Lernen im Trialog РGotteshäuser und Feste

Rz-Sajak-FesteDas von der Herbert Quandt-Stiftung gef√∂rderte Schulprojekt des interreligi√∂sen Lernens im Kontext von Trialog der Kulturen bietet auch entsprechende Unterrichtsmaterialien. Mit einer Gruppe von Fachleuten – gerade auch aus der Praxis – hat der Religionsp√§dagoge Claus Peter Sajak (Universit√§t M√ľnster) inzwischen zwei Hefte herausgebracht. Sie erm√∂glichen auf einer soliden theologischen und religionswissenschaftlichen Basis nicht nur Zug√§nge zu Judentum, Christentum und Islam, sondern auch m√∂gliches Miteinander durch diese Unterrichtshilfen zu vertiefen. Im Rahmen eines Seminars f√ľr k√ľnftige ReligionslehrerInnen an der TU Dortmund wurden die beiden bisher erschienen Hefte umfassend besprochen.

 Lernen im Trialog, Heft 1:
Clauß Peter Sajak (Hg.):
Gotteshäuser. Entdecken РDeuten РGestalten.

Sekundarstufen I und II.
Paderborn: Schöningh 2012
— Rezension: hier —

Lernen im Trialog, Heft 2:
Clauß Peter Sajak (Hg.):

Feste feiern. Jahreszeiten  РMahlzeiten РLebenszeiten.
Sekundarstufen I und II
Paderborn: Sch√∂ning 2013¬† — Rezension: hier —

Clauß Peter Sajak beschäftigt sich seit längerem mit den Fragen des interreligiösen Lernens. Davon zeugt z.B. das Buch:

Clauß Peter Sajak u.a.: Kippa, Kelch, Koran: Interreligiöses Lernen mit Zeugnissen der Weltreligionen.
Ein Praxisbuch. M√ľnchen:
K√∂sel 2010 — Rezension: hier —

Creative Commons-Lizenz

 

 

 

 

Spiele, Rituale und virtuelle Welten

Rz-Bornet-SpielPhilippe Bornet / Maya Burger (eds.): Religions in Play.
Games, Rituals, and Virtual Worlds.

CULTuREL 2. Z√ľrich: Pano (TVZ) 2012, 351 S., Abb., Register
— ISBN 978-3-290-22010-5 —

Ausf√ľhrliche Beschreibung: hier

Kurzrezension
In der theologischen Diskussion der Gegenwart gibt es nur wenige Auseinandersetzungen mit dem ‚ÄěSpiel‚Äú im Allgemeinen und mit den digitalen Welten im Besonderen. Offensichtlich aber haben Spiele generell sehr viel mit Religion zu tun. Das gilt f√ľr die Spiele in der Erziehung, im Sport und mit dem Computer, ja in allen Medien √ľberhaupt. Zwei Wissenschaftler der Universit√§t Lausanne, der Literaturwissenschaftler Philippe Bornet und die Indologin und Religionsgeschichtlerin Maya Burger, haben Referate und Ergebnisse eines Symposiums aus dem Jahre 2010 in Lausanne √ľber ‚ÄěHomo Ludens: Play, Culture, and Religion‚Äú systematisierend zusammengestellt und √∂ffentlich zug√§nglich gemacht. Sie decken damit zugleich Elemente und Sichtweisen auf, die auf spannende Verhaltensmuster verweisen, wie sie sich u.a. auch in religi√∂s gepr√§gten Alltags- und Festritualen zeigen.

Die Themen sind schwerpunktmäßig:

  • Spielpraktiken und Religion vom Mittelalter bis zur Aufkl√§rung. 
  • Zusammenh√§nge von  Chance, Spiel, Religiosit√§t und Religion
  • Korrelationen von Spiel und Ritual 
  • Virtuelle Welten, Computerspiele und Filme.

