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10 Tipps zum Schutz der Seele vor Ansteckung

„Lass dich nicht anstecken – und mindere die Ansteckungsgefahr für andere“ – das ist das Gebot der Stunde.
Es gilt aber nicht nur für Covid19 – sondern auch gegenüber manchen Begleiterscheinungen. Denn die sind keinesfalls zwingend – und viele Menschen schützen sich schon jetzt wirksam vor ihnen. Ich meine: Angst, Ohnmacht, manchmal auch Kälte.
Vor diesen Begleiterscheinungen können wir uns schützen – sogar noch besser als vor Corona.

Dafür jetzt „10 Tipps zum Schutz vor Ansteckung“ – mit einem zwinkernden und einem ernsthaften Auge zu betrachten… ☺

 

1. Sorge während des Kontaktverbots für dein eigenes seelisches Wohlbefinden…

z.B. indem du (Quelle: Prof. Dr. Stephan Mühlig, Professor Klinische Psychologie / Psychotherapie der TU Chemnitz angesichts von „Corona“; https://www.tu-chemnitz.de/tu/pressestelle/aktuell/10055)

  • deinen üblichen Tagesrhythmus beibehältst
  • täglich Bewegung an der frischen Luft einplanst
  • sportliche Betätigung zu Hause organisierst und als Trainingsplan gestaltest
  • bewusst wohltuende soziale Kontakte über Internet und Telefon pflegst

 

2. Lenke deinen Fokus auf das Helle, das Gute – denn das gibt es weiterhin…

  • Du leugnest damit nicht das Schwere, das Corona bringt. Das hat sowieso jeder im Blick. Sondern du hebst deinen Blick auf und siehst daneben, was das Leben AUCH NOCH bringt. Sinn für Realität heißt, beides zu sehen
  • Nimm bewusst wahr, was die momentane Situation dir – neben allem anderen – an Gutem bringt. Vielleicht hast du Zeit für Dinge, die du immer tun wolltest. Oder für Menschen, die du liebst…
  • Schau dich bewusst um. Die Natur erwacht und blüht. Es gibt wunderschöne Momente, Kleinigkeiten manchmal. Sie erfreuen das Herz – und das brauchen wir alle…
  • Nimm bewusst wahr: Wo rücken Menschen näher zusammen? Wo entstehen Gemeinschaft und Miteinander ganz neu?
  • Vielleicht schreibst du diese Dinge jeden Tag auf oder machst Fotos als Erinnerung für dich.

 

 3. Wenn du mehr freie Zeit hast, nutze sie für etwas, das dir gut tut…

  • Zeit zum Grübeln heißt auch immer: Zeit, um Ängste groß werden zu lassen.
  • Also: Suche dir abwechslungsreiche und erfüllende Beschäftigungen. Wenn du Mühe hast, dich dazu aufzuraffen, schreibe dir einen Stundenplan.
  • Wolltest du schon längst dein Wohnzimmer renovieren? Den Garten neu gestalten? JETZT ist die Zeit dazu – und du kannst solche Aktionen zu einem Spielplatz für die ganze Familie werden lassen.
  • Wenn du dich zwischendurch mit etwas anderem beschäftigst, hab` keine Sorge: Corona kommt auch ein paar Stunden ohne dich aus !

 

4. Begrenze die Zeit, in der du dir Geschichten antust, die dir Angst machen…

  • Die Meldungen überschlagen sich – und zu gut 90% sind sie unseriös. Es ist Eigenschutz und konstruktiver Umgang mit der Situation, wenn du sie nicht alle wahrnimmst. Das ist NICHT Ignoranz, sondern dient dem, dass du handlungsfähig und sachlich bleibst.
  • Nutze lieber seriöse Informationsquellen, z.B.: Robert-Koch-Institut (https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html), Tagesschau (https://www.tagesschau.de/), Bundezentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.infektionsschutz.de/coronavirus)

 

