Spektrum Iran РInterkulturelle und interreligiöse Begegnungen zwischen Orient und Okzident

Rz-Spektrum-IranSPEKTRUM IRAN. Zeitschrift f√ľr islamisch-iranische Kultur (viertelj√§hrlich).
27. Jahrgang 2014, etwa 100 Seiten pro Heft, hrsg. v. der Kulturabteilung der Botschaft der Islamischen Republik Iran in Berlin, erscheint im Verlag Traugott Bautz Nordhausen, ISSN 0934-358X.

Trotz vieler Informationen, die √ľber den Iran inzwischen in den deutschen Medien erscheinen, sind doch kulturelle und religi√∂se Hintergrundinformationen √ľber die Tagesaktualit√§t hinaus keineswegs selbstverst√§ndlich geworden. So herrscht immer noch ein Persienbild vor, das durch die Spannung von Orient-Mythos und Post-Khomeini-Revolution gepr√§gt ist. Hier ein St√ľck Differenzierung hineinzubringen, bem√ľht sich die Islamische Republik Iran mit ihrer Kulturabteilung seit 27 Jahren.

Die in ‚ÄļSpektrum Iran‚ÄĻ ver√∂ffentlichten Beitr√§ge kommen aus den Bereichen Iranistik, Orientalistik, Islamwissenschaft, Arch√§ologie, Ethnologie, Geschichte, Literatur, Philosophie, Kunst, Soziologie sowie Religion und Theologie. Ber√ľhmte IslamwissenschaftlerInnen wie z.B. Annemarie Schimmel haben hier geschrieben. In fr√ľheren Jahren driftete die Zeitschrift jedoch manchmal in sehr spezielle Themen ab, die h√∂chstens Iranistik-Spezialisten interessieren konnten.

Seit dem Jahr 2014 hat die Zeitschrift nun einen neuen Schriftleiter, den Privatdozenten Hamid Reza Yousefi von der Universit√§t Koblenz-Landau. Er hat sich als Religionswissenschaftler und Philosoph im Bereich der interkulturellen Philosophie .Er hat bereits die bisherige Themenvielfalt und manchmal auch redaktionelle Beliebigkeit zugunsten einer strengeren Thematisierung und inhaltlichen Neuausrichtung verdeutlicht. Das zeigen bereits die nun vier vorliegenden Hefte des Jahres 2014. Die vier Hauptthemen des letzten Jahrgangs werden unter west-√∂stlichen bzw. √∂stlich-westlichen Fragerichtungen aufgenommen: Was ist Kultur? Was ist Philosophie? Was ist Religion? Was ist Tradition? Hinzu kommen jeweils erg√§nzend und weiterf√ľhrend einige Buchbesprechungen. Die Webseite: ‚Äļwww.spektrum-iran.de‚ÄĻ bietet eine erste Orientierung.

Diese vier geschichtlichen, systematischen und aktualisierenden Anfragen an Kultur, Philosophie, Religion und Tradition in dieser Heftreihe setzen zwar keine endg√ľltigen Antworten frei, aber immerhin er√∂ffnet sich ein ‚Äļweites Feld‚ÄĻ, auf dem die verschiedenen Ans√§tze gerade zwischen Orient und Okzident eine pluralit√§tsf√§hige ‚ÄļBebauung‚ÄĻ erm√∂glichen. Damit fallen scheinbar un√ľberbr√ľck¬≠bare Gegens√§tze in sich zusammen und er√∂ffnen gemeinsam erweiterbare ‚ÄļGehwege‚ÄĻ. Denn alle verengenden Beschreibungen von Kultur, Philosophie, Religion und Tradition vergessen die universale und zugleich relativierbare Ausrichtung aller Kommunikationsmuster in Geschichte und Gegenwart. ‚ÄļSpektrum Iran‚ÄĻ kann dazu sicher noch weitere wichtige interkulturelle und interreligi√∂se Beitr√§ge leisten.