 Das Buch er√∂ffnet auf dem Weg √ľber die Korrelationen von Spiel, Ritual, Elementen des Religi√∂sen und virtueller Welt wichtige Einblicke in die kulturellen und geschichtlichen Grundlagen von Spiel √ľberhaupt.  Das in der Konferenzsprache Englisch gef√ľhrte Symposium hat nun auch eine englische Buchausgabe zur Folge. Dadurch wird es im deutschsprachigen Raum vielleicht nicht gen√ľgend in seiner soliden wissenschaftlichen und zugleich aktuellen Vorreiterfunktion erkannt. Die angesprochenen Themenfelder beleuchten alte und sich √§ndernde (religi√∂se) Weltsichten und Kulturspezifika von Spiel und Ritual. Das geht nicht nur TheologInnen, ReligionswissenschaftlerInnen und AnthropologInnen an, sondern im Computerzeitalter ganz direkt jede/n religi√∂s und gesellschaftlich Interessierte/n.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    Reinhard Kirste

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    Rz-Bornet-Spiel, 21.02.13

Lieder der Gottesliebe – die Gitagovinda

Rz-GitagovindaJayadeva: Gitagovinda. Lieder zum Lob Govindas.
Aus dem Sanskrit √ľbersetzt und herausgegeben von Erwin Steinbach.
Frankfurt/M. und Leipzig: Verlag der Weltreligionen (im Insel-verlag) 2008, 194 S., Glossar,
Kommentar und Register — ISBN 978-3-458-70012-8 — 

Ausf√ľhrliche Beschreibung: hier

Kurzrezension
Es gibt zwar eine Faszination f√ľr indische Kulturen, dennoch bleiben wichtige literarische Werke aus dem indischen Subkontinent einem relativ kleinen Leserkreis in Deutschland vorbehalten. Darum erscheint es wichtig, auf poetisch gepr√§gte heilige Texte aufmerksam zu machen, die durchaus der ber√ľhmten Bhagavad Gita nahekommen. Mit der Gitagovinda liegt vor uns gewisserma√üen ein indisches ‚ÄěHoheslied‚Äú, das Sinnlichkeit und mystische Gottesschau gleicherma√üen verbindet.

Der Autor der Gita Govinda ist Jayadeva. Er lebte im 12. Jahrhundert in Orissa bzw. West-Bengalen und geh√∂rte zu den Anh√§ngen des Gottes Vishnu.  Jayadevas asketisches Leben, verbunden mit grenzenloser Liebe und Hingabe (Bhakti), seine Poesie und seine Qualit√§ten als Guru machen ihn bis heute in Indien zu einer spirituellen Ber√ľhmtheit.

F√ľr den nicht indologisch kundigen Leser ist es nicht ganz leicht, diese Krishna-Lieder in sich aufzunehmen, zumal uns Heutigen die Sprache oft extrem blumig und damit fremd vorkommt. Und dennoch er√∂ffnet sich in dem √úberschwang solch mystisch-poetischen Erz√§hlens ein Geheimnis, das die Menschlichkeit des G√∂ttlichen zum Ausdruck zu bringen versucht und damit spirituell-interreligi√∂se und nicht nur religionswissenschaftliche oder literarische Beachtung verdient. Denn trotz der anders kulturell eingef√§rbten Bilder scheint eine N√§he zu den Mystikern der Nachbarreligionen Islam und Christentum durch. Manche Textpassagen erinnern an Worte ber√ľhmter Sufi-Poeten wie Attar, Rumi und Ibn Arabi oder schlagen gar die Br√ľcke zur christlichen Mystik in Europa (des Mittelalters) mit ihren Themen von Liebe, Leiden und Gottversenkung. Der relativ kurze Text der Gita Govinda wird damit zu einer poetisch-√§sthetischen Erweiterung eigenen spirituellen Selbstverst√§ndnisses.

Reinhard Kirste

15.02.2013

 

Weltreligionen entdecken – Arbeitsb√ľcher nicht nur f√ľr die Sekundarstufe II

Der Theologe und Didaktiker Werner Trutwin – mit langj√§hriger Schulerfahrung – hat die bisherige Reihe der Arbeitsb√ľcher “Die Weltreligionen” v√∂llig neu bearbeitet. Diese aktualisierte Fassung von Unterrichtsmaterialien erm√∂glicht Lehrenden eine gute Hinf√ľhrung zu den einzelnen Welteligionen und √§lteren Sch√ľlerInnen eine eigenst√§ndige Vorbereitung f√ľr den Unterricht. Die Hefte eignen sich nicht nur f√ľr den Religionsunterricht aller Konfessionen und Religionen, sondern auch f√ľr Ethik, Philosophie, Geographie und Kunst.

