredet“ –
werden. Das Kind soll aber darüber reden dürfen, auch wenn die Theorie des Kindes uns irrational erscheint.

Eine sinnvolle Unterstützungsmöglichkeit: Im Spiel, in Geschichten etc. den rationalen Reifungsprozess fördern.

Einige Regeln zur Betreuung von Kindern in akuten
Krisensituationen

  • Ablenkung und Anregung zu aktivem Handeln
  • Informationsvermittlung (altersgemäß)
  • Anwesenheit von Bezugspersonen ermöglichen
  • Ruhe bewahren
  • Lieblingsstofftier geben

Ziele der psychischen „Ersten Hilfe“

  • Halte- und orientierend-strukturierende Funktion
  • Reduktion von Angst und Hilflosigkeit
  • Förderung von Sicherheit und Kontrolle
  • Ermutigung und Stärkung des Selbstvertrauens
  • Kurzfristige Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit des Betroffenen

 

(Beitragsbild: erix!/Flickr.com)

2 Gedanken zu „In Krisen begleiten (3): Kinder in Krisen“

  1. Hier das erwünschte Kommentar unter dem fehlerhaften Blogeintrag ;))

    Wünsche einen schönen Tag, trotz schlechten Wetters!!

    Liebe Grüße, Isabell Schmidt

  2. Danke für´s Korrekturlesen! Ich hoffe, so stimmt es jetzt. Die Gummibärchen sind Dir sicher (wenn ich dran denke)…

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