¬†Ausf√ľhrliche Besprechung: hier

Reinhard Kirste

Rz-Spektrum-Iran1, 20.02.15  Creative Commons-Lizenz

Vertiefter Dialog – f√ľr (inter-)kulturelle Transformation

LeRz-Swidler-Dialogueonard Swidler: Dialogue for Interreligious Understanding.
Strategies for the Transformation of Culture-Shaping Institutions.
New York /London: Palgrave: Macmillan 2014, 212 S., Index — ISBN 978-1-137-47119-2 —

Mit diesem Band verdeutlicht Leonard Swidler (geb. 1929), welche Ziele er von Anfang an verfolgte, als er den interreligi√∂sen Dialog zu seinem Forschungs- und Lebensschwerpunkt machte. Der katholische Theologe lehrt seit 1966 an der Temple University in Philadelphia (USA) ‚ÄěCatholic Thought and Interreligious Dialogue). Er hat nicht nur die renommierte Zeitschrift Journal of Ecumenical Studies (zusammen mit seiner Frau Arlene) gegr√ľndet, sondern auch das Dialogue Institute, dessen Pr√§sident er seitdem ist, und das er derzeit in ein internationales Netzwerk von Dialog-Instituten einbindet. Len Swidler hat viele B√ľcher geschrieben bzw. mit anderen Theologen und Religionswissenschaftlern herausgegeben. Als Gastprofessor hat er an vielen Universit√§ten weltweit Vorlesungen gehalten und tut dies immer noch.

Dieses Buch verbindet vieles von dem Bisherigen im Sinne einer ‚Äěhilfreichen Kombination‚Äú von theoretischen Ideen und praktischen Projekten (S. 3). Es ist ein Dialog √ľber den Dialog. Das macht zugleich den Reiz der hier vorliegenden Texte aus. Einige hatte Swidler schon fr√ľher ver√∂ffentlicht. Sie sind nun teilweise √ľberarbeitet und sollten als Einladung f√ľr einen vertieften Dialog verstanden werden. Diesen beschreibt Swidler zugleich als einen Weg, in dem kritisches Denken, emotionale Intelligenz und sich gegenseitig anspornende Kooperation zusammenkommen. Die Texte aus diesem Buch spiegeln darum die verschiedenen Aspekte von ‚Äědeep dialogue‚Äú und k√∂nnen als dialogisch-biografische Bilanz verstanden werden, die sich aus 60 Jahren Arbeit interreligi√∂ser Begegnung ergeben haben. In seiner ‚ÄěConclusion‚Äú w√ľnscht sich Swidler, dass die von ihm hier bilanzierten Gedanken nicht nur vision√§r wirken m√∂gen, sondern dazu f√ľhren, dass viele Menschen diese miteinander im Sinne einer Global Business-Ethik teilen. Angesichts all der brutalen Konflikte und des uns√§glichen Leids vieler Menschen w√§re zu w√ľnschen, dass sich viele Einzelne, aber auch St√§dte und Staaten bewusst auf diesen “Deep Dialogue” einlie√üen. Von daher erscheint es geradezu dringend, dass dieses Buch auch in anderen Sprachen und bald in Deutsch erscheinen k√∂nnte.

Ausf√ľhrliche Beschreibung: hier

Reinhard Kirste

Rz-Swidler-Dialogue, 30.12.14    Creative Commons-Lizenz

 

Christentum und Islam РTheologische Verständigungswege

Rz-Heine-christl-islamSusanne Heine / √Ėmer √Ėzsoy / Christoph Schw√∂bel / Abdullah Takim (Hg.):
Christen und Muslime im Gespräch.
Eine Verst√§ndigung √ľber Kernthemen der Theologie.

G√ľtersloh: G√ľtersloher Verlagshaus¬† (Random House) 2014, 384 S.,
Zeittafel, ausf√ľhrliches Register — ISBN 9783579081793 —

Das vorliegende umfangreiche Buch wurde in einem christlich-islamischen Gespr√§chsprozess von theologischen Fachleuten beider Religionen √ľber mehrere Jahre hin entwickelt.

Das Buch spiegelt die dialogische Zusammenarbeit mit dem Ziel, ein sachgem√§√ües Verstehen des Anderen anzubahnen sowie Gemeinsamkeiten und Verschiedenheiten im Blick auf Christentum und Islam zu verdeutlichen. Das Profil dieses Bandes zeichnet sich weiterhin dadurch aus, dass dieser Gespr√§chsprozess unabgeschlossen ist. Dadurch, dass man so intensiv nicht √ľbereinander, nicht nacheinander, sondern miteinander redete, ist m.E. jedoch mehr als eine dialog-theologische Zwischenbilanz zu den ‚ÄúKernthemen der Theologie‚Äú entstanden. Durch das ausf√ľhrliche Register gewinnt dieses Buch den Charakter einer Orientierungshilfe, die man/frau immer wieder zu bestimmten Themen und aktuellen Konflikten im Blick auf scheinbar oder anscheinend ‚Äětypische‚Äú christliche oder islamische Verhaltensweisen oder gesellschaftliche Konflikte gut heranziehen kann.

