Tag 30.21. Kollaborative Weihnachtseinheit für allgemeinbildende Schulen?

Der Versuchsballon

Wie es scheint, ist der Kreis der selbstständig aktiv tätigen openreli-Kursmitglieder auf einen kleinen Klüngel vorwiegend an Berufsschulen Tätiger zusammengeschnurrt. Dies stellt mich – als Grundschullehrkraft – vor einen schweren moralischen Konflikt:

  • Soll ich mich in einer Mischung aus Bequemlichkeit und leiser Resignation zurücklehnen und mich aus der dreiwöchigen Arbeitsphase ausklinken?
  • Oder soll ich mich mal so richtig reinhängen und (was ich in einem selbstbestimmten MOOC an sich vermeiden wollte) in Vorlage treten, Impulse geben und ggf auch selber Materialien vorantreiben?

Ich denke, ich werde den Mittelweg gehen und einen Versuchsballon steigen lassen, indem ich Ideen und Impulse für ein kollaboratives Unterrichtsprojekt für Grund- und Sekundarstufe ins Netz stelle, samt einigen Materialvorschlägen. Wenn Leute daran mitarbeiten möchten, werde auch ich mich reinhängen. Wenn nicht, dann greift die Ausklink-Option.

Wie könnte eine Kollaboration aussehen?

Das ist noch auszuhandeln und hängt davon ab, wie eng das Team zusammenarbeitet: Arbeitet jede/r an seinem Segment, arbeiten alle an der gleichen Sache? Im zweiten Fall wäre es zu empfehlen, André Spangs Wiki zu verwenden. Gelegentliche Hangouts und eine forum-basierte Zusammenarbeit (bei Google+ zum Beispiel: Wenn man bei einem Hangout mitmacht, kann man auch die Möglichkeiten von Google+-Gruppen in Anspruch nehmen) schweben mir ebenfalls vor.

Wenn du an dem unten angerissenen Projekt Interesse hast, verfasse unten einen Kommentar zu diesem Artikel und schreibe, was dich besonders interessiert sowie wieveil Zeit (pro Woche) du dafür aufbringen kannst.

MenschWerden – Unterrichtsidee(n) für Grund- und weiterführende Schulen

Zur Analyse

  • Da ein kollaboratives Online-Projekt einen hohen Allgemeinheitsgrad besitzt und sich auf sehr unterschiedliche Lerngruppen beziehen kann, lohnt sich eine Analyse des Kenntnisstandes und der Lernvoraussetzungen nicht wirklich.
  • Beschreibung der zur Verfügung stehenden Ressourcen:Babylon zur Zeit der drei Weisen
    Für die Anforderungssituationen 4-6 (siehe unten) lässt sich auf Materialien zu “Weihnachten nach dem Matthäusevangelium” und “Eine Tür tut sich auf” zurückgreifen. All dies muss jedoch noch bearbeitet und ergänzt werden. Zur Weihnachtsgeschichte “Mit den Weisen zum Christkind” gibt es bereits einiges grafisches Material, das erweitert und innerhalb der kommenden drei Wochen zu einem Bildergeschichten-Video (kein Stop-Motion!) verarbeitet werden könnte.
  • Diese Einheit bezieht sich auf folgende für SchülerInnen bedeutsame Anforderungssituation(en):
    Hier ein paar situative Ideen in Form von Schlagzeilen:
  1. Unmenschliche Weihnachten: Ballerspiele auf dem Gabentisch: Nach der Bescherung geht das Morden los
    (OS, Sek (?))
  2. Unmenschliche Weihnachten: Schenken, bis der Arzt kommt: Vom (vor)weihnachtlichen Warenaustausch
    (OS, Sek (?))
  3. Unmenschliche Weihnachten: Die drei längsten Tage des Jahres: Weihnachtsansprüche, Weihnachtsstress und Lagerkoller in der Familie
    (Sek)
  4. Die Weihnachtsdetektive. Auf der Suche nach der Original (TM) Weihnacht: Was steht wo in der Bibel und was steht da überhaupt nicht?
    (GS, OS)
  5. Mehr als ein König: Die Weisen aus dem Morgenland machen eine überraschende Entdeckung
    (GS, OS)
  6. Advent zum Wohlfühlen: Weihnachten mit allen Sinnen erfahren
    (GS)

So, dies waren meine Vorschläge. Wenn du andere hast, schreibe sie in den Kommentar!

Hauptkompetenzen:

ad 1:
SuS loten (am Beispiel Computerspiele) ihr Verhältnis zum christlichen Weihnachten aus und setzen seinen Sinn in Beziehung zu der Wirklichkeit, wie sie selbst in der Familie das Weihnachtsfest erleben. Konkret geht es um Fragen, wie: Sollte man beim Fest des Friedens ganz darauf verzichten, “gewalttätige” Geschenke zu machen? Worauf kommt es mir beim Weihnachtsfest an? Ist mir der religiöse Gehalt des Festes egal? usw.

ad 2:
SuS entwickeln ein kritisches Verhältnis zur (Un-?)Sitte des adventlichen und weihnachtlichen “Geschenketauschens”: Was steckt dahinter? Geht es hier tatsächlich ums Schenken, oder um ein merkwürdiges, soziales Ritual, das alle Beteiligten teuer zu stehen kommt? Sollte man an Weihnachen überhaupt Geschenke machen, und wenn ja, welche?

ad 3:
SuS setzen sich damit auseinander, wie in ihren eigenen und in anderen Familien das Weihnachtsfest begangen wird. Fühlen sich die Beteiligten während der Feiertage wirklich wohl? Welche Ansprüche werden gestellt, welche werden eingelöst? Sie entwickeln Strategien, wie man am Fest der Menschwerdung Gottes wahrhaft Mensch sein kann.

