0 Einführung

Helene Krötz, Urbach

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden viele Menschen Opfer der sogenannten “Aktion Gnadentod”.
Um welche Menschen ging es? Was geschah mit ihnen? Und welche Theorien verbargen sich hinter dem Tun der Nationalsozialisten?

Dies alles kannst Du anhand der Materialien erarbeiten, die Dir hier zur Verfügung gestellt werden.

Lege eine Mappe an. In dieser Mappe sammle alles, was Du erarbeitet, erforscht und gefunden hast.

A  Die Aufgabenstellung A ist die einfache Fragestellung

B  Die Aufgabenstellung B ist schwieriger

F  bedeutet, dass dies eine weiterführende oder vertiefende Forschungsaufgabe ist.

1 Survival of the Fittest

Aufgabenstellung A

  1. Lies bitte das Informationsblatt   „Survival of the Fittest“ A
    Trage die Antworten zu den nächsten Fragen bitte in Dein Heft / Deinen Ordner ein:
  2. Mit welchen Begriffen werden hier Menschen bezeichnet, deren Leben man für „lebensunwert“ hält?
  3. Welche Argumente werden gefunden, um ihr Leben als „überflüssig“ anzusehen?
  4. Welches Leben wird als „wertvoll“ angesehen?
  5. Welche Gedanken gehen Dir durch den Kopf, wenn Du diese Texte liest?

Aufgabenstellung B

  1. Lies bitte das Informationsblatt   „Survival of the Fittest“ B.
    Trage die Antworten zu den nächsten Fragen bitte in Dein Heft / Deinen Ordner ein:
  2. Mit welchen Begriffen werden hier Menschen bezeichnet, deren Leben man für „lebensunwert“ hält?
  3. Welche Argumente werden gefunden, um ihr Leben als „überflüssig“ anzusehen?
  4. Welche Wertmaßstäbe liegen diesen Argumenten zu Grunde?
  5. Welche Gedanken gehen Dir durch den Kopf, wenn Du diese Texte liest?
  6. Gibt es auch heute noch Leben, welches als weniger wertvoll erachtet wird?

 

Aufgabenstellung F

Finde bei Planet Wissen heraus, wie sich der Gedanke von “minderwertigem Leben” von der Zeit Darwins bis heute entwickelt hat.

Für intensiver Interessierte:

Ein anspruchsvoller Artikel zum selben Thema findet sich hier: “Was heißt Eugenik?”

In diesem Artikel wird der Gedanke bis in die neueste Zeit hinein verfolgt.

2 Zwangssterilisationen

Zwangssterilisationen Aufgabenstellung A

  1. Lies bitte das Informationsblatt „Zwangsweise unfruchtbar gemacht“.

Trage die Antworten zu den nächsten Fragen bitte in Dein Heft / Deinen Ordner ein:

  1. Welche Methoden verwendeten die Wissenschaftler, um herauszufinden, wer erbkrank ist?
    Welche Methoden würden heute verwendet?
  2. Welche Personen galten als erbkrank?
  3. Warum hat sich die evangelische Kirche nicht dagegen gewehrt?

Zwangssterilisationen Aufgabenstellung B

  1. Lies bitte die „Gedanken zur Zeugungshygiene und Ehebeschränkungen“.

Trage die Antworten zu den nächsten Fragen bitte in Dein Heft / Deinen Ordner ein:

  1. Vor welchen Personen wollte der Arzt eine Braut schützen und wen fand er für die Zeugung ungeeignet?
  2. Anhand des Textes „Zwangsweise unfruchtbar gemacht“  kannst Du herausfinden, wer als erbkrank galt und wie herausgefunden wurde, wer erbkrank war.
  3. Warum hat sich die Evangelische Kirche nicht dagegen gewehrt?
  4. Überlege Dir, weshalb die Katholische Kirche (der Vatikan) gegen Zwangssterilisationen war.
Minderwertiges Erbgut

3 Opfer der Zwangssterilisation

Aufgabenstellung A

Für viele war die Aussicht, für immer unfruchtbar gemacht zu werden, furchtbar.
Lies den Text   „…es wär besser, wenn der Hitler net komme wär!“ oder betrachte das Video “Dorothea Buck – Opfer von Zwangssterilisation”.
Beschreibe die Folgen für die Betroffenen

