Ewigkeitssonntag: Bischöfin Kirsten Fehrs, Nordkirche (Gastbeitrag)

[..] In dem Grabmal, in dem Mutter und Kind dem Boden zu entfliehen scheinen, sehe ich eine Auferstehungsszene. Die beiden innig Geliebten sollen nicht begraben bleiben. Gott hat sie nicht verlassen. Er reicht ihnen die Hand. Der Schmerz des Todes wird durchtrennt von einer neuen Wirklichkeit: der Erlösung durch Gott.[..] Es erinnert mich auch an Katastrophenberichte von heute, die wir erst dann an uns heranlassen, wenn wir von einem persönlichen Schicksal hören: vom Flüchtling, der seine Familie verlor, von der Flut, die die Kinder ohne Eltern zurücklässt. [..] Doch das Grabmal unterscheidet sich auch von heutigen Katastrophenbildern. Es führt unmittelbar vor Augen, warum wir getröstet werden: Wir glauben an ein Leben nach dem Tod, geborgen bei Gott, der ausnahmslos jeden Schmerz kennt. So persönlich dem Schicksal der jungen Familie hier ein Denkmal gesetzt wurde, die in der Karwoche vor über 300 Jahren auseinandergerissen wurde,  – so greifbar bleibt doch der zarte Trieb der Hoffnung im Moment der Verzweiflung: als starke Pflanze kann Gottes Liebe den Stein sprengen.

Zum Grabmal der Maria Magdalena Langhans, gest. 1751, geschaffen von Bildhauer J.A Nahl, entsteht im Fortbildungskurs “Neu in der Schule” des RPI Baden Unterrichtsmaterial. Der vollständige Beitrag von Bischöfin Fehrs (Foto: Marcelo Hernandez (c) Nordkirche) ist enthalten in: Reformation – Bild und Bibel. Das Magazin zum Themenjahr 2015 (hg. EKD), S.76 (Print)

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