Zu Jahresbeginn: Eine neue Spielwiese

Hallo Welt,

ist das der Sinn der Sache, dass man im einen Blog was ĂŒber einen anderen Blog schreibt? Nicht dass all die Vernetzung in Verstrickung endet… obwohl: Stricken kann ich ja, das sollte mich nicht erschrecken. Also gaaanz ruhig, und weiter im Text!

Hier der Link zur Spielwiese, komplett mit KĂŒhen und allerbestem Sonnenschein:

http://blogs.rpi-virtuell.de/fachschule/2014/01/01/wunschzettel/

Mit dem ReligionspĂ€dagogik-Blog erfĂŒlle ich mir selber gleich mehrere WĂŒnsche:

  • FĂŒr die vielen neuen Sachen, die ich bei NetzeBilden lernen und zum Digitalen Religionsbuch beitragen möchte, brauche ich eine Nische zum Ausprobieren. Eine Spielwiese eben. Das hat sich schon bewĂ€hrt: Immerhin kann ich jetzt KĂŒhe hochladen, Kalender einbauen, Betreffzeilen Ă€ndern… – ohne wem was zu zerschießen außer mir selbst.
  • Ich brauche einen Anwendungskontext, der mir fĂŒr die tĂ€gliche Arbeit nĂŒtzt. Im Moment ist das digitale Neuland noch FreizeitbeschĂ€ftigung, aber so viel Freizeit hat ja kein Mensch auf Dauer 😉 Wenn ich Unterrichtsvorbereitung und Digitalspaß verknĂŒpfen kann, wird die Spielwiese grĂ¶ĂŸer, und ich hab ein besseres Gewissen.
  • Seit langem schon will ich meine gesammelten Werke sortieren, ausmisten, in Form bringen und zur Diskussion stellen. Das hier scheint mir ein sehr geeigneter Anreiz dafĂŒr… wenn andre mit drauf gucken, komm ich vermutlich eher in die GĂ€nge. Hoffe ich.
  • Und es geht mir gegen Natur und Konzept, solche Angebote fĂŒr statt mit der Zielgruppe zu entwickeln. Je schneller ich meine Bezugsgruppen (SchĂŒlerInnen und KollegInnen) mitvernetzt bekomme, desto kreativer und lebendiger wirdÂŽs – auch das hoffe ich zumindest. Deshalb hab ich heute den ersten Aufruf zum Mitdenken eingestellt. Der wird nĂ€chste Woche gleich (freiwilliger) Bestandteil eines Arbeitsauftrags fĂŒr selbstgesteuertes Lernen. Ich bin schon sehr gespannt, ob jemand “anbeißt”.

Wenn jemand Ideen fĂŒr Kriterien hat, aber nicht zur eigentlichen Zielgruppe gehört – macht nix, nur zu, kommentiert reichlich! Auch davon wird es bunter…

So – das wollte ich gern gerade am Neujahrstag in die “Welt” schubsen – das könnte ein wunderbares Jahresprojekt werden. Ich hab jetzt schon jede Menge Spaß :-). Ist es zu fassen – vom digitalen Dummy zum digitalen Spielkind in… wie lang war das jetzt?… nicht mal ein Schulhalbjahr. Unglaublich! Nochmal (und nicht zum letzten Mal) 1000 Dank an die genialen Leute, die das möglich gemacht haben.

Euch allen wĂŒnsche ich Ă€hnlich inspirierende Ideen fĂŒr 2014, und jede Menge Flow!

Zwischen den Jahren: Ein bisschen Zukunftsmusik

Hallo Welt (und heute speziell: Hallo, NEOS-Bezugsgruppe!),

fĂŒr das neue Jahr haben wir uns viel vorgenommen:

Die Ideen zum Fachseminar-Blog Religion/Ethik gĂ€ren munter vor sich hin, inspirieren und sehr und werden hoffentlich bald das Licht der Öffentlichkeit erblicken… wir arbeiten dran ;-).

Manches will aber so lange nicht warten, deshalb schicken wir die ein oder andere Datei voraus – heute unseren “Kompass” zur Unterrichtsvorbereitung in der Fachseminar-Variante, damit ihn alle haben, die er interessieren könnte:

AnnÀherungen Checkliste 1 gestaltet

AnnÀherungen Checkliste 2 gestaltet

AnnÀherungen Checkliste 3 gestaltet

AnnÀherungen Checkliste 4 gestaltet

Wer darĂŒber hinaus die Kompetenzraster und die vielen Blankotabellen zu den Teilkompetenzen anschauen/herunterladen/benutzen möchte, kann dies in unserem “öffentlichen Ordner” tun:

http://www.rpi-virtuell.net/explorer/workspace/587FB783-6B5A-4E36-ABF0-55F9B4B47B3D/Unser%20Kompass/

DemnĂ€chst gibt es dann hoffentlich einen frei zugĂ€nglichen Ort fĂŒr alles und noch mehr – wir halten Euch auf dem Laufenden!

 

Das Digitale Religionsbuch ist schon ein paar Schritte weiter, da gibt es schon konkrete Möglichkeiten zum Mitmischen (und zwischen anderen Materialien gleich noch mal den “Kompass”, eine allgemeinere Variante zu Teil 1 – 3 haben wir dort ebenfalls integriert):

http://werkstatt.digitales-religionsbuch.de/

Vielleicht findet sich ja jetzt schon jemand, der/die Lust hat, gemeinsam an speziellen Projekten zu werkeln?

Z. B. könnten wir Lernsituationen sammeln/bearbeiten/aushecken zum Religionsunterricht

  • in der ErzieherInnenausbildung,
  • in der Altenpflegeausbildung,
  • im Beruflichen Gymnasium,
  • im Berufsvorbereitungsjahr,
  • …?

Das werden meine ersten persönlichen Schwerpunkte, zu denen ich gern mit anderen zusammen arbeiten möchte.

Wir freuen uns auch ĂŒber fertige (oder fast fertige) Unterrichtsideen, die bereits “digitale” Elemente enthalten oder durch digitale Elemente erweitert werden können – nur kompetenzorientiert sollten sie sein 😉

Angebote, Tipps, WĂŒnsche, Fragen zu diesem StĂŒck der Zukunftsmusik usw. passen an verschiedenen Stellen, z. B. gleich hier im Kommentarfeld, oder beim digitalen Relibuch, oder per Mail, oder bei nĂ€chster Gelegenheit persönlich…

 

Und dann spukt in meinem Hinterkopf auch noch das entsprechende Ethik-Material-Projekt herum, ebenfalls an Kompetenzen, aber weniger “digital” orientiert – da suchen wir  eigentlich nur noch nach der passenden “öffentlichen” Form. Ein Blog? Eine rpi-virtuell-Gruppe? Doch weiterhin Dropboxordner? Hmmm…

FĂŒr eine kreativ-konspirative Gartenparty (wie beim Kickoff) ist es derzeit zu nass – da brauchen wir wohl Plan B 😉 … und zwar diesmal gleich mit den Mentorinnen und Mentoren zusammen, nicht wahr? Und mit den “Ehemaligen”… Anregungen und Kommentare sind auch hierzu willkommen!

… und nun bin ich gespannt, was passiert. Langweilig wirdÂŽs jedenfalls auch 2014 nicht – gut!

 

 

 

Zwischen den Jahren: NetzeBilden

Hallo Welt,

eigentlich gehört es hier gar nicht hin. Andererseits: Wenn ich mich durch “NetzeBilden” durchgewurstelt habe, bin ich in der nĂ€chsten openreli-Runde technisch nicht mehr ganz so blond, was nur gut sein kann – und hĂ€ngt hier nicht  sowieso alles irgendwie mit allem zusammen?   So fĂŒhlt es sich jedenfalls an…

Also: Die nĂ€chste wunderbare Selbstlerngelegenheit heißt “Netzebilden”, hĂ€ngt auch mit rpi-virtuell zusammen und ist eigentlich ein bisschen zu schön, um wahr zu sein: ich suche noch den Haken. Das Ganze ist höchst lehrreich, völlig offen, ohne Zeitdruck oder sonstigen Druck, selbst fĂŒr mich digitalen Dummy verstĂ€ndlich und durchgehend auf Kompetenzsteigerung angelegt, mit genialen “Lektionen” und Aufgaben… falls jemand einen Werbeblock (oder muss es “Werbeblog” heißen?) benötigt, bitteschön. Dass das alles kostenlos sein soll, kann ich kaum glauben. Aber das geht mir ja im Netz andauernd so…

Ich erzÀhl mal ein bisschen:

Erste Aufgabe (gestern, fĂŒr mich) war es, sich einen Überblick ĂŒber die eigene “Persönliche Lernumgebung” zu verschaffen, und zwar wirklich sichtbar. Mit Foto zum Hochladen. Das war mein erster Versuch:

 

Übersicht PLE Bild

Die Aufgabe fand ich deshalb ziemlich genial, weil mir schon durch das Planen und Schieben der Karten einiges klar geworden ist:

Da sind noch zu viele Kontakte, die nicht alle Möglichkeiten ausschöpfen – zu viele Baustellen, die ich einzeln bediene (das geht bestimmt intelligenter) – und warum eigentlich kann ich zwischen den Quellen, die ich anzapfe und den Quellen, die ich bediene, so sauber unterscheiden (außer bei den E-Mails)? Ist nicht der  Clou, dass sich das vermischt, weil es mit digitalen Hilfsmitteln zu gemeinsamer Arbeit an Projekten kommt? MĂŒsste ich mich einerseits mehr einbringen, andererseits mehr zur Kooperation einladen? Hmmm…

Und andererseits: Das Ganze ist durch Openreli sehr in Bewegung geraten – die rechte Seite der Übersicht gab es vor ein paar Wochen noch gar nicht, bis auf die E-Mail-Karte.

