Hatespeech

Titelbild: CC0 Wokandapix via pixabay

Dem Negativ-Trend der Beleidigung und Beschimpfung im Netz gilt es gerade im Religionsunterricht entgegenzuwirken: Die Bergpredigt von Jesus verpflichtet zur Gewaltlosigkeit und regt zur Deeskalation an – auch wenn das pers√∂nlich eine Menge Mut kostet. Das Arbeitsblatt¬†erm√∂glicht in einem ersten Schritt, die Einsch√§tzung sozialer Medien als Gef√ľhlsventil zu reflektieren. Hintergrundinformationen zur psychologischen Wirkung von Hate-Speech k√∂nnen zeigen, dass man sich damit auch neuronal beeintr√§chtigt. Bildungsplanbezug: “Online-Verhalten” (Bildungsplan B.-W. 2016, REV Kl. 7-9, Kompetenzbereich 3.2.2. Welt und Verantwortung)

Arbeitsblatt Hatespeech

Sch√ľrt LexiTV (MDR) Vorurteile?

“Das Wissensmagazin des MDR … bringt komplexe Zusammenh√§nge auf den Punkt – spannend, kompakt und unterhaltsam!” (Eigendarstellung LexiTV von MDR). ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬†Ob diese Art der Kompexit√§tsreduzierung auch bei der Darstellung der heiligen Orte der Weltreligionen gelungen ist, bleibt fraglich. Fatal wirkt f√ľr friedlichen und verst√§ndigungsbem√ľhten interreligi√∂sen Dialog alles, was Vorurteile sch√ľrt. Hygieneprobleme geh√∂ren bekanntlich zu den Klassikern rassistischer Propaganda … Wenigstens l√§sst sich mit dem MDR-Erkl√§rvideo so eine Anforderungssituation f√ľr die Kompetenz von (ab Ende Sek.I-) Sch√ľler*innen im interreligi√∂sen Dialog gewinnen, siehe LearningApp Typ “Videoclip mit Einblendungen“.

Lutherspr√ľche auf Bierdeckel

Gespr√§chsanl√§sse zum Jubil√§umsjahr der Reformation bei Grillrauch, Zapfbier und Kaffe/Kuchen setzen: Gemeindefeste sind ein geselliger Anlass, Luther ins pers√∂nliche Gespr√§ch zu bringen. Eine Auswahl von 12 Spr√ľchen mit ansprechender Lutherrose l√§sst sich mit dieser PDF herunterladen. A3 beidseitig farbig ausdrucken, laminieren, schneiden – schon ist der Bierdeckel zum Verteilen fertig – sogar abwaschbar und mehrfach verwendbar! Auch Mitnehmen ist nat√ľrlich ausdr√ľcklich erlaubt…. PDF hier:¬†Lutherrose

Game gegen Hetze: “Change City”

