Starten Sie ins Online-Lernen

Wikis, Web 2.0 und “E-Learning 2.0”

Kreis von JugendlichenWikis gehören zu den interaktiven Angeboten aus dem Bereich des Web 2.0. Zur "Social Software", die es Menschen ermöglicht, an den
verschiedensten Orten, zu verschiedenen Zeiten miteinander in Kontakt
zu treten und zusammen zu arbeiten. Ein Blick auf Wikis, das
Phänomen 2.0 und "Lernen 2.0".

 

I. Wiki = schnell
II. Web 2.0: Leserinnen und Besucher schaffen Inhalte
III. Wandel der Qualitätskriterien
IV.  "E-Learning 2.0"
V. rpi-virtuell als "2.0-Lernportal"

I. Wiki = schnell
"Ein
Wiki (Hawaiisch für "schnell"), seltener auch WikiWiki und WikiWeb
genannt, ist eine Sammlung von Intranet- oder Internetseiten (also eine
Website), die von den Benutzern nicht nur gelesen, sondern auch in
Echtzeit online geändert werden kann. Wikis ermöglichen es, dass
verschiedene Menschen gemeinschaftlich an Texten arbeiten
(Autorengemeinschaft)", beschreibt das wohl berühmteste Wiki, nämlich
die Online-Enzyklopädie Wikipedia (1).

Zu
jeder Seite gehört eine Unterseite "Diskussion", auf der sich
Autorinnen und Autoren, Leserinnen und Leser über Inhalt und Struktur
austauschen können. Unter der Rubrik "Versionen" lassen sich frühere
Fassungen nachlesen.

In dem Aufsatz
"Web 2.0 – das ‘neue’ Internet macht Schule!" beschreibt Volker
Rüddigkeit vom Amt für Lehrerbildung in Frankfurt ausführlich diese und
weitere Features wie Podcast und Social Bookmarks und macht Vorschläge
zur Nutzung in der Schule
. (2)

Klick!II. Web 2.0:
Leserinnen und Besucher schaffen Inhalte

Bei Web
2.0 geht es nicht um neue Soft- oder Hardware. Der Ausdruck beschreibt
eine neue Art der Internetnutzung, die sich von "Version 1" deutlich
abhebt:
Benutzerinnen und Benutzer bleiben nicht mehr passiv und nehmen Inhalte
zur Kenntnis, sondern sie gestalten Inhalte mit bzw. produzieren sie
selbst.

Unterstützt
wird das durch entsprechende, als "Social Software" bezeichnete
Programme, "die Kommunikation, Interaktion und Zusammenarbeit im
Internet unterstützen (z.B. E-Mail- oder Community-Plattformen).
Innerhalb
des WorldWideWeb hat Social Software Angebote wie Weblogs oder die
Onlineenzyklopädie Wikipedia ermöglicht. Kommentare in ein Weblog zu
schreiben oder Beiträge für Wikipedia zu verfassen, ist durch Social
Software ebenso einfach wie das Tippen einer E-Mail. … Social
Software ermöglicht eine aktive Nutzung des WWW. Die Nutzer können
Inhalte produzieren, sich untereinander vernetzen oder über eine
Plattform kommunizieren und sich selbst darstellen."

Diese Plattformen "leben davon, dass sich möglichst viele Nutzer aktiv einbringen". (3)

Klick!III. Wandel der Qualitätskriterien
Mit
Web 2.0 verbunden ist ein Wandel der Qualitätswahrnehmung: Gerade die
subjektive Wertung, der emotional gefärbte, persönliche Eintrag, der
auch unfertig und undurchdacht sein kann, wird gesucht und wahrgenommen
und bietet einen Kristallisationspunkt für andere Leserinnen und
Besucher, die Einschätzungen und weitere Informationen ergänzen.