Im nĂ€chsten Schritt wurden mir von NetzeBilden allerlei Möglichkeiten angeboten, die Übersicht sinnvoll zu ergĂ€nzen, mit Beschreibung, Anleitung und Downloadmöglichkeit (toller Service!).  Und schon haben sich die blauen Karten wieder vermehrt… Inzwischen hab ich eingesehen, dass die Vorgehensweise mit den analogen Metaplankarten nicht optimal ist – aber da gibtÂŽs ja diesen Link von Joachim, der das Prinzip digitalisiert. Leider kann ich den PC nicht ĂŒberzeugen, das Ergebnis hier direkt einzufĂŒgen.  Und auf dem gescannten Bild erkennt kein Mensch was… seufz!GibtÂŽs da einen Trick, den ich nicht kenne?

Am besten einfach selber ausprobieren, hier ist nochmal der Link:

https://joachim-happel.makes.org/thimble/metaplan-methode
Was Ihr sehen könntet, wenn Ihr was sehen könntet:
Auf meiner Übersicht ist “Popplets” dazugekommen, ein Mindmap-Programm, an dem mehrere Menschen gemeinsam arbeiten können – sehr leicht verstĂ€ndlich mit hohem Spaßfaktor (wir haben es gestern schon ausprobiert). Damit bekomme ich vielleicht den ein oder anderen Kooperationspartner ein StĂŒckchen nach rechts gelockt, im Bild gesprochen.
Noch ein bisschen bunter ist “GroupZap”, das mir im Rahmen von Openreli zugeflogen ist.
Der KnĂŒller des heutigen Tages ist fĂŒr mich und meine persönlichen BedĂŒrfnisse aber “Evernote”. Das ist eine echte Entdeckung, viel praktischer als alle digitalen Notiz- und Kalenderprogramme, die ich bislang ausprobiert habe. Bisher bin ich irgendwann doch immer wieder bei Papier gelandet – das scheint mir dieses Mal aber unwahrscheinlich. Genial, dass sich alles automatisch alle paar Minuten zwischen sĂ€mtlichen GerĂ€ten synchronisiert. Und genial, dass man jede Notiz mit mehreren Schlagworten versehen kann, so dass sich automatisch Listen nach vcerschiedenen Kategorien zusammenstellen lassen – das ist viel praktischer, als irgendeine papiererne Liste es sein könnte. Mal sehen, wie es sich bewĂ€hrt, der erste Eindruck ist jedenfalls sehr ĂŒberzeugend fĂŒr mich.
Und dann hat auch noch jemand ein E-Book geschrieben, das mir erklĂ€rt, wie ich das Programm mit meiner Lieblings-Selbstmanagementmethode verbinden kann: Dominic Wolff, Master Getting Things Done The David Allen Way With Evernote. Damit hab ich mich heute amĂŒsiert.
Wunderbar, ein ganz großer Schritt in Richtung Effizienz und Übersicht. NetzeBilden sei Dank!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch mehr Weihnachten: Rituale, Geschenke und mehr

Hallo Welt,

inzwischen weiß ich schon gar nicht mehr, wem ich in den letzten Wochen eigentlich alles was versprochen habe – mindestens mal Jörg einen Blogbeitrag zu “Weihnachtsritualen”, einer speziellen Referendarin (schöne GrĂŒĂŸe!) was zu “Geburtstagsritualen”, dem halben Seminar und der ganzen RS+-WQM die PlĂ€tzchenrezepte…

Wie spannend das fĂŒr Euch am Tag vor Weihnachten ist, da wir nun  Ferien haben und die dienstliche Weihnachtszeit fĂŒr dieses Jahr geschafft ist, mag ich nicht einschĂ€tzen – da aber viele Impulse auch zu anderen Gelegenheiten passen, mach ich mal einfach. Was gut ist, bleibt im GedĂ€chtnis, und nach dem Fest ist vor dem Fest 😉 Außerdem mag ich keine leeren Versprechungen.

Das hier ist immer noch faszinierend: Man schreibt die Sachen einmal irgendwo hin, und jede/r kann sich bedienen – bequemer gehtÂŽs nicht mehr. Also los!

GroßzĂŒgig ausgelegt, gehören zu den Weihnachtsritualen zuerst mal die Adventsrituale.

Allen voran: Adventskalender! Bei den SozialassistentInnen und in der ErzieherInnenausbildung das Beispiel schlechthin fĂŒr “Rituale in der KiTa” – aber auch in der Altenpflege nicht verkehrt.

Meine absolute Lieblingsidee in der Altenpflege ist immer noch der Flaschenpost-Adventskalender:

Flaschenpost

CIMG5224

So ein Badestrand im Klassenzimmer (wir hatten sogar schon mal SchĂŒppchen und Eimer und Kuchenförmchen…) ist so schön schrĂ€g, dass es einfach nur witzig ist – und das Ritual, die Flaschen zu entpacken und den Tag mit einem spirituellen Impuls zu beginnen, ist wunderbar. (Und ja, lieber Michael, falls Du hier mitliest: Das ist tatsĂ€chlich immer noch die Flaschenpost, die ich vor Jahr und Tag mal von Dir bekommen habe… schöne GrĂŒĂŸe!)

Eine andere Aktion von vor ein paar Jahren könnte unter anderem unsere Grundschulkollegen interessieren. Ich wollte in einer Sozialassistentenklasse demonstrieren, dass es noch andere Möglichkeiten außer SĂŒĂŸigkeitenkalendern gibt und habe ein Adventskalenderprojekt gestartet: Kleine Gruppen haben je einen Kalender gestaltet, und den Advent ĂŒber wurde dann nach KrĂ€ften ausgepackt. Die Gruppe, die den PĂ€ckchenkalender gefaltet hat, nimmt mir das heut noch ĂŒbel, glaube ich – ansonsten war es ĂŒberaus witzig. so in kalendern zu schwelgen. Nicht alles ist brandneu, die Idee lebte von der Vielfalt. Hier die vielen Anleitungen (von denen man sich natĂŒrlich auch nur eine aussuchen kann, ist ja klar!):

AdventWarten

Ein Ritual, das an unserer Schule eigentlich wichtig ist, aber derzeit daran scheitert, dass unser Musikkollege (der federfĂŒhrend war) uns verlassen hat: Das Adventssingen. Im Treppenhaus, wegen der Akustik. Mit einer Mischung aus modernen schwungvollen Liedern und althergebrachten, ebenfalls schwungvollen Liedern, dazwischen der ein oder andere Text oder auch mal ein  SolostĂŒck (wir haben hochbegabt musikalische SchĂŒlerInnen, sensationell!), und fertig. Morgens zu Beginn der ersten Stunde an wechselnden Wochentagen. Leider haben wir die Rechte an den Liedern nicht, und gefilmt haben wir auch nie. Da muss also die Idee reichen.

Nicht ganz so herkömmlich: Die Weihnachtsbilderbuchausstellung. Ich besitze, meinem Motto “wenn schon, denn schon!” getreu, eine umfangreiche Sammlung an BilderbĂŒchern zur Weihnachtsgeschichte, bestimmt um die 40 verschiedene. Hochspannend zu sehen, wie immer die gleiche Geschichte auf verschiedene Weisen illustriert und nacherzĂ€hlt wird – (religiöse) BilderbĂŒcher beurteilen gehört bei den ErzieherInnen zur Fachkompetenz, so dass meine Ausrede zum BĂŒcherkaufen perfekt ist 😉 Mit den ganzen BĂŒchern bauen wir alle zwei Jahre in der Bibliothek eine Ausstellung auf, die den Advent ĂŒber stehen bleibt, mit Klassen oder auch einzeln besucht werden kann, zum BlĂ€ttern einlĂ€dt… nĂ€chstes Jahr mach ich mal ein Foto, versprochen.

Die Klasse, die dies vorbereitet, bekommt dazu unseren “Buchempfehlungsbogen”. Die Kommentare liegen den BĂŒchern dann bei, oder auch nicht. Da der Bogen sich fĂŒr jegliches Buch unter der Sonne eignet, stell ich den hier mal ein:

Buchempfehlung A 4

Damit die GĂ€ste den maximalen Gewinn von der Aktion haben, bekommen sie als Gastgeschenk die Originalgeschichte zum Vergleichen, in liebevoll handgefalteten BĂŒchlein zum Mitnehmen.

CIMG5222

Weil ich das schon immer mal wollte, hab ich Euch eine Foto-Faltanleitung gezaubert, bitteschön:

BĂŒcher falten

Viel Spaß damit!

Leider finde ich gerade die Kopiervorlage mit der Geschichte-an-sich nicht in meinen diversen Ordnern – aber das kriegt Ihr auch ohne mich hin.