Eine gute Idee: √§hnlich wie¬†SimCity gebaut, ¬†transportiert das Spiel zur √úberwindung von Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und Diskriminierung von Minderheiten durchaus geschickt von den Auftraggebern (Kolping W√ľrttemberg, Schule ohne Rassismus B.-W.) gewollte und gesellschaftlich anerkannte Informationen und Einstellungen, erh√§ltlich als Gratis-App (App-Store /¬†Play-Store)¬†oder in beschleunigter*¬†Unterrichts-PC-Version (hier Gratis-Download der exe-Datei,¬†dabei muss¬†Adobe¬ģ Air¬†¬†installiert sein, evtl. schulische Adminrechte erforderlich) . Grafisch bleibt¬†das Angebot¬†eher anspruchslos und ist nicht immer ganz fl√ľssig bedienbar. Ob damit wirklich “das Selbstverst√§ndnis der Jugendlichen geweckt werden” kann, “sich aktiv gegen Diskriminierungen zu engagieren” (Zitat Website), muss sich zeigen. Zun√§chst werden sich wohl solche Jugendliche best√§rkt und ger√ľstet f√ľhlen, die schon in diesem Sinne Handlungsimpulse empfinden. F√ľr bisher g√§nzlich Uniformierte wird durch das Spiel die Aufmerksamkeit erst geweckt und sie bekommen wichtige Informationen (z.B. diskriminierende Tendenzen im Fu√üball), die vielleicht schon pr√§ventive Wirkung im Sinne der Bereitschaft fr√ľhzeitigen sich dagegen Stellens entfalten kann. Denn der ‚ÄěMief‚Äú der Menschenfeindlichkeit ist geradezu ausserirdisch – witzige Legende, wie er durch die Raumschiffhavarie eines¬† giftgr√ľnen Aliens auf die Erde kommt. Religion ist Bestandteil des Spieldiskurses, zun√§chst als Gelegenheit f√ľr “Mief”, dann aber auch als Chance, sich mit Feindseligkeit auseinanderzusetzen, z.B. beim Reizthema Moscheeneubau. Christliche Gottesdienste (kleine sachliche Fehler kann man dabei verschmerzen), denen man “lauscht” werden als Gelegenheit vorgef√ľhrt, √ľber “Toleranz im Fu√üball” zu “informieren”. Eine Pfarrerin repr√§sentiert das Christentum (durchaus auf der Linie antisexistischer Positionierung, beachtlich f√ľr katholische Auftraggeber). Extremistische Bestrebungen (z.B. Salafimus) werden w√ľnschenswert deutlich charakterisiert. Der Stimmungsmache gegen Gefl√ľchtete wird im Ansatz entgegengetreten, indem z.B. Zeitungsnews √ľber B√ľrgerkriegszust√§nde sarkastisch als aus “Weitwegistan” stammend angef√ľhrt werden. Xenophobischen Vorurteilsreaktionen gegen den Islam wird entgegengetreten. Interessant ist neuerdings (Update Sept. 2016) das Einwohnermeldeamt, dem alle Namen bekannt sind und bei dem ein muslimischer Jugendlicher durch zuschaltbaren Vollbart als Salafist charakterisiert wird. Gedacht ist das Spiel schon ab 12 Jahren (vielleicht angesichts der Informationen etwas fr√ľh). Im Unterricht sind vielleicht eher 60 min (statt der angegebenen 15 bis 45 min)f√ľr die individuelle Besch√§ftigung (Hintergrundmusik l√§sst sich abstellen) n√∂tig.¬†Rolle und Position des christlichen Glaubens in derzeit prek√§ren gesellschaftlichen Stimmungslagen lassen sich danach mit ab 15j√§hrigen geeignet thematisieren¬† (dabei zur Nachbereitung im Klassenplenum an Screenshots denken!) – in der Perspektive des Spiels reiht er sich eher nivelliert ein in eine breit konsensf√§hige human-engagierte Weltanschauung.
Eine Handreichung (© ACHTUNG?! Eine Präventionsinitiative des Polizeipräsidiums Ludwigsburg gegen Radikalisierung und Extremismus: dort auch jugendnahe und  intelligente Auseinandersetzung mit jeder Art davon (Clip 6 min.)) erlaubt den schnellen Überblick und gehört in die Hand der vorbereitenden Lehrkraft. Darin werden als einzelne Spielthemen u.a. erkennbar:
  • Rassismus und Homophobie im Fu√üball
  • Rechtsextremismus im Internet, rechtsextremistische Radikalisierung
  • Islamophobie
  • Fremdenfeindlichkeit
  • Salafistische Radikalisierung (neu ab Update 27.09.2016)
  • Weltreligionen / Weltethos (geplanter Release: Febr.2017)

Bei Letztgenanntem¬†wird “Prof. K√ľng … nach Change City” kommen. F√ľr ein¬†“tolerantes Miteinander der Religionen soll ein gro√ües Fest veranstaltet werden. Der Imam der Stadt und die Pastorin sind begeistert.” Aber pl√∂tzlich “bricht eine heilige Kuh des Saddhus aus, die der Spieler einfangen muss.” (Zitate: Handreichung, S.7f.). Der Lehrkraft wird in den FAQ dringend geraten, das Spiel selber zu spielen, um im Unterricht geeignet zum¬†Austausch mit ihrer Lerngruppe zu¬†kommen.

