Heilige Schriften der Abrahamsreligionen kennen lernen

Rz-Sajak-Hl_SchriftenClauß Peter Sajak (Hg.): Heilige Schriften.
Texte – Themen ‚Äď Traditionen. Sekundarstufe I und II.

Lernen im Trialog Heft 3. Ein Projekt der Herbert Quandt-Stiftung.
Paderborn: Schöningh 2015, 96 Seiten, Abb.
‚Äď mit Materialiensammlung und Glossar
— ISBN 978-3-14-053652-3 —

Im vorliegenden Heft  geht es darum, die Heiligen Schriften der abrahamischen Religionen im Sinne von kompetentem Basiswissen zu erschließen.  Es geht dann konkret exegetisch, rituell und didaktisch zuerst um die hebräische Bibel, TeNaK, christlich gesprochen um das Alte Testament mit: Tora = Gesetz, Nebi’im = Propheten, Ketubim = Schriften. Es folgen die christliche Bibel und der Koran Aufgrund der didaktischen Zielorientierung lassen sich von hier aus Themen entwickeln, die eine Auseinandersetzung mit zentralen Personen der drei monotheistischen Religionen ermöglichen.

Die thematischen Bausteine dazu sind:

  • Orientierungswissen erwerben
  • Vergleich von Tenach, Bibel und Koran
  • Begegnungen mit Personen aus den Heiligen Schriften erm√∂glichen (z.B. mit Ruth, Noah).

Die Arbeitsbl√§tter im Schlussteil zeigen sehr sch√∂n. wie bei aller auch immer vorhandenen Distanz zu den biblischen und koranischen Texten dennoch ein jugendgem√§√üer Zugang mit einer gezielten Sachorientierung m√∂glich ist. Damit wird interreligi√∂se Kompetenz nicht nur kognitiv erarbeitet, sondern auch affektiv und meditativ zug√§nglich gemacht und kann ‚Äěganzheitlich‚Äú verarbeitet werden.

Das vorliegende Trialogheft leistet f√ľr alle interreligi√∂s Interessierten einen hilfreichen und weiterf√ľhrenden Beitrag.

Ausf√ľhrliche Beschreibung: hier

Reinhard Kirste

Rz-Sajak-Heilige Schriften, 06.06.2015    Creative Commons-Lizenz

Die Azhar-Universität in der Begegnung mit dem Christentum

Rz-Hamdan-AzharHussein Hamdan: Der christlich-islamische Dialog der Azhar-Universität.
Schriftenreihe der Georges Anawati-Stiftung, Nr. 13. Freiburg u.a.: Herder 2014, 345 S.
Leicht √ľberarbeitete Dissertation, Universit√§t T√ľbingen 2013/14
— ISBN 978-3-451-33564-8 —

In den aktuellen Debatten um die Dialogf√§higkeit und die sachgem√§√üe Auseinandersetzung mit islamisch begr√ľndeter Gewalt kommt auch immer wieder die ber√ľhmte Al-Azhar-Universit√§t Kairo in den Blick. Auch wenn es im Islam keine √ľbergeordnete Lehrautorit√§t gibt, so findet diese sunnitischen Einrichtung doch weltweit gro√üe Beachtung. Die vorliegende Arbeit macht nun deshalb besonders neugierig, weil die Haltung der Al-Azhar nicht nur auf andere Religionen, sondern auch im Zusammenhang des christlich-islamischen Dialogs Wertma√üst√§be setzt. Noch konkreter wird die Frage, welche Haltung die Al-Azhar selbst im christlich-islamischen Dialog eingenommen hat und noch einnimmt.

Hussein Hamdan (geb. 1979), T√ľbinger Islam- und Religionswissenschaftler, engagiert im interreligi√∂sen Dialog, geht in seiner Dissertation den Dialogbem√ľhungen der Azhar seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts nach und verfolgt die Debatten noch bis ins Jahr 2011. Nun scheint sich seine Bilanz weiterhin zu best√§tigen, die er nach seiner Beschreibung von 80 Jahren Dialog-Geschichte der Azhar in vorsichtiger Hoffnung formuliert: ‚ÄěIn den kommenden Jahren wird, was das internationale Ansehen der Azhar betrifft, viel davon abh√§ngen, welche Rolle die Azhar im inner√§gyptischen Diskurs einnimmt ‚Ķ Die momentan zu beobachtenden Ans√§tze einer st√§rkeren Selbstreflexion geben Anlass zur Hoffnung, dass Al-Azhar auch k√ľnftig ein wichtiger islamischer Dialogpartner f√ľr die anderen monotheistischen Religionen bleibt‚Äú (S. 329).
Diesem Votum geht eine sorgsame Untersuchung voraus.
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Reinhard Kirste