Übrigens eignen sich die gefalteten Geschichten auch gut als Weihnachtsgeschenk. Ich hab sie dieses Jahr einfach in einen weihnachtsbunten Briefumschlag gesteckt, zugeklebt, mit einer meiner ebenfalls rituellen Weihnachts-WĂ€scheklammern versehen, und fertig. “Rituelle” Klammern, weil ich jedes Jahr welche mache, inzwischen mit verschiedenen Motiven (Engel, Elche, Elefanten…), man kann BriefumscshlĂ€ge damit aufpeppen, PlĂ€tzchentĂŒten, Fotokopienstapel, was auch immer  – und manche SchĂŒlerinnen sammeln die Klammern inzwischen… das gehört zu unserer Weihnachtszeit absolut dazu.

CIMG5227

 In aller Regel brauchen wir schon deswegen helle Haufen solcher Klammern, weil jedes Jahr (bloß dieses nicht, weil ich so lange krank war…)  eine meiner ErzieherInnen-Lerngruppen fĂŒr die eigene und die anderen drei Klassen eine gemeinsame Weihnachtsfeier vorbereitet, mit der wir einen ganzen Vormittag zubringen.  Unser zentrales Weihnchtsritual, mit einem (relativ) besinnlichen Einstieg, sehr viel Musik, einem Spieleteil, einem Teil fĂŒr PlĂ€tzchen und Kekse, wenn ich mich durchsetzen kann mit einem umfangreichen Gewichtele,  und meist noch mit einem improvisierten TheaterstĂŒck. Zur Feier gehören natĂŒrlich Geschenke fĂŒr alle… die man zuklammern muss, ganz klar. Wenn ich nun aber anfange, von den Weihnachtsfeiern der letzten Jahre zu berichten, gibtÂŽs die Geschenke morgen ohne mich, so viel könnte ich erzĂ€hlen. Falls jemand mit dem Gedanken spielt und Tipps braucht, möge er oder sie das Kommentarfeld nutzen, darauf reagiere ich dann gern – jetzt fĂŒhrt das zu weit.

ZurĂŒck zu den gefalteten BĂŒchern: Mit denen kann man noch jede Menge anderen Spaß haben. Zum Beispiel eignen sie sich als RezeptbĂŒcher fĂŒr die Rezepte zu den PlĂ€tzchen, die den Advent in unserem Lehrerzimmer prĂ€gen: Aus einem Bogen Din A 2 bekommt man ein BĂŒchlein Din A 6, also Postkartenformat. Das nutze ich, um meine begehrten Rezepte gleich auf A 6 auszudrucken (die Karten dafĂŒr gibtÂŽs fertig zugeschnitten) – einkleben, zubinden, verschenken, fertig! Hier die beliebtesten Rezepte:

AmarenanĂŒsschen

Baumkuchenspitzen

HaselnussgebÀck

Mandelhörnchen

Nussecken

Nussriegel

Nuss-Schoko-Stangen

Vanille-Cranberry-Kipferl

… und alles, was noch fehlt (z. B. die Kugeln mit dem Kokoszeug in der Mitte), steht vermutlich hier:

PlÀtzchen-Portfolio

Falls jemand seinen Lieblingskeks vermisst oder die Pralinen von diesem Jahr  – sorry! Auch dafĂŒr gibtÂŽs im Zweifelsfall das Kommentarfeld. Schade insgesamt, das man nur die Rezepte, nicht aber die Kekse hochladen kann…

Übrigens gehört es zu meinen pesönlichen Weihnachtsferienritualen, fĂŒr die drei erlebnispĂ€dagogischen Tage mit der neuen Referendarsgruppe zu backen. Das ist das erste, was fĂŒr mich dienstlich im neuen Jahr ĂŒberhaupt passiert, und ich freue mich schon jetzt wie doll darauf, das wird ganz sicher wunderbar … na ja, und zum Ritual gehört, dass diese Veranstaltung nicht an zu wenig Kalorien scheitern wird 😉

Eine weitere coole Idee fĂŒr die BĂŒchlein: Sie eignen sich durch eine gĂŒnstige Seitenzahl gut fĂŒr Kalender. Ich hab einen Vordruck fĂŒr die Monate, der sich wieder fĂŒr A 6 – Ausdrucke eignet. Damit gestalte ich Geburtstagskalender (die fĂŒr mehrere Jahre halten) CIMG5220  CIMG5221

oder  Handlungsprodukte aus einer Unterrichtseinheit “Feste im Kirchenjahr” bzw. “Feste verschiedener Religionen”. Falls das jemand nachbasteln (lassen) möchte, hier die Kopiervorlage fĂŒr die Innenseiten:

Geburtstagskalender A 6

Eignet sich auch wunderbar als preiswertes (wenn auch bastelintensives) Weihnachtsgeschenk.

Auf die anderen Ideen (Fotoalbum, Notizbuch, selbstgeschriebene Texte…) kommt Ihr selber – ich mache hier lieber mit einem anderen Ritual weiter, das zu bloggen und im Fachseminar zu etablieren ich einer Referendarin versprechen musste, zum Stichwort “Geburtstage”. Passt nicht ganz zu den “Weihnachtsritualen”, weil man es eigentlich zu Schuljahresanfang beginnen muss. Passt aber zu dem ganze Gebastel mit den BĂŒchern und den WĂ€scheklammern. Und sollte irgendwo mal stehen, weil es total schön ist…

CIMG5225

Hier die Anleitung:

Geburtstagskomplimente

So – nun hab ich glaube ich alle Versprechen eingelöst. Ich wĂŒnsche allen Leserinnen und Lesern viel Spaß mit den Anregungen – und freue mich auf Kommentare. Und auf die Revanche, also auf weitere Ideen in den Kommentaren oder in Euren eigenen Blogs.

Die nĂ€chste Adventszeit kommt bestimmt…

Weihnachtliche GrĂŒĂŸe, Marion

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Theologisieren mit Jugendlichen

Hallo Welt!

keine Ahnung, ob nach dem Ende von Openreli 2013 noch jemand mitliest – ich hab jedenfalls immer noch große Lust, ein wenig vor mich hin zu bloggen, und manchmal gibtÂŽs ja AnlĂ€sse. Diesmal die Frage nach “Theologie im kompetenzorientierten Unterricht” (Reinhard zuliebe ;-)).  Ich habe gerade ein paar sehr interessante Stunden erlebt, in denen meine SchĂŒlerinnen miteinander theologisch diskutiert haben. Ich hab ja das GlĂŒck, dass “GesprĂ€che ĂŒber religiöse Fragen fĂŒhren” im Erzieherinnenlehrplan eine der Fachkompetenzen ist – das ermöglicht einen sehr direkten Anschluss.

Den Anfang der Unterrichtssequenz hab ich frĂŒher im Blog schon mal erzĂ€hlt, unter “Erinnerung an eine gelungene Stunde” oder so Ă€hnlich. Nun wĂŒrde ich gern mit Euch ein bisschen ĂŒber Methoden plaudern und dann ein Ergebnis eines GesprĂ€ches “abdrucken”, das mich ziemlich geflasht hat.

Zur Erinnerung: Fragen meiner SchĂŒlerInnen (in Auswahl)

  • Wenn Gott die Menschen liebt – wie kann es die Hölle geben?
  • Wenn es die Hölle nicht gibt – wie kann es “Gerechtigkeit” geben?
  • Liebt Gott jeden? – was wird dann aus den Opfern von Verbrechern, hat er dazu keine Meinung?
  • Warum greift er nicht ein – oder greift er ein, und alles ist vorherbestimmt?
  • Wie kann er aber dann jemanden bestrafen, denn der hatte doch gar keine Wahl?
  • Komme ich in die Hölle, weil ich nicht religiös sozialisiert bin, und wenn, was soll daran “gerecht sein”?! usw.

 Fragen aufgreifen

Das Engagement der SchĂŒlerinnen steht und fĂ€llt damit, dass die Fragestellung ihr Interesse weckt. Deshalb werde ich, wann immer es möglich ist, echte Fragen aufgreifen, die aus der Gruppe selbst kommen. Ein GesprĂ€ch, das ich initiiere, weil ich die Fragestellung interessant finde (oder weil sie im Lehrplan steht, womöglich) kann zwar Fahrt aufnehmen – wenn jemand aus der Gruppe sich mit einer Frage herumplagt und die Gruppe um Beratung bittet, ist das aber etwas ganz anderes
 Das lĂ€sst sich natĂŒrlich kaum vorbereiten – muss aber ja gar nicht sein. Wenn ich die „handwerklichen“ Grundlagen der theologischen Moderation beherrsche, bin ich doch fĂŒr alles gewappnet


Auf „Moderation“ lege ich deshalb Wert, weil „GesprĂ€chsfĂŒhrung“ schon als Begriff ungĂŒnstige Weichen stellt. Ich fĂŒhre das GesprĂ€ch nicht – ich ermögliche es, indem ich Zeit und Raum dafĂŒr gebe, ich setze Impulse, um zu schĂ€rfen (anzufeuern, sozusagen), aber mehr nicht. Ich erteile nicht das Wort (das regeln die SchĂŒlerinnen schon lange untereinander), ich bewerte Aussagen nicht, ĂŒberhaupt halte ich meine GesprĂ€chsanteile gering. Ich höre so intensiv zu, wie ich nur kann. Ich versuche weniger, mich verstĂ€ndlich zu machen, als die anderen zu verstehen.