Aufgabenstellung B

  1. Für viele war die Aussicht, für immer unfruchtbar gemacht zu werden, furchtbar. Lies den Text   „…es wär besser, wenn der Hitler net komme wär!“. oder betrachte das Video “Dorothea Buck – Opfer von Zwangssterilisation”..
    Beschreibe die Folgen für die Betroffenen.
  2. Anna V. war eine der jungen Frauen, die zwangsweise unfruchtbar gemacht wurden. Lies ihre Geschichte.
  3. Stell Dir vor, Anna hätte als ältere Frau ihre Geschichte aufgeschrieben. Wie hätte wohl ihre Sicht der Dinge ausgesehen?

4 Propaganda

Aufgabenstellung A

Die Nazis machten für ihre politischen Ansichten Werbung (Propaganda). Dazu benutzen sie verschiedene Möglichkeiten: Filme, Bücher, Zeitungen, Karikaturen, Plakate und Ausstellungen. Beispiele dafür findest Du in den Vorlagen. Schau Dir die Vorlagen an.

Vorlage 1
Vorlage 2
Vorlage 3
Vorlage 4
Vorlage 5
Vorlage 6

Wähle eine Vorlage aus und erarbeite folgende Fragen:

  1. Was wird auf dem Bild dargestellt?
  2. Wie sind die Bilder aufgebaut und gestaltet? (Beachte zum Beispiel die Körperhaltung, den Gesichtsausdruck, die Blickrichtung oder von welchen Grundlagen die Berechnungen ausgehen).
  3. Wie beeinflusst/e dieses Medium die Betrachter in der damaligen Zeit und heute?
  4. Was wollten die Nazis mit dieser Propaganda bei den Betrachtern erreichen?
  5. Wie erlebst du diese Form der Beeinflussung?
  6. Damals war klar, was ein ‘wertvolles’ Leben und was ‘lebensunwert’ war. Werten wir heute nicht mehr?

Aufgabenstellung B

Geistig behinderter Mensch

Die Nazis machten für ihre politischen Ansichten Werbung (Propaganda). Dazu benutzen sie verschiedene Möglichkeiten: Filme, Bücher, Zeitungen, Karikaturen, Plakate und Ausstellungen. Beispiele dafür findest Du in den Vorlagen. Schau Dir die Vorlagen an.

Vorlage 1
Vorlage 2
Vorlage 3
Vorlage 4
Vorlage 5
Vorlage 6

  1. Wähle eine Vorlage aus und erarbeite folgende Fragen:
    1. Was wird auf dem Bild dargestellt?
    2. Wie sind die Bilder aufgebaut und gestaltet? (Beachte zum Beispiel die Körperhaltung, den Gesichtsausdruck, die Blickrichtung oder von welchen Grundlagen die Berechnungen ausgehen).
    3. Wie beeinflusst/e dieses Medium die Betrachter in der damaligen Zeit und heute?
    4. Was wollten die Nazis mit dieser Propaganda bei den Betrachtern erreichen?
    5. Wie erlebst du diese Form der Beeinflussung?
  2. In Vorlage 7 findest Du ein Beispiel für eine Mathe-Aufgabe aus einem Schulbuch von 1935 (Ein Beispiel für ein solches Schulbuch findest Du bei Planet Wissen).
  3. Welche Menschen wurden gegeneinander ‘aufgerechnet’?
  4. Auf welche Weise sollten die Kinder mit diesen Aufgaben beeinflusst werden?
  5. Unter welchen Gesichtspunkten werden Menschen hier betrachtet?
  6. Was würdest Du zu dem Satz sagen: “In unserer heutigen Gesellschaft werten wir Menschen nicht mehr”?