Rz-Hamdan-Azhar, 14.03.15    Creative Commons-Lizenz

Abraham bei Juden Christen und Muslimen

Rz-Bauschke-AbrahamMartin Bauschke: Der Freund Gottes. Abraham im Islam.
Darmstadt: WBG 2014, 200 S., Register der zitierten Koranstellen, √úbersichts- und Vergleichstabellen — ISBN 978-3-534-26416-2

Das vorliegende Buch des Theologen und Religionswissenschaftlers Martin Bauschke Buch ist eine Neubearbeitung von: Der Spiegel des Propheten. Abraham im Koran und im Islam (Frankfurt/M.: Lembeck 2008). Der Autor hat es nicht nur erweitert sondern auch die Strukturierung noch deutlicher vorgenommen und damit die verschiedenen (“Ideal”-)Bilder¬† zur Sprache gebracht.

Der Autor hebt im Blick auf die unterschiedlichen “Lesebrillen” der drei monotheistischen Rekligionen den gegenw√§rtigen ‚Äětrialogischen‚Äú Kontext hervor. Angesichts der gegenw√§rtigen Konflikte im Lande Abrahams bliebt nichts anderes √ľbrig, als auch die Schatten der Vorbilder nicht zu verschweigen und positiv f√ľr die Gegenwart daraus zu lernen. Die Gastfreundschaft Abrahams als des Gottesfreundes wirkt darum als Einladung zu gegenw√§rtiger Aktualisierung. Es gilt, den Dialog ganz praktisch in der kommunikativen Begegnung mit den Nachbarreligionen zu leben. Unter diesen Gesichtspunkten lohnt es sich, das Buch des Autors aufmerksam zu lesen. Angesichts der vielen und sicher oft unbekannten Abrahamsgeschichten in den Traditionen der drei monotheistischen Religionen d√ľrfte sich hier zugleich eine attraktive Quelle f√ľr Unterrichtende in Schule, Erwachsenenbildung und Hochschule auftun.

 

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Reinhard Kirste

Creative Commons-Lizenz

Rz-Bauschke/Abraham, 06.12.14

Salafismus РEinordnungsversuche islamisch-fundamentalistischer Phänomene

Rz-Schneiders-SalafismusThorsten Gerald Schneiders (Hg.):
Salafismus in Deutschland
‚Äď Urspr√ľnge und Gefahren einer islamisch-fundamentalistischen Bewegung
.
Bielefeld: Transcript 2014, 463 S.
— ISBN Print 978-3-8376-2711-4, auch als PDF erh√§ltlich

Vor wenigen Jahren kannte kaum jemand die Worte ‚ÄěSalafismus‚Äú und ‚ÄěSalafisten‚Äú, stattdessen wurde weitgehend der Begriff ‚ÄěIslamismus‚Äú gebraucht. Inzwischen jedoch bedienen sich besonders die Medien gern mit der Kennzeichnung‚Äú Salafismus‚Äú. Mehr oder minder kenntnisreiche sog. Experten diskutieren das Ph√§nomen in Talkshows und kommentieren die furchtbaren Ereignisse im Mittleren Osten. Hinzu kommt, dass die Salafisten immer mehr Anh√§nger in Deutschland gewinnen sollen. Verfassungssch√ľtzer korrigieren die Zahlen st√§ndig nach oben. Hunderte junger M√§nner sind nach Syrien gereist, um dort an der Seite der Terrormiliz Islamischer Staat zu k√§mpfen und als sog. M√§rtyrer zu sterben. Was hat es mit diesem Ph√§nomen auf sich?

Die Notwendigkeit, dies n√§her auszuloten, steht au√üer Frage. Dies geschieht im Blick auf die Geschichte und die gegenw√§rtige Situation sehr ausf√ľhrlich und f√∂rdert eine¬† komplizierte Gemengelage und einen auff√§lligen Variantenreichtum im islamischen Fundamentalismus zu Tage.

