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Bibelclouds

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Martin Wolters: Bibelclouds. Die Bibel anders sehen

Patmos Verlag 2. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8436-0233-4

„Wortwolken (engl. tag clouds) sind Grafiken, die verblüffend einfach Texte visualisieren“ – mit dieser Erkenntnis geht Martin Wolters an die Bibel heran. Er nutzt die Möglichkeiten der Computertechnologie, um das „Buch der Bücher“ in mancherlei Hinsicht durchschaubarer werden zu lassen. Als deutsche Textgrundlage dient ihm die Einheitsübersetzung. Das methodische Vorgehen wird im Buch und auf der Website www.bibelclouds.de gründlich erläutert. An dieser Stelle nur einige kurze Informationen dazu: Die etwa 840 000 Wörter der Bibel werden durch bestimmte Reduktionsverfahren, was Artikel, Konjunktionen und andere sprachliche Elemente betrifft, auf einen Kernbestand festgelegt, welcher als Grundlage für die Clouderstellung dient. So entsteht sowohl für die gesamte Bibel als auch für jedes einzelne der 73 Bücher eine bestimmte Sprachwolke.

Das ist keineswegs nur technische Spielerei, hinter der Methode verbergen sich zahlreiche Möglichkeiten, mit den Bibelclouds effektiv zu arbeiten. Dafür stellt das Buch gute Grundlagen bereit. Jedes einzelne Bibelbuch wird auf einer Doppelseite vorgestellt. Links immer eine bibeltheologische Einführung z.B. in die Genesis; dabei lenkt der Autor den Blick auf hervorstechende Begriffe und Häufungen: „In der Darstellung der Wortwolke zu Genesis sticht das Wgenesisort sagen hervor … der Schöpfungsakt besteht aus dem machtvollen Sprechen Gottes … Gott spricht aber auch zu konkreten Menschen:Abraham, Isaak, Jakob, Josef und anderen“ (16). Die dazugehörige Wortwolke auf der rechten Seite gibt die Kernbegriffe anschaulich wieder. Es werden auch besondere Lesevorschläge gemacht, die dazu auffordern, selbst in der Bibel zu lesen.

Die Anwendungsmöglichkeiten der Bibelclouds sind sehr zahlreich. In der Gemeindearbeit können sie helfen, neue Zugänge zum alten Bibelbuch zu erschließen. Die optischen Skalierungen und die farbigen Markierungen der Wörter bieten dem Einzelnen die Möglichkeit, neue Schwerpunkte in der Bibel zu entdecken und diesen nach zu gehen. Außerdem sind die Bibelclouds eine gute Anregung, um auf unkonventionelle Weise über die Bibel ins Gespräch zu kommen. Die Methode ruft also eine Fülle von Arbeitsmöglichkeiten hervor.

In ähnlicher Weise können die Bibelclouds im Religionsunterricht genutzt werden. Sie bieten einen überraschenden und unkonventionellen Zugang zur Bibel und eröffnen eigenständige Erschließungsformen. Diese können genutzt werden, etwa wenn biblische Ganzschriften im Unterricht eingesetzt werden, aber auch in Unterrichtseinheiten zur Entstehung der Bibel. Vielfältige Anregungen erhält man in dem umfänglichen Material, welches Martin Wolters auf seiner Website anbietet. Dort findet man auch Hinweise auf die laminierten Bibelclouds, die inzwischen im Materialkoffer bei zahlreichen kirchlichen Medienstellen ausleihbar sind! Auch damit stellt der Autor einen riesigen Fundus zur Verfügung. Dafür darf man ihm ein herzliches „Dankeschön“ sagen.

Mit dem Angebot der Bibelclouds kann die schulische und die gemeindepädagogische Arbeit mit der Bibel deutlich attraktiver und reicher werden!

Dr. Manfred Spieß
Universität Bremen   19.6.2014

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