Starten Sie ins Online-Lernen

Editorial: Der Klick machts – Was beim Online-Lernen anders ist

ArbeitsgruppeOnline unterstütztes Lernen (OUL) sei "eine neue Dimension des
Lernens", sagte die Teilnehmerin einer Fortbildung. Sie hat recht. Individuelle Lernwege gehen und gleichzeitig kooperieren, Lernprozesse und Lernprodukte dokumentieren, Kompetenzen trainieren, das alles lässt sich mit OUL erreichen.

Online unterstütztes Lernen (OUL) hat vielfältige Formen: vom reinen Online-Seminar bis zu Mischformen aus Präsenz- und Online-Lernen. In jedem Fall können die Vorteile solcher Lernformen eine Bereicherung sein und qualitative Verbesserungen ermöglichen.
In dieser Ausgabe der Themenwochen Online-Lernen haben wir für Sie Erfahrungen und Beobachtungen aus Aus- und Fortbildung zusammen gestellt.

Der Klick machts – Was beim Online-Lernen anders ist

  • Zum Vergleich:
    – Szenen einer Präsenzfortbildung
    – Szenen einer Online-Fortbildung
  • Der Klick machts – Was beim Online-Lernen anders ist
    – OUL fördert individuelle und kooperative Lernprozesse
    – OUL fördert kompetenzorientiertes Lernen
    – OUL dient der Dokumentation von Lernprozessen und Ergebnissen

Zum Vergleich: Szenen einer Präsenzfortbildung

Die Kollegin hat schnell ein Brötchen zu Mittag gegessen und fährt jetzt zu einer Fortbildung, die heute Nachmittag stattfindet. Sie schafft es noch pünktlich. Die meisten Teilnehmenden sind schon da. Sie sucht sich einen Platz, holt sich Kaffee und winkt einem bekanntem Kollegen zu.
Dann geht es los. Der Referent hält seinen Vortrag. Die Kollegin hört aufmerksam zu. Manche notieren mit, einige Zwischenfragen werden gestellt. Anschließend gibt es eine kleine Diskussion, an der sich ungefähr ein Drittel der Anwesenden beteiligt.

Nach der Pause folgt eine Arbeitsphase, in der in der Kleingruppe darüber diskutiert werden soll, welche Auswirkungen die Darlegungen für die Unterrichtspraxis haben. Die Kollegin ist in einer netten Gruppe. Im anschließenden Plenum werden einige Ideen gesammelt und kurz besprochen. Dann endet die Fortbildung.
Am Ende der Fortbildung ist die Kollegin zufrieden. Es war ein interessanter Vortrag, einige gute Ideen und ein netter Austausch. Sie hat das Gefühl, mal wieder etwas für sich getan zu haben.

Dann fährt sie schnell nach Hause. Sie isst etwas und setzt sich an den Schreibtisch. Es ist spät geworden, deshalb muss es schnell gehen. Sie holt die Unterlagen vom letzten Jahr heraus und bereitet die nächsten Stunden vor.

Szenen einer Online-Fortbildung

Eine Kollegin nimmt an einer Online-Fortbildung teil. Sie hat ein Handout bekommen, es ausgedruckt und gelesen. Im Forum hat sie sich mit den Seminarkolleginnen und Kollegen darüber ausgetauscht. In dieser Woche geht es nun darum, auf Grundlage der Informationen ein Unterrichtskonzept zu entwerfen.

Sie sitzt zu Hause an ihrem Schreibtisch und macht sich Notizen. Sie hat eine bestimmte Klasse vor Augen, in der das Thema demnächst dran ist. Was sollen die Schülerinnen und Schüler lernen? Wie könnte sie es ihnen vermitteln? Sie erstellt eine Unterrichtsskizze und trägt sie im Seminarwiki im Online-Seminarraum ein.

Am Wochenende hat sie einen Telefontermin mit ihrem Lernpartner. Er ist in einer anderen Schulart tätig. Sie tauschen sich über ihre Konzepte aus. Durch die unterschiedliche Schulart kommt eine andere Perspektive dazu. Das stellt sich als interessant heraus.
Nach dem Gespräch überarbeitet sie ihr Konzept noch einmal. Ihre Mitarbeit im Forum und die ausgearbeitete Unterrichtsskizze sind die Grundlage für den Schein über die erfolgreiche Teilnahme.

Am Ende der Fortbildung ist die Kollegin zufrieden. Sie hat sich vier Wochen lang mit dem Fortbildungsthema auseinander gesetzt. Sie hat das Gefühl, nun wirklich mehr davon zu verstehen. Gleichzeitig hat sie einen Unterrichtsentwurf für ihre Klasse, den sie demnächst ausprobieren wird. Mit ihrem Kollegen aus dem Seminar hat sie verabredet, dass sie dann noch einmal telefonieren und sich von ihren Erfahrungen berichten.

Der Klick machts – Was bei Online-Lernen anders ist

Dass online unterstütztes Lernen das Lernen flexibel macht, wurde schon oft genug erwähnt. Innerhalb eines festgelegten Rahmens lassen sich Lernzeit und -ort frei wählen. Das schätzen besonders Kolleginnen und Kollegen, die aufgrund von Verpflichtungen, von familiären oder schulischen Rahmenbedingungen nicht gut abkömmlich sind.

Dazu kommen weitere Charakteristiken, die es tatsächlich ermöglichen, von einer neuen Dimension des Lernens zu sprechen. Fortbildungen und Lehrveranstaltungen in der ersten oder zweiten Ausbildungsphase lassen sich deutlich intensivieren.