Ausf√ľhrliche Besprechung: hier

Reinhard Kirste,

Rz-Heine-christl-islam, 15.12.14     Creative Commons-Lizenz

Interreligiöse Begegnungen: Gebete, Lieder, Besinnungen

Rz-L√§hnemann-multirelJohannes L√§hnemann / Religionen f√ľr den Frieden N√ľrnberg / Religions for Peace:
Spiritualität multireligiös. Begegnungen der Religionen in Gebeten, Besinnungen, Liedern.

Berlin: EB-Verlag 2014, 184 S. — ISBN 978-3-86893-129-7

Johannes L√§hnemann geh√∂rt zu den Wegbereitern interreligi√∂ser Begegnung, besonders im Bereich einer interkulturell offenen Religionsp√§dagogik. Er hatte viele Jahre einen religionsp√§dagogischen Lehrstuhl f√ľr Evangelischen Theologie der Universit√§t Erlangen-N√ľrnberg inne. Mit den alle 2 Jahre stattfindenden N√ľrnberger Foren¬† und einer F√ľlle von Publikationen hat er sich auch inetrnational einen Namen gemacht.
Das vorliegende Buch zeigt nun, dass ihm neben der wissenschaftlichen Vertiefung im Blick auf das interreligiöse Lernen gerade auch die spirituell-praktische Begegnung am Herzen liegt.

Diese hier vorgestellten N√ľrnberger Gebetsstunden sind sehr praktisch ausgerichtet und bieten viele Anregungen, die pr√§sentierten Texte, Lieder und Meditationen als Anregungen auch f√ľr die eigene interreligi√∂se Arbeit zu √ľbernehmen.¬† Auch die theologische Vorbesinnung des Autors ist hilfreich, auch wenn der Rezensent die Akzente noch ‚Äěinterreligi√∂ser‚Äú setzen w√ľrde. Dennoch: ‚ÄěSpiritualit√§t. Multireligi√∂s‚Äú kann hervorragend als Vademecum f√ľr die eigene auch √∂ffentlich zu machende interreligi√∂se Praxis dienen.

Ausf√ľhrliche Besprechung: hier

Reinhard Kirste

Rz-Lähnemann-multirel, 16.04.14  Creative Commons-Lizenz

 

Lernen im Trialog РGotteshäuser und Feste

Rz-Sajak-FesteDas von der Herbert Quandt-Stiftung gef√∂rderte Schulprojekt des interreligi√∂sen Lernens im Kontext von Trialog der Kulturen bietet auch entsprechende Unterrichtsmaterialien. Mit einer Gruppe von Fachleuten – gerade auch aus der Praxis – hat der Religionsp√§dagoge Claus Peter Sajak (Universit√§t M√ľnster) inzwischen zwei Hefte herausgebracht. Sie erm√∂glichen auf einer soliden theologischen und religionswissenschaftlichen Basis nicht nur Zug√§nge zu Judentum, Christentum und Islam, sondern auch m√∂gliches Miteinander durch diese Unterrichtshilfen zu vertiefen. Im Rahmen eines Seminars f√ľr k√ľnftige ReligionslehrerInnen an der TU Dortmund wurden die beiden bisher erschienen Hefte umfassend besprochen.

 Lernen im Trialog, Heft 1:
Clauß Peter Sajak (Hg.):
Gotteshäuser. Entdecken РDeuten РGestalten.

