Tag 15.13. Musik-Experimente (und Werkzeuge)

Ich dachte, ich könnte mal wieder was für die Musiksektion tun und habe einige Tools ausprobiert.
Das allereinfachste ist das

Online-Metronom

Man braucht gerade ein Metronom, hat aber keins zur Hand? Wozu gibt es Computer und das Internet?
Bei www.metronomeonline.com kann man es sich anzeigen lassen, einstellen und dann abspielen.

Wer noch nie Musik gemacht hat, kann mit dem folgenden Werkzeug anfangen:

Otomata und Circuli

Die folgenden beiden Flash-Fantasien stammen von Batuhan Bozkurt, einem türkischen, in Istanbul lebenden Programmierer und Performer. Dies hier ist Otomata.

Anweisung: Klicke ein- oder mehrfach in etliche Quadrate hinein. Danach klicke auf “Play”. Nach einiger Zeit wird klar, was passiert. Man kann die entstandene Melodie stoppen, variieren oder ganz löschen, um von vorn anzufangen.

Die neuste Phasmagorie aus der Bozkurt-Schmiede heißt Circuli und ist noch faszinierender als Otomata. Vor allem dauert es ewig bis unendlich, bis sich ein Soundcluster wiederholt: Musik meets Chaostheorie.

Auch hier gilt es, auf die Fläche zu klicken und zu warten, was passiert. Um Circuli zu stoppen, muss man die Webseite neu laden (F5).

Musicshake

musicshakeMusicshake ist ein einfaches (und einfach zu erlernendes) Online Musik-Arrangierprogramm für Dummies wie mich. Es besteht aus einer Art Raster aus Musikinstrumenten-Kanälen und numerierten Musikstück-Abschnitten. Diesen kann man Grundarkkorde zuordnen, nach denen sich dann alle Musikinstrumente richten.

Auf diese Weise kam schon im ersten Versuch ein erstaulich harmonisches  Musikstück heraus.

Ich hatte mich natürlich gefragt, worin der Haken besteht und sich die Programmierer dieses kostenlosen Werkzeugs finanzieren: Nun, die geschriebenen Musikstücke können nur auf der Musicshake-Website gespeichert werden. Wenn man sie auf dem eigenen Rechner speichern oder sonstwie als eigene Musikstücke frei verwenden will, muss man sie entweder kaufen, oder eine Art Premiummitgliedschaft erwerben (die ziemlich günstig ist).

Soundcloud

… ist kein Musikwerkzeug, sondern ein Ort, wo man kostenfreie Musik im Netz anhören, herunterladen, speichern, twittern, kommentieren und miteinander teilen kann. Geht ganz einfach.
Probiere es aus!

Ein kostenloses Audiobearbeitungswerkzeug: Audacity

audacityAudacity erwähne ich der Vollständigkeit halber. Es ist den meisten wahrscheinlich schon bekannt. Audacity ist kein Online-Tool, sondern eine kostenlose Soundbearbeitungs-Software. Man kann sie zB beim Chip-Downloadserver sicher herunterladen.

Wozu wird das Programm verwendet?

  • Ton- und Sprachaufzeihnungen von beliebiger Länge >> Podcasts
  • Kombinieren von unterschiedlichen Tonspuren (zB Musik zur Sprachaufzeichnung einmischen)
  • Schneiden von Tonspuren (zB dümmliche Lacher aus einem Podcast entfernen)
  • Tonmanipulation, zB weiches Ein- und Ausblenden, Nebengeräusche filtern, jede Menge komische Effekte
  • “Normalisieren”: Eine sehr leise Audio-Aufzeichnung wird zuerst analysiert. Danach wird die lautestmögliche Tonspur erzeugt, die man kriegen kann, ohne dass es zu Übersteuerungen kommt.

Neben dem Basisprogramm kann man noch allerlei Extensions hinzufügen, die meist beim Abmischen von Musikstücken eingesetzt werden – vorausgesetzt, man braucht so etwas.

Ich habe mal mit einer 4. Klasse einen Film produziert. Es handelte sich um einen Puppentrickfilm, und wir nahmen Ton und Bild getrennt auf. Die Aufgaben waren verteilt, und wir hatten auch ein Ton-Schnitt-Team. Das nahm die einzelnen Sprecher auf und normalisierte die Tracks nachher mit Audacity. Ich übernahm später den Videoschnitt.

Kleiner Hackertipp:

Es ist möglich, mit Audacity auch Systemsounds (also das, was der Rechner so von sich gibt, zB auch wiedergegebene Musik) ohne Mikro aufzuzeichnen.

audacity-mikroauswahlDafür muss als Aufnahmegerät “Stereomix” ausgewählt werden.
Oft jedoch steht dies bei der Auswahl nicht zur Verfügung, weil der Stereomix, um Audio-Raubkopien zu verhindern, werksmäßig deakitiviert ist.

Hier ein Video, wie man den Stereomix aktivieren und so mikrofonlose Audioaufnahmen des PCs ermöglichen kann. Die aufgenommenen Tracks kommen sehr leise rüber. Man sollte sie noch normalisieren (Menü “Effekt”, “Normalisieren…”), um schön klare Tonspuren zu erhalten.

Ludwig 3

ist weder kostenlos (sondern kostet ca. 30 €) noch ein Online-Werkzeug (es braucht stattliche 500 MB Festplattenspeicherplatz!), aber ein faszinierendes Werkzeug für Lehrkräfte und andere, die (wie zB ich) in Ermangelung von Instrumentalkenntnissen

  • mal schnell eine Melodie vertonen wollen
  • zu einer Melodie ein Playback brauchen
  • das Spielen von Musikinstrumenten der eigenen Spielstärke entsprechend einüben wollen

Ludwig erzeugt zu einfach eingegebenen Melodien komplette Arrangements. Man bestimmt selber, ob man es lieber country-, rock-, jazz- o.ä. -mäßig oder klassisch haben will, kann die Orchestergröße bestimmen, dann dampft Ludwig los, und nach kurzer Zeit steht das Arrangement, inklusive Notenpartitur. Für Karaoke-Events kann man bestimmte Tonspuren ausblenden. Wenn ich also beim Weihnachtsfest zu meiner Klampfe die nötige orchestrale Hintergrundmusik benötige – voilà!

Das Programm hier im Kurs schon von Alexander Ebel empfohlen, und er hat auch gleich damit ein Musikstück erzeugt:

ich swing an deiner krippen hier

Ich muss noch anmerken, dass die Demo-Version auf meinem Rechner recht instabil lief. Ludwig schmierte des öfteren ab. Vielleicht habe ich ja was falsch gemacht?

Mehr zum Thema Musik auf openreli und überhaupt im Internet gibt es >> im openreli-Wiki.

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