Archiv der Kategorie: themenwochen online-lernen

Online in den Instituten – Rückblick auf ein Online-Seminar

Ende Feb. 2012 regte die ALPIKA-Medien (Die Medienpädagoginnen und -pädagogen der religionspädagogischen Institute der Landeskirchen in der EKD) die Entwicklung eines Online-Seminars an und legte dann auch den Zeitrahmen fest: Mitte April bis Ende Mai 2012 sollte “Online in den Instituten” (OidI) stattfinden. Online in den Instituten – Rückblick auf ein Online-Seminar weiterlesen

Die Filme sind (noch) zum Anfassen – zusammen gearbeitet wird Online

Margit Metzger, Kerstin Steglich, Roland Kohm und Michael Beisel entwickeln Online-Seminare zum Einsatz von Filmen im RU

Das war unsere Idee bei diesem Blended-Learning-Experiment:

Ausschreibung

Noch sind Leitungskapazitäten und Lizenzrechte nicht so weit, dass Hersteller und Anbieter alle Filme auf Online-Portalen anbieten können, die man sich bequem zu Hause ansehen und schnell und legal herunterladen kann (da tut sich derzeit ja einiges, dank www.medienzentralen.de). Nun sollte die RU-Lehrkraft den Film, den sie zu einem Thema brauchen könnte, ja erst mal kennen. Nicht alle wollen sich aber zeitraubende Anfahrten zur Medienstelle leisten – nur um dann festzustellen, dass die DVD, die von der Beschreibung passend schien, doch nicht für die eigene Klassensituation geeignet ist. Bei unserem Angebot wird die konzentrierte Sichtung von vielen Filmen auf DVD beim Präsenztreffen ermöglicht. Von dort nimmt sich jeder den Film, der zu seiner Klasse passt, mit an die eigene Schule. Und jetzt geht es online weiter: Erfahrungen bei der Unterrichtsvorbereitung mit einem Partner, der mit dem selben Film arbeiten will, Tipps von anderen Kursteilnehmenden, Unterrichtsentwürfe, screenshots, Arbeitsblätter werden im geschlossenen Kursraum bei rpi-virtuell online ausgetauscht – und das ganz ohne Probleme mit dem Urheberrecht. Das kollaborative Wiki-Prinzip (“wisdom of the crowd”) ermöglicht nun obendrein, Vorbereitungsergebnisse von Kollegen zu weiteren Filmen, für die eigene Unterrichtsvorbereitung zu nutzen. Am Schluß kommen alle Beteiligten noch einmal zusammen, um die Erfahrungen zu bündeln und neue Anregungen medialer Arbeit mitzunehmen.

Wir, das sind
für Medien-Fortbildungen von evangelischen Religionslehrkräften in Baden-Württemberg zuständigen Medienpädagogen Margit Metzger, Kerstin Steglich, Roland Kohm und Michael Beisel – ein Team aus dem Praktisch-Theologischen Zentrum der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, dem Evang. Medienhaus Stuttgart und dem Religionspädagogischen Institut der Evang. Landeskirche in Baden.
Wir, Das sind sozusagen aber auch die Anbieter von Bildungsmedien für den Religionsunterricht als unsere Partner: u.a. das Evang. Medienhaus Stuttgart, matthias-Film, FWU und das katholische Filmwerk. Diese Anbieter haben ihre Produkte für dieses Experiment zur Verfügung gestellt.

So haben wir es dann machen können:

Zusammenarbeit im Ev. Medienhaus

12 Kurzfilm-DVDs mit Schwerpunkt Sek I waren am Start, 16 Teilnehmende aus beiden Landeskirchen und aus allen Schularten incl. Konfirmandenunterricht. Unverzichtbar: unser externer technischer Supporter Klaus Wenzel aus Münster. Zwei Präsenztagungen Ende September und Anfang Dezember 2010, dazwischen die Onlinephase mit Praxiserprobung im Unterricht. Die Online-Phase hatten wir in ein-bis-zwei Wochentakte eingeteilt: Filmeinsatzkonzept erstellen, sich gegenseitig online beraten (lassen), Konzept optimieren, den Film im Unterricht einsetzen, Erfahrungen damit notieren, eigene Lernerfahrungen reflektieren.