Sekundarstufen I und II.
Paderborn: Schöningh 2012
— Rezension: hier —

Lernen im Trialog, Heft 2:
Clauß Peter Sajak (Hg.):

Feste feiern. Jahreszeiten  РMahlzeiten РLebenszeiten.
Sekundarstufen I und II
Paderborn: Sch√∂ning 2013¬† — Rezension: hier —

Clauß Peter Sajak beschäftigt sich seit längerem mit den Fragen des interreligiösen Lernens. Davon zeugt z.B. das Buch:

Clauß Peter Sajak u.a.: Kippa, Kelch, Koran: Interreligiöses Lernen mit Zeugnissen der Weltreligionen.
Ein Praxisbuch. M√ľnchen:
K√∂sel 2010 — Rezension: hier —

Creative Commons-Lizenz

 

 

 

 

Buch des Monats Januar 2014:

Rz-Bernhardt_Perry-Interrel-TheolReinhold Bernhardt / Perry Schmidt-Leukel (Hg.):
Interreligiöse Theologie. Chancen und Probleme.
Beiträge zu einer Theologie der Religionen (BThR), Band 11.
Z√ľrich: TVZ 2013, 296 S., Personenregister
— ISBN 978-3-290-17718-8 —

Die beiden Herausgeber Reinhold Bernhardt, Professor f√ľr Systematische Theologie an der Universit√§t Basel und Perry Schmidt-Leukel, Professor f√ľr Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie an der Universit√§t M√ľnster, haben sich als kompetente und engagierte Promotoren des interreligi√∂sen-theologischen Dialogs schon seit langem einen Namen gemacht.

Der neueste Band aus der Reihe “Beitr√§ge zu einer Theologie der Religionen” bezieht sich auf eine Fachtagung im November 2012 in der N√§he von Basel. Die hier versammelten z.T. international renommierten Fachleute deckten in ihren Beitr√§gen Problemfelder und Chancen eines interreligi√∂s theologischen Ansatzes aus verschiedenen Perspektiven auf.

Interkulturelle, kontextuelle, Komparative und interreligi√∂se Theologie sind Begriffe, die zunehmend und nicht immer eindeutig gebraucht werden. Die Autoren haben hier methodologische und systematisierenden Kl√§rungsschritte vorgenommen und auch ungew√∂hnliche Ans√§tze gewagt. Die hier vorgestellten Ans√§tze bieten M√∂glichkeiten, interreligi√∂se Theologie als Herausforderung durch andere religi√∂sen Traditionen, aber zugleich konsequent dialogisch ‚Äď und nicht nur religionswissenschaftlich vergleichend ‚Äď voranzutreiben.

Ausf√ľhrliche Beschreibung: hier

Reinhard Kirste

Interrel-Theol, 31.12.13     Creative Commons-Lizenz

 

PANORAMA – ein interkulturelles, interreligi√∂ses und internationales Jahrbuch f√ľr Erziehung und Ethik

Rz-PanoramaObwohl nur einem kleineren Kreis bekannt und seit 1989 existierend, hat PANORAMA von Anfang an eine internationale Reichweite. Darum ist auch ein gro√üer Teil der Beitr√§ge in Englisch abgefasst. Beeindruckend ist die Liste der Mitarbeitenden, die seitdem f√ľr diese Jahrbuch-Zeitschrift geschrieben haben. 
Drei Herausgeber zeichnen verantwortlich: 

  • Prof. Dr.Dr.Dr.Lit. Manfred Kwiran (zugleich Hauptredakteur),Theologische Fakult√§t der Universit√§t Bern 

Im Beirat des Jahrbuchs wirken bekannte Erziehungswissenschaftler, Theologen, Ethiker und Religionsp√§dagogen aus Europa, den USA, Australien und S√ľdafrika mit.

Der Untertitel von “Panorama” gibt dann sehr deutlich die Zielrichtung an: 
Intercultural of Interdisciplinary Ethical
and Religions Studies for Responsibel Research.

Diesem Anspruch wird auch der neueste Band Nr. 25 (2013, 204 S.) gerecht.
Weitere Informationen: hier

PANORAMA l√§dt nachdr√ľcklich dazu ein, √ľber den deutschen religionsp√§dagogischen und theologischen Tellerrand zu blicken, wichtige Entwicklungen der religi√∂sen Erziehung weltweit wahrzunehmen und sowohl in die eigene Forschung wie in die Praxis von Kindergarten, Schule, Universit√§t und Religionsgemeinschaft einzubeziehen. 

