Wenn sich Lehrer wie Dompteure im Zirkus fühlen

Massive Anfragen an die Umsetzung der Gemeinschaftsschule  in BW. Und die Anfragen gleichen sehr vielen Anfragren aus inklusiven Bildungseinrichtungen. Hoffentlich lernen alle aus den hier aufgezeigten Problemen auch für die Umsetzung inklusiver Bildung in den anderen Schulformen. „Ich bin doch kein Psychologe, kein Therapeut, kein Logopäde, kein Förderschullehrer, kein Horterzieher, ich will einfach nur unterrichten, altersgerecht lehren, Wissen vermitteln“, berichtet (…) ein Lehrer.

Einer der Hauptkritikpunkte: Ich bin nicht vorbereitet auf die neuen Herausforderungen und Fortbildung gibt es gar nicht. Ich fühle mich allein gelassen.

Zum Artikel in der FAZ …

Inklusion in Schweden: Vorbild oder Zerrbild?

INklusion_4._kleinEin Artikel, der beide Seiten voneinander lernen lässt und deutlich macht, dass die Fragen, die wir in Deutschland stellen, keine Spezialprobleme sind, sondern in der Sache selber liegen.

“Allerdings hat Schweden seit den 90er Jahren ein Schulsystem entwickelt, das von Dezentralisierung und Privatisierung gekennzeichnet ist. Rund 14 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Klasse 1 bis 9 gehen in Privatschulen, im Bereich der gymnasialen Bildung ist es ungefähr ein Viertel. Untersuchungen belegen, dass es dadurch teilweise zu einer sozialen Spaltung kommt. Auch sind die Leistungen schwedischer Schülerinnen und Schüler gesunken. Ich befürchte, dass wir uns auf dem Rückweg in ein mehrgliedriges System befinden mit der Gefahr, dass sich Gegensätze verstärken”

Ghen wir auch darauf zu?

Zum Artikel …

Inklusion erreicht die Gymnasien

Gruppe_l00 „Mittendrin statt letzte Reihe” unter diesem Titel berichtet die Zeit von drei Monaten Beobachtungen zur Inklusion in einem Gymnasium.

„Auch die Gymnasialschüler haben die Sonderpädagogin überrascht. Zwar haben sie schnell bemerkt, dass ein paar in der Klasse etwas anders sind als der Rest. Doch von blöden Sprüchen oder gar Mobbing gebe es “nicht die geringste Spur”, sagt Vorel. Tatsächlich argumentieren Experten wie Clemens Hillenbrand von der Universität Oldenburg, dass gerade Gymnasien wegen ihres meist guten Sozialklimas für die Inklusion geeignet seien. Die Franz-Stock-Schule scheint diese Theorie zu bestätigen”

„Bisher ist die Lernkurve der Lehrer am Friedrich-Stock-Gymnasium steil und die Motivation hoch. Irgendwann jedoch wird die Anfangsenergie verbraucht sein. Dann muss es Routinen geben und feste, verlässliche Hilfen, um alle Lehrer mitzunehmen, auch die weniger inklusionswilligen. Sonst werden Alpay und die anderen irgendwann doch hinten sitzen, in der letzten Reihe.”

Zum Artikel in der Zeit …

Wege zum inklusiven Lernen – Impulse aus Europa

Schon etwas her, aber immer noch interessant:
Fachtagung des Pädagogischen Austauschdienstes der Kultusministerkonferenz am 14./15 Mai 2012 in Berlin
Interviews mit Expertinnen und Experten.

Auch mit Menschen, die inklusive Schulen leiten. Z.B.:
Interview mit Karin Babbe, Schulleiterin der Erika-Mann-Grundschule, Berlin

  • “Die Erika-Mann-Schule ist seit 1998 eine inklusive Schule. Was hat die Schule veranlasst, sich auf diesen Weg zu begeben?”
  • “Welche Barrieren musste Ihre Schule auf ihrem Weg in die Inklusion überwinden?”
  • “Ihre Schule ist gerade eine Schaubühne, da ein Theaterfestival stattfindet. Welche Bedeutung hat das Theaterprojekt für die inklusive Schule?”
  • “Ihre Schule beteiligt sich derzeit an einem COMENIUS-Projekt mit Partnern in Nordeuropa. Welche Impulse ergeben sich hieraus für die Entwicklung der inklusiven Schule?”

oder

Interview mit Kirsten Fischenbeck-Ohlsen, Waldschule Flensburg

  • “Die Waldschule hat sich bereits vor einigen Jahren auf den Weg zu einer inklusiven Schule gemacht. Was waren die Beweggründe der Schule, diesem Weg einzuschlagen?”
  • “Wo war die meiste Überzeugungsarbeit zu leisten: bei den Eltern, beim Kollegium oder vielleicht auch bei der Schulaufsicht?”
  • “Ihre Schule hat nun jahrelang Erfahrung mit dem inklusiven Lernen gesammelt. Was sind aus dieser Erfahrung die wichtigsten Kennzeichen für gelingende Inklusion?”
  • “Der inklusive Unterricht erfordert eine Methodenvielfalt, auf die viele Lehrer in ihrer Ausbildung nicht vorbereitet wurden.
  • Wie gelang es an der Waldschule, die Lehrkräfte auf den inklusiven Unterricht vorzubereiten?”

