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Die Reli-Reise 3-4

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Die Reli-Reise
Schülerbuch
3./4. Schuljahr
978-3-12-006012-3
Klett-Verlag 2013
16,50 EUR

 

Lehrwerk für den Evangelischen Religionsunterricht

Autorenteam:
Christian Gauer
Sabine Grünschläger-Brenneke
Micaela Röse

Das ist schön: Die Reli-Reise geht weiter. Das Schülerbuch für das 3. und 4. Schuljahr bietet acht Kapitel, in denen sich die Klassen/Lerngruppen mit Themen der christlichen Religion und mit aktuellen Lebensfragen beschäftigen können. Das letzte Kapitel ist der Begegnung mit Judentum und Islam gewidmet.

Die Kapitel in einer Übersicht: 1. Zusammen leben. 2. Schöpfung bewahren. 3. Leben in Gottes Hand. 4. Erfahrungen mit Gott. 5. Geschichten von Jesus. 6. Die Bibel entdecken. 7. Christen in der ganzen Welt. 8. Religionen begegnen.

Das Buch knüpft inhaltlich und konzeptionell an den Vorgängerband an: Die Reli-Reise 1-2[1]. Das einprägsame Symbol des Reisekoffers wird vielseitig eingesetzt; zunächst als Erinnerung an die ersten zwei Schuljahre, darüber hinaus als Medium der „Auseinandersetzung“ (im wahrsten Sinne des Wortes, vgl. S. 7, Streit um den Koffer!) sowie als inhaltliches und kreatives Element. Der Koffer wird zum didaktischen Begleiter im umfassenden Sinne des Wortes.

Auch durch weitere Impulse und Gestaltungsaufgaben zeigt das Buch einen starken Bezug zu einem aktivierenden Unterricht mit vielen gestalterischen Elementen. Dazu gehören Spiele, passende Bastelaufgaben, Gruppenarbeiten und Präsentationen.  Eine Information zu Arbeitsformen ist im Anhang des Buches zu finden. Der Sinn dieses Schwerpunktes liegt in der gezielten Unterstützung eigenständiger und gruppenbezogener Tätigkeiten der Schülerinnen und Schüler. Die Kapitel-Themen sind jeweils unterteilt in Doppelseiten mit einzelnen Unterthemen. Jedes Kapitel schließt ab mit einer Seite „Ich denke nach“. Hier können Vertiefungen, Ergänzungen oder auch andere Denkwege vorgenommen werden, die auch Raum für Kritik und Neuorientierung bieten. Damit wird besonders kindertheologisches Arbeiten gefördert.  Der klare Aufbau des Buches in der überlegten Einteilung von Bildern, Texten, Arbeitsaufgaben und anderen Informationen schafft Transparenz und fördert den eigenständigen Umgang mit dem Buch. Er dient gleichfalls dazu, allen Kindern optimale Zugangsmöglichkeiten zu den Inhalten zu schaffen, ein inklusiver Ansatz!

Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang die Gestaltung der im Buch verwendeten Bibeltexte. Biblische Geschichten werden in klarer und einfacher Sprache wiedergegeben, ohne dass die Konzentration auf den Inhalt verloren geht! Die Bibelgeschichten sind auch deshalb gut lesbar, weil sie ein großzügiges und klares Schriftbild haben (nichts `Kleingedrucktes`) und farbig einheitlich gestaltet sind.

Es gibt kein perfektes Schulbuch, darum auch hier Kritik. Der eine oder andere Aspekt im Buch kann Stirnrunzeln hervorrufen. So leuchtet mir der Sinn der Aufgabenstellung auf S. 98 nicht ein: „Stellt euch vor, Martin Luther hätte nicht gelebt. Dann …“.  Können 9-jährige Kinder damit wirklich etwas anfangen? Oder hat hier die Erwachsenenperspektive durchgeschlagen, vielleicht schon geprägt vom Vorschein des Reformationsjubiläums 2017? Ferner:  Ist das Thema Ökumene wirklich so bedeutsam für Kinder, dass es hier so viel Raum einnehmen muss? Ein Denkimpuls (für die Kinder!) dazu lautet: „Das ist meine Meinung zur ökumenischen Bewegung …“ (S. 108). Erwachsene bei uns interessieren sich doch kaum dafür, abgesehen von den religiösen Spezialisten in den Kirchen!

Das letzte Kapitel „Andere Religionen kennen lernen“ bringt die Begegnung mit einem jüdischen und einem muslimischen Kind. Diese informieren über den Glauben und die Feste der Juden und der Muslime (112-113).  Nach meinem Eindruck ist das zu wenig angesichts der multireligiösen Situation in unseren Schulen. Auffallend ist, dass in den Arbeitsanweisungen dieses Kapitel die direkte Begegnung mit Kindern aus den anderen Religionen keinen eindeutigen Platz hat. Der Aspekt der interreligiösen Begegnung kommt m. E. zu kurz. Daran ändert auch der Appell des Bittlinger-Liedes nichts: „Wir wollen aufstehen, aufeinander zugehen, voneinander lernen, miteinander umzugehen“ (S. 117), mit welchem das Buch schließt. Nach meinem Dafürhalten muss das Aufstehen zum religiösen Kontakt früher und anders erfolgen! Das sind wichtige Zukunftsaufgaben für neue Religionsbücher!

Dr. Manfred Spieß

Universität Bremen

3. Februar 2014

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Infoseiten des Klett-Verlags zum Buch: Hier

 

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