Wenn ich mich beteilige, haben sich folgende Impulse als besonders gĂŒnstig erwiesen, um das GesprĂ€ch lebendig zu halten und zu vertiefen:

  • Vor dem Einstieg in die Diskussion ausdrĂŒcklich die Frage klĂ€ren, um die es geht: Welches (gedankliche) Problem soll gelöst werden?
  • ZurĂŒckfragen, d. h. verstehen wollen, was gemeint ist: „Verstehe ich Sie richtig, dass
?“
  • Begriffe klĂ€ren: „Das heißt, Sie verstehen unter
 folgendes: 
-?“
  • Hinterfragen: „Sehen das alle so?“ – „Stimmt das wirklich?“
  • Weiterfragen: „Wer hat sonst noch eine Idee dazu?“
  • Nach Alternativen fragen: „Wie könnte man das auch noch sehen?“ – „Könnte es auch anders sein?“
  • Nach BegrĂŒndungen fragen: „Wie kommen Sie darauf?“ – „Was spricht dafĂŒr?“
  • Nach Beispielen fragen: „Können Sie dafĂŒr ein Beispiel nennen?“ oder ein Beispiel einbringen: „Was bedeutet das fĂŒr den Fall, dass
?“
  • Nach Gegenbeispielen fragen
  • Nach Annahmen fragen, die hinter einer Aussage stehen: „Sie setzen also voraus, dass
 – ?“
  • Nach Folgen fragen: „Wenn das so ist, was bedeutet es fĂŒr
?“
  • Antwortversuche in Beziehung zueinander bringen – WidersprĂŒche ansprechen, Ähnlichkeiten benennen, zum Vergleichen anregen: „Wie kann X und Y gleichzeitig zutreffen?“ – „Ist dies ĂŒberzeugender fĂŒr Sie als jenes? Wie kommt das?“
  • Zusammenfassen, auf den Punkt bringen, ggf. schriftlich festhalten.
  • Dabei zurĂŒckfragen: „Habe ich das richtig verstanden?“ – „Passt die Zusammenfassung, trifft das Ihren Punkt?“
  • Strukturieren, auch visuell.
  • DafĂŒr sorgen, dass nichts unter den Tisch fĂ€llt, auch wenn nicht alles gleich aufgegriffen werden kann.
  • FĂŒr eine Auswertung am Ende sorgen.

Die ein oder andere methodische Idee hab ich auch noch im HandgepĂ€ck – besonders das “Gedankenbuch” empfehle ich wĂ€rmstens. Schaut mal:

Methode DenkanstĂ¶ĂŸe

Methode Frageketten

Methode Gedankenbuch

Mehr zufĂ€llig habe ich in der letzten Woche entdeckt, dass es förderlich sein kann, im Anschluss an das GesprĂ€ch ein gut strukturiertes Ergebnis festzuhalten, mit dem die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler anschließend weiter arbeiten können. WĂ€hrend des laufenden GesprĂ€ches schreibe ich Thesen und die allerwichtigsten Stichworte dazu auf Metaplankarten und lege eine Argumentationsskizze. Aus diesen Überschriften und meinen Erinnerungen erstelle ich einen Text, der möglichst viele Aspekte des GesprĂ€ches aufnimmt. Diesen Text gebe ich in der nĂ€chsten Stunde in die Klasse und lasse prĂŒfen, ob sich jeder „wiederfindet“.

Hier unser Beispiel zur Frage:

„Ist alles wahr, was in der Bibel steht?“

Die Frage wurde als “fundamental” empfunden, also anderen Fragen vorgelagert, weil wir eine Haltung dazu benötigen, ob wir ein Bibelzitat fĂŒr ein “schlagendes” Argument halten, wenn es um theologische Meinungverschiedenheiten geht.

Zu dieser Frage gibt es mehrere mögliche grundsÀtzliche Antworten:

1.    Die Bibel ist ein Sachbuch, das objektive Wahrheiten ĂŒber Gott, die Menschen, die Entstehung der Welt, das Leben von Jesus, die Hölle, das Ende der Welt und viele andere Themen enthĂ€lt. Die Menschen, die die Bibel geschrieben haben, wissen diese Wahrheiten, weil Gott persönlich ihnen den Text diktiert hat. Fachbegriff dafĂŒr: Verbalinspiration.

Daraus folgt: Wenn biblische Aussagen mit der modernen Wissenschaft nicht vereinbar sind, hat die Bibel recht und die Wissenschaft nicht.

Unser Beispiel: Die Welt entstand buchstÀblich in 7 Tagen.

Variante: Nimmt man den Satz aus Psalm 90 hinzu „1000 Jahre sind vor Dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache“, kann man die 7 Tage aus 1. Mose 1 als „7000 Jahre“ interpretieren (was die Aussage etwas realistischer macht).

Daraus folgt fĂŒr theologische GesprĂ€che: Wenn jemand ein Zitat nennen kann, das eine Frage beantwortet, ist die Frage beantwortet und das GesprĂ€ch beendet. WidersprĂŒchliche Aussagen innerhalb der Bibel mĂŒssen irgendwie ausgeglichen werden.

 

2.   Die Bibel ist ein Sachbuch, das veraltete Informationen enthĂ€lt. Menschen haben aufgeschrieben, was sie zu ihrer Zeit fĂŒr objektiv richtig hielten. Wir haben uns in wissenschaftlicher Hinsicht weiterentwickelt und wissen mehr.

Daraus folgt: Wenn sich Bibel und Wissenschaft widersprechen, hat die Wissenschaft recht und die Bibel nicht.

Unser Beispiel: Die Aussage ĂŒber die Schöpfung in 7 Tagen hat sich durch die Theorie vom Urknall erledigt, der Schöpfungstext aus 1. Mose 1 ist falsch und kann vergessen werden.

Daraus folgt fĂŒr theologische GesprĂ€che: Wenn es eine wissenschaftliche Antwort auf eine Frage gibt, ist das GesprĂ€ch beendet.

 

3. Die Bibel ist eine bewusste FĂ€lschung. Menschen haben eine Geschichte erfunden und andere Menschen dazu verfĂŒhrt, diese fĂŒr wahr zu halten.

Daraus folgt: Die Bibel hat Unrecht, egal was die Wissenschaft sagt.

Unser Beispiel: Hinter der Schöpfungsgeschichte steckt eine TÀuschungsabsicht.

Daraus folgt fĂŒr theologische GesprĂ€che: Schön blöd, wer die Bibel dabei heranzieht. Jeder von uns kann eine genauso „wahre“ Geschichte erfinden
 WidersprĂŒche in der Bibel sind Zeichen fĂŒr eine schlecht konstruierte LĂŒge.

 

4.  Die Bibel enthĂ€lt verschiedene Arten von Texten: ErzĂ€hlungen, Sachtexte, Lieder, Gebete, Briefe, Visionen, Prophetenworte, Predigten… Aus der Form des Textes kann man darauf schließen, welche Texte als Sachtexte ĂŒber objektive Wahrheiten geschrieben wurden und welche nicht. Außerdem kann man sich fragen, wer zu welcher Zeit mit welcher Absicht den Text geschrieben hat, auf welche aktuelle Situation er evtl. reagiert, wer die Zuhörer gewesen sein könnten usw. Man kann biblische Texte mit wissenschaftlichen Methoden (vor allem aus der Literaturwissenschaft und der historischen Wissenschaft, aber eher nicht aus den Naturwissenschaften) untersuchen. Fachbegriff dafĂŒr: Historisch-kritische Methode.

Daraus folgt: Wenn biblische Aussagen mit der modernen Wissenschaft nicht ĂŒbereinstimmen, schaut man erst einmal, ob der Bibeltext ĂŒberhaupt als wissenschaftliche Aussage gemeint war oder ob wir eine Frage an den Text herantragen, die dieser nie beantworten wollte. Falls der Text keine objektive Wahrheit ĂŒber die gleiche Fragestellung verkĂŒnden wollte, stellt sich das Problem nicht, weil beide Aussagen „wahr“ sein können.

Unser Beispiel: Ist der (so genannte!) „Schöpfungsbericht“ in 1. Mose 1 wirklich ein Sachtext? Will er die Frage beantworten „Wie lange hat Gott gebraucht, um die Welt zu schaffen?“ Oder steckt eine andere Absicht dahinter, die in dafĂŒr passende Form gebracht wurde? In welcher Zeit, mit welcher Absicht entstand der Text, welche Frage beantwortet er, wenn es nicht die „erdgeschichtliche“ ist? Im Zweifelsfall eine theologische Frage, aber welche? Kommt Ihr drauf? Oder braucht ihr weitere Informationen?

Daraus folgt fĂŒr theologische GesprĂ€che: Wenn ich die Bibel als „Beweis“ fĂŒr angebliche objektive Wahrheiten heranziehen will, brauche ich sehr viele Hintergrundinformationen
 Die Texte erschließen sich mir nicht durch das bloße Lesen, ich brauche Begleitmaterial, um sie zu interpretieren. Wenn ich weiß, was drinnen steht, weiß ich, was jemand zu einer anderen Zeit fĂŒr aufschreibenswert hielt – das sagt noch nichts ĂŒber die „Wahrheit“ (es kann aber sehr sinnvoll sein).

