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RPZ Schönberg: Online-Fortbildungsreihe “Update” im Rückblick des Seminarteams

Gabriele Sies
Dreimal hat das Team um Gabriele Sies, RPZ Schönberg, inzwischen das einmonatige Fortbildungsformat "Update" durchgeführt. Hält online unterstütztes Lernen, was es verspricht? Die drei Verantwortlichen des Seminarteams wurden nach ihrer persönlichen Auswertung befragt.
 
 
 
 
Das Format Update

Drei Online-Fortbildungen aus der Reihe Update hat das Team Jürgen Deuster (Technik), Olav Richter (Moderation) und Gabriele Sies (Leitung) 2008/09 durchgeführt. Gemeinsam mit 15-20 Seminarmitgliedern haben sie Kirchen, Luther und das Alte Testament entdeckt.
 
Alle Fortbildungen in der Reihe Update dauern einen Monat und entsprechen vom Zeitaufwand etwa einem Wochenendseminar. Der Aufbau: Die Online-Fortbildung beginnt mit dem persönlichen Zugang, dann folgt ein fachlicher Input. An dritter Stelle steht die gemeinsame Umsetzung in den Unterricht.
 
Was sagen nun die drei Seminarverantwortlichen im Rückblick zu den Online-Fortbildungen?
Fortbildungsreihe "Update"
Rückblick der Seminarverantwortlichen
  • Das Positive: Freude an Begegnungen und didaktischen Chancen
  • Hindernisse: Technische Fragen und passive Teilnehmende
  • Fazit: Überzeugende Alternative zu Präsenzfortbildungen
MausklickDas Positive:
Freude an Begegnungen und den didaktischen Chancen  
 
"Kontakt mit Menschen, mit denen ich sonst nicht in Berührung gekommen wäre"
Für Gabriele Sies und Jürgen Deuster stehen Austausch und die gute Zusammenarbeit im Vordergrund: "Ich hatte Kontakt mit den verschiedensten Menschen, mit denen ich sonst kaum in Berührung gekommen wäre. Sei es, weil sie weit weg wohnen, sei es, weil sie sich in anderen sozialen Gruppen bewegen", beschreibt Jürgen Deuster seine positiven Erfahrungen.
"Verschiedene Leute kennen zu lernen und mit ihnen in einem virtuellen
Raum zusammenzuarbeiten. Nach und nach, mit jeder Aktion im Seminarraum,
lernt man die einzelnen besser kennen – wirklich sehr spannend!", erklärt auch Gabriele Sies.
 
Gute Zusammenarbeit im Team der Seminarleitung
"Auch die Zusammenarbeit im RPZ und in unserem Team macht mir Freude.
Zur Vorbereitung und Durchführung eines Online-Seminars gehört immer
Teamarbeit, und Absprachen sind notwendig. Ich habe mich in unserem
Team sehr wohlgefühlt.
Ja, und dann habe ich auch einfach Spaß daran, mit der Technik
umzugehen und  immer wieder herausgefordert zu sein, Probleme zu lösen", fügt Jürgen Deuster zu.
 
Viel gelernt durch die Beiträge der Expertinnen und Experten
Besonders begeistert hat den Video-Experten die Zusammenarbeit mit Prof. Wolfgang Zwickel: "Ich habe für die Fortbildung "Alttestamentliche Welten entdecken" Prof. Zwickels Vorträge auf Video aufgenommen. Er hielt sozusagen für mich alleine zwei Vorträge.
Das war spannend und lehrreich für mich und die Zusammenarbeit mit Herrn Zwickel wunderbar."

Beide, Jürgen Deuster und Olav Richter, heben hervor, dass sie selbst viel gelernt haben: "Ich musste entdecken, dass viele Inhalte, die in den Schulbüchern über Jahrzehnte vermittelt werden, schon lange veraltet sind", sagt Olav Richter.
"So z.B. die Frage der Quellenschichten im AT und der Landnahme Israels. Prof. Zwickel hat uns einen völlig neuen Blick auf uns so vertraute Geschichten vermittelt. Durch ihn und die anderen Referenten und Referentinnen haben wir Einblick in den aktuellen Stand der Forschung bekommen."

