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spirituelle inSTELLAtionen
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Leuchte

Winfried Heidrich

spirituelle
in STELLA tionen

Die „spirituellen inSTELLAtionen“, wie diese Tafeln heißen, sind aus der Idee entstanden, am Ende jeder Woche (Freitag) beim Eingang zur Cafeteria den Mitarbeitern, Patienten und Besuchern der Klinik einen Moment der Reflexion, der Freude oder auch der Irritation zu schenken. Zur spirituellen Akzentuierung dieser Tafeln wurde eigens eine Lampe entworfen: eine Glühbirne, angebracht oben auf der Spitze eines Infusionsständers. Mit dem Dreiklang von Textzeile, Bild und Beleuchtung wagen die inSTELLAtionen immer wieder neu eine spirituelle Unterbrechung des Klinikalltags.

in STELLA tions spirituelles

Ces panneaux appelés „inSTALLAtions spirituelles“ sont nés de l’idée d’offrir chaque semaine (vendredi) , à l’entrée de la cafétéria un moment de réflexion, de plaisir ou même d’irritation aux collaborateurs, aux patients et aux visiteurs de la clinique. Afin d’accentuer l’aspect spirituel des panneaux on a conçu une lampe ad hoc: une ampoule fixée sur un pied de perfusion. Cette trilogie texte-image-éclairage des inSTELLAtions ne cesse de suggérer une interruption spirituelle du déroulement quotidien au sein de la clinique.

Eine Ausstellung von Winfried Heidrich in der ZithaKlinik in Luxemburg

Von Zusammenhang zwischen Kunst, Religion und dem Krankenhausalltag
Wilfried Heidrich arbeitet als Seelsorger und Kunsttherapeut in der ZithaKlinik in Luxemburg. Am Montag fand die Vernissage seiner Ausstellung „Spirituelle InSTELLAtionen“ in diesem Krankenhaus statt. Aus diesem Anlass haben wir mit dem Diplom-Theologen gesprochen.

Herr Heidrich, wie ist dieses Projekt entstanden?

Vor drei Jahren kam mir die Idee, ein wöchentliches spirituelles Ritual als Unterbrechung des Klinikalltags für Patienten, Besucher und Mitarbeiter anzubieten. Früher besuchten die in der Klinikpflege tätigen Ordensfrauen regelmäßig die Kapelle und hielten tägliche Gebetszeiten, die heute nicht mehr Teil des Ablaufs eines überwiegend säkularen Betriebs sind. Mir geht es auch darum schwindende oder heute unverstandene kirchliche Rituale in einen weltlichen Raum hineinzutragen und wieder verständlich zu machen. Die Ausstellung von 24 Bildern, die an diese Gebetszeiten anknüpft und zu einem spirituellen Moment einladen will, befindet sich bei der Cafeteria, praktisch am Eingang der Klinik, für alle sichtbar.

Und wie entstand der Name der Ausstellung „Instellationen“?

Der Name bezieht sich auf den Begriff Installation in der Kunst, das ein dreidimensionales Werk, das sich meistens auf ein philosophisches Konzept bezieht und ortsgebunden ist, bezeichnet. Und Stella, der Stern, steht symbolisch für das Licht, das unser Leben anleuchtet. Dieser Begriff verweist hier auf die Glühbirne, die an einem Infusionsständer – wir sind in einer Klinik – hängt und mit der die Betrachtenden auf die in Vierer Gruppen zusammengefügten ausgestellten Bilder aufmerksam gemacht werden sollen. Die jeweils gezeigte Komposition verreißt auf den Faktor Zeit und lehnt sich an liturgische Abläufe an, denn sie hängt ja nur für einen begrenzten Zeitraum, als Einrichtung des Augenblicks, am selben Platz und immer am Freitag von 8 bis 14 Uhr. Die einzelnen Bilder und Sätze verweisen auf einander und stellen Fragen in den Raum, die ihrerseits einen spirituellen Gehalt haben und die sich gleichzeitig auf den Begriff Klinik beziehen.

Um welche Themen handelt es sich da?

Es geht um die Themen: Liebe, Leben, Sterben, Medizin und Religion sowie Zwischenräume. Die Sätze zu den Bildern können einen Religiösen Bezug haben, stammen aber meistens aus dem weltlichen Bereich. So heißt es z. B. bei Friedrich Dürrenmatt*: „Gott lässt uns fallen und so stürzen wir ihm entgegen.“ Andererseits sind die Sätze religiös gesehen auch offen, sodass sich alle, auch Angehörige anderer Religionen oder nicht-Gläubige, davon angesprochen fühlen können. Der Satz passt aber auch zum Krankenhaus und er bietet Trost, obwohl er sich auf den Tod bezieht. Solche Sätze, die mich beeindrucken, sammle ich seit 20-25 Jahren. Ich habe auch die passenden Bilder zu den entsprechenden Sätzen eingesetzt und nicht umgekehrt.

Die eine Tafel stellt die Frage nach dem Sinn …

Es handelt sich hier um die Ursprungstafel, die fragt: Was hat diese Woche für mich Sinn gemacht?. Die weiterführenden Fragen sind: Was mache ich hier?, An wen denke ich? und Was lasse ich an diesem Ort, einem Krankenhaus, zurück? Die Bilder entfalten hier eine Art der Seelsorge. Sie setzen sich außerdem von unmittelbar auf das Krankenhaus bezogene Bilder ab, wie z. B. Röntgenbilder. Sie bieten die Möglichkeit, spirituelle Fragen in den Alltag hineinzubringen. Das ist ja auch der Sinn von Installationen, Fragen aufzuwerfen. Ein weiterer Satz bezieht sich auf die Unterbrechung. Der Theologe Johann Baptist Metz hat einmal gesagt: „Die kürzeste Form von Unterbrechung ist Religion“. Hier geht es ja nicht nur um die Unterbrechung aus dem reinen Klinikalltag. Die Bilder hängen ja auch an einem Ort, an dem sie gesehen werden oder eben auch übersehen. Sie können ebenso zum Gespräch oder auch nicht anregen.

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Contact: zithart@zitha.lu – www.zithaklinik.lu

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