Wenn es zu einer Fragestellung einen biblischen Bezug gibt, geht das GesprĂ€ch weiter, denn ich kann mir eine Meinung zu der Meinung bilden, nach Vergleichspunkten zwischen damals und heute fragen, verschiedene Ansichten durchdenken
 und werde vermutlich nicht zu einer „objektiv wahren“ Lösung fĂŒr die Frage kommen, aber erheblich schlauer sein als vorher.

Das allein ist aber zu wenig, denn was Menschen vor 2000 Jahren mal gedacht haben, könnte mir ja ganz egal sein. Ein rein (theologisch-)wissenschaftlicher Umgang mit der Bibel wird ihr auch nicht gerecht. Aspekte aus Lösung 5 sollten dazukommen (siehe unten).

5.   Die Bibel enthĂ€lt eine andere Art der „Wahrheit“: Was darĂŒber ĂŒber Gott und die Menschen gesagt wird, kann sich auch in meinem Leben als „wahr“ erweisen. Ob es fĂŒr mich wahr, hilfreich, tragend
 ist, erweist sich in konkreten Lebenssituationen. „Objektiv“ ist diese Art der Wahrheit deshalb nicht, weil man jede Situation auch anders deuten könnte. Genauso wenig ist diese Art der Wahrheit aber objektiv widerlegbar. Letztlich ist es eine Sache der eigenen Entscheidung, ob ich fĂŒr die Deutung meines Lebens annehme, dass es Gott gibt und er mit mir eine Geschichte hat, so wie er mit den biblischen Menschen (und den Schriftstellern, die ĂŒber sie schrieben) eine Geschichte hat – oder ob ich annehme, dass das nicht so ist. Beides kann man nicht beweisen.

Daraus folgt: Wenn ich biblische Texte lese, frage ich: Was ist darin fĂŒr mich „wahr“ – was spricht mich an, was ist relevant fĂŒr mein Leben? Die meisten Texte der  Bibel wurden geschrieben, um solche Denkprozesse auszulösen, nicht um objektiv zu informieren.

Unser Beispiel: Welche Relevanz hat es fĂŒr Dein Leben denn, ob es 7 Tage, 7000 Jahre oder lĂ€nger gedauert hat, bis die Welt fertig geschaffen war? Ist es nicht viel wichtiger, ob


  • 
 Du selber ein Produkt eines blinden Zufalls bist oder ob es jemanden gibt, der will, dass es dich gibt und dass Du individuell bist?
  • 
 alle Menschen mit gleicher WĂŒrde geschaffen sind – und nicht die Herrschenden als „Abbild Gottes“ persönlich gelten, wĂ€hrend die Mehrheit der Menschen zum pausenlosen Dienen gemacht sind (so wie es die Menschen damals dachten, als der Text entstand)?
  • 
  Menschen „als Mann und Frau“ geschaffen wurden, also ebenfalls gleich an WĂŒrde, wenn auch als zwei Varianten des Wesens „Mensch“?
  • 
 Mond, Sonne, Sterne usw. keine Götter sind, die man bei Laune halten muss (wie man damals glaubte), sondern nur so etwas wie „Lampen am Himmel“, also GegenstĂ€nde im weitesten Sinne? Wir kĂ€men schon gar nicht mehr drauf
 was auch dem Einfluss dieses Textes zu verdanken ist.

FĂŒr theologische GesprĂ€che folgt: Wir tauschen uns ĂŒber die Bedeutung von biblischen Impulsen fĂŒr uns persönlich aus. Wir fragen nach dem, was uns anspricht und fĂŒr unser Leben etwas bedeuten könnte. Manche Geschichten sprechen die eine an und die andere nicht, manche Texte sagen mir jetzt nicht so viel, aber das kommt vielleicht noch, und andere bleiben mir ganz fremd. Das ist ganz normal so. Jedenfalls geht es darum, dass ich in einen gedanklichen Austausch mit dem jeweiligen Text komme. DafĂŒr muss ich nicht unbedingt alle Hintergrundinformationen haben – es hilft aber, wenn ich Deutungen ausschließen kann, die nur aufgrund von Denkgewohnheiten zustande kommen und mit der ursprĂŒnglichen Absicht nicht vereinbar sind.

Auf dieser Basis ist ĂŒbrigens eine VerstĂ€ndigung zwischen denen möglich, die jeden Satz wörtlich nehmen und denen, die eher nach der ursprĂŒnglichen Aussageabsicht fragen: Beide können darĂŒber nachdenken, was  ein Textausschnitt fĂŒr sie persönlich bedeuten kann. Es ist aber nicht das Ziel eines GesprĂ€ches, dass wir am Ende eine Aussage treffen, die „objektiv“ fĂŒr jeden wahr ist – schon weil jeder von uns in einer anderen Lebenssituation ist, andere PrĂ€gungen mitbringt usw., ist dies sehr unwahrscheinlich und eher die Ausnahme.  Dennoch ist der Austausch sinnvoll, weil er deine und meine Perspektiven erweitert.

(FSS 12 A, 15. 11. 13)

 

Diese Impulse kamen sĂ€mtlich aus der Gruppe, jeder hat mindestens eine/n Vertreter/in, ich habe von mir aus nur bei 5. ein paar Formulierungen beigesteuert und fĂŒr die Struktur gesorgt. Die Thesen wurden intensiv hin und her bewegt, von allen Seiten beleuchtet und abgewogen. Die zahlreichen biografischen BezĂŒge und lebenspraktischen Beispiele habe ich weggelassen – der Gruppe sind sie aber deutlich im Ohr. Und in folgenden GesprĂ€chen beziehen sich die SchĂŒlerinnen nun oft von sich aus (oder auf einen Tipp hin) auf die 5 grundsĂ€tzlichen Möglichkeiten zurĂŒck und ziehen ihre SchlĂŒsse daraus.

Ich bin von der Ernsthaftigkeit und dem Tiefgang der Auseinandersetzung sehr beeindruckt (Kompliment an die Klasse, falls jemand mitliest!). Und stark im Zweifel, ob dies möglich gewesen wĂ€re, wenn ich Ähnliches als „Fremdtext“ eingereicht hĂ€tte. Eine SchĂŒlerin hat es auf den Punkt gebracht: „Wir könnten unsere SchulbĂŒcher selber schreiben!“ Wohl wahr


Ich wĂŒrde gern weiter nach Impulsen suchen, die dabei helfen, in so einen gedanklichen Flow hineinzufinden. Wenn die eigenen echten Fragen erst mal auf dem Tisch liegen, lĂ€uft es fast von selber weiter… aber dass sie wahrgenommen und ausgesprochen werden, ist sicher nicht selbstverstĂ€ndlich.

FĂŒr die Gruppe wird es demnĂ€chst weiterfĂŒhrend darum gehen, einen Schritt zurĂŒckzutreten – zu reflektieren, warum uns die GesprĂ€che so spannend erscheinen (tun sie wirklich) und wie man sie lebendig halten kann – und dann selber zu lernen, wie Moderation geht, denn das ist ja die Fachkompetenz… sehr spannend!

Die Lernsituation dazu (Beispiel aus der letzten AbschlussprĂŒfung):

“Du sitzt mit einigen Jugendlichen im Aufenthaltsraum des Heims, in dem Du Dein Berufspraktikum absolvierst, in der gemĂŒtlichen Sofaecke. Ihr plaudert ĂŒber dies und das. Im Lauf des GesprĂ€ches kommt Ihr ungeplant auch auf religiöse Themen, und zwar auf Fragen, die Jugendliche sich in der PubertĂ€t hĂ€ufig stellen.”

(Kompetenz: Religiöse Fragen und Äußerungen von Kindern/Jugendlichen verstehen, anregen und begleiten)

Meine Reflexion

Hallo Openreli, liebe Gastgeber,

“erstelle ein eigenes Portfolio!”…? Das ist wieder eine dieser Aufgaben, auf die ich intuitiv mit “gebt mir 4 Wochen Zeit!” reagiere. Ohne das böse zu meinen, oder abwehrend. “Portfolio” ist ein groooßes Wort (und eins meiner Steckenpferde).

Bisher bin ich immer gut damit gefahren, den Geist der Aufgabe zu nehmen (so weit ich ihn verstehe)  und daraus das zu machen, was fĂŒr mich gerade passt. Das wird wohl auch dieses Mal okay sein. Deshalb:

FĂŒr den Materialteil des Portfolios  (“Meine Produkte”) verweise ich erstens auf meinen Kursblog. Da findet Ihr eine Art “Das bin ich” zur ersten Wochenaufgabe, einen ersten Ansatz zu meinem “Konzept” bei der zweiten Aufgabe, einen kleinen Ausschnitt aus meinen Versuchen zur praktischen Umsetzung bei der dritten Aufgabe und die Ergebnisse aus der vierten, kooperativen Phase.

Noch mehr konzeptionelle Überlegungen habe ich zweitens in den Blog zum digitalen Religionsbuch gepackt.