5 Der Erlass Hitlers

Aufgabenstellung

  1. Um die Menschen zwangsweise sterilisieren zu können, hatte man ein Gesetz erlassen. Zur Tötung der behinderten Menschen hat es nie ein Gesetz gegeben, sondern nur ein „Ermächtigungsschreiben“.
    Lies Dir den Auftrag Adolf Hitlers zur „Aktion Gnadentod“ durch.
  1. Überlege und notiere: Wer ist „nach menschlichem Ermessen unheilbar krank“?
  1. Hitler sagt nicht: „die Tötung durchgeführt werden kann“ sondern „der Gnadentod gewährt werden kann“. Welche Vorstellung vom Tod dieser unheilbar Kranken steckt in dem Substantiv und dem Verb, die Hitler hier wählt?
  1. Kannst Du Dir vorstellen, welche Vorteile er und seine Gesinnungsgenossen sich von der Tötung dieser Menschen versprachen?
    Hinweise kannst Du in der „Ansprache an die Oberbürgermeister des Deutschen Gemeindetages“ finden. Notiere Deine Ergebnisse.

6 Planung und Aufbau

Aufgabenstellung A

  1. Lies den  Info-Text A  durch.
  2. Du findest eine Vorlage, die die einzelnen Schritte beschreibt.
    Ordne sie in der richtigen zeitlichen Reihenfolge und schreibe das Ergebnis in Dein Heft / Ordner.
  3. Welche Menschen sollten erfasst werden, um sie zu töten? Du findest die Angaben auf dem „Merkblatt“.
    Notiere Deine Ergebnisse ebenfalls.

 

Aufgabenstellung B

  1. Lies den Info-Text B durch.

Bitte schreibe die Ergebnisse der Aufgaben 2 – 4 in Deine Heft / Ordner auf.

  1. Du findest eine Vorlage, die die einzelnen Schritte beschreiben.
    Ordne sie in der richtigen zeitlichen Reihenfolge.
  1. Die Mitarbeit war freiwillig. Eine Krankenschwester schildert ihre Tätigkeit.
    Lies ihre Schilderung.

    1. Wofür wäre sie bestraft worden, wenn sie nicht mitgearbeitet hätte?
    2. Warum hatte wohl niemand Einwände gegen das Euthanasie-Programm?
  2. Welche Menschen sollten erfasst werden, um sie zu töten? Du findest die Angaben auf dem „Merkblatt“.

Aufgabenstellung F

Finde heraus, wie viele Mord-Anstalten es insgesamt im Deutschen Reich während der NS-Zeit für Kranke und Behinderte gab, wann sie arbeiteten und wie viele Opfer jeweils zu beklagen sind.

7 Durchführung der “Euthanasie”-Aktion

Aufgabenstellung A

  1. Lies den Info-Text durch und fasse den letzten Weg zusammen, den die Opfer gehen mussten. Vielleicht kannst du dies auch grafisch darstellen?
  1. Einer der diesen Weg gehen musste, war Theodor K.
    Lies seinen Lebenslauf.
  1. An seine Eltern, wie an alle anderen Angehörigen auch, wurde ein „Trostbrief“, verschickt. Kaum eine der Angaben stimmte.
    Welche Absicht steckte wohl hinter dem Aufwand, diese gefälschten Trostbriefe zu versenden?

Aufgabenstellung B

  1. Emma Z. wurde in Grafeneck umgebracht. Ihr Enkel hat versucht, ihren Lebenslauf nachzuvollziehen – auch ihren letzten Tag.
    1. Rekonstruiere anhand dieses Berichtes, wie die Durchführung der Vernichtung erfolgte. Vielleicht kannst Du dies auch grafisch darstellen?
    2. Emma Z. war nicht geistig behindert, noch nicht einmal „geisteskrank“. Was waren – letztendlich – die Gründe für ihre Ermordung?
  1. Einer der diesen Weg gehen musste, war Theodor K. Lies seinen Lebenslauf.
  1. An seine Eltern, wie an alle anderen Angehörigen auch, wurde ein „Trostbrief“, verschickt. Kaum eine der Angaben stimmte.
    Welche Absicht steckte wohl hinter dem Aufwand, diese gefälschten Trostbriefe zu versenden?

Aufgabenstellung F

Versuche herauszufinden, ob es auch in Deinem Ort Opfer der „Euthanasie“-Mordaktion gab. Kannst Du etwas über sie in Erfahrung bringen?

