Meine Selbstreflexion zu Woche 2+3

Ich nutze mal eine kleine Pause im Stundenplan, um ein paar Gedanken zu formulieren:

Ich bin mit vielem in meinem Unterricht ganz zufrieden, eine Sache ist mir aber ins Auge gesprungen, die mich intensiv beschäftigt: Individuelle Förderung – Differenzieren und Individualisieren (Andreas Ziemer) bzw. verschiedene Lernwege anbieten (Wolfgang Michalke-Leicht). Hier sehe ich für mich Verbesserungsbedarf. Das erscheint mir für die Unterrichtsvorbereitung als riesen Herausforderung: Viele Klassen (mit nur 1 Stunde pro Woche) mit vielen verschiedenen SchülerInnen. Ist ein großer Aufwand. Und wir in Österreich haben noch keine kompetenzorientierten Bücher. Vielleicht ist der Königsweg, einmal hier, einmal dort Schwerpunkte zu setzen. Man ist halt auch nur ein Mensch.
Gute Ansätze lieferte mir Christian Günther in seinem Blogbeitrag über kompetenzorientierte Bewegungsmittel, wo er sich dieser Problematik auch annimmt.

Wie meistert ihr diesen Spagat in der Praxis?

4 Gedanken zu „Meine Selbstreflexion zu Woche 2+3

  1. Hey,
    irgendwie hat das hohen Aufforderungscharakter, dass Du Deine Beiträge so oft mit Fragen beendest…

    Erste Stichworte zur Antwort, noch unsortiert:
    Für die Phase des Informierens hab ich eine große Sammlung von kreativen Methoden, die egal welchen Text aufschließen helfen oder bei Recherchen zu jeglicher Frage unterstützen und mit denen meine Schülerinnen in der Regel selbstdenkend zurechtkommen. Dadurch ist viel Auswahl möglich, und die Sachen sind fix und fertig und müssen nicht groß angepasst werden, was mir einigen Stress erspart.
    Wenn ich eine Methode neu einführe, lasse ich stattdessen oft zwischen mehreren Texten bzw. Medien wählen. Geht auch beides, so dass sich jeder seine Aufgabe selber zusammenstöpselt. Das führt allerdings auch schon mal zu einer Situation wie dieser: ich hatte Referendare zum Hospitieren dabei, meine Schülerinnen arbeiteten engagiert, einzeln, zu zweit, in Gruppen… aber die Frage “Was machen die da im Einzelnen gerade?” konnte ich in dem Moment leider (?) nicht beantworten… so was kann ich aber gut aushalten. Voraussetzung ist, dass allen immer klar ist, was die SchülerInnen am Ende besser können möchten (das wusste ich natürlich) – was aber auch nicht einheitlich sein muss. Die gleichen Referendare waren bei der Präsentation dann völlig geflasht 😉
    Den Überblick behalte ich z. B. durch Präsentationen (in Maßen), aber vor allem durch begleitende Beratung und Portfolios. Die nutze ich oft auch für – kurze – Briefwechsel, in denen ich individuelle nächste Schritte anrege, wenn es passt.
    Beim “Planen” sammeln wir oft gemeinsam viele Ideen für mögliche Lösungen, Vorgehensweisen, Produkte, und wir besprechen Kriterien – so lange diese anschließend erfüllt werden, bin ich für so gut wie alle Handlungsprodukte offen. Da findet eigentlich meistens jeder ein persönliches Projekt, das er dann in passender Sozialform durchführt und einschätzt. Das lebt davon, dass die SchülerInnen mitdenken, was sie in der Regel gern tun.
    Einzelstunden machen es schwierig, das sehe ich auch so. Aber möglich ist auch das zur Not, wenn wir gemeinsam üben, uns die Zeit einzuteilen und sich nicht zu viel vorzunehmen. Leider haben wir dann nicht viel Zeit für Aushandlungsprozesse, da müssen dann oft Auswahlaufgaben genügen.
    Ich organisiere mir auch schon mal “Workshoptage”, für die mir Kolleginnen Stunden spendieren – dann bereiten Klassen für andere Klassen etwas vor, und wir verbringen den Tag damit. Das ist vielleicht so ein Schwerpunkt, wie Du ihn anregst?
    Die Frage, wie denn wohl ein kompetenzorientiertes und individuelle Lernwege anregendes Religionsbuch aussehen könnte, reizt mich übrigens sehr… aber das führt jetzt zu weit. Wie wär´s mit einem Weihnachts-Kapitel, exemplarisch?

    Ich gerate schon wieder ins Plaudern… danke für die anregende Fragestellung!
    Marion

  2. Auch nicht! 😉 Geht mir genauso – viele verschiedene Klassen (Berufskolleg), innerhalb einer Klasse Abiturienten und Hauptschüler. Bisher habe ich oft das Gefühl, die einen zu unter-, die anderen zu überfordern. Der goldene Mittelweg ist hier eben nicht besonders gut. Ich will noch viel lernen… vielleicht hier bei openreli!

    • Liebe Uta, möchtest du in unserer berufsbildende Schulen-Arbeitsgruppe für die Produktionsphase mitmachen? Dann schreibe bitte einen Kommentar bei den Lerntandems bzw. trage dich gleich in die doodle-Umfrage ein.

  3. Pingback: Rückblick auf Woche 3 | openreli

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