MausklickOUL fördert individuelle und kooperative Lernprozesse

  • Individualisiertes Lernen:
    Wer an einer Online-Angebot teilnimmt, sitzt zunächst als Einzelperson vor dem PC. Das führt zu einer individuellen Auseinandersetzung mit den Lerninhalten: Worum geht es dabei? Was halte ich davon? Was bedeutet das für mich? Welche Schwerpunkte setze ich für mich?
    Der persönliche Bezug zum Lerninhalt, die Verknüpfung mit der eigenen Lebens- und Arbeitswelt rücken in den Vordergrund. Im organisierten Seminarablauf können die einzelnen Teilnehmenden individuellen Lernpfaden folgen.
  • Kooperatives Lernen:
    Der virtuelle Lernort ist gleichzeitig der gemeinsame Treffpunkt aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Er bietet vielfältige Kommunikationswerkzeuge wie Forum, Instant Messaging (zeitgleicher Austausch im Zweierchat) und Chat, nicht zu vergessen das Telefonieren mit Skype oder dem normalen Telefon bis hin zur Telefon- oder Videokonferenz.
    Das ermöglicht Kooperationen auch mit Lehrkräften an anderen Schulen, Schularten, in anderen Städten und Ländern.

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  • Individuelle und kooperative Lernprozesse ermöglichen

    Einsatz von OUL in der zweiten Ausbildungsphase und für Fortbildungen:
    Hans Burkhardt, RPZ Heilsbronn – mehr

 


MausklickOUL fördert kompetenzorientiertes Lernen

  • Lernen wird prozessorientiert:
    Lerninhalte und Vorgehensweisen können über einen längeren Zeitraum hinweg zur Kenntnis genommen, diskutiert, in die eigene Praxis übertragen, ausgewertet, dokumentiert, überarbeitet, … werden. Verschiedene Formate wie Video- und Audiodateien können integriert werden.
    Dadurch lassen sich Lernprozesse initiieren und über einen längeren Verlauf methodisch vielfältig begleiten.
  • Damit wird Lernen kompetenzorientiert:
    Anwenden und erproben, reflektieren, optimieren wird möglich. Es können Routinen entwickelt, überprüft und dokumentiert werden. Je nach den zu entwickelnden Kompetenzen kann das in der gemeinsamen Zusammenarbeit im Seminar und am Arbeitsplatz geschehen.
    So lassen sich persönliche und fachliche Kompetenzen unter Anleitung schrittweise erweitern.
  • Verknüpfung von Lernort und Arbeitsplatz:
    Denn Lernen und Anwenden rücken räumlich zusammen. Wer an einer Online-Fortbildung teilnimmt, kann sich vom Schreibtisch zu Hause aus oder vom PC im Lehrerzimmer einloggen. Lernen findet damit nicht irgendwo außerhalb, sondern direkt am Arbeitsplatz statt.
    Damit ist bereits eine grundsätzliche Verknüpfung mit der beruflichen Tätigkeit angelegt. Das macht den Einbezug der Unterrichtstätigkeit und die Anwendung deutlich einfacher. 

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  • Kompetenzlernen: Online geht’s besser!
    Barbara Pühl, Evangelisch-Theologische Fakultät, München
    und Hans Burkhardt, RPZ Heilsbronn
    mehr

Mausklick

OUL dient der Dokumentation von Lernprozessen und Ergebnissen

  • Die Lernenden werden aktiviert:
    An der Universität lässt sich der "Schein" zum Beispiel durch ein einmaliges Referat erreichen. Einer Präsenzfortbildung kann man durchaus auch passiv folgen.
    Online-Lernen dagegen beruht auf Beteiligung und bildet die Aktivitäten der Teilnehmenden ab – und nur diese. Wer nichts tut, bleibt unsichtbar und wird vermutlich auch die Seminarziele nicht erreichen können. Für erfolgreiches Lernen ist von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aktive Mitwirkung gefordert.
  • Lernschritte und Produkte werden dokumentiert:
    Die interaktiven Werkzeuge bilden die Aktivitäten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ab: Im Forum sind die Beiträge der Teilnehmenden nachzulesen. Im Wiki sind die Ergebnisse und die Zwischenschritte festgehalten. Die Teilnehmenden führen begleitend ein Lerntagebuch oder Portfolio.
    So sind Austausch- und Entwicklungsprozesse zugänglich. Anregungen und Ideen können nachträglich wieder aufgegriffen werden. Erkenntnisprozesse werden wahrgenommen und reflektiert. 
  • Lernprodukte werden dokumentiert:
    Die Teilnehmenden laden Arbeitsergebnisse, Präsentationen oder Stundenentwürfe hoch. Auf Wunsch können diese nur für die Beteiligten selbst, die Seminarleitung und auf Wunsch auch für andere zugänglich gemacht werden. Als abgeschlossene Veröffentlichungen kommen sie Kolleginnen und Kollegen zugute. So erfolgt ein einfacher Einstieg ins Wissensmanagement.
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  • Portfolio, Forum und mehr:
    Leistung nachweisen – Gelerntes dokumentieren

    Werner Müller-Geib, Katholische Fachhochschule Mainz – mehr
 
 

Themenwochen Online-Lernen

Neue Medien im Einsatz. Das Online-Magazin in zweimonatigem Turnus!

  • September 2009: "Eine neue Dimension!"
    Online unterstütztes Lernen in Aus- und Fortbildung


    Inhaltsverzeichnis: mehr

  • Alle bisher erschienen Ausgaben im Überblick: mehr