 

 

Buch des Monats Oktober 2013: Islamische Seelsorge in der multikulturellen Gesellschaft

BRz-Ucar-Seelsorge√ľlent Ucar / Martina Blasberg-Kuhnke, (Hg.):
Islamische Seelsorge zwischen Herkunft und Zukunft.
Von der theologischen Grundlegung zur Praxis in Deutschland.
Reihe Osnabr√ľcker Islamstudien Band 12.
Frankfurt/M. u.a.: Peter Lang
2013, 192 S.
— ISBN 978-3-631-64063-0 geb. ‚Äď ISBN 978-3-653-02533-0 (eBook)¬†

Ausf√ľhrliche Beschreibung: hier

¬†Die Universit√§t Osnabr√ľck hat mit ihrem Zentrum f√ľr Islamstudien seit 2008 einen wesentlichen Beitrag f√ľr die Etablierung der islamischen Theologie und der mit ihr verbundenen Religionsp√§dagogik geleistet. B√ľlent Ucar als Direktor des Instituts f√ľr Islamische Theologie und das Team des Instituts haben beachtliche Fortschritte im Blick auf den islamischen Religionsunterricht erzielt. Denn ihre theologischen Forschungsarbeiten stehen im Kontext der universit√§ren Nachbardisziplinen, besonders der christlichen Theologie. Als Zwischenergebnisse dieser Arbeit sind inzwischen 15 B√§nde der Reihe ‚ÄěOsnabr√ľcker Islamstudien‚Äú erschienen. Im hier vorliegenden 12. Band verweisen bereits die Herausgeber, der islamische Theologe¬† B√ľlent Ucar und die katholischen Religionsp√§dagogin Martina Blasberg-Kuhnke, auf die fast selbstverst√§ndliche Kooperation zwischen islamischer und christlicher Theologie auf der Schwelle von Theorie und Praxis in der Seelsorge.

Verstärkt durch die Migrationssituation ist in Europa und gerade auch in Deutschland nämlich der Islam besonders herausgefordert. Insofern wird neben bereits existierenden interreligiösen Seelsorgekonzepten in diesem Band ein systematisierender Weg eines neuen Verständnisses beschritten, und zwar in drei Abschnitten:

  • 1. Teil: Grundlagen und Entwicklung der Seelsorge

  • 2. Teil : Seelsorgekonzepte

  • 3. Teil:¬† Seelsorge in der Praxis: Erfahrungsberichte

Dieses Buch mit seinen unterschiedlichen seelsorgerlichen Zug√§ngen aus weitgehend islamischer Perspektive zeigt √ľberzeugend die Notwendigkeit auf, dass Religionen angesichts allt√§glicher und lebensbedrohlicher sowie t√∂dlicher Lebenserfahrungen Grund legen m√ľssen, um Menschen konkret Halt und Trost zu geben. Besonders zu w√ľrdigen ist, dass islamische Seelsorge offensichtlich von Anfang an in ein interreligi√∂s offenes Seelsorgekonzept. Muslimische und christliche Seelsorger pl√§dieren gleicherma√üen f√ľr eine glaubw√ľrdige und weiterhelfende Seelsorge f√ľr die betroffenen Menschen mit ihren N√∂ten, √Ąngsten, Verzweiflung und Schmerzen.

Reinhard Kirste

Rz-Ucar-Seelsorge, 30.09.2013     Creative Commons-Lizenz

Handbuch der Religionen (HdR): Kontinuierlich wachsende Printausgabe und Online-Zugänge

Trotz starker Digitalisierung in der Kultur des Buches ziehen es immer noch viele vor, sich Material auf der ‚ÄúPapierbasis‚ÄĚ zu besorgen.
Dazu geh√∂rt seit 1997 das von dem Religionswissenschaftler  Udo Tworuschka und dem Historiker Michael Kl√∂cker im Olzog-Verlag M√ľnchen herausgegebene
HANDBUCH DER RELIGIONEN (HdR)
Zugang zur Printausgabe: hier

Viele Spezialisten und f√ľr die einzelnen Themenfelder zust√§ndige Fachgebietsleiter haben dieses Handbuch im Ringformat mit j√§hrlichen Erg√§nzungslieferungen zu einem vierb√§ndigen Werk anwachsen lassen. Inzwischen finden sich in den Ordnern mit inzwischen 37 Erg√§nzungsliefeungen √ľber 4500 Seiten Text (!).
Hier wurde also ein umfassendes Lexikon der Religionen entwickelt.  Es erm√∂glicht einen umfangreichen √úberblick √ľber die Geschichte und Gegenwart der verschiedenen religi√∂sen Traditionen und Str√∂mungen in Deutschland.  Das macht allerdings die √úbersicht und schnelle Auffindbarkeit bestimmter einzelner Themen nicht immer leicht.

