Lernen im Trialog РGotteshäuser und Feste

Rz-Sajak-FesteDas von der Herbert Quandt-Stiftung gef√∂rderte Schulprojekt des interreligi√∂sen Lernens im Kontext von Trialog der Kulturen bietet auch entsprechende Unterrichtsmaterialien. Mit einer Gruppe von Fachleuten – gerade auch aus der Praxis – hat der Religionsp√§dagoge Claus Peter Sajak (Universit√§t M√ľnster) inzwischen zwei Hefte herausgebracht. Sie erm√∂glichen auf einer soliden theologischen und religionswissenschaftlichen Basis nicht nur Zug√§nge zu Judentum, Christentum und Islam, sondern auch m√∂gliches Miteinander durch diese Unterrichtshilfen zu vertiefen. Im Rahmen eines Seminars f√ľr k√ľnftige ReligionslehrerInnen an der TU Dortmund wurden die beiden bisher erschienen Hefte umfassend besprochen.

 Lernen im Trialog, Heft 1:
Clauß Peter Sajak (Hg.):
Gotteshäuser. Entdecken РDeuten РGestalten.

Sekundarstufen I und II.
Paderborn: Schöningh 2012
— Rezension: hier —

Lernen im Trialog, Heft 2:
Clauß Peter Sajak (Hg.):

Feste feiern. Jahreszeiten  РMahlzeiten РLebenszeiten.
Sekundarstufen I und II
Paderborn: Sch√∂ning 2013¬† — Rezension: hier —

Clauß Peter Sajak beschäftigt sich seit längerem mit den Fragen des interreligiösen Lernens. Davon zeugt z.B. das Buch:

Clauß Peter Sajak u.a.: Kippa, Kelch, Koran: Interreligiöses Lernen mit Zeugnissen der Weltreligionen.
Ein Praxisbuch. M√ľnchen:
K√∂sel 2010 — Rezension: hier —

Creative Commons-Lizenz

 

 

 

 

Im √úberschneidungsfeld von Theologie und Literatur: Die Bachl-Lectures

Gregor Rz-Hoff-Winkler_PoesieMaria Hoff / Ulrich Winkler (Hg.):
Poesie der Theologie:
Versuchsanordnungen zwischen Literatur und Theologie.
Bachl-Lectures 2007-2011 

Salzburger Theologische Studien Bd. 45. Innsbruck-Wien: Tyrolia 2012. 179 S.
— ISBN 978-3-7022-3192-7—

Ausf√ľhrliche Beschreibung: hier

Der katholische Dogmatiker und √Ėkumeniker Gottfried Bachl (geb. 1932 in Linz) geh√∂rt zu den weniger bekannten, aber doch wichtigen Theologen im deutschsprachigen Raum, weil er praktische Erfahrung und wissenschaftliche Theologie in vielf√§ltiger Weise miteinander verbindet. So hat er sich nicht nur mit seinen theologiegeschichtlichen Ver√∂ffentlichungen einen Namen gemacht, sondern auch mit seinem engen Bezug zur Literatur. Die Salzburger Universit√§t hat es unternommen, die Mehrzahl der sog. Bachl-Lectures zum 80. Geburtstag von Gottfried Bachl zu dokumentieren. Herausgekommen ist ein Kaleidoskop zwischen Theologie, Liturgie und Poesie. Damit wird zugleich ein Signal gesetzt, dass der religi√∂se Bereich st√§ndige Ver√§nderungen braucht, um durch unterschiedliche Sichtweisen, auch bewusste Irritationen, Glauben heute √ľberzeugend zu leben.

Dieses Buch macht √ľberzeugend deutlich, wie notwendig das Gespr√§ch zwischen Theologe und Literatur ist und unbedingt bleiben muss. Theologie lebt von der Sprache, darum braucht sie die Literatur. Dorothee S√∂lle h√§tte sicher ‚Äď wie immer eigenst√§ndig ‚Äď mit eingestimmt.

