Meine Reflexion

Hallo Openreli, liebe Gastgeber,

“erstelle ein eigenes Portfolio!”…? Das ist wieder eine dieser Aufgaben, auf die ich intuitiv mit “gebt mir 4 Wochen Zeit!” reagiere. Ohne das b√∂se zu meinen, oder abwehrend. “Portfolio” ist ein grooo√ües Wort (und eins meiner Steckenpferde).

Bisher bin ich immer gut damit gefahren, den Geist der Aufgabe zu nehmen (so weit ich ihn verstehe)¬† und daraus das zu machen, was f√ľr mich gerade passt. Das wird wohl auch dieses Mal okay sein. Deshalb:

F√ľr den Materialteil des Portfolios¬† (“Meine Produkte”) verweise ich erstens auf meinen Kursblog. Da findet Ihr eine Art “Das bin ich” zur ersten Wochenaufgabe, einen ersten Ansatz zu meinem “Konzept” bei der zweiten Aufgabe, einen kleinen Ausschnitt aus meinen Versuchen zur praktischen Umsetzung bei der dritten Aufgabe und die Ergebnisse aus der vierten, kooperativen Phase.

Noch mehr konzeptionelle √úberlegungen habe ich zweitens in den Blog zum digitalen Religionsbuch gepackt.

Drittens habe ich an diversen Stellen allerlei Kommentare beigetragen, √ľber die ich aber vor l√§ngerer Zeit schon den √úberblick verloren habe. Sie sind in einem Gesamtkunstwerk verstreut, von dem ich glaube ich (wenn es hoch kommt) vielleicht ein Zehntel √ľberblicke. Das st√∂rt mich nicht, und ich sehe keinen Anlass, das alles jetzt wieder “zusammenzusuchen”, um mein Porfolio zu f√ľllen. Die Kommentierten werden schon wissen, was wie wirkt und ob sie etwas mit meinen Beitr√§gen anfangen k√∂nnen.

Hier und heute geht es mir (und den Auftraggebern vermutlich auch, oder?) um den reflexiven Teil. Und um ein Feedback an die Gastgeber.

Zuallererst: Mein Feedback an die Gastgeber

Ich habe von dieser Fortbildung in einem Ma√ü profitiert, die mich v√∂llig √ľberrascht hat und immer noch fasziniert. Ihr k√∂nnt gern jeden in meiner realen Umgebung fragen (weil ich ziemlich haltlos herumgeschw√§rmt habe) – wenn ich davon erz√§hle, sprudele ich √ľber vor lauter Inspiration.¬† Anfangs wusste ich nicht recht, worauf ich mich mit der Anmeldung einlasse. Das hat noch eine ganze Weile angehalten. Bis heute ist mir au√üerdem nicht ganz klar, was Ihr Euch eigentlich f√ľr Euch selber von der Veranstaltung erhofft habt… Aber gerade, dass ich mir meine Schwerpunkte selber suchen konnte und dass Ihr im Verlauf f√ľr alles offen wart, was sich entwickelt, fand ich dann sehr passend, kompetenzorientiert, “erm√∂glichungsdidaktisch” (hohes Lob!!!).

Es hat mich anfangs viel √úberwindung gekostet, meine Ideen zu Euren Impulsen so offen in die Gegend zu trompeten. Als der Schatten √ľbersprungen war und Ihr so unglaublich nett und konstruktiv reagiert habt, wurde das leichter. Ich verstehe aber jeden, der (sp√§testens) bei Aufgabe 3 “ausgestiegen” ist. Lehrer zeigen oft sowieso doch schon so ungern, wie sie arbeiten – “Kompetenzorientierung” ist f√ľr viele ein gro√üer, √ľberfordernder Begriff, der erst mal Zweifel am einen Tun ausl√∂sen kann – es gibt noch kaum praktikable Konzepte, an denen man sich orientieren kann (der Vortrag von Herrn Lenhard hat aber das Zeug zum Klassiker, das war wirklich eine Sternstunde!) – mich neben dem Alltagsgesch√§ft da einzuarbeiten, hat mich Jahre gekostet, wie soll das innerhalb einer “Wochenaufgabe” gehen? Das ist keine Kritik an der Aufgabe, ganz sicher nicht, in ihrer Offenheit und auch mit diesem herausfordernden Charakter fand ich sie nach dem ersten Schrecken sehr anregend. Ich hab auch den Eindruck, dass der eine oder die andere beim Mitlesen profitiert hat. Was ich eigentlich sagen will: Ihr m√ľsst meiner Ansicht nach nicht entt√§uscht sein, dass die Beitr√§ge im Lauf der Zeit weniger und der “aktive Kreis” kleiner wurden. Das sagt meiner Ansicht nach nicht viel √ľber die Wirksamkeit der Fortbildung, nicht mal √ľber die “Aktivit√§t” der Teilnehmer/geber – eher √ľber die Bereitschaft, sich auf dem derzeitigen Entwicklungsstand √∂ffentlich zu pr√§sentieren. Dass ich hier immer noch vor mich hintippe, liegt glaube ich daran, dass ich mich in einem der beiden Schwerpunkte (der Sache mit den Kompetenzen) schon sicher f√ľhle und mir “nur” den zweiten Schwerpunkt (die Technik) ganz neu erschlie√üe. Wenn ich in beiden Punkten totale Anf√§ngerin w√§re, h√§tte ich mich ebenfalls sehr, sehr bedeckt gehalten…