So bietet diese Buch eine wichtige und kompetente Orientierung.

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Reinhard Kirste

Rz-Schneiders-Salafismus, 14.11.14   Creative Commons-Lizenz

Erbarmen – ein Wort der Lebensorientierung

Rz-Praetorius-ErbarmenIna Praetorius: Erbarmen.
Unterwegs mit einem biblischen Wort
G√ľtersloh: G√ľtersloher Verlagshaus 2014, 128 S.
— ISBN: 978-3-579-08183-0

Dies ist ein meditatives Buch, das sich in großer interreligiöser Offenheit auf Erbarmen, Barmherzigkeit und Gnade einlässt. Es sind alte Worte, wie man sie in verschiedenen Variationen in der Hebräischen Bibel, im Neuen Testament und im Koran findet und die geradezu eine gemeinsame spirituelle Basis der drei monotheistischen Religionen bilden. Es ist diese Barmherzigkeit Gottes, die das eigene Handeln steuert.

Die Autorin, die Schweizer Theologin Ina Praetorius (geb. 1956) liebt diese altmodischen Wörter, weil sie einen achtungsvollen Bezug zu den Menschen vor uns herstellen. Zugleich bringen Worte etwas von dem Grund zum Klingen, auf dem menschliches Vertrauen und Hoffnung wächst.

Auf ihrer Homepage (http://www.inapraetorius.ch/d/ina-praetorius.php) beschreibt sie, dass ihr diese ‚Äěalten‚Äú W√∂rter zu einer Lebensbasis geworden sind:

Ich habe W√∂rter wie “Gott”, “Liebe” oder “Jesus Christus” geschenkt bekommen, um mich in der Welt orientieren und meinem Leben einen Sinn geben zu k√∂nnen.

Ina Praetorius hat bereits eine Reihe von B√ľchern eher essayistischen Charakters ver√∂ffentlicht ‚Äď zum Geb√§ren und Geborenwerden, zum Glaubensbekenntnis und zum Gottesverst√§ndnis. Mit anderen zusammen fragte sie nach dem ABC des guten Lebens. Die Frauenbewegung und die Genderproblematik liegen ihr besonders am Herzen, um daraus ethisch notwendige Ver√§nderungen (auch politisch) einzufordern. Ihre Dissertation (2003) betraf: Anthropologie und Frauenbild in der deutschsprachigen protestantischen Ethik seit 1949.

Bei den 11 Kapiteln ihres neuesten B√ľchleins handelt es sich um kleine Erlebnisse, Geschichten, kleine Schl√ľsselerfahrungen aus dem eigenen Leben. Sie werden unter dem Licht des g√∂ttlichen Erbarmens angesprochen und stehen jeweils unter einer biblische Leitlinie. Das sind kurze Texte, die dem Alten und Neuen Testament entnommen sind. So werden Erinnerungen aus dem unmittelbaren Lebensumfeld, aber auch nachdenklich machende (gro√üe) Reisen aufgearbeitet. Die Theologin stellt exegetische Einseitigkeiten in Frage und findet dadurch auch Durchbr√ľche, um biblische Verse f√ľr den Alltag pers√∂nlich und auch politisch relevant zu aktualisieren. So finden Abschiede von herk√∂mmlichen, besonders patriarchalisch gepr√§gten Gottesbildern statt, und gesellschaftliche Missst√§nde werden deutlich angesprochen. Ina Praetorius bietet keine fertigen Antworten, es sind vielmehr Suchbewegungen. Sie sind keineswegs ziellos, denn sie geschehen im Vertrauen auf die unbedingte g√∂ttliche Zuwendung.

Die Reflexionen von Fremdheit und N√§he im Hier und im ‚ÄěAnderswo‚Äú k√∂nnen zu Hoffnungsformulierungen auf eine(Geschlechter) gerechte und friedvolle Zukunft werden. Die Autorin ist der Wirkkraft des Erbarmens auf der Spur. Und offensichtlich gibt es immer wieder Zeichen, die diese ver√§ndernde Kraft des Erbarmens best√§tigen und eine neue Sicht auf das eigene ‚ÄěGef√ľhrtwerden‚Äú erm√∂glichen. Hier geht es aber nicht nur um die eigene seelische Stabilisierung, sondern auch um die Zuwendung zum N√§chsten. Diese ‚ÄěHerzensangelegenheit‚Äú der Autorin kann den Lesenden f√ľr die eigene Sinnorientierung als Hilfestellung dienen.