5. Nutze soziale Medien bewusst und beteilige dich auch genauso überlegt…

  • Mach dir bewusst: Die sozialen Medien sind KEINE verlässliche Informationsquelle.
  • Menschen haben Angst. Früher hat man die Angst z.B. am Kneipentresen ausgetauscht – und dabei stärkende Gemeinschaft erlebt. Die Angst blieb am Kneipentresen zurück.
  • Heute wird die Angst in den sozialen Medien geteilt – jeder teilt sie mit jedem. Die Wogen werden ungleich höher, aber das entstehende Gemeinschaftsgefühl bleibt der Angst verhaftet.
  • Überlege dir also bewusst, wie viel Zeit du dort verbringen möchtest.
  • Vor allem: Schließ` dich nicht der Panikmache an. Setze bewusst gute Gefühle, gute Begegnungen dagegen – und poste sie! Du schenkst damit anderen Menschen einen „Licht-Blick“…

 

6. Wenn du anderen eine Freude machst, freust du dich automatisch selbst…

  • Das ist bei uns Menschen so verankert – was für ein genetischer Schatz für unser Miteinander! Gerade jetzt, wo wir uns mitunter „ganz analog“ zu Hause auf der Pelle hocken oder „digital“ mehr Zeit in sozialen Medien haben…
  • A good act a day keeps teardrops away“ könnte man so in Anlehnung an das bekannte Sprichwort von „one apple“ und „the doctor“ sagen…☺

 

7. Überlegt im Haushalt gemeinsam: Wie wollt ihr die veränderte Situation gestalten…

  • Die Situation ist verändert: Wir sind mehr und auf engerem Raum miteinander zusammen.
  • Es ist normal, dass sich Miteinander jetzt manchmal neu einspielen muss und auch der Ton vorübergehend mal gereizter werden kann. Es ist eine neue Situation, und wir müssen erst lernen, sie zu handhaben.
  • Gemeinsame Überlegungen und Regeln helfen, dass die Zeit sogar zu einer kostbaren Familien-Erinnerung werden kann.
  • Überlegt im Haushalt gemeinsam: Wo sind die Chancen in dieser Situation? Wo sind die Klippen?
  • Überlegt zusammen: Wie könnt ihr die Chancen wahrnehmen – und wie die Klippen umschiffen? Was würde euch helfen?
  • Was wünschen sich die Kinder? Was wünschen sich die Eltern?
  • Gibt es nette kleine tägliche Rituale, an denen ihr Freude hättet?
  • Oft hilft es, klare neue Regeln aufzustellen. Sie helfen, Konflikte zu vermeiden. Ganz banal: Wer ist wann im Bad, wer macht das Frühstück, wann ist Internet-Daddeln erlaubt, wann Lernerei usw. usw. Überlegt dabei, wo Eltern auf Kinder zugehen und wo umgekehrt!

 

8. Mach dir bewusst: Was ist deine Bewältigungsstrategie gegenüber Angst… (Versprochen: Die Erkenntnis wird dir auch „nach Corona“ nützen ☺)

  • Wir Menschen haben unterschiedliche Angst-Abwehrstrategien. Es ist wichtig, meine eigene zu kennen, damit ich mich bewusst entscheiden kann: Hilft meine Strategie mir wirklich, oder nicht?
  • Grundsätzlich gibt es die Abwehrstrategien „Fight – Flight – Freeze – Fiddle about (Kampf – Einfrieren – Flucht – Rumalbern, z.B. schwarzer Humor).
  • Es geht hier NICHT um eine Bewertung. Mach dir bewusst: Was ist deine Strategie? Nimm wahr, ohne zu bewerten! Z.B.:
  • Manche Menschen fangen in Krisen an zu kämpfen und in Aktionismus zu gehen. Es gibt z.B. Menschen, die sehr stark ihr eigenes Überleben in den Blick bekommen (Stichwort „Hamstern und Klopapier“ ☺). Es gibt Menschen, die sich plötzlich komplett selbst vergessen und aufopfern. (beides: „Fight“)
  • Es gibt z.B. Menschen, die die Krise am liebsten als Eremit_in im Wald ☺ überstehen würden oder sich aus allen Kontexten zurück ziehen. Gefühlstaubheit, Depression kann auch „Flucht“ sein. („Flight“)
  • Es gibt z.B. Menschen, die angesichts einer Krise einfrieren: „Zieh den Kopf ein, es geht schon vorbei.“ („Freeze“)
  • Es gibt z.B. Menschen, die über alles und jeden ihre Witze machen („Fiddle about“).
  • Wenn du dir deine Strategie klar gemacht hast, kannst du bewusst entscheiden: Ist sie hilfreich – für dich und andere? Möchtest du so handeln?
  • Überlege dir bewusst: Wie würdest du dich gern bei Angst verhalten? Male dir aus, wie du vorgehen willst.
  • Wenn es klappt: Freu` dich. Wenn nicht: Sei nett zu dir.
  • Denk dran. Alte Strategien sind wie Autobahnen im Kopf; neue Wege dagegen die Trampelpfade, die erst noch ausgebaut werden müssen☺.

