xMOOC vs. cMOOC – und meine Erfahrungen damit. Bisher!

Bis vor kurzen kannte ich den Unterschied zwischen xMOOC und cMOOC nicht. Und falls das noch jemandem so gehen sollte, hier noch mal eine kurze Gegenüberstellung:
(wikipedia erklärt das sehr hübsch)

xMOOC

Die xMOOCs haben ihren Ursprung in regulären Hochschulveranstaltungen, die nachträglich als Online-Kurs einer großen Anzahl von Teilnehmenden zur Verfügung gestellt wurden. Das dem Kürzel MOOC vorangestellte x steht für extension und rührt daher, dass die Harvard University in ihrem Vorlesungsverzeichnis Online-Varianten ihrer Kurse hinter der Kursnummer mit einem x versah.

Typische Elemente der xMOOCs sind Videos und Quizzes, in denen Testfragen beantwortet werden müssen. Je nach Art des Kurses können weitere Elemente hinzukommen, beispielsweise zu lesende Texte oder schriftliche Hausarbeiten, die wegen der hohen Zahl der Teilnehmenden nicht von der Kursleitung beurteilt werden, sondern von anderen Kursteilnehmenden.

xMOOCs werden meist durch Online-Foren begleitet, in denen sich Lernende austauschen können. Die Vernetzung untereinander ist kein integraler Bestandteil des Konzepts, es kann jedoch sinnvoll sein, xMOOCs mit dem Konzept des Persönlichen Lernnetzwerks (PLN) zu verbinden.

cMOOC

Ausgehend von einem Oberthema und einem Zeitplan mit einigen festgelegten Abschnitten und Ereignissen stellen die Kursanbieter bei cMOOCs als Impuls einige in der Regel online verfügbare Ressourcen wie Texte oder Videos zur Verfügung. Die Teilnehmer entscheiden selbst, ob und in welcher Weise sie sich einbringen. Werden sie aktiv, erstellen sie selbst weitere Materialien, etwa in Form von Blogbeiträgen, Tweets, Videos oder Podcasts. Sie werden dem Kurs zur Verfügung gestellt und können fortan kommentiert, diskutiert oder erweitert werden. Auf diese Weise entsteht eine Vernetzung zwischen Lernenden und deren Inhalten, wie sie im Konnektivismus propagiert wird. Diesem Ansatz (englisch connectivism) entspringt das den MOOCs vorangestellte c.

Die Beteiligung erfolgt typischerweise in vier Stufen bzw. Hauptaktionen:

  • Orientieren (Aggregate)
    sich einen Überblick verschaffen und auswählen, was interessant erscheint
  • Ordnen (Remix)
    ein Thema für sich strukturiert festhalten und nach Anknüpfungspunkten und Verbindungen zum eigenen Alltag suchen
  • Beitragen (Repurpose)
    einen eigenen Beitrag oder Kommentar zu einem Thema verfassen
  • Teilen (Feed Forward)
    die eigenen Beiträge mit anderen Teilnehmenden teilen

Ich habe bisher (seit letztem Herbst) bei beiden Arten schon mitgemacht. Mit einem cMOOC – openreli – fing alles an und kurz darauf habe ich mich bei coursera angemeldet und das “Unglück” nahm seinen Lauf…

Ich muss sagen, bisher komme ich mit xMOOCs etwas besser klar. Zumindest dann, wenn es zum Kurs ein Forum gibt und dort viel los ist. Ganz ohne Austausch isses sonst schon öde, aber ich mag gerne den Online-Vorlesungen zu hören und davon lernen. Das geht mir allerdings auch in der (“richtigen”) Uni so. Ich sitze gern im Hörsaal, stricke ganz entspannt, höre zu und arbeite im Anschluss beim pendeln einmal kurz die Folien durch und fasse das Wichtigste zusammen. Skripte gibt’s bei den xMOOCs ja auch eigentlich immer, daher kommt mir diese Arbeitsweise einfach sehr entgegen. Aber ich muss auch die Möglichkeit haben, mich mit anderen auszutauschen – in den Foren bei coursera geht das meist ziemlich gut, da habe ich schon wirklich tolle Diskussionen mitgemacht.

Bei cMOOCs fehlt mir ein wenig … hm, Struktur wäre das falsche Wort, die gibt’s ja … vielleicht die Erwartungen und/oder Anforderungen an mich? Und vielleicht das Ziel? Ja, ich weiß, das soll oft offen gelassen werden, aber mir fehlt das ein wenig. Dazu kommt auch, dass ich eigentlich nicht in Hangouts mitdiskutieren möchte, wenn die aufgezeichnet werden. Ich möchte nicht auf alle Ewigkeit auf youtube zu sehen sein… Wahrscheinlich müsste ich das mal überwinden, damit ich mehr von den cMOOCs habe?!

ich werde sicherlich trotzdem weiter bei cMOOCs mitmachen, gerade aktuell bei #web20k, im Herbst dann wieder bei #openreli, da ich trotzdem immer was aus den Kursen mitnehmen kann!

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3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ein Glück, dass man inzwischen wenigstens im Internet die Auswahl hat!
    Bei Lehrerfortbildungen wollte ich im Sinne von LdL die gesamte didaktische Planung in der Gruppe erarbeiten, was manchmal erwartet wurde. Andererseits war ich auch nicht glücklich, wenn es nur einseitige Belehrung gab.
    Jetzt ein ganz anderes Thema: Darf ich deinen Blog auf die Lehrerblogliste im ZUM-Wiki setzen?
    (Da stehen auch einige Studierendenblogs drauf.)
    Aber vielleicht schaust du auch lieber die Blogs an, als dass die auch deinen lesen?

    • Und noch mal eine richtige Antwort auf den ersten Teil deines Kommentars: Ich mag bei “analogen” (besonders Block-) Seminaren einen Mix von allem. Ich mag am Anfang gern eine Struktur, die mir klar macht, dass die Punkte X, Y und Z bearbeitet werden und dass es auch Vorschläge gibt, wie diese bearbeitet werden soll – mit einer Begründung warum. Es sollte aber auch so viel Flexibilität möglich sein, dass Vorschläge aus dem Plenum aufgenommen werden und der Plan geändert wird. Denn wenn die Teilnehmer auch quer stellen, lernt eh keiner mehr was.

      Und ich denke, gerade bei der Lehrerbildung (aus/weiter/etc.) sollte die didaktische Planung offen gelegt werden. Alle, die da sitzen, egal ob Leiter oder Teilnehmer sind irgendwie Didaktiker und zu sehen, wie jemand anders seine Veranstaltung geplant hat, kann für mich meist auch nur hilfreich sein, zumindest aber nicht hinderlich!
      Ich bin ja noch an der Uni, nebenher schon im Praktikum, und ich freue mich immer, wenn mir Dozenten einigermaßen auf Augenhöhe begegnen – immerhin lehren wir beide gerade, nur an verschiedenen Orten.

      (Oh Gott, warum fällt mir immer so viel zu erzählen ein, wenn ich zwei, drei Sätze lese! Jetzt ist Feierabend!)

      Lieben Gruß, Elena

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