Computerräume sind out – Mit Netbook in die Schule!

Students_computer_lab_outViele Unterrichtende klagen, dass Internetzugang und IT-Ausstattung der Schule optimierungsbedürftig sind. Liebe SchulleiterInnen, bitte aufwachen, fordert Jean-Louis Gindt die Verantwortlichen auf. Das Internetzeitalter hat begonnen- und Schule muss sich endlich darauf einstellen!

Wir befinden uns im Jahre 2010 n. Chr.

In allen Lebensbereichen werden digitale Medien
genutzt …
In allen? Nein!
Eine Einrichtung im Dornröschenschlaf ist unberührt von allem Fortschritt: Die Schule, die Einrichtung, die Heranwachsende auf das Leben vorbereiten soll …

Schule heute – Bestandsaufnahme

Frei nach dem Anfang von Asterix: Gibt es heute noch einen anderen Ort, an dem die digitalen Medien so wenig genutzt werden wie in Schule und Unterricht?

In der Auswertung des Lernlog zum Tag des digitalen Lernens wird in den Beiträgen aufgezählt:

  • Die Zugangsmöglichkeiten zu Computer / Internet an der Schule sind nicht optimal.
  • Computerinseln in den Klassenzimmern sind eher die Ausnahme als die Regel.
  • Stattdessen gibt es einige wenige Computerräume, die vor allem für IT-relevante Fächer reserviert sind. Fächer wie Religion sind oft benachteiligt.
  • Im Unterricht kommt es zu einer Entweder-Oder-Situation: Entweder Unterricht – oder Internet-/Computernutzung. Das ist pädagogisch und didaktisch unsinnig.
  • Die Notwendigkeit, zur Mediennutzung in einen anderen Raum umzuziehen, entspricht nicht mehr dem Bedürfnis und der inzwischen etablierten Gewohnheit, schnell und unkompliziert im Internet nach Informationen zu forschen.

Liebe SchulleiterInnen, Elternbeiräte und SchülerInnen: Bitte aufwachen!

229px-TabletDie Zeit, in der Schulen Computerräume einrichten, ist vorbei. Es macht keinen Sinn mehr, in PC-Räume zu investieren. Die Schule wird nie über genügend Computer verfügen, wenn in allen Fächern die digitalen Medien zum Einsatz kommen wollen.

Vielmehr müssen die Schulen ihre Infrastrukturen so anpassen und darauf ausrichten, dass Lernende und Lehrende mit ihren eigenen Laptops, Netbooks, Eee PCs oder iPads online unterstützt lernen und lehren können.

Digitale Medien gehören zum Alltag

In vielen Ortschaften stehen bereits an öffentlichen Plätzen, in Restaurants, Shoppingzentren oder Hotels drahtlose Netzverbindungen oft sogar gratis zur Verfügung.

Junge Menschen von heute – und auch die meisten älteren – nutzen selbstverständlich Handy, MP3 und Computer. Die Preise von Computern, Laptops, Netbooks, Smartphones, iPhone oder neuerdings auch iPad und andere Tablets sind erschwinglich geworden. Dazu kommt das große Angebot an Open-Source-Software.

Was gestern noch wie Zukunftsmusik klang ist heute bereits normaler Alltag.

Digitale Medien gehören zur Schule

320px-11'_MacBook_Air_compared_to_iPadDie Frage, ob digitales Lernen einen Mehrwert für den Unterricht darstellt, ist längst entschieden.

Es stellt sich nur die Frage, wie die Schülerinnen und Schüler sowohl in der Schule als auch zu Hause oder sonst wo in der Welt mit digitalen Medien arbeiten können. So manche Lehrkräfte wissen auch bereits, wie sie die digitalen Medien pädagogisch sinnvoll nutzen könnten, wenn die Lernenden einen eigenen Rechner dabei hätten.

Die digitale Spaltung überwinden

Die Herausforderung an die Schulen besteht darin, einer digitale Spaltung – Digital Gap – vorzubeugen und eine bestehende Online-Zweiklassengesellschaft zu überwinden. In der digitalen Gesellschaft Teilhabe zu ermöglichen, ist auch eine Frage von Bildungsgerechtigkeit.

Fazit

Die mobilen, handlichen und preiswerten Computer gehören heute genauso in jede Schultasche, wie vorgestern Schiefertafel und Griffel und gestern Füllhalter und Heft.

Wir forden die Verantwortlichen auf:

  • Modelle zu entwickeln, wie die Schule Lernende und Lehrende dabei unterstützen kann, hilfreiche Geräte anzuschaffen. Ob über Sammelbestellungen, Verleihs oder Leasing, Sponsoring gepaart mit konsequenter Nutzung von Open-Source-Software.
  • Accesspoints einzurichten für Wireless Lan, drahtlosen Internetzugang.
  • Netzwerkanschlüsse und Lademöglichkeiten zu schaffen.

Jean-Louis Gindt

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