Reisewege des kleinen Buddha

Rz-Mikosch-Kl-BuddhaClaus Mikosch: Der kleine Buddha. Auf dem Weg zum GlĂĽck.
Freiburg u.a.: Herder 2013, 120 S.
— ISBN 978-3-451-30643-3 —

AusfĂĽhrliche Beschreibung: hier

Auch wenn man es aufgrund des Titels vermuten könnte, dieses Buch ist eigentlich nicht für Kinder und Jugendliche gedacht. Oder vielleicht doch? Wir sehen den Kleinen Buddha unter dem Bodhi-Baum. Er liebt zwar das Alleinsein und die Meditation wie der „große“ Buddha, aber es fehlt ihm etwas Wesentliches: die Begegnung mit Menschen. Darum macht er sich auf Anraten eines Freundes auf eine weite Reise.

Die amüsante und zugleich nachdenklich machende Erzählung „Der kleine Buddha“ hat übrigens nichts mit dem Roman von Gordon McGill zu tun: Little Buddha (amerikanische Originalausgabe, deutsch bei Goldmann, TB 42527, 1994). Der Roman wurde als Film (1993, Großbritannien / Frankreich) des Regisseurs Bernardo Bertolucci sehr bekannt.

Ganz Unterschiedliches erlebt der kleine Buddha – in der großen Stadt, im großen Wald, in einem Schlossgarten, in einem Dorf, am Meer, in der Wüste, wo er fast umgekommen wäre, und in einer Oase. Es sind Begegnungen mit anderen Menschen, die zu Freundschaften werden. Immer wieder sind auch kleine Erzählungen in die Reise-Geschichte eingefügt. In ihren Varianten erinnern sie an Buddha-Gleichnisse oder an die Traditionen verschiedener Völker. In der Überschrift der einzelnen Kapitel als „Geheimnis“ angekündigt, gibt es am Schluss eine Art zukunftsorientierter Quintessenz, eine „Moral“.

„Der kleine Buddha“ ist letztlich eine Art Meditationsbuch für junge und ältere Erwachsene – für diejenigen, die Kinder mit ihrer Neugierde geblieben sind. Das Kleine ist das wahrhaft Große, die Reise des kleinen Buddha eine große Reise ins Innerste des Selbst. So werden Erinnerungen wach, Träume gewinnen Gestalt, und immer wieder wird dem Nachsinnenden ein Lächeln entlockt. Nicht umsonst hat schon der eine und die andere die Erzählungen in die Nähe des Kleinen Prinzen von Antoine de Saint-Exupéry gerückt.

Reinhard Kirste

Rz-Mikosch-Kl-Buddha, 07.03.2013

Creative Commons-Lizenz

 

Kinderbuch: Mit der Welt und Gott verbunden sein

Brunella Baldi (Illustratorin) / Manuela Monari (Autorin): Der rote Faden.
Aus dem Italienischen. Innsbruck-Wien: Tyrolia 2012, 32 S.
(Bilderbuch fĂĽr Kinder von 5-7 Jahren)

ISBN 978-3-7022-3196-5

 Mit dem Symbol des roten Fadens nimmt die Erzählerin mit einfachen Sätzen den Kindesalltag aufmerksam und heiter auf: mit Mama und Papa, mit den Tieren, den Sternen, dem Universum … Die Illustratorin verstärkt dies mit ihren „leisen“ Illustrationen. So hilft dieses Kinderbuch bei der Suche, die intensive Miteinanderbezogenheit der Welt zusammenzudenken. Auf diese Weise entsteht ein Gottesbild, das das Klischee vom alten Mann mit Bart völlig hinter sich lässt und sogar wagt, Gott nicht als Person zu denken – und das auf der Ebene kindgemäßen Verstehens! Denn Gott lässt sich erfahren in der Liebe, in der Vernunft und in der Suche nach der Wahrheit. Weiter

Reinhard Kirste

Rz-Monari-Der rote Faden, 01.08.2012