* hier die¬† Kampagnen-Codes f√ľr gezielte Auswahl. Danke ūüôā ¬†f√ľr die barrierefreie Bereitstellung (samt Handreichung und exe-Datei) an Clemens Petzold von Kastanie Eins)

Making-of mit Spielszenen: Clip bei YouTube

Digitale Schnitzeljagd: Klosterinsel Reichenau

CC BY-NC-SA 4.0 Bayerische Staatsbibliothek M√ľnchen, Clm 4452, Bl. 8v, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00087481-7

Entdecke die Kloster-Insel mit mehr als tausend Jahren religi√∂ser Kultur am sch√∂nen Bodensee ! Dazu steht jetzt eine digitale Schnitzeljagd bei Actionbound bereit. Nutze sie am besten mit Fahrrad und bei sch√∂nem Wetter. Zeitbedarf: ca. 70 min. Hinweise: nutze Mobilger√§t nur im sicheren Stand!. Bitte der Christen auf der Reichenau: nicht im Kirchengeb√§ude – alle Aufgaben lassen sich auch au√üerhalb l√∂sen. Wenn Du nicht weiterkommst – einfach Insulaner fragen, jede(r) hilft dir gerne. Erstellung: Michael Beisel, Medienp√§dagogik RPI Baden / Landesmedienzentrum Baden-W√ľrttemberg (beisel{√§t}lmz-bw.de). Auf Anfrage gerne Zusendung von TestQR-Code, mit dem sich das Angebot auch pr√ľfen l√§sst, ohne vor Ort zu sein.Bild: Verk√ľndigungsengel, Ausschnitt – CC BY-NC-SA 4.0 Bayerische Staatsbibliothek M√ľnchen, Clm 4452, Bl. 8v, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00087481-7 Foto: St. Georg Oberzell, CC BY-NC-SA M. Beisel

Verbindung gekappt: “Wire cutters”

Maschinen sind auch nur Menschen, oder? Eine verhei√üungsvoll begonnene Zusammenarbeit, bei der sich zwei wunderbar gegenseitig erg√§nzen,¬†endet¬†tragisch. Einfaches Fazit: Mi√ügunst schneidet dich von deiner Energiezufuhr ab. Die beiden Roboter erinnern an das¬†von Konkurrenz gepr√§gte Verh√§ltnis biblischer Br√ľderpaare: Kain und Abel, Jakob und Esau, Joseph und seine Br√ľder, der J√ľngere und der √Ąltere im Gleichnis vom Verlorenen Sohn.

Der wundervoll gestaltete computeranimierte Kurzfilm “Wire Cutters” von Jack Anderson ist bei vimeo zum Anschauen und zum Download erh√§ltlich. Er h√§tte eine Lizensierung f√ľr den Gebrauch in Unterricht und Gemeindearbeit verdient. Anfrage bei hiesigen Anbietern l√§uft.

Karlsruher Passion (c) Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

Karlsruher Passion: Straßburger Meister um 1450     (c) Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

