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Siegeszug: 10 Gründe für den Erfolg von Wikis

Am 16.01.2008 hatte das bekannteste Wiki, die Online-Enzyklopädie Wikipedia 7. Geburtstag. Die Internetseite, die nur von ehrenamtlicher Mitarbeit lebt, gehört zu den zehn meist genutzten Internetseiten weltweit. Und allerorts, auf den verschiedensten Internetseiten, sprießen Wikis. Was ist das Geheimnis für den Erfolg der Wiki-Software?

 

 


1. Geht schnell
Wiki heißt schnell. Probieren Sie es aus: Klicken Sie auf "Bearbeiten" und legen Sie los! Für die Formatierung gibt es einige Kniffe. Dank übersichtlicher Hilfen sind auch die leicht erlernbar. 

2. Ist nonproprietär und ubiquitär
Zwei schöne Worte! Darauf läuft es hinaus:
Man muss dafür keine Software kaufen oder installieren. Weltweit kann man mit einem üblichen Internet fähigen Browser Wikis lesen und darin schreiben.  

3. Ist sicher
Die treue Software, die hinter einem Wiki steckt, speichert die kleinste Änderung. Und selbstverständlich auch jede Seite, die irgendwann einmal angelegt wurde. Das heißt. Auch wenn ein Spaßvogel einmal den kompletten Eintrag löscht, ist das kein Problem: Mit entsprechendem Klick auf "Versionen" ist eine frühere Version wieder herstellbar.

4. Flache Hierarchien
Was in Organisationen propagiert wird, ist bei Wikis umgesetzt: Wikiseiten stehen zunächst gleichwertig nebeneinander. Die Benutzerinnen und Benutzer können sie verknüpfen und zuordnen. Und stellen so – in "ordnender Aktivität" (2) einen Zusammenhang her. Eine denkerische Herausforderung, die gemeinsam erbracht wird.

5 Finger5. Gewinnt durch Kooperation
Eine einzelne Wikiseite? Ist unbedeutend. Erst durch die Verknüpfung mit anderen Seiten wird ein Beitrag wahrgenommen. Und durch die Einbindung in einen Kontext gewinnt er seinen Wert: Dass hier nämlich ein bestimmter Einzelaspekt bearbeitet und anderen verfügbar gemacht wird.

6. Ist multimedial
Man will ja nicht nur lesen und schreiben: Wikis ermöglichen auch die Einbindung von Audiodateien, Bildern usw. Diese können hochgeladen und in die Wikiseiten eingebunden werden.

7. Ist grenzenlos und dokumentiert den Prozess
Wikiseiten sind praktisch nie "fertig". Sie können ständig weiter geschrieben, überarbeitet und aktualisiert werden. Es gibt keine Beschränkungen, was Umfang und Zeitraum der Bearbeitung betrifft.
Das heißt auch: Über die Versionen-Ansicht lassen sich die Veränderungen verfolgen, der Entwicklungsprozess wird anschaulich.
Damit ist hier öffentlich dokumentiert, wie sich das Generieren von Wissen in sozialer Kooperation vollzieht. Einzigartig!

5 Finger8. Ist offen für alle
Wikis sind öffentlich. Jede Person, Kinder und Erwachsene, haben Zugang. Eine Leserin nimmt z.B. wahr, was ein Vorgänger geschrieben hat und fügt ihren Beitrag ein. Der nächste Leser ergänzt wieder etwas.

 
9. Lehrt Kooperation
So kommen durch eine Wiki-Seite Leserinnen und Autoren, Ko-Redakteurinnen und Korrektoren automatisch in Berührung: Zusammenarbeit ist wesensmäßig und wird geübt. Eine eigene Seite "Diskussion" steht immer bereit, um miteinander in Austausch zu treten.

10. Entwickelt Kompetenzen
Wer in einem Wiki schreibt und mitschreibt, trainiert automatisch verschiedenste Kompetenzen:
Informationen sammeln, auswerten, verschriftlichen, zuordnen und strukturieren, anreichern durch Bilder und Medien, überprüfen, redigieren, … Sachwissen, Ausdrucksfähigkeit und Leser orientiertes Schreiben, Rechtschreibung, Einblick ins Urheberrecht, Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit – all das wird geschult.

Gleichzeitig wird deutlich: Niemand kann alles gleich gut. Gerade das unterschiedliche Knowhow und die verschiedenartigen Ressourcen der Beteiligten tragen dazu bei, dass eine Wikiseite qualitätsvoll ist.
Kein Wunder, dass Wikis nun auch im Bildungsbereich auf Siegeszug sind!

 

Weiterlesen 

  •  Wikis als "Fitnesstrainer": Trainieren Sie Kompetenzen – mehr


Anmerkungen

(1) Alexa. The Web Information Company. Global Top 500. – mehr 

(2) Rolf Dieter Preller. Web 2.0 – LdL greift um sich. Mailingliste LdL. 05.02.08 

 

Februar 2008

Julia Born

 

 


Themenwochen Online-Lernen
Februar 2008: Wiki und Lernen 2.0


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