Reinhard Kirste

Rz-Praetorius-Erbarmen, 28.10.14    Creative Commons-Lizenz

√Ėkumenisch gelebtes Christsein – Friedrich W.J. Hasselhoff

Rz-HasselhoffFriedrich W.J.Hasselhoff: ¬ĽMitb√ľrger der Heiligen und Gottes Hausgenossen¬ę
Gesammelte Aufsätze, Vorträge und Predigten. Hg.: Görge K. Hasselhoff.

W√ľrzburg: K√∂nigshausen & Neumann 2012, 362 S., Register — ISBN 978-3-8260-4995-8 —

Der vorliegende Band gibt einen anregenden Einblick in das jahrzehntelange theologisch-p√§dagogisch-dialogische Wirken des ehemaligen Hochschul-dozenten, Pfarrers und Schulreferenten Friedrich Hasselhoff (1928 ‚Äď 2012). Es handelt sich um ver√∂ffentlichte und unver√∂ffentlichte Aufs√§tze, Vortr√§ge, Predigten und religionsp√§dagogische Entw√ľrfe, die sein Sohn G√∂rge, Theologe und Hochschuldozent an der Ruhruniversit√§t Bochum und an der TU Dortmund, systematisierend zusammengestellt hat. Es erstaunt die Vielf√§ltigkeit der angesprochenen Themen, die sich im Band konkret auf folgende Bereiche beziehen: Biblische Exegese, Predigten und Ansprachen. Schwerpunkte sind Geschichtliches zum Judentum und √úberlegungen zum christlich-j√ľdischen Dialog, und zwar aus historischer und theologisch-systematischer Sicht, erg√§nzt durch das Beispiel der christlichen Siedlung Nes Ammim in Israel.

Es versteht sich von selbst, dass die in einem langen Zeitraum entstandenen Aufs√§tze und Vortr√§ge eine gewisse Zeitbedingtheit widerspiegeln. Zugleich aber ist hier eine Sammlung eines theologischen und religionsp√§dagogischen Weiter-Denkers entstanden. Er hat durch sein Engagement im christlich-j√ľdischen Dialog √ľber die √Ėkumene der Konfessionen hinausgedacht und damit auch der √Ėkumene der Religionen wichtige Impulse gegeben.

Ausf√ľhrliche Beschreibung: hier

 

Reinhard Kirste

Rz-Hasselhoff, 17.10.14   Creative Commons-Lizenz

 

Gewaltpotenziale im Islam und im Christentum

Rz-Mohagheghi-Stosch-GewaltHamideh Mohagheghi / Klaus von Stosch (Hg.):
Gewalt in den Heiligen Schriften von Islam und Christentum.
Beiträge zur Komparativen Theologie, Band 10.
Paderborn: Sch√∂ningh 2014, 186 S., Personenregister — ISBN 9783506772817 —

Angesichts der gegenw√§rtigen Weltkonflikte und einer zunehmenden Brutalit√§t gegen√ľber unschuldigen Menschen stellt sich automatisch die Frage, wie die Religionen hier mit Gewalt umgehen. Die Herausgeber des vorliegenden Bandes haben zusammen mit den Autoren Aggressionspotenziale innerhalb von Bibel und Koran untersucht, um den Spuren von religi√∂ser Gewaltrechtfertigung nachzugehen. Dabei entsteht jedoch keine gemeinsame Zielrichtung. Es geht auch weniger um eine an den Friedenstendenzen in den Religionen sich ausrichtende Hermeneutik. Die Beitragenden besch√§ftigen sich stattdessen st√§rker mit den verschiedenen Formen von Gewaltverst√§ndnissen und Gewalt√§u√üerungen in Bibel und Koran.¬† Diese zeigen sich extrem problematisch, wenn zeitlose und fundamentalistische Interpretationen daraus abgeleitet werden, die das eigene gewaltsame Verhalten legitimieren sollen.

