Jan Hus – 600 Jahre Konstanzer Konzil

Jan Hus CC BY-SA Myriam Thyes, nach Ulrich von Richental (Wikimedia Commons)

Der tschechische Kirchenreformer hielt die Kirche schon 100 Jahre vor Luther für erneuerungsbedürftig – so ging es im späten Mittelalter vielen Christen. Sie versuchten die Missstände  (zum Beispiel standen drei konkurrierende Päpste gleichzeitig an der Spitze der Christenheit) anzugehen: Man hoffte auf das Konstanzer Konzil (1414 – 1418) – einzige ökumenische Kirchenversammlung auf deutschem Boden.. Auch Jan Hus war eingeladen worden. Aber obwohl ihm freies Geleit zugesichert worden war, verurteilte man ihn in Konstanz als Ketzer. Unbeirrt und ohne etwas von seinen Ansichten zurückzunehmen verbrannte er bei lebendigem Leib auf dem Scheiterhaufen. Noch heute erinnert ein Gedenkstein an ihn in Konstanz, und viele Tschechen pilgern zu ihrem Nationalhelden in die Stadt am Bodensee. Die Evangelische Landeskirche in Baden möchte die 600-Jahr-Feier des Konstanzer Konzils und die Reformationsdekade (2017) zum Anlass nehmen, an den mutigen Magister zu erinnern: Wir sind alle Hussiten, ohne dass wir es gewußt haben, so Martin Luther.


Bild: CC BY-SA Myriam Thyes (n. Ulrich Richental) Wikimedia Commons

kompetenzorientierter Unterricht zu Jan Hus in Konstanz (ab Kl. 7/8)

Weitere Materialien und Links:

 

8 Kommentare

  1. Pingback: Wochenaufgabe 4: Praxisbeispiele (Michael Beisel) | openreli

  2. Offen gesagt macht mich das Material etwas ratlos. Ich glaube, dass es für heutige Schüler nicht aussagekräftig genug ist, um damit einzusteigen (so deute ich die dazugehörige Aufgabe). Die aufgeweckterern erkennen vielleicht den Papst an der Tiara, aber ob ihnen das Wort “Konzil” etwas sagt?
    Vielleicht kann man eine Lerngruppe mit dem ersten Teil dieses Videos
    http://www.youtube.com/watch?v=icJgkZN_xc4 (Jan Hus und die Rahmenbedingungen des Konzils) oder gar mit diesem Video (Ränkespiel um drei Päpste) http://vimeo.com/5637548 auf die Thematik einschwingen?
    Wenn die SchülerInnen über die Lage in etwa informiert sind, wenn sie die zentralen Fragen des Konzils herausgearbeitet haben, dann halte ich eine Konzils-Simulation mit dem angegebenen Material und auch der angegebenen Aufgabenstellung für ergiebig. Die Schüler halten ihr eigenes Konzil ab und vergleichen ihre Beschlüsse mit denen des historischen Konzils.

    • Das Wort “Konzil” würde ich natürlich komplett weglassen (ist hier nur der Formatvorlage geschuldet) und die Schülerinnen und Schüler mit dem bloßen Bild konfrontieren. Klar, es ist natürlich durch den großen Zeitabstand kein so unmittelbar in die heutigen Lebensbedingungen Jugendlicher von selbst hineinsprechendes Bild. Vielleicht ist es auch eher die histor. (Sach-)Urteilskompetenz ( was bringe ich an Kenntnissen über das Mittelalter mit, um so eine Gesprächssituation zu gestalten?) die hier angesprochen wird. Ein heute gezeichnetes Suchbild über die Lebensverhältnisse in mittelalterlichen Städten (siehe Kursbuch Religion 7/8, S.180 – http://f.sbzo.de/onlineanhaenge/files/978-3-425-07807-6_inhalt.pdf) ist sicher mit ähnlicher Intention unterwegs.

  3. Pingback: Wochenaufgabe 5-7: Hand anlegen… (Michael Beisel) | openreli

  4. Es gibt doch nicht wirklich ein Konstanzer Schnellrestaurant mit dem Namen “Hussengrill”, oder?! *geschockt*
    Jedenfalls eine klasse Anforderungssituation!

  5. Pingback: Wochenaufgabe 5-7: Hand anlegen (Michael Beisel 2) | openreli

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.