Das Gesamtinhaltsverzeichnis bietet darum eine erste √úbersicht.
Download Inhaltsverzeichnis: hier

Weiterhin k√∂nnen √ľber eine Suchmaske nun alle Artikel als Volltextsuche
(einige kostenlos, die meisten gegen geringe Geb√ľhr) online abgerufen und heruntergeladen werden:
Online-Zugang zum HdR

Dieses umfassende Werk zu den Konfessionen und Religionen  im deutschsprachigen Raum hat mit seinen Grundsatzbeitr√§gen eine religionswissenschaftliche Basis gelegt. Mit den Aktualisierungen zu religi√∂sen Entwicklungen und Ver√§nderungen d√ľrfte es f√ľr die Recherche von Fachleuten und Interessierten aus allen gesellschaftlichen Bereichen ausgezeichnet recherchierte Zug√§nge f√ľr eine sachkompetente Orientierung bieten.

 

 

Buch des Monats September 2013: Interkulturelle Philosophie – grenz√ľberschreitende Sichtweisen

Rz-Yousefi-B√ľhne-PhilHamid Reza Yousefi: Die B√ľhnen des Denkens.
Neue Horizonte des Philosophierens
.
M√ľnster u.a.:¬† Waxmann 2013, 259 S. — ¬†ISBN 978-3-8309-2821-8 —

Ausf√ľhrliche Beschreibung: hier

Der Autor geh√∂rt zu den j√ľngeren Philosophen, denen die Interkulturalit√§t der Philosophie besonders am Herzen liegt. Er lehrt interkulturelle Philosophie und Philosophiegeschichte an der Universit√§t Koblenz-Landau, Campus Koblenz. In Trier hat er das Institut zur F√∂rderung der Interkulturalit√§t (IFI) gegr√ľndet, dessen Leiter er auch ist. Eine beachtliche Zahl von B√ľchern mit seinen Forschungsschwerpunkten hat er bereits ver√∂ffentlicht bzw. herausgegeben. Sie beziehen sich besonders auf moderne Theorien der Toleranz, Kommunikation sowie ethische und hermeneutischen Entwicklungen ¬†in der Philosophie und Religionswissenschaft.

Mit dem vorliegenden Buch baut er eine didaktische Br√ľcke zum Verstehen verschiedener Kulturtheorien und der vielf√§ltigen Tendenzen interkultureller Philosophie in Vergangenheit und Gegenwart. Darum kommen hier ber√ľhmte islamische Philosophen des Mittelalters, der beginnenden Neuzeit und der Gegenwartsphilosophie zur Sprache, aber ebenso heutige Ans√§tze interkultureller Philosophie im deutschsprachigen Raum.

Bilanz
Hier d√ľrfte darum das erste didaktisch ausgerichtete Buch der Interkulturellen Philosophie im deutschsprachigen Raum vorliegen.¬† Die LeserInnen m√ľssen keine speziellen philosophischen Vorkenntnisse mitbringen, weil methodische Klarheit das Buch durchzieht.¬† So findet man/frau leicht die zugeh√∂rigen Schaubilder, die zusammenfassenden Merks√§tze und orientierende Fragestellungen sowie praktische √úbungsaufgaben f√ľr jeden Abschnitt.¬† Damit ist zugleich ein Lehrbuch entstanden, das nicht nur f√ľr Studierende der Philosophie, Theologie und Kulturwissenschaften weiterf√ľhrend sein d√ľrfte, sondern dass allen Interessierten erm√∂glicht, das eigene Kulturenverst√§ndnis zu erweitern und eurozentrische Sichtweisen abzulegen. Zugleich aber wird deutlich, dass es notwendig ist, die eigenen gegenw√§rtigen Standortbestimmungen interkulturell und interreligi√∂s vorzunehmen. Yousefis Buch bietet daf√ľr eine konstruktive Anleitung.

Reinhard Kirste

Rz-Yousefi-Phil-B√ľhne, 31.08.13¬† Creative Commons-Lizenz