Die ‚ÄěEntkleidung‚Äú Christi nach seiner Verspottung und vor der Kreuzigung wird in den Evangelien nicht erz√§hlt spielt aber in der mittelalterlichen Passionsfr√∂mmigkeit eine gro√üe Rolle. Dabei wird betont, dass beim Herunterrei√üen des Gewandes (im Bild ein violettes faltenreiches Kleidungsst√ľck, dessen √Ąrmel gerade von den Armen gezogen werden) die gerade getrockneten Wunden der Folter wieder aufgerissen werden und zu bluten beginnen. Jesu Mutter Maria habe ihren Schleier vom Kopf gezogen und dem nackten Sohn als Lendentuch zur Bedeckung seiner Scham umgelegt. Dem gefolterten Jesus, der still leidend aus dem Bild heraus auf den Betrachter schaut, korrespondiert das Chaos der K√∂pfe der Soldaten und Folterer. Am oberen Rand¬† ist der Himmel zu sehen. Auf Pferden sitzen drei Reiter mit ‚ÄěJudenm√ľtzen‚Äú, Hohepriester. Die Leiter steht bereit, um den zu Kreuzigenden dort aufzurichten. Ein Junge ist auf den Baum geklettert. Er geh√∂rt zu denen, die beim Einzug in Jerusalem dem ‚ÄěK√∂nig‚Äú der Gerechtigkeit zugejubelt hat. ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† (Eckhart Marggraf, ehem. Direktor des RPI Baden)

Die Bildtafel des √Ėlgem√§ldes geh√∂rt zu einer Bilderfolge eines Altares, von dem nur noch Reste erhalten sind. Sieben Tafeln sind bekannt, davon ist eine verschollen und eine geh√∂rt dem K√∂lner Wallraf-Richartz-Museum. Sechs Tafeln befinden sich in der Staatlichen Kunsthalle in Karlsruhe. Die Tafeln stellen Szenen aus der Passionsgeschichte Jesu dar, √ľberwiegend wie sie in den Evangelien erz√§hlt werden.

Im Rahmen der Reihe ‚ÄěKunst und Kirche‚Äú findet am Palmsonntag, 20. M√§rz 2016 ¬†um 15.30 Uhr dazu eine besondere Veranstaltung statt. In der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe werden zur Einstimmung auf die Karwoche Bildwerke zur Passion betrachtet. Die Besucher*innen gehen dabei an f√ľnf Stationen vorbei, an denen sie u.a. von E. Marggraf Erl√§uterungen zu den Bildern erhalten.¬†Es musizieren Studierende der Hochschule f√ľr Musik, Karlsruhe.

Wer nicht dabei sein kann, dem stehen hier die Unterrichtsanregungen des ehem. Direktors des RPI Baden zur Verf√ľgung:

Entkleidung Christi: Unterrichtsanregungen E. Marggraf (PDF)

Medienbildung im Lehramtsstudium Religion: Wie gut sind k√ľnftige Reli-Lehrkr√§fte in Medien?

Wie verbindlich wird Unterrichten mit und √ľber Medien in p√§dagogischen Studien-und Pr√ľfungsordnungen gemacht? Gerade im Religionsunterricht kann das entscheidend werden: die Leitperspektive Medienbildung ist im S√ľdwesten erstmalig z.B. in den Bildungspl√§nen f√ľr Evang. Religionslehre eingearbeitet (im Moment in Anh√∂rung befindlich:GS, Sek.I, GY). Da muss man nur eins und eins zusammenz√§hlen: was die k√ľnftige Reli-Lehrkraft im Studium fachdidaktisch an Medienkompetenz erworben hat, wird schlie√ülich pr√§gen, wie sie Medienbildung ihrer Sch√ľler*innen f√∂rdern kann.

Bundesweit will inzwischen auch die EKD hier Ergebnisse sehen: sie nennt eigens evangelische Religionslehrkr√§fte, wenn es darum geht, dass die “Kommunikation des Evangeliums in der digitalen Gesellschaft…konkretes kirchliches Handeln” erfordert (Kundgebung “Kommunikation des Evangeliums in der digitalen Gesellschaft” ¬†– EKD-Synode 12.11.2014, 10.). Sie beschliesst, “Konzepte evangelisch verantworteter Medienp√§dagogik inklusive einer kritischen Medienethik entwickeln und in der Aus- und Fortbildung von Lehrkr√§ften …¬†verst√§rkt umsetzen zu lassen” (Beschluss zur digitalen Evangeliumskommunikation und zu Bildungsherausforderungen 12.11.2014, 3.)