Reinhard Kirste

 

                                                                                                                       Rz-Hoff-Winkler_Poesie, 06.10.13    Creative Commons-Lizenz

 

Buch des Monats Mai 2013: Macht und Ohnmacht der Religionen

Rz-Boberski-WeltmachtHeiner Boberski / Josef Bruckmoser: Weltmacht oder Auslaufmodell.
Religionen im 21.Jahrhundert
.
Innsbruck-Wien: Tyrolia 2013, 222 S.
— ISBN 978-7022-3239-9 — auch als E-Book erh√§ltlich

Ausf√ľhrliche Beschreibung: hier

¬†Die beiden Journalisten und zugleich theologisch kompetenten Sachbuchautoren Heiner Boberski (Wiener Zeitung) und Josef Bruckmoser (Salzburger Nachrichten) nehmen sich in leicht lesbarer, aber keineswegs populistischer Form den Schwankungsfeldern von Religion an. Sie konstatieren f√ľr die Gegenwart Ablehnung von (organisierter) Religion einerseits und neue religi√∂se, oft seltsame Ph√§nomene andererseits. Ihre Einsch√§tzungen sichern sie immer wieder mit statistischen Belegen ab. Hinzu kommen medienwirksame Auftritte religi√∂ser Pers√∂nlichkeiten wie die des Dalai Lama und der P√§pste. Darum lohnt sich ein genaueres Nachschauen, denn: ‚ÄěDie religi√∂se Weltkarte ist ‚Ķ im Lauf der Geschichte nie √ľber l√§ngere Zeit stabil geblieben … ‚Äú (S. 20).

Letztlich wirken Religionen am intensivsten und √ľberzeugendsten mit ihrer dialogischen Friedensmacht, immer wieder gepr√§gt durch Vorbilder des engagiert gelebten Glaubens. So gesehen sind sie keineswegs ein Auslaufmodell. Wichtig aber bleibt, dass nicht immer wieder religi√∂s motivierte Brutalit√§t, diese Vers√∂hnungskr√§fte diskreditiert. Das vorliegende Buch stellt angenehmerweise nicht nur Fragen oder referiert Gesellschaftsanalysen, sondern zeigt, wie Religionen als Br√ľcken einer gerechten und solidarischen Zukunft der Menschheit dienen k√∂nnen ‚Äď eine sch√∂ne Verbindung und ein wichtiger Aufruf zu respektvoller Verbindlichkeit gegen√ľber allen Andersglaubenden. Es ist ein Buch, dem man viele Leser w√ľnschen m√∂chte.

Reinhard Kirste 

Rz-Boberski-Weltmacht, 27.04.13

 

 

Religionsmonitor 2013: Religiöse Vielfalt in Deutschland

Rz-Religionsmonitor 2013Die j√ľngst erschienene Studie der Bertelsmann-Stiftung hat ein lebhaftes Medien-Echo hervorgerufen: ¬†

Religionsmonitor – verstehen, was verbindet.
Religiosität und Zusammenhalt in Deutschland

Die 73 Seiten starke Vorab-Studie haben die Religionssoziologen Detlef Pollack und Olaf M√ľller (beide Universit√§t M√ľnster) erarbeitet. Sie ziehen aufgrund des statistisch erhobenen Materials und entsprechender Auswertungen eine erste vorl√§ufige Bilanz in vier Themenfeldern:

 

  1. Abnehmende Kirchlichkeit, Marginalisierung von Religion und Interesse an alternativer Religiosität.
  2. Die Bedeutung von Werten f√ľr die menschliche Gesellschaft, die weithin nicht mehr religi√∂s begr√ľndet werden.
  3. Die erstaunliche religiöse Vielfalt in Deutschland, die zum Teil als Bereicherung empfunden wird, ohne dass sehr starke Tendenzen nach praktischer religiöser Begegnung bestehen. Zugleich hat die Islamfeindlichkeit in Deutschland beunruhigende Ausmaße angenommen.
  4. Im Fazit betonen die Autoren, dass angesichts der wachsenden religi√∂sen Vielfalt Menschen in Ost und West die religi√∂se Pluralisierung als kulturelle Bereicherung, aber auch als Ursache f√ľr Konflikte ansehen (S.55). Insgesamt haben trotz der Entkirchlichungs- und S√§kularisierungsprozesse Religiosit√§t und religi√∂se Zugeh√∂rigkeit immer noch grundlegende Bedeutung (S. 56).