     Werner Trutwin:
Weltreligionen. Arbeitsb√ľcher Sekundarstufe II:
Religion – Ethik – Philosophie

Judentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus
Berlin: bsv-Patmos 2011
— Rezension hier —

Das Christentum – zwischen Eucharistie und Blutopfer

Der Kirchenhistoriker und Liturgiewissenschaftler
Arnold Angenendt aus M√ľnster greift in die Debatte um S√ľhnopfer-Vorstellungen, S√ľndenbock-Theorien und verdeckte Gewaltverherrlichung durch Opfermentalit√§t und M√§rtyrertum sehr kundig ein. Er weist religionsgeschichtliche und theologische Entwicklungen auf. In seiner Auseiandersetzung mit dem ber√ľhmten Kulturanthropologen Ren√© Girard sieht er dessen Neubegr√ľndung der Gewaltlosigkeit des Christentums durch die Kreuzigung Jesu (!) kritisch. Gegen Girards mimetische Muster und S√ľndenbocktheorie im Blick auf die religi√∂se Gewalt stellt er das geistige Opfer in den Mittelpunkt. Dieses findet in der Liturgie der Eucharistie seinen vers√∂hnenden Ausdruck.

Arnold Angenendt:
Die Revolution des geistigen Opfers
Blut – S√ľndenbock – Eucharistie
Freiburg u.a. Herder 2011
— Rezension hier —

In den Ein-Sichten wurden von René Girard bereits besprochen:

Theologische Facetten des Opferbegriff von Kristina Augst in:
— Sch√∂nberger Hefte Nr. 01 (2012): hier
— √úberblick zum Gesamtheft mit dem Themenschwerpunkt “Opfer”

Die Thematik hat eine breite Debatte in den letzten Jahren hervorgebracht. Hier einige Beispiele aus der F√ľlle der Titel, von denen einige auch schon in den “Ein-Sichten” besprochen wurden:.

  • B√©atrice ACKLIN ZIMMERMANN / Franz ANNEN, (Hg.): Vers√∂hnt durch den Opfertod Christi. Die christliche S√ľhnopfertheologie auf der Anklagebank.
    Z√ľrich 2009  — Rezension hier —
  • Jan ASSMANN: Monotheismus und die Sprache der Gewalt. Wien 2006
  • Georg BAUDLER: Die Befreiung von einem Gott der Gewalt. Erl√∂sung in der Religionsgeschichte von Judentum, Christentum und Islam. D√ľsseldorf 1999
  • Ulrich BERNER / Christoph BOCHINGER / Rainer FLASCHE (Hg.): Opfer und Gebet in den Religionen. Ver√∂ffentlichungen der Wissenschaftlichen Gesellschaft f√ľr Theologie Bd. 26. Neukirchen-Vluyn 2005
  • Walter BURKERT: Anthropologie des religi√∂sen Opfers. Die Sakaralisierung der Gewalt. M√ľnchen 21987
  • Walter BURKERT: Kulte des Altertums. Biologische Grundlagen der Religion. M√ľnchen 1998
  • Josef IMBACH: Ist Gott k√§uflich? Die Rede vom Opfertod Jesu auf dem Pr√ľfstand. G√ľtersloh 2011
  • Klaus-Peter J√ĖRNS: Lebensgaben feiern. Abschied vom S√ľhnopfermahl: Eine neue Liturgie. G√ľtersloh 2007
  • Ralf MIGGELBRINK: Der Zorn Gottes. Geschichte und Aktualit√§t einer ungeliebten Tradition. Freiburg u.a.: 2000
  • J√≥zef NIEWIADOMSKI / Roman A. SIEBENROCK (Hg.): Opfer ‚Äď Helden M√§rtyrer. Das Martyrium als religionspolitische Herausforderung. Innsbruck 2011.  — Rezension hier —
  • Martin RIESEBRODT: Cultus und Heilsversprechen. Eine Theorie der Religionen. M√ľnchen 2007
  • Dorothee S√ĖLLE: Stellvertretung. Ein Kapitel Theologie nach dem “Tode Gottes”. Stuttgart 1965 (erw. Neuauflage 1982)
    — Rezension von Christoph Fleischer —
  • WETH, Rudolf (Hg.): Das Kreuz Jesu. Gewalt, Opfer, S√ľhne.
    Neukirchen-Vluyn 2001