Drittens habe ich an diversen Stellen allerlei Kommentare beigetragen, ĂŒber die ich aber vor lĂ€ngerer Zeit schon den Überblick verloren habe. Sie sind in einem Gesamtkunstwerk verstreut, von dem ich glaube ich (wenn es hoch kommt) vielleicht ein Zehntel ĂŒberblicke. Das stört mich nicht, und ich sehe keinen Anlass, das alles jetzt wieder “zusammenzusuchen”, um mein Porfolio zu fĂŒllen. Die Kommentierten werden schon wissen, was wie wirkt und ob sie etwas mit meinen BeitrĂ€gen anfangen können.

Hier und heute geht es mir (und den Auftraggebern vermutlich auch, oder?) um den reflexiven Teil. Und um ein Feedback an die Gastgeber.

Zuallererst: Mein Feedback an die Gastgeber

Ich habe von dieser Fortbildung in einem Maß profitiert, die mich völlig ĂŒberrascht hat und immer noch fasziniert. Ihr könnt gern jeden in meiner realen Umgebung fragen (weil ich ziemlich haltlos herumgeschwĂ€rmt habe) – wenn ich davon erzĂ€hle, sprudele ich ĂŒber vor lauter Inspiration.  Anfangs wusste ich nicht recht, worauf ich mich mit der Anmeldung einlasse. Das hat noch eine ganze Weile angehalten. Bis heute ist mir außerdem nicht ganz klar, was Ihr Euch eigentlich fĂŒr Euch selber von der Veranstaltung erhofft habt… Aber gerade, dass ich mir meine Schwerpunkte selber suchen konnte und dass Ihr im Verlauf fĂŒr alles offen wart, was sich entwickelt, fand ich dann sehr passend, kompetenzorientiert, “ermöglichungsdidaktisch” (hohes Lob!!!).

Es hat mich anfangs viel Überwindung gekostet, meine Ideen zu Euren Impulsen so offen in die Gegend zu trompeten. Als der Schatten ĂŒbersprungen war und Ihr so unglaublich nett und konstruktiv reagiert habt, wurde das leichter. Ich verstehe aber jeden, der (spĂ€testens) bei Aufgabe 3 “ausgestiegen” ist. Lehrer zeigen oft sowieso doch schon so ungern, wie sie arbeiten – “Kompetenzorientierung” ist fĂŒr viele ein großer, ĂŒberfordernder Begriff, der erst mal Zweifel am einen Tun auslösen kann – es gibt noch kaum praktikable Konzepte, an denen man sich orientieren kann (der Vortrag von Herrn Lenhard hat aber das Zeug zum Klassiker, das war wirklich eine Sternstunde!) – mich neben dem AlltagsgeschĂ€ft da einzuarbeiten, hat mich Jahre gekostet, wie soll das innerhalb einer “Wochenaufgabe” gehen? Das ist keine Kritik an der Aufgabe, ganz sicher nicht, in ihrer Offenheit und auch mit diesem herausfordernden Charakter fand ich sie nach dem ersten Schrecken sehr anregend. Ich hab auch den Eindruck, dass der eine oder die andere beim Mitlesen profitiert hat. Was ich eigentlich sagen will: Ihr mĂŒsst meiner Ansicht nach nicht enttĂ€uscht sein, dass die BeitrĂ€ge im Lauf der Zeit weniger und der “aktive Kreis” kleiner wurden. Das sagt meiner Ansicht nach nicht viel ĂŒber die Wirksamkeit der Fortbildung, nicht mal ĂŒber die “AktivitĂ€t” der Teilnehmer/geber – eher ĂŒber die Bereitschaft, sich auf dem derzeitigen Entwicklungsstand öffentlich zu prĂ€sentieren. Dass ich hier immer noch vor mich hintippe, liegt glaube ich daran, dass ich mich in einem der beiden Schwerpunkte (der Sache mit den Kompetenzen) schon sicher fĂŒhle und mir “nur” den zweiten Schwerpunkt (die Technik) ganz neu erschließe. Wenn ich in beiden Punkten totale AnfĂ€ngerin wĂ€re, hĂ€tte ich mich ebenfalls sehr, sehr bedeckt gehalten…

Übrigens habt Ihr mich auch mit Eurem Stil und Umgang untereinander dazu verleitet, mich mit meinen unvollkommenen Versuchen zu zeigen – wie Ihr zu Beginn diverser BeitrĂ€ge humorvoll, offen und ohne jede Angst vor Blamage mit der Technik kĂ€mpft und euch dabei noch selber filmt, ist herzerfrischend und entwaffnend… Im Ernst: Was meine Selbstkompetenz betrifft, habe ich sehr schnell beschlossen, dass ich das  auch können will. Im richtigen Leben gelingt es mir schon  ganz gut – ich hab so oft Besuch in meinem Unterricht, dass ich inzwischen ziemlich unverfroren bin. Aber so öffentlich, wenn ich nicht weiß, an wen das kommt und wer sich vielleicht ĂŒber mich amĂŒsiert?… –  Ach, was sollÂŽ s!… Toll, wirklich, ich bin Euch sehr dankbar fĂŒr diese ansteckenden Beispiele.  Und natĂŒrlich fĂŒr die unzĂ€hligen unterstĂŒtzenden Interventionen. Die Sache mit der Nixenplage werde ich wohl noch meinen Enkeln erzĂ€hlen – wie Christian sich da hineingebohrt hat, um mein Problem zu lösen, hat mich total beeindruckt. Und das ist nur ein Beispiel von ganz vielen. Mir gefĂ€llt die Haltung, diese grundsĂ€tzliche offene, unterstĂŒtzende Kooperationsbereitschaft, vor der ich jetzt erst entdeckt habe, dass sie fĂŒr die “Netz-Menschen” typisch zu sein scheint (ebenso wie fĂŒr kompetenzorientierte LehrerInnen, ĂŒbrigens! das passt total gut zusammen, finde ich…). Ich werde das nach dem Ende des Kurses sehr, sehr vermissen.

Wo ich beim Vermissen bin: Eine weitere persönliche Sternstundenserie war die Kooperation in der  BBS-Untergruppe. Wunderbar, ich fand uns ausgesprochen unkompliziert konstruktiv kreativ – 1000 Dank an die Beteiligten! Auch dieser Gruppe werde ich nachtrauern.

So hab ich in diesen Wochen also viel ĂŒber mein Lernen gelernt: Mir hilft eine anregende “Lernumgebung”, auf die ich jederzeit zugreifen kann (wichtig bei meinen Arbeitszeiten). Mir helfen herausfordernde Aufgabenstellungen, die ich gerade so eben bewĂ€ltigen kann. Mir hilft die unterstĂŒtzende Grundhaltung der diversen Lernbegleiter und Kooperationspartner – und dass Ihr alle so nett seid, humorvoll, fehlerfreundlich, kreativ… Mir hilft das Feedback in den Kommentaren. Auch wichtig: Ich brauche mein eigenes Tempo – manches verstehe ich sehr schnell, bei anderen Sachen ist es toll, sich das gleiche Video auch fĂŒnfmal anschauen zu können… Im geschĂŒtzten Raum der BBS-Gruppe konnte man auch mal ins Unreine tippen, ohne dass alles gleich so öffentlich war – fĂŒr Brainstorming, mutigere Überlegungen oder spezielleren Austausch fand ich das sehr schön.  Außerdem hatte/habe ich fĂŒr alles, was ich nun besser kann als vorher, Anwendungskontexte: Die Sachen aus Wochenaufgabe 3 habe ich im Unterricht gleich einsetzen können, alle meine Klassen sind in irgendeiner (manchmal fĂŒr Euch nicht sichtbaren) Weise in das Projekt hineinverwickelt, ich hab noch viele weiterfĂŒhrende Ideen und sehr viel Lust, sie zu erproben. Mein Fachseminar hat tolle Anregungen bekommen und wird dauerhaft von den vielen neuen Möglichkeiten profitieren. Die KollegInnen der Fachkonferenzen an den umliegenden Schulen wissen noch gar nicht, was auf sie zukommt (aber sie werden es lieben…). FĂŒr mich hat das alles also viel praktische Relevanz, das aktiviert mich sehr.  Und was ich eigentlich schon halb wusste, was vor allem alle anderen schon ĂŒber mich wussten, wĂ€hrend es mir selber nicht ganz so bewusst war: Ich liebe es, mich zu “vernetzen”. Der Gedanke “Wer könnte davon auch noch profitieren?” liegt mir ganz nah, und die vielen Möglichkeiten, die die Technik bietet, faszinieren mich. Ich teile gern. Deshalb war es förderlich fĂŒr mich, dass ich nicht nur “Objekt des Fortgebildetwerdens” war (versteht ihr?).

Ihr habt das wunderbar eingefĂ€delt – vielen Dank!

Was kann ich jetzt besser als vorher – und was davon ist nachhaltig?