Gegenw√§rtig-sachgem√§√üe Auslegung bietet dagegen die M√∂glichkeit, die Vers√∂hnungstendenzen in diesen Religionen¬† st√§rker zu betonen. Hier zeigen sich allerdings einige Autoren etwas zu vorsichtig in der Weiterf√ľhrung exegetisch-historischer Erkenntnisse. Insgesamt ist hier jedoch ein Fundament gelegt, dass die dialogoffene Auslegung j√ľdischer, christlicher und islamischer Texte im Sinne einer religi√∂s motivierten Friedensethik und Gewaltminderung vorantreiben kann.

Ausf√ľhrliche Beschreibung: hier

Reinhard Kirste

Rz-Mohagheghi-Stosch-Gewalt, 05.10.14     Creative Commons-Lizenz

 

Interreligiöse Beziehungen verstehen und vertiefen

Rz-Cheetham-InterrelDavid Cheetham / Douglas Pratt / David Thomas (eds.):
Understanding Interreligious Relations.
Oxford (UK) / New York (USA): Oxford University Press 2013, 464 p., ausf√ľhrlicher Index

— ISBN 978-0-19-964585-5 —

Drei im interreligiösen Dialog engagierte Wissenschaftler haben diesen Band herausgegeben: David Cheetham und David Thomas von der Universität Birmingham und der neuseeländische Religionswissenschaftler Douglas Pratt, zur Zeit an der Universität Bern. Sie verstehen ihre Zusammenarbeit mit den anderen Forschern als Orientierungsarbeit angesichts der Begegnung von Religionen auf unterschiedlichen Ebenen. Sie betonen,  dass es um die Interaktion von religiösen Gemeinschaften in Geschichte und Gegenwart, um interreligiöses Engagement und um die wissenschaftliche-interdisziplinäre Aufarbeitung der damit zusammenhängenden Phänomene und Probleme geht.Die Leitfrage ist im Grunde, wie Religionen sich selbst und im Kontext der anderen in einer globalisierten und religiös-pluralen Welt wahrnehmen.

Das Buch teilt sich in zwei Teile, einen ersten grunds√§tzlichen (7 Beitr√§ge), in dem von einer bzw. der (√ľberwiegend christlichen) eigenen Religion der Blick insgesamt geweitet wird. Dem folgen im zweiten Teil 11 Themen und Diskussionspunkte im Kontext interreligi√∂ser Beziehungen.

So entsteht ein differenzierter Einblick in die Vielf√§ltigkeit interreligi√∂lser Begegnungen mit teilweise sich schnell √§ndernden Kontexten, gesellschaftlichen Bedingungen und Trends. Hier kommt (inter-)religi√∂se Verantwortung nicht ohne eine ‚Äěconstructive theology‚Äú aus (S. 400). Eine solche Theologie muss sich jeglicher Pr√§dominanz enthalten, um den Dialog nicht zu gef√§hrden, denn eine Religion braucht gerade in ein r globalisierten Welt immer die “andere”.

Die hier zusammengetragenen Erkenntnisse machen dieses voluminöse Buch zu einem wichtigen Merkposten im weltweiten interreligiösen Dialog.

Ausf√ľhrliche Besprechung: hier

                                                                                                                                                                                        Reinhard Kirste

Rz-Cheetham-Interrel, 20.01.14    Creative Commons-Lizenz

Handbuch der Religionen (HdR): Kontinuierlich wachsende Printausgabe und Online-Zugänge

Trotz starker Digitalisierung in der Kultur des Buches ziehen es immer noch viele vor, sich Material auf der ‚ÄúPapierbasis‚ÄĚ zu besorgen.
Dazu geh√∂rt seit 1997 das von dem Religionswissenschaftler  Udo Tworuschka und dem Historiker Michael Kl√∂cker im Olzog-Verlag M√ľnchen herausgegebene
HANDBUCH DER RELIGIONEN (HdR)
Zugang zur Printausgabe: hier

Viele Spezialisten und f√ľr die einzelnen Themenfelder zust√§ndige Fachgebietsleiter haben dieses Handbuch im Ringformat mit j√§hrlichen Erg√§nzungslieferungen zu einem vierb√§ndigen Werk anwachsen lassen. Inzwischen finden sich in den Ordnern mit inzwischen 37 Erg√§nzungsliefeungen √ľber 4500 Seiten Text (!).
Hier wurde also ein umfassendes Lexikon der Religionen entwickelt.  Es erm√∂glicht einen umfangreichen √úberblick √ľber die Geschichte und Gegenwart der verschiedenen religi√∂sen Traditionen und Str√∂mungen in Deutschland.  Das macht allerdings die √úbersicht und schnelle Auffindbarkeit bestimmter einzelner Themen nicht immer leicht.