 

Interreligiöses Lernen im Kindergarten

Interreligiöses Lernen gehört in einer von Vielfalt geprägten Gesellschaft zu den Gundmustern der Erziehung. Bisher gibt es zwar einiges an Material zum interkulturellen Lernen im Kindergartenalter, aber wenig zur interreligiösen Erziehung.
Vgl. dazu auch den Beitrag von J√∂rg Lohrer in rpi-virtuell zu einer bundesweiten Studie der Universit√§t T√ľbingen
Diese mehrfach schon aufgezeigte didaktische L√ľcke f√ľllen die beiden Autoren kompetent praxisorientiert auf. Aber nicht nur Erzieher/innen und Eltern k√∂nnen hier  lernen, sondern allen, denen eine solide Wertevermittlung am Herzen liegt:

Carola Fleck / Stephan Leimgruber:
Interreligiöses Lernen in der Kita.
Grundwissen und Arbeitshilfen f√ľr Erzieher/innen
Köln: Bildungsverlag EINS 2011
(mit vielen Bildern und Schautafeln)
— Rezension hier —

Praxisbuch zum interreligiösen Lernen Рvon und mit den Weltreligionen

Angesichts der Globalisierung sind uns die gro√üen Weltreligionen nahe ger√ľckt. Aber eine Religion verstehen lernen, setzt neben der Information praktische Zug√§nge voraus. Gerade Unterrichtende brauchen didaktische und methodische M√∂glichkeiten, um die Begegnung mit der eigenen Glaubensweise und den eher fremden Religionen sinnvoll werden zu lassen.  Das vorliegende Buch, an der Schnittstelle von Theorie und Praxis entstanden, d√ľrfte hier vorz√ľgliche Dienste leisten:

Claus Peter Sajak
(unter Mitarbeit von Katrin Gergen-Woll,
Barbara Huber-Rudolf und Jan Woppowa):

Kippa, Kelch, Koran.
Interreligiöses Lernen mit Zeugnissen der Weltreligionen
Ein Praxisbuch
M√ľnchen: K√∂sel 2010
— Rezension hier —

Hauptsache gesund? Religiosität und Wellness

Jugendlichkeit und Gesundheit im Zeichen von Wellness hat religi√∂se Z√ľge angenommen. Wichtiger wird die Heilung, und der Mensch als ein Wesen von K√∂rper, Seele und Geist in ausgeglichener Balance, ger√§t an den Rand. Eine Reihe von Fachleuten der Universit√§t Graz haben versucht, die heil machende Karft des Glaubens wieder st√§rker hervorzuheben.

Walter Schaupp / Hans Walter Ruckenbauer (Hg.):
Macht Religion gesund?
Christliches Heilsangebot und Wellness-Kultur

Theologie im kulturellen Dialog Bd. 14
Innsbruck / Wien: Tyrolia 2010
— Rezension hier —

Hinduismus verstehen lernen – Manus Gesetzbuch

Der Hinduismus beinhaltet eine Vielzahl religi√∂ser Traditionen in Indien. Sich dieser Lebesn- und Glaubenswelt anzun√§hern, ist f√ľr westliche Menschen trotz aller exotischen Attraktivit√§t keineswegs leicht. Man denke beispielsweise auch an das immer noch gesellschaftliche wirksame Kastensystem in Indien.
Nun hat der Verlag der Weltreligionen mit der Ver√∂ffentlichung eines der wichtigsten alten hinduistischen ethischen Orientierungsb√ľcher ungewohnte und spannende Einblicke erm√∂glicht. Die vorliegende Textsammlung wurde zum ersten Mal voll√∂st√§ndig ins Deutsche √ľbersetzt. Zugleich wurde ein ausf√ľhrlicher Kommentar, Glossar und Register begegeben:

MANUSMRTI. Manus Gesetzbuch
Aus dem Sankrit √ľbersetzt und herausgegeben
von Axel Michaels unter Mitarbeit von Anand Mishra

Berlin: Verlag der Weltreligionen 2010
— Ausf√ľhrliche Rezension hier —