√úbrigens habt Ihr mich auch mit Eurem Stil und Umgang untereinander dazu verleitet, mich mit meinen unvollkommenen Versuchen zu zeigen – wie Ihr zu Beginn diverser Beitr√§ge humorvoll, offen und ohne jede Angst vor Blamage mit der Technik k√§mpft und euch dabei noch selber filmt, ist herzerfrischend und entwaffnend… Im Ernst: Was meine Selbstkompetenz betrifft, habe ich sehr schnell beschlossen, dass ich das¬† auch k√∂nnen will. Im richtigen Leben gelingt es mir schon¬† ganz gut – ich hab so oft Besuch in meinem Unterricht, dass ich inzwischen ziemlich unverfroren bin. Aber so √∂ffentlich, wenn ich nicht wei√ü, an wen das kommt und wer sich vielleicht √ľber mich am√ľsiert?… –¬† Ach, was soll¬ī s!… Toll, wirklich, ich bin Euch sehr dankbar f√ľr diese ansteckenden Beispiele.¬† Und nat√ľrlich f√ľr die unz√§hligen unterst√ľtzenden Interventionen. Die Sache mit der Nixenplage werde ich wohl noch meinen Enkeln erz√§hlen – wie Christian sich da hineingebohrt hat, um mein Problem zu l√∂sen, hat mich total beeindruckt. Und das ist nur ein Beispiel von ganz vielen. Mir gef√§llt die Haltung, diese grunds√§tzliche offene, unterst√ľtzende Kooperationsbereitschaft, vor der ich jetzt erst entdeckt habe, dass sie f√ľr die “Netz-Menschen” typisch zu sein scheint (ebenso wie f√ľr kompetenzorientierte LehrerInnen, √ľbrigens! das passt total gut zusammen, finde ich…). Ich werde das nach dem Ende des Kurses sehr, sehr vermissen.

Wo ich beim Vermissen bin: Eine weitere persönliche Sternstundenserie war die Kooperation in der  BBS-Untergruppe. Wunderbar, ich fand uns ausgesprochen unkompliziert konstruktiv kreativ Р1000 Dank an die Beteiligten! Auch dieser Gruppe werde ich nachtrauern.

So hab ich in diesen Wochen also viel √ľber mein Lernen gelernt: Mir hilft eine anregende “Lernumgebung”, auf die ich jederzeit zugreifen kann (wichtig bei meinen Arbeitszeiten). Mir helfen herausfordernde Aufgabenstellungen, die ich gerade so eben bew√§ltigen kann. Mir hilft die unterst√ľtzende Grundhaltung der diversen Lernbegleiter und Kooperationspartner – und dass Ihr alle so nett seid, humorvoll, fehlerfreundlich, kreativ… Mir hilft das Feedback in den Kommentaren. Auch wichtig: Ich brauche mein eigenes Tempo – manches verstehe ich sehr schnell, bei anderen Sachen ist es toll, sich das gleiche Video auch f√ľnfmal anschauen zu k√∂nnen… Im gesch√ľtzten Raum der BBS-Gruppe konnte man auch mal ins Unreine tippen, ohne dass alles gleich so √∂ffentlich war – f√ľr Brainstorming, mutigere √úberlegungen oder spezielleren Austausch fand ich das sehr sch√∂n.¬† Au√üerdem hatte/habe ich f√ľr alles, was ich nun besser kann als vorher, Anwendungskontexte: Die Sachen aus Wochenaufgabe 3 habe ich im Unterricht gleich einsetzen k√∂nnen, alle meine Klassen sind in irgendeiner (manchmal f√ľr Euch nicht sichtbaren) Weise in das Projekt hineinverwickelt, ich hab noch viele weiterf√ľhrende Ideen und sehr viel Lust, sie zu erproben. Mein Fachseminar hat tolle Anregungen bekommen und wird dauerhaft von den vielen neuen M√∂glichkeiten profitieren. Die KollegInnen der Fachkonferenzen an den umliegenden Schulen wissen noch gar nicht, was auf sie zukommt (aber sie werden es lieben…). F√ľr mich hat das alles also viel praktische Relevanz, das aktiviert mich sehr.¬† Und was ich eigentlich schon halb wusste, was vor allem alle anderen schon √ľber mich wussten, w√§hrend es mir selber nicht ganz so bewusst war: Ich liebe es, mich zu “vernetzen”. Der Gedanke “Wer k√∂nnte davon auch noch profitieren?” liegt mir ganz nah, und die vielen M√∂glichkeiten, die die Technik bietet, faszinieren mich. Ich teile gern. Deshalb war es f√∂rderlich f√ľr mich, dass ich nicht nur “Objekt des Fortgebildetwerdens” war (versteht ihr?).