Auswertung
Es wurde deutlich, dass die Teilnehmenden am meisten von der Vorstellung der Vielfalt der Kurzfilme profitierten, von der intensiven vorgeplanten Praxiserprobung im Unterricht und vom beständigen Kontakt mit der/dem jeweiligen Tandempartner/in. Schwierigkeiten hatten sie häufig mit der nur kurz eingeübten Technik der Online-Kommunikation auf der Plattform, sie fühlten sich mit der Erstellung ihrer Ergebnisse unter Zeitdruck. Sie konnten nicht davon überzeugt werden, ihre didaktischen Überlegungen und Erfahrungen beim Einsatz der Kurzfilme im Unterricht der größeren fachpädagogischen Öffentlichkeit zugänglich zu machen – dazu ist vielleicht das wiki-Prinzip des „share your wisdom“ noch zu ungewohnt.

Daraus haben wir als Teamer mitgenommen:
– Online unterstützte Kommunikation ermöglicht eine Intensivierung der (gemeinsamen) Lernerfahrung.
– Unser Vorbereitungsaufwand für diese Fortbildung war zwar beträchtlich, allerdings können wir in Zukunft den Seminarraum (um persönliche Daten bereinigt) einfach recyceln.
– Ohne technischen Support wäre der Kurs nicht durchführbar gewesen.
– Wir werden angesichts der unterrichtlichen Belastung die Online-Phase entlasten und entsprechende Online-Aufgaben vermindern.
– Es sollte besser in die Zielsetzung des öffentlichen Teilens von Filmeinsatz-Erfahrungen eingeführt werden.

Die nächste Filme-Online-Fortbildung als Blended-Learning-Angebot für RU-Lehrkräfte in Baden-Württemberg ist schon fest eingeplant und dazwischen: „CU online …auf rpi-virtuell“.

Online-Seminar in der Religionspädagogischen Ausbildung

Ruth Ziemer arbeitet an der Universität Erfurt und hält dort ein religionspädagogisches Einführungsseminar. Im laufenden Semester ist dies ein Online-Seminar in Kombination mit drei Präsenzveranstaltungen in der Uni.

Ruth, wie bist Du auf diese Idee gekommen?
rpi-virtuell und blended-learning setze ich ja bereits in der Schule ein und bin begeistert von dieser Art zu lernen. An der Uni ist Online-Lernen in Religion mein Forschungsschwerpunkt. Deswegen lag es nahe, das religionspädagogische Einführungsseminar als Online-Seminar zu gestalten. Außerdem ersparen sich alle Beteiligten auch einige Fahrtzeiten… 😉

Für wen ist das Seminar gedacht?
Das Seminar richtet sich überwiegend an Lehramtstudierende, gewinnt jedoch zunehmend auch Studentinnen und Studenten anderer Fachbereiche (z.B. Rechts-, Geschichts-, Kommunikationswissenschaften), die Ev. Theologie im Nebenfach studieren. Inhaltlich parallel zum Online-Seminar bieten zwei Kolleginnen ein Seminar mit denselben Inhalten als Präsenzveranstaltung an. Die Studierenden konnten also zwischen einem Präsenz- und einem Online-Seminar auswählen. Alle Teilnehmenden des Online-Seminars haben sich bewusst für diese Form entschieden. Daher gibt es eine hohe Motivation, sich im Online-Seminar zu beteiligen.

Wie arbeitest Du in deinem Seminar?