Zur Seite der KMK …

Was Schulen brauchen. ONLINEUMFRAGE ZUR INKLUSION IN NRW

GEWDie GEW hat eine Umfrage an Schulen in NRW zur Umsetzung der Inklusion durchgeführt. Die Ergebnisse sind sicherlich auch auf andere Bundesländer zu übertragen, zumal die GEW sicherlich nicht im Rufe steht, die Inklusion verhindern zu wollen.

 

  •  Die zehn wichtigsten Ergebnisse
  •  Mehr Lehrkräfte für sonderpädagogische Förderung
  •  Abordnungen und Versetzungen
  •   Kleinere Klassen, gerade im Gemeinsamen Lernen
  •   Vermuteter Bedarf grösser als festgestellter Förderbedarf
  •   Es gibt Exklusion aus dem gemeinsamen Lernen
  •   Mehr Fortbildung erforderlich
  •   Eine zentrale Anlaufstelle vor Ort gewünscht
  •   Inklusive Schulentwicklungspläne fehlen
  •   Barrierefreiheit und Räume für differenziertes Arbeiten fehlen häufig
  •   Die drei vordringlichsten Bedarfe

Zur Pressemeldung…

Zur Flyer mit den Ergebnissen …

Einstellungen von Eltern, deren Kinder sonderpädagogischen Förderbedarf sehen

Familie BehinderterStudie der Konrad-Adenauer-Stiftung

Unter der Leitfrage: „Was ist die beste Schule für mein Kind“ wurden daher Eltern befragt, die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf haben. Die vorliegende Studie gibt Einblicke in die Lebenssituation und Einstellung der betroffenen Eltern und zeigt, dass es das angestrebte Ziel des gemeinsamen Lernens durchaus zu überdenken gilt.

Zur Studie …

Das vorhandene PDF ist barrierefrei. Die Studie liegt auch in Leichter Sprache vor.

Gute Noten für inklusive Schulen

Behindert„Von inklusiven Schulen profitieren nicht nur behinderte, sondern alle Kinder – das behaupten die Inklusionsbefürworter gerne. Aber jetzt belegt eine repräsentative Umfrage von Infratest dimap für die Bertelsmann Stiftung diese These: Eltern geben inklusiven Schulen bessere Noten als den Schulen, die Kinder mit und ohne Behinderungen getrennt unterrichten.”

zeit online …

“Wir bewegen uns immer noch zwischen Gelingen und Scheitern”

Titelbild  Beobachtungen in einer Bremer Inklusionsklasse über drei Jahre.
Intention dieser Langzeitbeobachtung: „um zu erfahren, ob sich die Perspektiven für Kinder mit Lernstörungen und Behinderungen wirklich ändern, wenn sie gemeinsam mit allen anderen zur Schule gehen. Und ob später, nach der Schule, ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt wirklich größer ist. ”
Aber auch der Lernzuwachs bei den Lehrenden, die lernen, wie man inklusiv arbeitet.

Zeit online…

Warum (radikale) Inklusion unmöglich ist

Die Argumente der „Bedenkenträger” sollte man wenigstens kennen.

Tenor: Mir ist es lieber, das Projekt einer gemäßigten Inklusion bzw. Integration gelingt schrittweiseund langsam, als dass es in einem Ruck und schnell scheitert.”

Solange unsere Gesellschaft als Wirtschafts-und Gesellschaftsform so existiert, wie sie existiert,
„[…] kann Schule weder auf allgemeine Bildungsstandards noch auf Noten, Zeugnisse und Abschlüsse verzichten. In der gemäßigten Form der inklusiven Schule würden so zwar möglichst viele Kinder und Jugendliche mit Behinderungen aufgenommen, jedoch die Lernziele nicht beliebig individualisiert. Die Schule hätte – ob in gegliederter oder nicht gegliederter Form – weiterhin das  Ziel, zu bestimmten definierten Abschlüssen zu führen (z. B.Berufsreife, Mittlere Reife, Hochschulreife), jedoch würden die Lernwege dorthin stärker ausdifferenziert.
Dies ist der vielleicht wichtigste Unterschied zur radikalen Form der Inklusion: Nicht die Ziele, sondern die Mittel zur Erreichung vorgegebener Ziele werden möglichst weitreichend auf das jeweilige Individuum und seine Lebenslage abgestimmt. Wie weit wir bei diesem durch Erfahrungen auszulotenden Prozess gehen können, wird die Zukunft zeigen. Ich jedenfalls plädiere im Zweifel eher für den behutsameren und langsameren Weg. Mir ist es lieber, das Projekt einer gemäßigten Inklusion bzw. Integration gelingt schrittweiseund langsam, als dass es in einem Ruck und schnell scheitert.”
Zum Artikel von M.Brotkorb …

Gleichmacherei ist nicht gleich gerecht

Die unreflektierte Forderung nach Inklusion macht Catrin Kurtz wütend. Sie findet: Eine kleine Fortbildung bereitet keinen Lehrer adäquat auf Unterricht mit förderbedürftigen Kindern vor. Wie soll sie individuell betreuen und gleichzeitig allen Schülern gerecht werden?

Lehrer Blog zu Inklusion …

Inklusion in Schweden.

Zum Artikel in der Sueddeutschen Zeitung …