Damit¬†lohnt sich ein Blick in die “Fachpapiere” des Kultusministeriums f√ľr Lehramtsstudieng√§nge Religion, die seit April 2015 in Baden-W√ľrttembergs Hochschulen in Kraft sind.

In der ‚ÄěRechtsverordnung‚Äú (GBl.,S.417), deren Anlagen sich als “Grundlage f√ľr die Studien- und Pr√ľfungsordnungen der Hochschulen f√ľr die Lehramtsstudieng√§nge in Baden-W√ľrttemberg‚Äú (Kultus und Unterricht Nr. 14a vom 13.Juli 2015, ab S.147, ISSN0933 –¬†7776,¬†Bezugsquelle) verstehen, werden T-f√∂rmig “Kompetenzen” und “Studieninhalte” aufgelistet, die f√ľr Absolvent*innen der Lehramtsstudien aller F√§cher und aller Schularten des Bundeslandes verbindlich sind.

F√ľr die Grundschule sollen die Lehramtsstudent*innen des Studiengangs Evangelische Theologie / Religionsp√§dagogik als Bestandteil von “Fachdidaktik” (neben “Bildungsstandards, religionsunterrichtliche[n] Lehr- und Lernmaterialien”) “den Einsatz unterschiedlicher Medien kritisch analysieren und reflektieren und vor diesem Hintergrund unterrichtspraktische Vorschl√§ge skizzieren” k√∂nnen (S.156) – eine der “Kompetenzen”, die bei den Student*innen schwerpunktm√§√üig didaktisch-medienanalytische F√§higkeiten aktivieren wird. Im Unterschied dazu wird im Studiengang Islamische Theologie / Religionsp√§dagogik mehr Wert auf die Praxis gelegt: Seine Student*innen ‚Äěsind in der Lage, fachspezifisch relevante und zeitgem√§√üe Medien‚Ķeinzusetzen und die Sch√ľlerinnen und Sch√ľler zu deren sachgerechter Nutzung anzuleiten‚Äú (S.159). Noch scheint hier ein Konzept passiv-rezeptiver Nutzung im Vordergrund zu stehen. Immerhin, ‚ÄěMedien‚Äú sind hier ein eigener verbindlicher Studieninhalt der Fachdidaktik. Beim Lehramtsstudiengang Katholische Theologie / Religionsp√§dagogik kann man es kurz machen: Medien finden √ľberhaupt keine explizite Erw√§hnung (S.161f.). Sek.I und Gymnasium: Das geht hier im katholischen Lehramtsstudiengang genau so weiter (S.206-208) und gilt in dieser Schulstufe leider auch f√ľr den Studiengang Evangelische Theologie / Religionsp√§dagogik (S.193-195). Im Studiengang Islamische Theologie / Religionsp√§dagogik ist der ‚ÄěUmgang mit Medien‚Äú wenigstens noch einer der verbindlichen Studieninhalte (S.206). J√ľdische Religionslehre (in der Verordnung nur f√ľr die Schulart Gymnasium ausgewiesen (S.239f.)): In diesem Lehramtsstudium wird immerhin ein solches ‚Äěkultur-, kunst- und literaturwissenschaftliches Methodenwissen‚Äú als Kompetenz gelistet, mit der Student*innen dem ‚ÄěBilderverbot und Bildgebrauch in der j√ľdischen Kunst im Mittelalter und in der Neuzeit‚Äú als verbindlichem Studieninhalt begegnen und damit k√ľnftig zu einem eigenen fachspezifischen Beitrag bei der Aufgabe gesamtschulischer Medienbildung bef√§higt werden. Im Studiengang Lehramt Sonderp√§dagogik findet sich im sonderp√§dagogischen Handlungsfeld Religi√∂se Bildung ebenfalls kein ausdr√ľcklicher Bezug zur Medienbildung (S.282).