Ich kann inzwischen erklĂ€ren, was “offene Lizenzen” sind – und ich erklĂ€re es seither jedem, der nicht bei drei auf dem Baum ist. Wunderbar, genau so will ich das haben: großzĂŒgig, ansteckend, kollegial, kollaborativ (sogar ein bisschen subversiv, weil man sich von der Marktmacht der Verlage abkoppelt…). Ich glaube, dass ich noch gar nicht absehen kann, welche Folgen und Effekte das haben könnte, wenn es sich ausbreitet – aber ich wĂ€re gern dabei, wenn es passiert 😉 Im Blick auf das “digitale Religionsbuch”, das ja in diesem Sinne gedacht ist, wĂ€re ich ggf. gern bereit, Energie, Ideen und Materialien einzubringen (wenn meine technischen FĂ€higkeiten nicht zu bescheiden sind). Dann gĂ€be es bei der nĂ€chsten Openreli-Fortbildung auch schon wieder mehr und vielfĂ€ltiges Anschauungsmaterial…

Ich wollte herausfinden, ob Bloggen ein Medium fĂŒr mich sein kann. Definitiv: Ja! Großartig… genau mein Ding. Genau so auf der Grenze zwischen Arbeitsmedium und FreizeitvergnĂŒgen, wie ich es liebe (habt Ihr “Hört auf zu arbeiten!” gelesen? lest das!). Ich wĂŒrde es immer noch gern besser können, mit Blingbling und Register und wasesallesgibt, aber das zu lernen wird wohl kein grĂ¶ĂŸeres Problem sein. Eure Anleitungen bleiben ja hoffentlich greifbar, und es gibt auch Menschen in meiner real-life-Umgebung, die zu jeder UnterstĂŒtzung bereit sind. Der Einstieg ist jedenfalls gelungen, wĂŒrde ich meinen. Die PlĂ€ne, unserem Fachseminar einen Fachdidaktik-Blog zu eröffnen, werden immer konkreter, ein unglaublich reizvolles Projekt…  – und es könnte ĂŒbrigens fĂŒr andere ein sinnvolles begleitendes Angebot zum “digitalen Religionsbuch” sein, denke ich.  Und vielleicht eine Chance zur Vernetzung in den ersten Teil der Ausbildung. Dabei denke ich an meine Praktikanten, denen ich gern mehr anbieten möchte als nur drei Wochen Schnuppern.

Eine weitere ĂŒberraschende Entdeckung war Twitter – ich hatte ja keine Ahnung… Inzwischen lese ich das “daily paper” von Matthias wie andere die Tageszeitung (ernsthaft: beim FrĂŒhstĂŒck!) – und die Tageszeitung gleich dazu, denn auch der kann ich “folgen”. Total faszinierend, wie sich hinter vielen Links ganze Welten auftun. Und zum ersten Mal im Leben weiß ich, warum und wozu ich seinerzeit den Englisch-Leistungskurs gewĂ€hlt habe… Allerdings trage ich hier selber noch nicht viel bei, sondern nutze nur gelegentlich die Möglichkeit, auf BeitrĂ€ge hinzuweisen – und lasse mich “fĂŒttern” (tschilp!). Auch flickr ist toll, hat viel Spielwert und löst Probleme an etlichen Stellen (auch abseits von openreli).

Was ich von den weiteren Vernetzungsmöglichkeiten halten soll, weiß ich noch nicht. Da hab ich ein wenig Angst, mich zu verzetteln, wenn ich zu viele Spielwiesen bedienen will. Aber wer weiß…

Letzte Worte:

Insgesamt kann ich mich nicht erinnern, jemals so viel in so kurzer Zeit und mit so viel Spaß und Faszination gelernt zu haben wie in den vergangenen Wochen. Außer vielleicht beim Lesenlernen und in den ersten Unisemestern – beides lebensverĂ€ndernde, rundum positive Ereignisse. Das alles hat mich zum genau passenden Zeitpunkt “erwischt” – und ich bin sehr gespannt, wo es noch hinfĂŒhrt. Ich hoffe jedenfalls, diese letzte Aufgabe wird kein Schlusspunkt, sondern ein Doppelpunkt…

Euch (allen, die sich angesprochen fĂŒhlen) bin ich sehr, sehr dankbar fĂŒr das Angebot. Ich hoffe, Ihr bekommt die Resonanz, die der Sache wĂŒrdig ist!

Beste GrĂŒĂŸe, Marion

 

 

Last-Minute-Weihnachtszeug

Hallo,

wunderbarerweise ist noch ein bisschen Zeit ĂŒbrig, bevor die Weihnachtsaufgabenphase zu Ende geht. Deshalb hab ich noch mal durch meine Dateien geguckt. Da gibtÂŽs  noch ein, zwei Sachen, die in meinem Weihnachtsunterricht nicht fehlen dĂŒrfen und die ich gerne mit Euch teilen möchte.

Zum Beispiel dies:

Das Weihnachtsgeschichten- Quiz (oder die Weihnachtsgeschichten-Wette, wenn Sie mögen)

Meine SchĂŒlerInnen bekommen BriefumschlĂ€ge mit KĂ€rtchen, ein Umschlag fĂŒr je 2 Personen. Auf den KĂ€rtchen stehen SĂ€tze mit Informationen, die angeblich aus der Weihnachtsgeschichte des Lukas stammen (oder auch nicht). In Partnerarbeit werden die Karten ausgepackt und je zwei Reihen gebildet: “Ja, wir glauben, dass das so in der biblischen Geschichte  steht” – “Nein, wir glauben nicht, dass das so in der biblischen Geschichte steht”. “Weißnichtreihen” gibt es nicht, der Verdacht sollte eindeutig geĂ€ußert werden… Wenn Sie als LehrerIn wetten möchten, können Sie ziemlich beliebige Mengen an Spaghettieis gewinnen, denn die Aufgabe ist richtig, richtig schwierig und kaum auf Anhieb lösbar.

Die Thesen stammen aus der Feder von Martin Autschbach (danke, dass ich sie veröffentlichen darf!), die KĂ€rtchenidee ist von mir – ich mag das lieber als ein Blatt zum Ankreuzen, weil man spĂ€ter problemlos umsortieren kann.

Hier das Dokument (gleich zum Ausdrucken auf A 6 – Karten):

WeihnachtsquizA6

Wenn alle ihre Hypothesen in die Reihen gebracht haben,  mache ich noch ein wenig gezielten, absichtsvollen Wirbel um die Auflösung: Ich habe die Weihnachtsgeschichte in ein großes Textpuzzle verwandelt, auf A 4 ausgedruckt und laminiert. Die Bögen werden gut gemischt und verteilt (jeder bekommt in der Regel mehrere). Dann versucht die Gruppe, auf der Basis von Vorwissen und gesundem Menschenverstand die Geschichte zusammenzubringen und die Karten in der richtigen Reihenfolge auf dem Boden abzulegen. Dabei moderiere ich ein bisschen Dramatik hinein: “Jetzt mĂŒsste der Esel kommen… hat jemand den Esel? Niemand? Hmmm… Schaut doch noch mal genau… Kein Esel? Na, dann steht der Esel wohl doch nicht in der Bibel…” – da gibtÂŽs Spaghettieis fĂŒr mich, fast sicher ;-). “Jetzt kommen sie in Bethlehem an – dann klopfen sie bestimmt an die TĂŒren – tun sie nicht??? Nanu…” – da gibtÂŽs schon wieder Spaghettieis. SpĂ€testens wenn der Stall nicht vorkommt (sondern nur die Krippe), wird es oft turbulent (siehe unten). Die Szene mit dem Engel erzĂ€hle ich ein wenig aus: Es ist stockdunkel, plötzlich tritt der gleißendhelle Engel aus der Dunkelheit (er schwebt nicht!!!) – und die Hirten sind völlig geblendet, sie sehen ihn nicht, sie hören ihn nur…

Sehr schön ist es, wenn nach Fertigstellung des Puzzles jeder noch mal die eigenen SĂ€tze an passender Stelle laut vorliest, das bringt oft spĂŒrbare Andacht und bringt die – kitschfreie – Schönheit der Geschichte zum Klingen.

Hier die Textvorlage zum Ausdrucken auf A 4: (verbesserte Version – dank Martha)

Textpuzzle zur Weihnachtsgeschichte

Anschließend werden die KĂ€rtchen umsortiert, bis alles stimmt. Dann reden wir.

Die Übung an sich ist nicht zu unterschĂ€tzen, sie hat hĂ€ufig emotionale AusbrĂŒche zur Folge,  weil SchĂŒlerinnen ihre inneren Bilder fĂŒr “Tatsachen” gehalten haben und sich nun betrogen fĂŒhlen. Dies fange ich in zwei Schritten auf.

