Starten Sie ins Online-Lernen

Evangelisches Bildungsportal öffnet neue Lernräume

Unter www.evangelisches-bildungsportal.org
bietet das Zentrum Bildung
der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) eine virtuelle
Kommunikations- und
Lernplattform. Als erster Kurs starteten 2009 fünfzehn Erzieherinnen
mit der online unterstützten Fortbildung "Mit Kindern ins Gespräch über
Gott kommen". Gunter Böhmer berichtet.

 

Gunter Böhmer

 

Gunter Böhmer
ist Koordinator und Fachberater im Zentrum Bildung der Evangelischen
Kirche in Hessen und Nassau. Er ist Ansprechpartner und Projektleiter
für das Evangelische Bildungsportal www.evangelisches-bildungsportal.org.


Evangelisches Bildungsportal eröffnet virtuelle Lernräume

Das
Evangelische Bildungsportal bietet in Zusammenarbeit mit rpi-virtuell
aktuelle Informationen, Materialien und Foren zu Bildungsthemen.
Gleichzeitig können sich die Nutzerinnen und Nutzer in virtuellen
Seminarräumen treffen, sich austauschen und fortbilden.
Auch das
Zentrum Bildung der EKHN mit seinen drei Fachbereichen wird in den
nächsten Jahren solche Fortbildungen anbieten, und zwar in Form des
"Blended Learning". Dieses Konzept des online unterstützten Lernens
umfasst Präsenz- und Online-Phasen.

"Mit Kindern ins Gespräch über Gott kommen" – Fortbildung für Erzieherinnen

Erste
Erfahrungen mit online unterstützter religionspädagogischer machten
fünfzehn ErzieherInnen im Frühsommer 2009. Die Fortbildung wurde in
Kooperation mit der Pädagogischen Akademie des Elisabethenstiftes in
Darmstadt durchgeführt.

Das Format
Das Lernangebot umfasste zwei Präsenztage. Dazwischen gab
es eine vierwöchige Online-Phase. In der Ausschreibung wiesen wir
deutlich auf das besondere Profil des Kurses hin.

Sabine Müller-Langsdorf von der Pädagogischen Akademie Elisabethenstift
und Joachim Dietermann vom Zentrum Bildung der EKHN, beides Pfarrer,
hatten die Online-Fortbildung inhaltlich konzipiert
und begleiteten sie. Sie hatten auch die vier Studienbriefe entwickelt, die
wöchentlich online gestellt wurden.

Am
ersten Präsenztag wurde inhaltlich in das Seminarthema eingestiegen.
Zudem gab es eine ausführliche technische und methodische Einführung in
die Lernplattform.
Anschließend bekamen
die Teilnehmenden viele Anregungen, um über das eigene Gottesbild
nachzudenken und sensibler zu werden für die religiösen Äußerungen der
Kinder.

Technischer Support
Als Unterstützung hatten wir außerdem eine Telefonhotline für den
technischen Support eingerichtet. Wir wollten nicht, dass die Technik
bzw. die Navigation auf der Lernplattform ein Hindernis darstellt und
die Lernmotivation auf diese Weise gebremst wird. Die Teilnehmenden konnten so bei Bedarf schnell Hilfe erfahren.

Evaluation

Mit einem ausführlichen Evaluationsbogen und einem Feed-Back Gespräch
am Ende des zweiten Präsenztages evaluierten wir die Fortbildung. Wir
stellen damit sicher, dass die gewonnenen Erfahrungen des Seminarteams
und der Teilnehmenden in die Optimierung und Weiterentwicklung
zukünftiger Blended-Learning Kurse einfließen.

Positive Rückmeldungen

  • Die Einführung in die Lernplattform am ersten Präsenztag wurde von den Teilnehmenden ausdrücklich als positiv erlebt.
  • Sehr viel Lob hatten die Teilnehmerinnen für Studienbriefe, die sehr ansprechend und lesefreundlich gestaltet waren.
  • Die Teilnehmenden bestätigten auch, dass die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten des online unterstützten Lernens gut funktionierte.
    "Die Stärke der Online-Phase war, dass ich mir die Zeit nehmen konnte,
    die ich brauchte um mir Gedanken zu machen", bilanzierte eine
    Teilnehmerin.
  • Die Selbststeuerung des eigenen Lernens wurde positiv erlebt. Sie
    hat die Selbstauseinandersetzung intensiviert aber auch Selbstdisziplin
    erfordert, so die Rückmeldung der Erzieherinnen.

Hürden

  • Kritisch gesehen wurde die Tatsache, dass die Fortbildungszeit
    zum großen Teil als "Privatvergnügen" erlebt wurde. Es wurde zumeist
    von zuhause aus gearbeitet. Am Arbeitsplatz, in den Kindertagesstätten,
    fehlten die Ruhe oder die Möglichkeiten (z.B. kein Internetzugang)
    dazu.
    "Drei bis vier Stunden Freistellung pro Woche hätte es gebraucht", waren sich alle einig.
    Das Zentrum Bildung wird diese Anregung aufnehmen und zukünftig in den
    Ausschreibungen genau die Fortbildungstage (Präsenz- wie Onlinephase)
    angeben, die für den jeweiligen Blended-Learning Kurs geplant sind,
    damit der Zeitbedarf entsprechend berücksichtigt werden kann.
  • Die Kommunikation untereinander gestaltete sich offensichtlich
    schwieriger. In der Auswertungsrunde am zweiten Präsenztag wurden die
    Gründe deutlich. Neben technischen Problemen fehlte teilweise auch die
    praktische Übung im Umgang mit der Fülle an interaktiven Möglichkeiten
    und den sogenannten eTools.
    Auf der Lernplattform stand ein Forum, ein Seminarwiki, ein Chat und
    eine "Cafeteria", ein Forenstrang zum Plaudern zur Verfügung. Eine
    Diskussion fand nur zeitversetzt im Forum statt, berichteten die
    Teilnehmenden. Beim nächsten Mal denken wir daher an die Reduktion der
    interaktiven Angebote. "Vielleicht hätte man feste Zeiten vereinbaren
    sollen, um sich zu treffen", war ein Verbesserungsvorschlag.
  • "Auch die Zeiten zwischen den vier Studienbriefen sollte
    verdoppelt werden", meinten die Erzieherinnen. "Eine Woche war zu
    kurz."

Evangelisches Bildungsportal: Offen für Kooperationen

Martina Klein, Leiterin des Zentrums Bildung, zeigte sich erfreut
darüber, dass sich fünfzehn Mitarbeiterinnen von Kindertagesstätten auf
das Abenteuer "Online-Fortbildung" eingelassen haben. "Sie sind die
erste Gruppe, die das neue Bildungsportal in dieser Form genutzt hat".
Jetzt gelte es das Angebot weiterzuentwickeln und bekannt zu machen.

"Auf weitere Kooperationspartner wollen wir zugehen", ergänzte Gunter Böhmer, Projektleiter des Bildungsportals.
Regionale Gruppen, die eine Plattform für ihre Diskurse suchen, könnten
vom Evangelischen Bildungsportal profitieren. Ebenso Kindertagesstätten
und andere Bildungsträger im Gebiet der EKHN, die für ihre Projekte
eine internetbasierte Lern- und Arbeitsumgebung nutzen wollen.

Gunter Böhmer, Elke Heldmann-Kiesel
(Zentrum Bildung der EKHN, Darmstadt)

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