Ihr habt das wunderbar eingefädelt Рvielen Dank!

Was kann ich jetzt besser als vorher – und was davon ist nachhaltig?

Ich kann inzwischen erkl√§ren, was “offene Lizenzen” sind – und ich erkl√§re es seither jedem, der nicht bei drei auf dem Baum ist. Wunderbar, genau so will ich das haben: gro√üz√ľgig, ansteckend, kollegial, kollaborativ (sogar ein bisschen subversiv, weil man sich von der Marktmacht der Verlage abkoppelt…). Ich glaube, dass ich noch gar nicht absehen kann, welche Folgen und Effekte das haben k√∂nnte, wenn es sich ausbreitet – aber ich w√§re gern dabei, wenn es passiert ūüėČ Im Blick auf das “digitale Religionsbuch”, das ja in diesem Sinne gedacht ist, w√§re ich ggf. gern bereit, Energie, Ideen und Materialien einzubringen (wenn meine technischen F√§higkeiten nicht zu bescheiden sind). Dann g√§be es bei der n√§chsten Openreli-Fortbildung auch schon wieder mehr und vielf√§ltiges Anschauungsmaterial…

Ich wollte herausfinden, ob Bloggen ein Medium f√ľr mich sein kann. Definitiv: Ja! Gro√üartig… genau mein Ding. Genau so auf der Grenze zwischen Arbeitsmedium und Freizeitvergn√ľgen, wie ich es liebe (habt Ihr “H√∂rt auf zu arbeiten!” gelesen? lest das!). Ich w√ľrde es immer noch gern besser k√∂nnen, mit Blingbling und Register und wasesallesgibt, aber das zu lernen wird wohl kein gr√∂√üeres Problem sein. Eure Anleitungen bleiben ja hoffentlich greifbar, und es gibt auch Menschen in meiner real-life-Umgebung, die zu jeder Unterst√ľtzung bereit sind. Der Einstieg ist jedenfalls gelungen, w√ľrde ich meinen. Die Pl√§ne, unserem Fachseminar einen Fachdidaktik-Blog zu er√∂ffnen, werden immer konkreter, ein unglaublich reizvolles Projekt…¬† – und es k√∂nnte √ľbrigens f√ľr andere ein sinnvolles begleitendes Angebot zum “digitalen Religionsbuch” sein, denke ich.¬† Und vielleicht eine Chance zur Vernetzung in den ersten Teil der Ausbildung. Dabei denke ich an meine Praktikanten, denen ich gern mehr anbieten m√∂chte als nur drei Wochen Schnuppern.

Eine weitere √ľberraschende Entdeckung war Twitter – ich hatte ja keine Ahnung… Inzwischen lese ich das “daily paper” von Matthias wie andere die Tageszeitung (ernsthaft: beim Fr√ľhst√ľck!) – und die Tageszeitung gleich dazu, denn auch der kann ich “folgen”. Total faszinierend, wie sich hinter vielen Links ganze Welten auftun. Und zum ersten Mal im Leben wei√ü ich, warum und wozu ich seinerzeit den Englisch-Leistungskurs gew√§hlt habe… Allerdings trage ich hier selber noch nicht viel bei, sondern nutze nur gelegentlich die M√∂glichkeit, auf Beitr√§ge hinzuweisen – und lasse mich “f√ľttern” (tschilp!). Auch flickr ist toll, hat viel Spielwert und l√∂st Probleme an etlichen Stellen (auch abseits von openreli).

Was ich von den weiteren Vernetzungsm√∂glichkeiten halten soll, wei√ü ich noch nicht. Da hab ich ein wenig Angst, mich zu verzetteln, wenn ich zu viele Spielwiesen bedienen will. Aber wer wei√ü…

Letzte Worte:

Insgesamt kann ich mich nicht erinnern, jemals so viel in so kurzer Zeit und mit so viel Spa√ü und Faszination gelernt zu haben wie in den vergangenen Wochen. Au√üer vielleicht beim Lesenlernen und in den ersten Unisemestern – beides lebensver√§ndernde, rundum positive Ereignisse. Das alles hat mich zum genau passenden Zeitpunkt “erwischt” – und ich bin sehr gespannt, wo es noch hinf√ľhrt. Ich hoffe jedenfalls, diese letzte Aufgabe wird kein Schlusspunkt, sondern ein Doppelpunkt…

Euch (allen, die sich angesprochen f√ľhlen) bin ich sehr, sehr dankbar f√ľr das Angebot. Ich hoffe, Ihr bekommt die Resonanz, die der Sache w√ľrdig ist!

Beste Gr√ľ√üe, Marion

 

 

4 Gedanken zu „Meine Reflexion

  1. Liebe Marion,
    bin begeistert von einer Kreativit√§t, Lernbereitschaft und Vernetzungs-Freude. – Wurde f√ľr mich sp√ľrbar und ist immer noch anregend.
    Danke f√ľr die Ideen f√ľr das Weihnachtsprojekt und Deine Bereitschaft, Dein Lernen hier darzustellen.

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