Erstens stellen wir fest: Die Geschichte ist spĂ€ter weiterphantasiert und ausgeschmĂŒckt worden. Die SchĂŒlerinnen kommen bald dahinter, dass dies einerseits daran liegt, dass Menschen die Geschichte aus ihrer historischen Perspektive hören (so kommt der Stall dazu, an den wir gewöhnt sind) und dass andererseits erzĂ€hlerische Absichten erkennbar sind (so kommen die egoistischen Wirte ins Spiel – die Moral von der GeschichtÂŽ: Wie wĂŒrdest Du Dich verhalten? Passt ja zur Botschaft Jesu, wegen der NĂ€chstenliebe). So versöhnen sich aufgebrachte SchĂŒlerinnen wieder mit den Krippenspielen ihrer Kindheit…

Zweitens möchte ich natĂŒrlich nicht, dass die Weihnachtsgeschichte nun als die (historisch) “wahre” Geschichte stehen bleibt. Durch die Überlegungen zum Sinn des WeitererzĂ€hlens ist gut vorbereitet, nun noch weiterdenken zu können: Auch die Ursprungsgeschichte ist eine ErzĂ€hlung, mit erzĂ€hlerischen Absichten, von ihrer Zeit geprĂ€gt – es geht nicht darum, “wie es wirklich gewesen ist”, sondern darum, welche Bedeutung  es hat, dass Jesus zur Welt gekommen ist. Lukas wusste, dass er eine Geschichte erzĂ€hlt (nicht informiert, sondern erzĂ€hlt), und die Zuhörer/Leser wussten das auch. Keine TĂ€uschungsabsicht, sondern “Predigt”. Stilmittel wie bei einer ErzĂ€hlung, nicht wie bei einem Sachbuch.

Anschließend können die vielen symbolischen Elemente der Geschichte gedeutet werden – dazu hab ich tolle Texte, aber die sind leider alle nicht von mir. NĂ€chstes Jahr schreib ich vielleicht selber mal was… fĂŒr dieses Jahr muss diese Skizze genĂŒgen.

Sehr herzliche Empfehlung – das ist wieder so eine Sequenz, die alle Jahre wieder wunderbar funktioniert.

Die Kompetenz, die hier gefördert wird:

  • Grundformen religiöser Sprache kennen, unterscheiden und deuten

in reizvoller Kombination mit

  • Religiöse Motive in der Kultur identifizieren, reflektieren und ihre Bedeutung erklĂ€ren

… wenn man denn die hĂ€usliche Weihnachtskrippe und das kirchliche Krippenspiel unter “Kultur” fassen möchte. Kann man durchaus, denke ich.

Nachtrag: Die Methode mit den KĂ€rtchen eignet sich fĂŒr sehr viele Fragestellungen – immer wenn es Ihnen darauf ankommt, Vorkenntnisse zu Sachfragen zu erheben oder SchĂŒlerInnen  zur Hypothesenbildung anzuregen.

Hier die Methode an sich:

StimmtÂŽs

Viel Spaß!

 

 

Die BBS-Gruppe prÀsentiert: Unser Weihnachts-Projekt

Hallo Openreli,

unser internationales BBS-Team (Elisabeth, Elena, Reinhard, Michael, Marion, plus Ingrid als Beraterin) hat gewerkelt, meine SchĂŒlerinnen haben gewerkelt (und Rechte verschenkt),

und nun hab ich die Ehre, Euch das (vorlÀufige) Ergebnis zu prÀsentieren. Tadaaaa:

“Die große Frage” zur Weihnachtszeit.

Wir fördern im Lauf von 4 Schritten mehrere Kompetenzen, nÀmlich

  • Persönliche Überzeugungen vertreten
  • Über das SelbstverstĂ€ndnis der Bezugsreligion Auskunft geben
  • Grundformen religiöser Praxis beschreiben, probeweise gestalten und ihren Gebrauch reflektieren

(Ich zitiere hier die Kompetenzen aus dem Comenius-Institut, der synoptische Vergleich zu den EKD-Kompetenzen steht im Religionsbuch-Blog, und wenn es jemand wirklich wissen will, kann ich hier auch noch den Abgleich mit den Österreichern einstellen 😉 Vertraut uns: Es passt!)

1.   Die große Frage – fĂŒr mich

Dank an Jörg, der die Galerie in Bewegung gebracht hat,

und Dank an Reinhard fĂŒr den Link zur Powerpoint-Variante:

https://drive.google.com/file/d/0BwTFlwnC8wpTS0hHMURYSS1rc28/edit?usp=sharing

Die Bilder gemeinsam anschauen und besprechen (Wie lautet die Frage eigentlich? – Welche Antworten passen, welche sind befremdlich?)

Auftrag:

Finde einen Antwort-Satz, der fĂŒr Dich heute passt, und ein Symbol/eine Figur, das oder die ihn Dir zuspricht: “Der/die/das XY sagt: Du bist auf der Welt, um zu…”

Bilder gestalten, ausstellen, wĂŒrdigen, evtl. abfotografieren und hochladen.

2. Jesus und die große Frage

a) Nichtweihnachtliche Variante:

Wie wĂŒrde Jesus die große Frage beantworten? (also: Was sagt Jesus ĂŒber den Sinn deines und meines Lebens?)

Vermutungen anstellen und anhand biblischer Texte ĂŒberprĂŒfen

b) Weihnachtliche Variante:

Stell Dir vor, der 5jÀhrige Jesus fragt seine Mutter Maria: Wozu bin ich auf der Welt? Was antwortet sie?

(hier geht es also um den Sinn der Geburt Jesu, nicht deines und meines Lebens – oder vielleicht doch, aber zu der Erkenntnis ist es ein laaanger Weg…)

Vermutungen anstellen und anhand von Texten ĂŒberprĂŒfen,

  • z. B. die ersten beiden Lukaskapitel (wo Engel erklĂ€ren, was das alles soll)
  • oder die “Ich bin gekommen”-Texte von Reinhards Liste (die findet Ihr hier:)

Jesus_gekommen-1

3. Die große Weihnachts-Antwort

Nachdem wir das alles besprochen haben, frage wir: Was ist das “Eigentliche” an Weihnachten – wozu das alles?

Auftrag:

Formuliere einen Satz, der fĂŒr Dich das (christliche) Zentrum des Festes ausdrĂŒckt, finde/gestalte ein passendes Motiv und gestalte mit diesen Elementen eine E-Card.

Hier einige Hinweise von Reinhard fĂŒr die Suche nach freien Bildern (wichtig, damit die Ergebnisse veröffentlicht werden kölnnen:

Find OER | Community College Consortium for Open Educational Resources

open educational resources (freie Bildungsmaterialien) finden

CC Search

Suche nach content (Bilder, Videos, Musik, …) unter der creative-commons-Linzenz
Wikimedia Commons
 
Oder unter Google-Suche: Bei den erweiterten Einstellungen die Lizenzart wÀhlen

(E-Cards gestalten – siehe Reinhards Kommentar unten – und hochladen, evtl. verschicken)

 

4. Die Fortsetzung, nach Weihnachten

Und – hat Jesus erreicht, wozu er gekommen ist? Wie “erfolgreich” war er? Am Ende wurde er gekreuzigt – ist das nicht das ultimative Scheitern?

Evtl. abschließend: Welchen Sinn macht es, Weihnachten nach 2000 und mehr Jahren noch immer zu feiern? Und wenn das, was wir herausgefunden haben, der Kern der Sache ist – wie feiern wir dies auf angemessene Weise?

– oder natĂŒrlich: Welchen Sinn macht Ostern?

Der Weihnachts-Blog – diesmal mit Geschenken (erste Lieferung)

Hallo Welt,

boah, was wart Ihr alle brav… Im Ernst: Unglaublich nett, all die UnterstĂŒtzung!

Nun bin ich schon wieder neu motiviert und bereit fĂŒr Geschenke… wenn ich schon nicht die Technik kann, will ich doch wenigstens Ideen einspielen 😉

 

Dies hier war mal eine meiner abgedrehteren Ideen – eine Spielkette zu Weihnachten nach Lukas, entstanden fĂŒr eine Schulweihnachtsfeier mit mehreren Klassen, die wettkampfmĂ€ĂŸig gegeneinander angetreten sind. Seither klassenintern und an diversen Schulen reichlich erprobt.  Die Kompetenz: “Biblische Geschichten mit allen Sinnen erlebbar machen” fĂŒr die Erzieherinnen (die Grundidee eignet sich auch fĂŒr ein Klassenprojekt, also zum  Selbermachen – dann werden andere Spiele verfremdet, da gibtÂŽs 1000 Möglichkeiten). FĂŒr die anderen vielleicht mit viel gutem Willen “Über SchlĂŒsselsituationen des Christentums Auskunft geben”, weil anschließend auf jeden Fall jeder mal wieder die Weihnachtsgeschichte “erlebt” hat… allerdings hat das mit “reflektierter Auslegung” nur am Rande zu tun und ist nur mit viel Humor zu genießen. Dann macht es aber wirklich Spaß!

So siehtÂŽs aus:

… und hier das Moderationsmaterial. Auf A 5 ausdrucken, fertig.

WeilÂŽs so schön ist und es auf jeden Fall eine letzte Stunde vor den Ferien gibt, hier noch ein paar Spiele-Klassiker in der Weihnachtsversion – die stelle ich Euch als verĂ€nderliche Dokumente ein. Vielleicht habt Ihr ja Ideen, wie manÂŽs noch erweitern kann…

BRUSpiele

S36_4Spielideen_Pantomime

S36_4Spielideen_Tabu

S37_4Spielideen_BrainTornado

S37_4Spielideen_Zehn Fragen

… und falls Ihr Euch jetzt nach der Kompetenz fragt: Im Zweifelsfall “Sozialkompetenz” 😉

Das alles waren Materialien aus dem BRU-Magazin “Beute machen” – da sind noch andere tolle Ideen drin. Schaut gern mal unter www.brumagazin.de.