Besonders positiv: Die didaktischen Möglichkeiten des Formats

Drei didaktische Möglichkeiten des Formats bewertet Olav Richter besonders positiv:

  • "Intensiver Austausch:
    Ein besonderer Schwerpunkt und eine Stärke ist die Diskussion im internen Forum. Es entwickeln sich sehr intensive, spannende und zielgerichtete Gespräche. Jede/ hat genug Zeit, seine / ihre Gedanken zu formulieren und an dem Prozess teilzunehmen. Der Austausch ist oft sehr viel intensiver und dichter als in Gesprächen bei Präsenzfortbildungen, in denen nur wenige zu Wort kommen.
  • Individuelle Unterstützung:
    Die Teilnehmenden im Seminar formulieren zu Beginn ihre persönlichen Lernziele für die kommenden vier Wochen. Nach zwei Wochen und am Ende des Seminars überprüfen sie ihren Lernerfolg und planen die nächsten Schritte. So habe ich als Seminarleiter die Möglichkeit, die einzelnen Teilnehmer/innen ganz individuell zu unterstützen und auf das Erreichen der Ziele zu achten. 
  • Umsetzung in die Praxis:
    Zu dem Format gehört als dritte Stufe die gemeinsame Überlegung, wie sich die neuen Erkenntnisse in die Praxis umsetzen lassen. Die Teilnehmenden beraten sich gegenseitig, und in der Gruppe  entstehen eine Vielzahl verschiedener Ideen und konkreter Unterrichtsentwürfe, die dann in der Schule erprobt werden können."

"Was mich besonders gefreut hat", sagt Gabriele Sies, "dass wir Teilnehmer hatten, die sich beim nächsten Modul nochmals angemeldet haben. Das bestätigt unser Konzept. Es sind emotionale Beziehungen entstanden. Einige der Teilnehmenden habe ich inzwischen auch im ‘wirklichen’ Leben wiedergetroffen."


MausklickHindernisse und Schwierigkeiten:
Technische Fragen und passive Teilnehmende

Wie kann man auf den Bildschirm des Kollegen gucken?
Hier stehen zwei Dinge im Vordergrund: Zum einen – natürlich – die Sache mit der Technik. Online-Lernen ist technikabhängig, und das Internet ist ein junges, noch nicht ausgereiftes Medium.

"Das Video in einem Seminar hatte eine zu große Dateigröße und konnte nicht heruntergeladen werden. Das haben wir dann als DVD verschickt. Nun achten wir natürlich auf so etwas", erinnert sich Gabriele Sies. "Einmal gab es auch Probleme mit dem Server von rpi-virtuell. Insgesamt sind wir und die Teilnehmenden dank der Unterstützung von Jürgen Deuster gut zurecht gekommen." 

Jürgen Deuster beschreibt die Hürde, auf die er manchmal stößt: "Manche technischen Probleme hängen mit den individuellen Einstellungen
des Computers zusammen. Wenn ein Teilnehmer sich wenig auskennt und
nicht weiß, wo er schauen soll, dann kann es mühsam werden. Ich kann
ihm ja nicht über die Schulter schauen oder sagen, er soll mich schnell
mal probieren lassen.
Hier wären Programme hilfreich, mit denen man die
Benutzeroberfläche des Gesprächspartners sieht. Die setzen allerdings
die Installation von Zusatzprogrammen voraus."

Wer nicht fragt, dem kann nicht geholfen werden
"Beim letzten Seminar kümmerte ich mich um einen Teilnehmer, der in Schottland wohnt. Per
Skype habe ich mich mit ihm über seine technischen Fragen ausgetauscht. Das war toll.
Aber", so Jürgen Deuster, "wie erreiche ich Teilnehmer, die schnell
frustriert sind, weil etwas nicht klappt und keine Hilfe
suchen? Das ist für mich ein besonderes Anliegen.