Aus
dem Qualitätskriterium "Objektivität" wird der intersubjektive Diskurs,
verstanden als konstruktiver und vielfältiger Austausch unter einer
größeren Zahl interessierter Subjekte. "Die Weisheit der Masse", nennt
Stefanie Panke es. (4)

Und das
funktioniert tatsächlich. Der Online-Enzyklopädie Wikipedia wird
inzwischen allgemein Anerkennung gezollt. So ließ die Illustrierte
Stern (5) von einem unabhängigen Institut 50 Artikel in Wikipedia und
Brockhaus prüfen und zwar unter den Kriterien Richtigkeit,
Vollständigkeit, Aktualität und Verständlichkeit.
Das Ergebnis: 43 der 50 getesteten Artikel wurden besser bewertet als die zu den gleichen Themen im Brockhaus …

Ein
weiteres Beispiel sind die Diskussionen zu Blogeinträgen, die sich zu
einem einzelnen Beitrag als Kristallisationspunkt entwickeln können.
Der Wert des Beitrags liegt so in den Reaktionen und
Reflexionsprozessen, die er hervorrufen konnte. Hier gibt es
Überschneidungen zur Verwendung von Foren.

WorkshopIV.  "E-Learning 2.0"
Web
2.0 fördert technische Möglichkeiten und Nutzergewohnheiten, die die
Bildung von Learning Communities unterstützen, ja, eine Voraussetzung
dafür sind. Dazu gehört auch, die eigene Mitverantwortung für den
Content wahrzunehmen. Wissen und Kompetenzen konstituieren im Web 2.0
Verantwortung.

Michael Kerres (6) denkt darüber nach, was Web 2.0 fürs
Online-Lernen bedeutet. Er beschreibt folgende Grenzverschiebungen:


  • Wenn aus Konsumenten ein Mitgestaltende und Mitverantwortliche werden,
    übernehmen sie Aktivitäten und Positionen, die früher den Lehrenden
    vorbehalten waren.
  • Weil
    ich durch die neuen Medien überall arbeiten und lernen kann (und mit
    den Personen, die ich mir dafür aussuche), werden neue Lernräume
    erschlossen: virtuelle und physikalische!
  • Ich schreibe
    Kommentare und Beiträge, wirke mit an Projekten und erstelle
    Veröffentlichungen. So zeige ich meine Lernaktivitäten. Diese sichtbar
    werdenden Lernwege und Lernprodukte sprechen viel besser für mich als
    z.B. eine Prüfung.
  • Damit verwischt andererseits auch die Grenze
    zwischen privaten und öffentlichen Aktivitäten. Wir müssen uns darauf
    einstellen, dass Privates zunehmend öffentlich wird, dass wir
    "sichtbarer" werden, wenn wir uns im Internet bewegen.  

rpi-virtuell - Startseite 2007V. rpi-virtuell als "2.0-Lernportal"
Kerres
beschreibt eine Reihe von Merkmalen eines "2.0-Lernportals", dazu
gehören z.B. Offenheit des Lernportals ins Internet, die Verbindung von
Lernplattform und persönlicher Arbeitsplattform, der Zugang zu
Werkzeugen zur Erstellung, Bearbeitung und Kommentierung von Ressourcen
sowie die Unterstützung von Kommunikation durch entsprechende
Werkzeuge. (6)

Die beschriebenen
Merkmale treffen weitgehend auf rpi-virtuell zu. Das ist nicht
überraschend, denn die Plattform ist ja als Arbeits-, Austausch- und
Mitmach-Plattform konzipiert.
Wikis und Blogs stehen bei
rpi-virtuell jedem zur Nutzung zur Verfügung. In jedem virtuellen
Klassenzimmer und Seminar kann mit einem Mausklick ein internes
Wiki eingerichtet werden. Mit reliwiki steht ein öffentliches Wiki zur
Verfügung.

Weiterlesen

  •  Siegeszug: 10 Gründe für den Erfolg von Wikis – mehr

Anmerkungen
(1) Wikipedia: Wiki – mehr [02.02.2008]
(2) Volker Rüddigkeit. Das neue Internet macht Schule. Dezember 2006. – mehr
(3)
Martin Fisch, Christoph Gscheidle. Onliner 2006: Zwischen Breitband und
Web 2.0 – Ausstattung und Nutzungsinnovation. Media Perspektiven
8/2006. S. 435, 436.  – mehr [01.07.2007]
(4) Stefanie Panke: Unterwegs im Web 2.0: Charakteristiken und Potenziale. 19.01.2007. S.2.  – mehr  [01.07.2007]
(5) Horst Güntheroth, Ulf Schönert. Wikipedia. Wissen für alle. Stern Ausgabe 50/2007. – mehr [27.12.2007]
(6) Michael Kerres: Potenziale von Web 2.0 nutzen. 05.08.2006. – mehr
[01.07.2007]


Februar 2008

Julia Born
 

Themenwochen Online-Lernen


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