Rückblende und Feedback – Wie geht es weiter mit der #Minetest-Weihnachtswelt?

Morgen endet mit Epiphanias die Weihnachtszeit, damit ist auch die Weihnachtswelt an ihr Ende gekommen. Zeit, um Rückschau zu halten.

Einige Spieler*innen und Expert*innen waren heute bei der Mumble-Konferenz dabei und haben ausgewertet. Folgende

Beobachtungen

wurden geteilt:

  • Suchtgefahr? Die Welt hat am Anfang große Aufmerksamkeit erregt und Neugier geweckt. Allerdings war der Anreiz im Lauf der Zeit nicht mehr so groß, in die Welt zu kommen, wenn man schon etwas gebaut hatte.
  • Es gibt schöne Erfolgsgeschichten, drei davon sind im Blog dokumentiert:
  • Der Flaschenhals bei der Reichweite, die weniger groß war als erhofft, sind vermutlich weniger die Kinder, Jugendlichen, Konfis und Schüler*innen, sondern eher die pädagogisch Verantwortlichen. Hier fehlt es oft an Mut, Zeit und technischem Sachverstand, sich auf die #Gamification auch wirklich einzulassen und dabei auch zu erleben, dass sich das Kompetenzgefälle plötzlich umkehrt. Was macht man, wenn des technisch nicht klappt? Hier sollte immer eine Fallback-Lösung vorhanden sein. Und das macht den Einsatz natürlich aufwändig.
  • Serveradministration: Die Admins jojo und thomas haben im Lauf des Dezembers viel gelernt und sind jetzt in der Lage, verschiedene Szenarien technisch umzusetzen. Immer wieder stand im Lauf der Zeit jugendliche Spieler und erfahrene Admin TalkLounge mit Rat und Code zur Seite. Vielen Dank an dieser Stelle! Wir prophezeien ihm eine große Karriere als Programmierer und Spieledesigner. Der nicht besonders leistungsfähige Server hat den Belastungen problemlos standgehalten, auch wenn parallel der Mumble-Server in Betrieb war. 20-30 Spieler*innen gleichzeitig sollten durchaus möglich sein, wenn nicht alle gleichzeitig schnell durch die Lüfte fliegen.
  • Digitale Spiritualität: Für Erwachsene sind in einer solchen virtuellen Welt tatsächlich spirituelle und prägende Erfahrungen möglich. Das gilt z. B. für den Gebetsgarten oder für Labyrinth und Irrgarten. Auch Besucher wurden zum Nachdenken angeregt und es ergaben sich sogar intensive persönliche Gespräche. Ein Gottesdienst am 1. Advent war eine spannende Erfahrung, braucht aber noch bessere Vorbereitung.
  • Eine längere Diskussion gab es zur Frage, ob der Kreativmodus die richtige Wahl für eine solche Welt ist. Die Knappheit von Ressourcen im Überlebensmodus führt dazu, dass man länger dranbleiben muss und sich langsamer voranarbeitet. PvP (Player versus Player) mit Schaden ist ebenfalls attraktiv für viele Spieler*innen, kann allerdings Anfänger*innen auch schnell frustrieren.
  • Rechtefragen: Spannend waren auch die Gespräche zur sozialen Interaktion auf dem Server. Wer neben welchem Bauwerk auch noch bauen darf, ist nicht so ganz klar. Wenn ein Gebiet nicht geschützt ist, entstehen manchmal ungewollte Bauwerke, etwa ein Turm, von dem aus man die Übersicht über ein Labyrinth bekommt, ohne dass das gewollt ist. Andererseits ist es auch schade, wenn Gebiete (mit Hilfe von areas oder Protect-Steinen) geschützt sind und nicht zum Weiterbauen einladen. Da Spieler oft nur zeitversetzt online sind, kommt es eben leicht zu Missverständnissen. Willkommen in der Welt der echten Probleme in virtuellen Welten, bei denen Regeln völlig anders aussehen können und müssen, als wir das sonst gewohnt sind.
  • Verbesserungspotential: Bei einer Wiederauflage des Adventskalenders könnte man manches besser machen:
    • Es war nicht ganz klar, wie man die Ehre bekommt, mit seinem Bauwerk als Tür des Tages ausgewählt zu werden. Noch besser wären tägliche Bauaufträge ein paar Tage im Voraus oder sogar schon einige Monate davor, so dass der Adventskalender nur noch Ergebnisse zeigen würde.
    • Die Werbung von Gruppen müsste früher beginnen, damit diese sich darauf einstellen können.

Wie geht es weiter?

Die Weihnachtswelt wurde inzwischen aus der öffentlichen Serverliste (einsehbar unter http://servers.minetest.net/) herausgenommen, man kann sie aber vorerst über die Server-IP weiter erreichen (siehe Welten).

Beim Feedback waren wir uns einig, dass Minetest und Minecraft pädagogisch und medienpädagogisch sehr wertvoll sind, wenn es gelingt, die Verantwortlichen zu überzeugen. Gerade im Konfi-Alter ist man mit solchen Welten sehr nah dran an der Lebenswelt der Jugendlichen. Religionspädagogik kann von einer zeitgemäßen Medienpädagogik extrem profitieren. Nacherzählte Geschichten, kreative Bauwerke, persönliche Erfahrungen beim Spielen sind wertvolle Reflexionsgrundlage für religiöse Lernprozesse und ethische Fragestellungen im 21. Jahrhundert.

Eine Lehrerin hat schon die Idee geäußert, mit ihrer Klasse zu Ostern etwas Ähnliches zu versuchen. Weitere Ideen unterstützen wir gern. Dafür einfach bei den Admins melden (siehe Buchung ).

Außerdem soll es vermutlich noch dieses Jahr ein Real-Life-Expert*innentreffen – wahrscheinlich in Münster – geben, bei dem wir weitere Ideen spinnen und konkrete Projekte planen wollen.

Weitere Beobachtungen und Erfahrungen

dürfen gerne über die Kommentarfunktion unten geteilt werden oder etwas geschützter in der Gruppe bei rpi-virtuell (https://gruppen.rpi-virtuell.de/groups/minetest/).

4 Antworten auf „Rückblende und Feedback – Wie geht es weiter mit der #Minetest-Weihnachtswelt?“

  1. Tipptopp! Besonders die Buchungsidee gefällt mir! Großes Lob!

    Als Nachtrag muss allerdings auch noch aufgegriffen werden, dass neben dem technischen Know-How und dem Zeitmangel von Lehrern, der Notendruck und -schluss vor den Weihnachtsferien erheblich ist. Um etwas neu zu lernen, ist die Idee super, der Zeitpunkt allerdings – besonders bei kurzen Halbjahren!- unglücklich!

    1. Das stimmt natürlich. Ich kenne das gut. Schließlich wollen Lehrer*innen in den Ferien was zu korrigieren haben … Was wäre denn der ideale Zeitpunkt? Vor den Sommerferien? Die sind leider überall unterschiedlich. M. E. wäre eine Minetest-Welt eine schöne Sache für eine Projektwoche.

  2. Danke für die tolle Zusammenfassung. Ich habe es sehr spannend erlebt, mitzumachen, konnte aber dann auch ab Mitte Dezember nicht mehr weiter zu Besuch sein/aufgrund des Weihnachtsstrudels. 19 Uhr ist auch so eine Familienzeit, da könnte ich nicht so gut zum PC zurück. Dazu fehlte mir an vielen Stellen das technische Know-how. Da würde ich mich sehr über weiteren Input freuen. Danke an alle Organisatoren 🙂

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