Fazit:¬†F√ľr die weiterf√ľhrenden Schularten werden im fachlich einschl√§gigen Lehramts-Studium zur Erteilung von christlichem Religionsunterricht keinerlei ausdr√ľcklich medienbildnerische Perspektiven erkennbar. Das ist mit Blick auf die eben zu implementierenden Bildungspl√§ne im S√ľdwesten alarmierend und bedarf dringend der √úberpr√ľfung.

Michael Beisel, Medienp√§dagogik /-didaktik am RPI Baden – Religionsp√§dagogischer Dienst am Landesmedienzentrum Baden-W√ľrttemberg

Bevor die Fortsetzung kommt: “Avatar” im Unterricht

Avatar wallpaper

Avatar 2 und 3 und 4: ab Anfang 2017¬†laufen Fortsetzungen des erfolgreichsten Films aller Zeiten. Bis dahin lohnt es sich vielleicht, auch¬†im Unterricht darauf einzugehen. Auf RELIWERK, dem neuen rpi-virtuell¬†ist das Materialangebot dazu jetzt aktualisiert und¬†noch umfangreicher: Treten Sie der Gruppe “Avatar im Unterricht” dort bei, holen Sie sich alles f√ľr den Unterricht! Hinweis: Dort melden Sie sich ggf. mit Ihrem rpi-virtuell-Passwort an und m√ľssen noch einen gesonderten Beitrittsantrag zur Gruppe stellen. Bei rpi-virtuell wird die gleichnamige Gruppe bald geschlossen.

Tipp: Sie brauchen gar nicht den ganzen Film zeigen. Wie das im Unterricht geht? Vorschläge erhalten Sie hier.

Lehrkr√§fte aus Baden-W√ľrttemberg: Holen Sie sich die Leih-DVD in Ihrem regionalen Kreis- oder Stadtmedienzentrum (Stichwort: “Landesarchiv” -> Fernleihe am Desk bestellbar)

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Bild: CC BY-SA Rego Korosi (Avatar wallpaper, via Flickr.com)

 

Digitales Handwerk der Lehrkraft: Checkliste Basisfertigkeiten

Fertigkeiten wie DIESE (PDF) halten Medienp√§dagog*innen der religionsp√§dagog.Institute der EKD f√ľr sinnvoll, damit Religionslehrkr√§fte klassische Unterrichtsgestaltung mit digitalen Mitteln bestreiten k√∂nnen.¬† Wahrscheinlich entdecken Sie dabei vieles, was l√§ngst zu Ihrer Praxis dazugeh√∂rt – manches h√∂rt sich vielleicht auch erstmal unbekannt an. Wir haben versucht, die Fertigkeiten so allgemeinverst√§ndlich wie m√∂glich zu formulieren. Nehmen Sie sich f√ľr einen Selbsttest ein wenig Zeit – vieles erschlie√üt sich beim Nachdenken √ľber eine oft schon unbewu√üte allt√§gliche Praxis. Was Sie nicht kennen, k√∂nnen Sie zum Anlass nehmen, es in ihr berufl. Repertoire aufzunehmen. Wir sind √ľberzeugt, dass die Bandbreite dieser Fertigkeiten Stundenvorbereitung erleichtern u. Ihren Unterricht bereichern kann. Sprechen Sie im Bedarfsfall (etwa bei f√ľnf oder mehr nicht angekreuzten Fertigkeiten) Ihre religionsp√§dagog. Fortbildungseinrichtungen an – wir helfen Ihnen gerne!

Selbsttest: Ich kann zum Beispiel…¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†

Textteile aus unterschiedl. digit. Quellen (Internet, Textdokumente, Emails, PDFs) kopieren, in ein Arbeitsblatt (z.B. WORD) einf√ľgen.

Textteile in Textfelder einf√ľgen, diese gestalten und auf dem Arbeitsblatt an die gew√ľnschte Stelle schieben. Arbeitsblatt mit Textabschnitten nach didakt. Gesichtspunkten gestalten, es f√ľr den Ausdruck optimieren

Dateien geordnet und auffindbar abspeichern, sie anderen persönlich bereitstellen (z.B. Anhang per email, schulisches Intranet, dienstlich zulässige Cloud).