Das Gesamtinhaltsverzeichnis bietet darum eine erste √úbersicht.
Download Inhaltsverzeichnis: hier

Weiterhin k√∂nnen √ľber eine Suchmaske nun alle Artikel als Volltextsuche
(einige kostenlos, die meisten gegen geringe Geb√ľhr) online abgerufen und heruntergeladen werden:
Online-Zugang zum HdR

Dieses umfassende Werk zu den Konfessionen und Religionen  im deutschsprachigen Raum hat mit seinen Grundsatzbeitr√§gen eine religionswissenschaftliche Basis gelegt. Mit den Aktualisierungen zu religi√∂sen Entwicklungen und Ver√§nderungen d√ľrfte es f√ľr die Recherche von Fachleuten und Interessierten aus allen gesellschaftlichen Bereichen ausgezeichnet recherchierte Zug√§nge f√ľr eine sachkompetente Orientierung bieten.

 

 

Religiöser Pluralismus und befreiende Theologie Рneue Wege interreligiösen Lernens

Rz-Vigil-deutschDas Zentrum Theologie interkulturell und Studium der Religionen der Universität Salzburg hat die Herausgabe eines Buches des lateinmerikanischen  Claretinerpaters José María Vigil ermöglicht.  Es verbindet die Theologie der Befreiung mit religionsplualistischen Intentionen in erstaunlich klarer Weise und leicht verständlicher Sprache:

José Mariá Vigil: Theologie des religiösen Pluralismus.
Eine lateinamerikanische Perspektive.
Herausgegeben von Ulrich Winkler, √ľbersetzt von Helene B√ľchel
unter Mitarbeit von Reinhard Kirste.
Salzburger Theologische Studien 48    interkulturell 12
Innsbruck-Wien: Tyrolia 2013, 492 S. — ISBN 978-3-7022-3193-4 —

Das spanischsprachige Original, das bereits 2005 erschien, sorgte f√ľr erhebliche √∂ffentliche Aufmerksamkeit und restriktive Reaktionen im Vatikan:

 Teología del pluralismo religioso. Curso sistemático de teología popular .
Quito , Ecuador: Abya Yala 2005, 389 S.
Rezension: hier

Die deutsche Ausgabe h√§lt sich einerseits recht sorgf√§ltig an den spanischen Text, ber√ľcksichtigt aber andererseits auch den deutschsprachigen Kon-Text, in dem das Buch nun bekannt werden soll.¬† Lateinamerika wird in seiner Aufbruchs- und Ver√§nderungssituation insgesamt zu wenig wahrgenommen. Das hat¬† den Dogmatiker Ulrich Winkler dazu bewogen, dieses Thema einem breiteren deutschsprachigen Leserkreis nahezubringen. Es ist ein¬† Versuch, den eigenen Glauben neu zu bedenken. Fragen und Anregungen er√∂ffnen viele didaktische M√∂glichkeiten. Sie sind unter R√ľcksprache mit dem Autor zum Teil entsprechend angepasst worden.

Vigil betreibt also eine Theologie des Volkes unter den Kennzeichen der Gerechtigkeit, der Option f√ľr die Armen und der Gleichwertigkeit unterschiedlicher religi√∂ser Glaubensweisen. Hier ist wahrhaft noch einiges im religi√∂sen Verst√§ndnis nachzuarbeiten, und zwar weltweit! Vigils Buch gibt wichtige Anst√∂√üe f√ľr theologische Revisionen im Sinne hermeneutischer Neuzug√§nge. Lateinamerikanische Sichtweisen k√∂nnen gerade den deutschsprachigen Theologien und Kirchen Zukunftsimpulse vermitteln …

Mehr zu José María Vigil : hier

Rz-Vigil-deutsch, 09.08.2013