ad 4:
SuS können biblische und nichtbiblische Symbole und Elemente von Weihnachten unterscheiden und die Grundzüge der Weihnachtsgeschichte des Mattäus- bzw des Lukasevangeliums benennen, deuten und bewerten.

ad 5:
SuS lernen die Weihnachtsgeschichte nach dem Matthäusevangelium kennen, treiben in elementarer Weise Christologie und versuchen Antworten zu finden auf die Frage, was das Tolle und Überragende daran ist, dass Jesus geboren wurde.

ad 6:
SuS erleben in der Adventszeit, dass das Leben an der Schule ganz anders sein kann: Gemütlich, sinnlich, stimmungsvoll und entspannt. Sie finden neue Zugänge zur Welt des Lernens und erschließen neue Elemente und Symbole der Weihnachtsgeschichte.

Planung / Strukturierung des Lernweges

Dies ist alles noch offen!

1. Schritt: […]

  • Anzubahnende Kompetenz(en):
    […]
  • Erforderliche Materialien/Medien:
    […]
  • Ablauf:
    […]

2. Schritt: […]

  • Anzubahnende Kompetenz(en):
    […]
  • Erforderliche Materialien/Medien:
    […]
  • Ablauf:
    […]

Erarbeitung

(Die Erarbeitung im Unterricht kann konzeptionell nicht vorweggenommen werden. Dieser Abschnitt kann während oder nach der Durchführung der Einheit ausgefüllt werden, um den Unterrichtsverlauf zu dokumentieren. Kurskorrekturen geplant werden, falls der Unterrichtsverlauf eine nicht vorgesehene Richtung nimmt.)

Evaluation

(In der Planungsphase kann man hier Ideen und Möglichkeiten der Evaluation aufführen, mit denen der Kompetenzzuwachs der SchülerInnen gemessen werden soll. Später können hier die Ergebnisse der Evaluation dokumentiert und Rückschlüsse auf Transfer- und Umsetzungsmöglichkeiten gezogen werden.)

Transfer

(Hier kann man eine Projektidee beschreiben, in der die von den SchülerInnen erworbenen Kompetenzen angewendet werden.)

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Hi Marion,

    ich treffe morgen auf einer Präsenzveranstaltung einige Leute, die ich auf die jetzige Praktikumsphase ansprechen werde … allerdings auf nicht besonders technikaffine Leute.
    Ganz habe ich deinen Vorschlag nicht verstanden: Möchtest du deine SchülerInnen an openreli – bzw einen Ausschnitt davon – heranführen, oder stellst du dir vor, selber die Schnittstelle zwischen den Grundschulprojekten und deiner SchülerInnen und dem kollaborativen openreli-Projekt zu bilden?
    Prinzipiell kann man zu jedem Zeitpunkt bei openreli einsteigen – warum also nicht jetzt? Ich kann mir durchaus vorstellen, eine – wobei wir die Rahmenbedingungen (angepeilte Arbeitsphase von 3 Wochen – aber möglicherweise genügen einige entscheidende Impulse zur selbstständigen Weiterarbeit) nicht aus den Augen verlieren sollten.

    Lieben Gruß, Christian

    Antworten

  2. Hallo Christian,
    nachdem Du mich mit Deiner Engelsgeduld hier schon ein parmal vor dem bequem-resignierenden Ausstieg (aus der Technik) bewahrt hast, versuche ich mal, mich zu revanchieren… allerdings völlig spontan und ins Unreine gedacht.
    Aaaalso: Zwar gehöre ich zu dem von Dir beschriebenen “Klüngel”. Da ich an meiner BBS aber ErzieherInnen ausbilde und diese die Kompetenzen benötigen, mit Kindern und Jugendlichen deren Kompetenzen zu entwickeln, sehe ich dennoch Berührungspunkte zu deinen Anliegen. Manche aus meinen Lerngruppen werden z. B. im Berufspraktikum (Anerkennungsjahr) an Grundschulen arbeiten – da liegt “Gestalte die Adventszeit…” absolut nahe. Ich könnte also durchaus versuchen, meine SchülerInnen (oder die, die wollen) in das hier hineinzuverwickeln und – neben eigenem Mitdenken – zwischen Ihnen und Dir die Botschafterin zu machen. Materialmäßig bin ich in dem Bereich sowieso überdurchschnittlich ausgestattet…
    Die Klassen waren gerade im Praktikum – ich treffe sie nach und nach wieder und vereinbare mit ihnen Vorhaben für die nächsten Wochen. Eine Gruppe (die ich schon gesehen habe) will sich z. B. mit der Frage befassen, wie man die Advents- und Weihnachtszeit in Gruppen gestalten kann, in der Kinder aus verschiedenen Religionen/Konfessionen zusammen sind – das könnten wir gut auf die Grundschule ausweiten, und meine Schülerinnen würden lernen, kompetenzorientiert zu denken, im Sinne “was können die Kinder hinterher besser?” (das wäre übrigens ein geniales I-Tüpfelchen auf meinen Unterricht, fällt mir gerade auf…). Andere Klassen befassen sich gerade mit “Religion im Jugendalter” – da passen manche Deiner Ideen für die Älteren ganz gut.
    Ich will mich jetzt mal lieber bremsen, um Dich nicht gleich mit Projektideen zu überschütten (ich bin leicht entflammbar). Wenn Dir das alles nicht zu kompliziert klingt (?), bin ich gern zu jeder Kooperation bereit. Neben dem Klüngel mit den BBSlern.
    Hihi, und bei der Gelegenheit hat sich mir auch gleich erschlossen, welchen Sinn das Twittern haben kann 😉
    Liebe Grüße, Marion

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.