Die gesamte Studie “Religionsmonitor”: hier zum Download

Eine Reihe von Medien haben aus dieser weitreichenden Analyse den Schwerpunkt ihrer Kommentierung auf die Islamfeindlichkeit gelegt, wie ein Überblick der Pressemeldungen bei Google-News deutlich macht. Damit wird ein lange schon bekanntes gesellschaftliches vourteilsbehaftetes Konfliktfeld auch soziologisch untermauert, das angesichts zahlreicher positiver Einschätzungen von religiöser Vielfalt zu Besorgnis Anlass gibt und dringend auch politisches Gegensteuern erfordert.

F√ľr die vertiefende Lekt√ľreB√ľcher mit Besprechungen zum Thema:

 

 

Buch des Monats Februar 2012 – Mystik oder die Sehnsucht nach dem Unbedingten

Mystik hat Konjunktur, was auch immer man im einzelnen darunter verstehen mag. Die an der Universit√§t Graz beheimateten Herausgeber des Bandes “Sehnsucht Mystik” haben sich auf eine Art Orientierungsreise begeben, um der offensichtlich unstillbare Sehnsucht willen, die eigenen menschlichen Grenzen  hin zu einer umfassenden Wirklichkeit zu √ľberschreiten. Sie beziehen sich dabei auf die vielf√§ltige mystische Tradition des Christentums in Vergangenheit und Gegenwart bis hin in die Rituale des Alltags. Es geht weniger um tiefe Erleuchtungserfaghrungen, sondern mit einer “geerdeten” Spiritualit√§t dem Geheimnis des G√∂ttlichen n√§her zu kommen, auch mit Hilfe reformierter liturgischer Rituale.

Elisabeth Pernkopf / Walter Schaupp (Hg.):
Sehnsucht Mystik
Theologie im kulturellen Dialog 22
Innsbruck-Wien: Tyrolia 2011
— Rezension hier —

Online-Zug√§nge f√ľr das Handbuch der Religionen

Trotz starker Digitalisierung in der Kultur des Buches ziehen es immer noch viele vor, sich Material auf der “Papierbasis” zu besorgen. Dazu geh√∂rt seit 1997 das von Udo Tworuschka und Michael Kl√∂cker im Olzog-Verlag M√ľnchen herausgegebene

HANDBUCH DER RELIGIONEN (HdR) (hier auch Leseproben)

Viele Spezialisten und f√ľr die einzelnen Themenfelder zust√§ndige Fachgebietsleiter haben dieses Handbuch im Ringformat mit j√§hrlichen Erg√§nzungslieferungen zu einem vierb√§ndigen Werk anwachsen lassen. F√ľr den deutschsprachigen Raum liegt damit ein umfangreicher religi√∂ser √úberblick vor. Das macht allerdings die √úbersicht und schnelle Auffindbarkeit bestimmter einzelner Themen nicht gerade leichter. So ist es zu begr√ľ√üen, dass √ľber eine Suchmaske nun alle Artikel (die meisten gegen geringe Geb√ľhr) online abgerufen und heruntergeladen werden k√∂nnen:

Online-Zugang zum HdR (Volltextsuche): hier

Dieses umfassende Werk zu den Konfessionen und Religionen¬† im deutschsprachigen Raum hat mit seinen Grundsatzbeitr√§gen eine religionswissenschaftliche Basis gelegt. Mit den Aktualisierungen zu religi√∂sen Entwicklungen und Ver√§nderungen d√ľrfte es f√ľr die Recherche von Fachleuten und Interessierten nun noch besseren Zugang zu sachkompetenter Orientierung bieten.