Modul 10: “Leiden und Sterben (I)”

Jerusalem Modell, herodianischer Tempel
Jerusalem Modell, herodianischer Tempel. Das Modell befindet sich im Israel Museum beim Schrein des Buches. – Quelle: Wikimedia Commons. Foto: Berthold Werner
  • Zugangswege
  • Mut zur Geschichte!
  • Die Rolle von Römern und Juden im Prozess Jesu

Kurzkommentar

Will man das theologisch höchst anspruchsvolle und ĂŒberaus komplexe Thema des Leidens und Sterbens Jesu Christi im S II-Bereich auf angemessene Weise pĂ€dagogisch vermitteln, so ist – wie hier geschehen – die Unterteilung in einen “biographischen” (Modul 10) und einen theologischen (Modul 11) Bereich naheliegend. NatĂŒrlich ist es fĂŒr die Lehrkraft auch hier mit einer “bloßen VerkĂŒndigung” der wesentlichen Inhalte nicht getan. Vielmehr werden die SchĂŒler/innen im vorliegenden Modul – in dem, wie auch andernorts, kein Lernprogramm, sondern ein je nach Kurssituation umsetzbares Auswahlangebot vorgelegt wird – durch zahlreiche eigene AktivitĂ€ten selbst in die Vermittlung der schwierigen Materie miteingebunden. Eine grĂŒndliche logistische Planung ist darum unerlĂ€sslich. So sollen z.B. die SchĂŒler/innen, um mit den vielschichtigen Aspekten vertraut zu werden, die biblischen Texte nicht nur lesen – vielmehr steht fĂŒr sie eine virtuelle Reise durch das heutige Jerusalem auf dem Plan, bei der mit Hilfe des PCs Orte erkundet werden, die in Jesu Passion eine Rolle spielten, und StĂ€tten zu sehen sind, etwa die Treppe an der SĂŒdseite des Jerusalemer Tempelberges, an denen sich wohl schon Jesus selber aufhielt. Außerdem werden zu fĂŒnf zentralen Aspekten, zu denen so mancherlei Unklarheiten im Umlauf sind (u.a. “Pontius Pilatus”; “Judas Iskarioth”; “Die Strafe der Kreuzigung”; anderes fakultativ), auch kooperativ realisierbare GFS-Themen angeboten. Nicht zuletzt werden die SchĂŒler/innen beauftragt, den so hĂ€ufig diskutierten – und wie oft so verhĂ€ngnisvoll entschiedenen (!) – Streit, ob die Römer oder die Juden am Tod Jesu schuld seien, als (auch in grĂ¶ĂŸerem Rahmen durchfĂŒhrbare) aktuelle Meinungsumfrage neu zur Sprache zu bringen. Dabei dĂŒrfte es ein interessanter Nebenaspekt sein zu beobachten, in welchem Bezugsrahmen sich hier christlich-konservative Frömmigkeit zu einem aufgeklĂ€rten BibelverstĂ€ndnis bewegt. Am Schluss sollen die SchĂŒler/innen im Internet Bilder des “Original”-Felsens vom Berg Golgatha ausfindig machen – und sich damit gleichzeitig einer neuen, anderen Herausforderung stellen: zunĂ€chst vielleicht einmal nur als Aussage zu akzeptieren, dass Jesus zwar einerseits ein “Gekreuzigter unter tausenden war”, dass sein Tod aber mit dem biologischen Ende aller anderen Menschen ganz und gar unvergleichbar ist. Damit ist der Weg aufgezeigt zu einer anderen Dimension – und der Schritt hergestellt zum nĂ€chsten Modul.

Unterrichtsziele

Durch die intensive BeschĂ€ftigung mit den sachlichen und heute nachprĂŒfbaren Inhalten der biblischen Passionstexte erwerben die SchĂŒler/innen eine fundierte Informationsgrundlage, die sie dazu befĂ€higt, bei diesen immer wieder diskutierten Themen kompetent mitzureden. Jenseits aller nur fragmentarischen Kenntnisse, Halbwahrheiten oder gar Unwahrheiten erhalten sie, erarbeitet auch durch eigenes intensives Engagement, in der Religion, der sie angehören, ein solides Basiswissen, das ihnen den Zugang zu theologischen Dimensionen möglich machen kann. Zugleich erkennen sie, dass bei den biblischen Passionstexten trotz deren – auch durch eigene Recherchen nun sichtbar gewordener – vielfĂ€ltiger historischer Einbindung auf Seiten ihrer Verfasser nicht die sachliche Information im Vordergrund steht, sondern das kerygmatische Interesse. Indem den SchĂŒler(inne)n dieser Vorrang der VerkĂŒndigungsabsicht deutlich wird, relativiert sich, zum einen, die mögliche Kritik an der bisweilen fehlenden historischen Korrektheit (z.B. → Pontius Pilatus). Zum anderen verstehen sie, wie dies auch schon frĂŒher, etwa bei den Wunderberichten, zu erkennen war, die besondere Hermeneutik biblischer Texte.


Modul10

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