Gestaltungsaufgabe in der Checkliste der Seminareinheit „Religion als ordentliches Unterrichtsfach mit besonderem Anspruch“

Es gibt drei Präsenzveranstaltungen, die über das Semester verteilt sind. Am Anfang gab es ein Präsenzseminar zur Einführung in die Plattform rpi-virtuell und die Arbeit im Seminarraum. Die beiden noch anstehenden Präsenzveranstaltungen werde ich weitgehend frei von neuen Inhalten und technischen Übungen halten. Hier ist Platz, den intensiven Online-Prozess zu reflektieren und weiterzuführen. Vor allem ist es für die Beziehungsebene der Seminargruppe wichtig, sich als Personen live zu begegnen. In den Zeiten dazwischen arbeiten wir ausschließlich im virtuellen Seminarraum. Im Abstand von sieben bis zehn Tagen (je nachdem wie die Feiertage liegen) stelle ich neue Materialien in den Seminarraum ein. Die Teilnehmenden erhalten eine Checkliste für jede Einheit und im Forum eröffne ich dazu einen Diskussionsstrang. Während der ganzen Zeit arbeiten die Studierenden in Lern-Duos und führen ein persönliches Seminarportfolio. Dieses E-Tool hatte ich vorbereitet und die Studierenden konnten es einfach in den eigenen Bereich kopieren. Im Seminarportfolio werden die Inhalte und Lernprozesse reflektiert und bewertet.

Wie hältst du die Studienmotivation über mehrere Wochen aufrecht?
Zu drei religionspädagogischen Schwerpunkten habe ich Experten in unseren virtuellen Seminarraum eingeladen. Diese Experten begleiten jeweils eine Woche lang eine Forendiskussion mit den Studierenden. So ein Highlight setzt einen besonderen Akzent und hilft, die Spannung über einen langen Zeitraum aufrecht zu halten. Das ist doch toll, wenn ich den Autor eines Buches oder eine Doktorandin zum Thema im Forum treffen kann! Außerdem lebt ein Online-Seminar wie andere Bildungsangebote von einem Wechsel der Medien und Arbeitsimpulse.

In welcher Form wird das Engagement der Teilnehmenden anerkannt?

Ein Flyer als Ergebnis der Gestaltungsaufgabe

Die Teilnahme am Seminar wird uni-üblich bewertet. Weil es ja sehr verschiedene Möglichkeiten zur Aktivität in diesem Blended-Learning-Setting gibt gehen die öffentlichen Aktivitäten und das Seminarportfolio zu jeweils 50 % in die Bewertung ein. Zwischendurch gebe ich den Studierenden eine qualifizierte Rückmeldung per Mail. Anerkennung erhalten die Seminarteilnehmenden jedoch nicht nur von der Seminarleitung. Während des ganzen eLearning-Prozesses geben sich die Studierenden gegenseitig qualifizierte Rückmeldungen im Forum.

Welche Rückmeldungen hast Du bisher bekommen?
Die Präsenzveranstaltung zu Beginn des Seminars hat ein tolles Feedback erhalten und war ein guter Start in das gemeinsame Online-Arbeiten. Die Diskussionen im Forum sind sehr engagiert und die erste Expertin, Frau Prof. Dr. Schulte, war wirklich überrascht, wie tiefgründig im Forum diskutiert wird. Die sozialen Umgangsformen im Netz (Netikette) werden von den Studierenden sehr ernst genommen. In so einem Online-Seminar geht es in erster Linie darum, sich persönlich auf einen Lernprozess mit anderen einzulassen und nicht darum, die Seminarleitung mit Wissen zu beeindrucken. Mein Einblick in die Arbeit der Seminarteilnehmenden ist jedoch begrenzt. Schließlich nehme ich nur die öffentlichen Diskussionen im Forum wahr und werde erst am Ende des Semesters Einblick in die persönlichen Seminarportfolios der Studierenden bekommen.