8 Video: Grafeneck 1940

Aufgabenstellung

  1. Planet Schule hat den Film “Grafeneck 1940” online gestellt. Betrachte ihn: Grafeneck 1940
  2. Es werden drei Schicksale vorgestellt: Der Schuhmacher Martin Bader, die Pfarrfrau Emma Dapp und der siebenjährige Dieter Neumeier. Auf Grund welcher “Behinderungen” wurden diese drei Menschen getötet?
  3. Was machte aus der Sicht der Nationalsozialisten einen Menschen aus (Worin unterscheidet er sich vom Tier)?

9 Die grauen Busse kommen nach Stetten

Aufgabenstellung

  1. Auch in unserer Heimat waren viele Einrichtungen betroffen. Besonders ausführliche Beschreibungen liegen aus der heutigen „Diakonie Stetten“ vor.
    Sie zeigen, wie die Ausführung des „Euthanasie“-Programmes in der Praxis vor sich ging. Lies den Text   „Die grauen Busse kommen nach Stetten”.
  2. Besonders mutig war einer der Mitarbeiter der damaligen Anstalt Stetten, der die Briefe, die betroffene Bewohner an ihre Angehörigen geschrieben haben, schon damals an die Öffentlichkeit brachte unter dem Titel  „Was geht in Stetten vor?
  3. Stell Dir vor, Du wärst einer der Mitarbeiter damals gewesen. Welche Gedanken wären Dir in dieser Zeit wohl durch den Kopf gegangen?

10 Protest und Widerstand

Aufgabenstellung A

Es gab gegen die „Aktion Gnadentod“ Proteste von Privatpersonen und Institutionen. Meistens erfolgte sie in Briefform. Du findest zwei solcher Proteste vor:

Welche Argumente bringen sie in ihren Schreiben vor?

Aufgabenstellung B

Es gab gegen die „Aktion Gnadentod“ Proteste von Privatpersonen und Institutionen. Meistens erfolgte sie in Briefform.
Du findest vier solcher Proteste vor:

Wähle unter diesen Protestformen zwei aus und untersuche, welche Argumente verwendet wurden.

 

Kath. Kardinal von Galen

 

Ev. Landesbischof Theophil Wurm

                                                                                                                              Aufgabenstellung F

Es gibt weitere Gegner des Euthanasie-Programms, die ihre Stimme erhoben habe. Versuche ein weiteres Beispiel zu finden.

11 Das Ende

Aufgabenstellung

  1. Eigentlich kann man zweimal von einem “Ende” der “Euthanasie”-Aktion sprechen. Finde im  Info-Text heraus, weshalb.
  2. Finde die Gründe für die Beendigung der “Euthanasie”-Aktion in Grafeneck heraus.
  3. Was ist unter der “wilden Euthanasie” zu verstehen?
  4. Es ist nachgewiesen, dass kaum einer der Täter Reue empfand. Kannst Du Dir vorstellen, woran das lag?

12 Was geschah mit den Tätern und Täterinnen?

Aufgabenstellung

  1. Betrachte die vorletzte Sequenz des Films   “Grafeneck 1940 – Das routinierte Morden der Täter”.
    Wie wurden die tötenden Mediziner bestraft?
  2. Auch in Hadamar waren Menschen mit Morden beschäftigt. In dieser psychiatrischen Anstalt war die 2. Mordphase, in der unkontrolliert  getötet werden konnte, besonders ausgeprägt.
    Informiere Dich über die 2. Mordphase, die Täter und die Prozesse, die nach dem Krieg stattfanden und fasse die wichtigsten Ergebnisse kurz zusammen.
  3. Einen Überblick über die gesamte Strafverfolgung in Ost- und Westdeutschland nach dem Krieg findest hier:
    “Strafverfolgung der Täter”.
    a) Mit welchen Argumenten verteidigten sich die Täter?
    b) Welche Antworten würdet ihr als Richter auf diese Argumente finden?

Wer sich noch genauer informieren will:

Dokumentation “Hitlers Eliten nach 1945 (1/6) Ärzte – Medizin ohne Gewissen”

 

14 Impressum

Diese Themenmappe wurde erstellt von Andrea Lehr-Rütsche

Ort, Datum: Schorndorf, den 10. August 2012/2018


Hinweis zur Verwendung des E-Portfolios

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Namensnennung Sie müssen den Namen des Autors/Rechteinhabers in der von ihm festgelegten Weise (siehe Impressum) nennen.

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