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Auf der sicheren Seite: Online-Videos und Rechte

Das Internet läuft schier über an Filmclips, Video- und Audiodateien.
Mit einem Mausklick lässt sich fast jede Datei kopieren. Dennoch hier
ein Plädoyer fürs siebte Gebot, auch beim Medieneinsatz. Seien Sie ein
Vorbild für Ihre Schülerinnen und Schüler! Hier erfahren Sie, was Sie
dürfen – und was Sie besser nicht tun.

 

 

 


Plädoyer für das siebte Gebot – auch beim Medieneinsatz

Es ist ein unerfreuliches, aber wichtiges Thema: Das Internet läuft schier über an Filmclips, Video- und Audiodateien.
Man
kann man mit einem Mausklick fast jede Datei kopieren. Eine
Fernsehsendung kann man so programmieren, dass man sofort eine fertige
DVD erhält. Viele unter uns haben das eine oder andere wahrscheinlich
schon ausprobiert.
 
Die Crux mit dem Urheberrecht
Den meisten Menschen ist klar, worauf sie sich einlassen, wenn sie
betrunken Auto fahren, jemandem einen Kinnhaken verpasssen oder bei
Karstadt eine CD stehlen.
Doch was ist, wenn Lehrkräfte Arbeitsblätter kopieren, eine
mitgeschnittene Fernsehsendung oder eine in der Videothek geliehene DVD
im Unterricht einsetzen, oder ihre Schüler ermuntern, Materialien aus
dem Internet in ihren Arbeiten zu verwerten?

In Lehrerkreisen wird das Urheberrechtsgesetz gern als Knebelung der
pädagogischen Freiheit gesehen, gegen das man schon fast verstoßen
"müsse", um modernen Unterricht halten zu können.

Urheberrecht schützt den Schöpfer eines Werks
Dabei ist eher das Gegenteil der Fall: Das Urheberrechtsgesetz will in
erster Linie die kontinuierliche Schaffung neuer geistiger,
wissenschaftlicher und kultureller Werke fördern, indem es geistig
schöpferischen Menschen die Möglichkeit verschafft, von ihren Produkten
zu leben. Dies liegt im zentralen Interesse jeder Volkswirtschaft und
auch der gesamten Bildungslandschaft.

Und: Eigentlich sollte doch die (Religions!-)Lehrkraft den SchülerInnen
als gutes Beispiel voran gehen und nur legale Medien auf legale Weise
einsetzen.

Die wichtigsten Gebote und Verbote zum Thema Film im Unterricht

Wenn man Medien im Unterricht verwendet, hat man es tatsächlich mit
vielen Gesetzen und Verordnungen zu tun: Dem Urheberrechts-, dem
Jugendschutz-, dem Erziehungs- und Unterrichtsgesetz, dem Bürgerlichen
Gesetzbuch und in einigen Bundesländern mit kultusministeriellen
Erlassen bzw. Bekanntmachungen.

Hinzu kommt, dass es nur wenige Gerichtsurteile gibt, an denen man sich orientieren könnte. 

Das dürfen Sie …
Hier sind zu einer grundsätzlichen Orientierung einige Regeln zusammengestellt.
Im Unterricht verwendet werden dürfen:

  • Aufzeichnungen von Schulfernsehsendungen (1 Jahr lang),
    Nachrichtensendungen und öffentlich gehaltenen Reden, außerdem
    Fernsehsendungen zu Tagesfragen (solange das Thema tagesaktuell ist)
  • Videostreams aus dem Internet (z.B. aus der ARD- oder
    ZDF-Mediathek und von Youtube), die live im Unterricht angesehen
    werden. Die Sendungen bzw. Clips verschwinden leider nach einer
    gewissen Zeit wieder von den Seiten der Anbieter.
  • Privat gekaufte Medien, wenn sie im geschlossenen Klassenverband eingesetzt werden
  • Medien, die von kommunalen, staatlichen oder kirchlichen Medienzentralen entliehen oder gekauft wurden (siehe hier)
  • Medien, die über die Online-Portale der Länder bezogen
    wurden zu deren Nutzungsbedingungen (z.B. EDMOND, MESAX usw., siehe hier)


Das dürfen Sie nicht …
Nicht eingesetzt werden dürfen:

  • Fernsehaufzeichnungen (Ausnahmen: siehe oben)
  • Videos aus dem Internet, die auf der Festplatte des PC gespeichert wurden. Die Portale wie Youtube oder MyVideo erlauben es nicht, die Clips zu speichern.
  • Kopien von DVDs


Praxisorientierte Ratgeber zum Weiterlesen

  • Wolfgang Hillitzer, Leiter des Medienzentrums im Pädagogischen Institut der Stadt Nürnberg:
    Legaler Medieneinsatz im Unterricht.

    Grundsätze und Fallbeispiele
    Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (München): mehr
  • Johannes Philipp, Johannes Philipp, Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen:
    Medienrecht und Schule – Medien verantwortlich nutzen und selbst gestalten. Möglichkeiten und Grenzen des Urheberrechtsgesetzes
    Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (München): mehr
  • Aufschlussreich sind auch die "Fälle des Monats" bei Lehrer-online: mehr
  • Mehr zum Thema Urheberrecht im rpi-Wiki: mehr 


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  • Februar 2009: Bilder lernen laufen – Videos im Unterricht
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