 

9. FALLS du Angst hast: Nimm sie wahr – aber ohne dich von ihr überrollen zu lassen…

  • Du hast Angst – aber handle nicht sofort (außer bei realer Bedrohung natürlich…). Halte einen Moment inne.
  • Überlege z.B.: Wo fühlst du die Angst im Körper? Wie fühlt sich das an? / Wenn du der Angst eine Gestalt geben müsstest – wie sähe sie aus? / Was genau hat deine Angst eben hervor gerufen? Warum?
  • Mach dir bewusst: Du hast JETZT Angst. Aber: Du bist mehr als die Angst. Du hast immer daneben noch viele andere Gefühle als Angst. Mache dir auch diese Gefühle bewusst: Gibt es Menschen, Tiere, Orte, die dir nah sind? Wenn du an sie denkst, hast du vielleicht ein warmes Gefühl im Bauch.
  • Denk` bewusst an ein schönes Ereignis, das du erlebt hast. Male es dir aus: Wo warst du damals? Was hat dich umgeben – und wer? Geh` tief in die Erinnerung hinein.
  • Vielleicht hast du jetzt ein bisschen Abstand von der Angst, die du eben gespürt hast. Überlege jetzt bewusst: Was würde dir helfen, damit die Angst kleiner wird? Wie MÖCHTEST du gern mit deiner Angst umgehen? Was würde dir und anderen Menschen gut tun?
  • Die Angst in sozialen Medien zu teilen, ist nur vordergründig hilfreich. Du kannst sie stattdessen auch für dich zu Hause aufschreiben. Hilfreich ist es langfristig eher, in sozialen Medien das zu teilen, was dich aus der Angst heraus holt und freut!    .

 

10. Überleg` dir auch mal: Wie lebendig wird die Welt wieder sein – nach Corona…

  • Ja, vielleicht wird manches nach Corona verändert sein. Aber andererseits werden wir vieles eher sogar noch lebendiger und bewusster wahrnehmen als vorher…
  • Mal dir doch mal aus: Nach Corona werden wir alle wieder fröhlich in Cafés sitzen können. Wir werden genauso wieder zusammen lachen und weinen können wie vorher. Wir werden wieder Partys feiern, in Discos gehen, Gottesdienste feiern, Babys taufen und und und.
  • Wenn Menschen dir in diesen Tagen rauher begegnen, dann mach dir klar: Auch das geht vorbei. Denn es ist „nur“ ihre Art, mit einer für uns alle ungewohnten Situation / Angst umzugehen. Manches ist nicht böse gemeint, sondern eine Form von Selbstschutz – ob konstruktiv oder nicht. Wenn du dir das bewusst machst, fällt es dir leichter, freundlich weiter zu gehen.
  • Bleib dabei: So wie DU lebst, so gestaltest du deine Welt. Du hast die Wahl: Wie soll sie aussehen?

 

Wir haben die Chance, miteinander gestärkt aus dieser Phase des Lebens hervorzugehen! Dann, wenn wir uns nicht „anstecken“ lassen. Wenn wir hartnäckig bei dem bleiben, was uns wichtig ist: Nämlich allem, was dem Leben dient.

In diesem Sinne: Gehabt euch wohl – auch in dieser Zeit ☺.

Katja Hornfeck

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