Modul 16: “Das Bild von Jesus im Judentum und im Islam”

Rembrandt van Rijn (1606-1669), Porträt eines Rabbiners
Rembrandt van Rijn (1606-1669), Porträt eines Rabbiners – Quelle: Wikimedia Commons
  • Das Bild von Jesus im Judentum
  • Das Bild von Jesus im Islam

Kurzkommentar

Auch wenn die Thematik des vorliegenden Moduls nicht im Zentrum dieser Unterrichtsbausteine steht und in der Praxis vielleicht oft nur einer der beiden Texte gelesen wird, sollte das Bild von Jesus im Judentum und im Islam dennoch den Schüler(inne)n grundsätzlich bekannt sein. Darum wird hier, auch um den theologischen Kontext besser zu verstehen, über die reine Textrezeption hinausgehend vorgeschlagen, nicht nur religiöse Einrichtungen der beiden anderen Religionen zu besuchen und auf diese Weise zumeist auch mit einem Rabbiner und einem islamischen Religionslehrer in Kontakt zu treten, sondern diese selbst und ggf. auch jüdische bzw. muslimische Mitbürger/innen zu einem Religionsgespräch in den Unterricht einzuladen (vgl. Aufg. 2 und 3 in beiden Kopiervorlagen). Wie dies im Einzelnen zu realisieren ist, hängt stark von den örtlichen Gegebenheiten und der allseitigen Bereitschaft zur Mitarbeit ab. Aber wenn es nicht bei einer rein theologischen Bestandsaufnahme bleiben soll und Veranschaulichung und “Live-Informationen” gefragt sind, bieten sich mehrere Möglichkeiten an: Im kleineren Rahmen kann z.B. ein(e) – den Kursteilnehmer(inne)n vertraute(r) – muslimische(r) Mitschüler/in gebeten werden, aus der eigenen religiösen Sicht über den Propheten Isa im Koran zu berichten. Dies sollte in der gegenwärtigen Situation leicht machbar sein. Darüber hinaus – und ggf. in Abstimmung mit früheren Veranstaltungen – können auch der Besuch einer Moschee, eine Exkursion zur nächstgelegenen Synagoge und eine interreligiöse schulische Großveranstaltung für die Oberstufe mit geladenen Gästen durchgeführt werden. Natürlich sind in solchen Fällen lange und gründliche Vorbereitungen notwendig. In welchem Bezugsrahmen auch immer das Thema behandelt wird – es kann in jedem Fall die Verständnisbereitschaft für die fremden Religionen geweckt, ja nachhaltig geprägt und somit manchmal auch ein Stück weit Friedensarbeit geleistet werden. Denn zum einen sind im Rahmen unserer geschichtlichen Verantwortung persönliche Kontakte zu Menschen jüdischen Glaubens sehr wichtig, zum andern leben auf der Welt jenseits von Extremismus und Gewalt viele Millionen friedliebender Muslime, deren Existenz uns durch die Berichterstattung in den Medien nicht immer präsent wird. – Eine Erweiterung des interreligiösen Dialogs zum “Weltethos”-Projekt ist jederzeit möglich.

Moderner arabischer Koran mit persischer Übersetzung
Moderner arabischer Koran mit persischer Übersetzung -Quelle: Wikimedia Commons

Unterrichtsziele

Die Schüler/innen werden vertraut mit dem Bild von Jesus im Judentum und im Islam und erhalten dabei nähere Einblicke in die beiden anderen monotheistischen Religionen. Indem sie kontextuelle Vorstellungen zur Person Jesu außerhalb des Christentums kennen lernen, erfahren sie, dass Religion den Menschen prägt. Sie können ggf. ihren eigenen christlichen Glauben überdenken und festigen. Ein interreligiöser Dialog schafft darüber hinaus die Möglichkeit, persönliche Kontakte mit andersgläubigen Mitschüler(inne)n weiter zu intensivieren und dabei, gerade auch im Rahmen größerer Veranstaltungen, Toleranz und interkulturelle Kommunikation aktiv einzuüben.


Modul16

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