Denn wer nicht fragt, dem kann nicht geholfen werden. Und manchmal sind es nur Kleinigkeiten. Hürden abzubauen und Mut zum Ausprobieren und Nachfragen zu machen, das sehe ich noch als eine größere
Herausforderung für uns."

Wenn Teilnehmende sich anmelden, aber nicht mitwirken
Gabriele Sies bestätigt das: "Leider gab es in jedem Seminar einzelne Teilnehmerinnen oder Teilnehmer, die ganz wenig mitgewirkt haben. Sie haben z.B. kaum im Forum geschrieben und kein Bild von sich im Profil hochgeladen. Wenn Kolleginnen und Kollegen auf diese Weise dabei sind und gleichzeitig auch wieder nicht, beeinträchtigt das leider die gute Atmosphäre. Hier müssen wir noch nach Möglichkeiten suchen, auch diese Teilnehmenden zu aktivieren."

"Vielleicht machen sich nicht alle bewusst", fügt Olav Richter zu, "wie wichtig es ist, kontinuierlich an den Aufgaben zu arbeiten und sich in das Seminar mit eigenen Beiträgen einzubringen. Ein Online-Seminar erfordert wie eine präsentische Fortbildung einen gewissen Zeiteinsatz. Bei uns sind es etwa vier Stunden in der Woche.

Dass man sich die Zeit dabei frei einteilen kann, ist ein großer Vorteil, besonders für Familien mit kleinen Kindern. Es bringt aber auch die Verantwortung mit sich, im Laufe einer Woche Freiräume für diese Arbeit zu schaffen. Natürlich erschweren auch einmal familiäre Verpflichtungen oder Krankheit die Möglichkeit zur Mitarbeit. Wenn die Seminarleitung darüber informiert ist, lässt sich fast immer eine Lösung finden", appelliert er an die Teilnehmenden.

MausklickFazit: Eine überzeugende Alternative zu Präsenzfortbildungen

Intensive und nachhaltige Lernprozesse
"Ich habe sehr viel gelernt", sagt Jürgen Deuster, "über Luther, zu Kirchenräume und zur Landnahme Israels – durch die guten Fachbeiträge und den Austausch im Seminar. So intensiv habe ich nicht mehr gelernt seit der Uni! Das hat auch wiederum meine Ausbildungsarbeit mit den Lehramtsanwärtern bereichert. Durch die intensive Arbeit mit rpi-virtuell fühle ich ich mich, was die Plattform betrifft, als Experte. Das kann als ‘digital immigrant’ unter den ‘digital natives’ in der Schule nicht schaden", schmunzelt er.

"Online-Fortbildungen sind eine überzeugende Alternative zu Präsenzfortbildungen", zieht Olav Richter für sich als Fazit. "Die aktive Auseinandersetzung mit den Inhalten und die Umsetzung in die Praxis führt zu einem großen Lernerfolg. Eine persönliche Beziehung, Nähe und Vertrautheit unter den Teilnehmenden kann auch in einem Online-Seminar entstehen."

Angebote werden weiter entwickelt
Gabriele Sies bestätigt das: "Online-Lernen ist eine hervorragende Möglichkeit, Fortbildung anzubieten für religionspädagogisch Tätige, die ihre eigene Medienkompetenz weiter entwickeln und zugleich inhaltliche Impulse für ihre Praxis bekommen möchten – und das zeitlich flexibel und von zu Hause aus. Wir haben zum Beispiel immer wieder Teilehmende, die in Elternzeit sind.
Mein persönliches Fazit nach den Modulen: Ich bin sehr zufrieden damit, dass ich mich diesem Bereich der Fortbildung zugewendet habe, und wir werden im RPZ Schönberg diese Angebote weiter entwickeln."

Zusammenstellung der Beiträge: Julia Born

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