Dein vorläufiges Resümee?
Für mich ist die Moderation eines solchen Online-Seminars zugleich kräftezehrend und von enormem Gewinn: Kräftezehrend ist der große Zeitaufwand. Jede Woche müssen Materialien und Aufgaben bereitgestellt werden, die eine eigenständige Erarbeitung und Reflexion der Studierenden ermöglichen. Parallel verfolge ich täglich die Diskussionen in den Foren und bin mit einzelnen Studierenden in persönlichem Kontakt. Manche Studierende bedürfen auch motivierender Unterstützung, weil Online-Lernen sehr viel Eigenaktivität verlangt. Es wäre entlastend und bereichernd, so ein Online-Seminar gemeinsam mit anderen Lernbegleitern zu betreuen. Vielleicht kann ich ja künftig Absolventen dieses Seminars für diese Aufgabe gewinnen. Zugleich erlebe ich das Seminar als enormen Gewinn. Ich freue ich mich über die Tiefe der Auseinandersetzungen und die kontinuierliche Beteiligung. Staunend nehme ich wahr, wie eine Gestaltungsaufgabe zu Metareflexionen im Forum führt:

Reflexion im Forum

Danke dir herzlich für das Interview und den Einblick in deine Arbeit!

Februar 2010: Von 1 bis 6? Wertschätzen oder bewerten – Noten und mehr

Noten und Schule scheinen zusammen zu
gehören. Doch wenn es um Anerkennung und Förderung geht, sind neue
Formen der
Bewertung gefragt. Die neue Ausgabe der Themenwochen Online-Lernen
fragt, wie sich (Religions-)Unterricht und Benotung vertragen.
Außerdem: Alternative Formen der Bewertung und hilfreiche
Online-Werkzeuge!

Februar 2010: Von 1 bis 6? Wertschätzen oder bewerten – Noten und mehr weiterlesen

November 2009: “Total digital” – Internet als Alltagsmedium von Jugendlichen

Für heutige Jugendliche sind die neuen Medien genau so selbstverständlich wie für uns Ältere Fernsehen und Telefon. Was treiben die Jungen und Mädchen im Netz? Welche Herausforderungen stellen sich Eltern und Lehrkräften? Die neue Ausgabe der Themenwochen Online-Lernen greift Beiträge der
rpi-Fachtagung 2009 auf und bietet hilfreiche Informationen und Unterrichtsvorschläge.

November 2009: “Total digital” – Internet als Alltagsmedium von Jugendlichen weiterlesen

September 2009: “Eine neue Dimension!” – Online unterstütztes Lernen in Aus- und Fortbildung


Die Chancen des jungen Mediums Internet für Universität, Aus- und Fortbildung werden immer deutlicher. Es ermöglicht "eine neue
Dimension des Lernens", sagte die Teilnehmerin einer Fortbildung. Sie hat
recht. Diese
Ausgabe der Themenwochen Online-Lernen stellt Erfahrungen und
Erkenntnisse vor.

 
 

September 2009: “Eine neue Dimension!” – Online unterstütztes Lernen in Aus- und Fortbildung weiterlesen

Juni 2009: Wenn die Bibel online geht – Alte Botschaft – neue Medien

Heranwachsenden den Zugang zur Bibel öffnen – aber wie? Die neuen Medien helfen Lehrkräften bei der eigenen Vorbereitung und ermöglichen verschiedenste Unterrichtsaktivitäten. Diese Ausgabe
der Themenwochen
Online-Lernen bietet dafür didaktische Anregungen und praktische Tipps.

 

 

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April 2009: Lernplattform – Gemeinsam lernen und arbeiten im Internet

Das Klassenzimmer erweitern, Anregungen und kreative Ideen hereinlassen: Online-Lernplattformen unterstützen den Unterricht und bieten viele Lernmöglichkeiten. Und Ihrer Lerngruppe macht es Spaß! Diese Ausgabe der Themenwochen
Online-Lernen bietet dafür didaktische Anregungen und praktische Tipps.

 

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