Text-, Bild-, Film- oder Musik-Dateien an ihrer Endung erkennen und sie zielsicher mit geeigneten Programmen öffnen, abhängig davon, wie die die Datei genutzt werden soll.

eine WORD-Datei in eine PDF-Datei umwandeln und Gr√ľnde daf√ľr benennen.

ein Foto einer Bildschirmansicht machen, einen Bildausschnitt daraus herstellen(z.B.mit snipping-Tool) und ihn in ein Dokument einf√ľgen oder eine Bilddatei daraus erstellen

Objekte (Bilder, Texte, Grafiken u.√§.) aus verschiedenen digitalen Quellen (Scan, Fundst√ľcke aus dem Internet) kopieren und in ein Arbeitsblatt integrieren. Dabei so zuschneiden, beschriften, sch√§rfen, aufhellen und in der Gr√∂√üe ver√§ndern, dass das Arbeitsblatt didaktisch sinnvoll gestaltet und f√ľr den Ausdruck optimiert ist.

eine Pr√§sentation (z.B.Power Point, Keynote, Prezi…) oder ein digitales Um- oder Abfragewerkzeug oder ein Evaluationsergebnis f√ľr den eigenen Unterrichtsbedarf / die eigene Lerngruppe erstellen.

der Pr√§sentation (z.B. mit Masterfolie)ein durchg√§ngiges Grundlayout geben und Filmclips oder Musik einf√ľgen.

die Pr√§sentation im Vollbild vorf√ľhren.

konkrete Formatierungshinweise zu  ansprechender u- didakt. gezielter Gestaltung von Präsentationen geben.

Mich bei den zuständigen kirchlich (z.B.Medienzentralen) oder bundesstaatlich (z.B. SESAM) betriebenen Medienportalen registrieren, einloggen und Medien- / Filmpakete herunterladen und entpacken.

Eine Filmdatei mit einem geeigneten Mediaplayer im Vollbild abspielen und dabei die Lautst√§rke f√ľr die Vorf√ľhrung anpassen.

Bildschirmfotos aus einem Film nehmen und in einem Arbeitsblatt didaktisch z.B. mit Textfeldern gestalten und f√ľr den Ausdruck verbessern (z.B. Helligkeit und Kontraste regulieren)

Eine Filmdatei in einfachen Filmschnittprogramm (z.B. MS Moviemaker) √∂ffnen, f√ľr den Unterrichtsbedarf Ausschnitte erstellen und diese als mp4-Datei auffindbar abspeichern.

Gezielt im Internet f√ľr den Unterrichtsbedarf recherchieren (z.B. Materialpool rpi-virtuell)

Zwischen verschiedenen geöffneten Seiten in einem Internetbrowser hin- und her wechseln, ohne eine Seite zu schließen.

Internetseiten als Favoriten oder Lesezeichen abspeichern und dar√ľber sp√§ter wiederfinden.

Internetseiten aufrufen, ohne Standardsuchmaschinen wie Google zu nutzen.

Einen Link aus dem Browseradressfeld kopieren und f√ľr weitere Verwendungen verf√ľgbar machen (z.B. W√∂rter eines Arbeitsblattes mit einem Link hinterlegen, Link per email verschicken)

Pop-Up-Blocker und andere Sicherheitseinstellungen des Browsers f√ľr den eigenen Arbeitsplatz sinnvoll einstellen.

sch√ľlergeeignete und altersgerechte fachergiebige Suchmaschinen finden, sie bedienen und ihren konkreten unterrichtlichen Nutzen und ihren konkreten unterrichtlichen Nutzen einsch√§tzen.

Mit Sch√ľler*innen didaktisch gezielt schulrechtlich zul√§ssige online-Kommunikationswege au√üer-und innerhalb des Pr√§senzunterrichts nutzen.